Marinemotive gemalt von Revier.

  • Wieder einmal klasse. Ich weiß nicht, was am oberen Bild misslungen sein soll. Ich muss bei diesem Bild an die Verfolgung der Leopard durch die Waakzamheid denken.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Gefällt mir ausgesprochen gut :) Bin generell ein großer Freund von, ich sag mal etwas "düsterer" Stimmung in Gemälden.

    "As a ship is undoubtedly the no-blest and one of the most useful machines that ever was invented, every attempt to improve it becomes matter of importance, and merits the consideration of mankind" Thomas Gordon, Principles of Naval Architecture (1784)

  • Hallo zusammen!


    Ich habe mir gedacht, meine Übungen zu Skizzen von beiden Willem van der Velde (Älterer und Jüngerer) könnten für Euch ein paar Hinweise und Inspirationen für die Frage: Wie erreiche ich Tiefe im Bild und wie stelle ich Entfernungen plausibel dar? sein.


    Im NMM Greenwich finden sich hunderte Bilder und vor allem Skizzen der van de Veldes (Klick!), die zum Üben benutzt werden können, da die Urheber ja bereits mehrere hundert Jahre nicht mehr auf dieser Welt sind.


    Viele dieser Darstellungen erhalten die Bildtiefe durch die am Horizont befindlichen Objekte, denen meist ein in der Nähe des Betrachters befindliches Objekt gegenübergestellt wurde.


    Van der Veldes Skizzen sind insofern interessant, da er hier extreme Entfernungen in ein Bild einbindet, ohne dass zu viele Details übernommen werden müssen, denn so zahlreich wie die Schiffe auf dem Meer erscheinen, folgen sie doch alle einem Standartprinzip in der Malweise.



    "The Dutch fleet before the Battle of Lowestoft, May-June 1665"


    Farben: Lukas 1862, Echt Orange (lasierend), Paynesgrau (deckend
    Pinsel: Hobby-Made 975 4er und 2er oder 3er Uraltpinsel
    Papier: Hahnemühle Anniversary Edition-Aquarell-Block 40x9cm, 425g/m².
    Vorlage: Das Original findet sich hier: Klick!


    Standart für diese Skizzen war folgende Vorgehensweise:
    1.) die Positionen der Schiffe festlegen (Vorzeichnung mit Bleistift in dünnen Linien)
    2.) Grundlegende Farbmischung für die erste Lasur anlegen. Diese Lasur ist für alle hellen bzw. weit entfernten Bereiche gedacht. Stark von der Sonne beschienene Bereiche und im Original weiße Bereiche bleiben einfach ungemalt im Papierweiß stehen.
    3.) Die Schiffe werden einzeln im hellsten und damit auch gleichzeitig dem Farbton der Ferne so lasiert, dass ihre Formen und erkennbar werden. Dabei auf die Schattenbereiche achten, Details werden in diesem Stadium nicht angelegt!
    4.) Für die Schiffe im Mittelgrund und Vordergrund erfolgt eine Verstärkung der Schatten durch erneute Lasur. Die hell lasierten Bereiche werden dabei nur an den Stellen übermalt, an denen stärkere Schatten existieren. Die Schiffe im Hintergrund sind bereits fertig.
    5.) Nach dem Trocknen werden auf den Schiffen im Mittelgrund Details überlasiert (winzige Pinselspitzentupfer und Striche) sowie die Schattenbereiche auf den Schiffen im Vordergrund weiter verstärkt. Dabei aber die Halbschattenlasuren von vorhin nicht übermalen!



    Detail von oben.


    Besonders deutlich wird die Wirkung der Lasur bei den Schiffen rechts im Mittelgrund des Bildausschnittes. Hier sieht man deutlich die Beschränkung nur auf die Schattenbereiche.


    Im Vordergrund wurde die Mischung etwas verändert, um eine noch deutlichere Kontrastwirkung zum Mittel- und Hintergrund zu erzielen. Auch wurde hier am meisten detailliert, denn in der Nähe sind selbst schmale und dünne Details eher sichtbar als in der Ferne. Da dieses Boot allerdings immer noch ein ganzes Stück weit weg ist, habe ich die Details eher nur durch starke Betonung der Schatten angelegt, eher tanzende Pinselspitzentupfer.


    Zum Abschluss noch das Meer. Hier ebenfalls nur im Vordergrund groß und mit kräftiger Farbe arbeiten. Der heller werdende Pinsel oder der verdünnte Farbton wird dann im Mittelgrund mit kleineren und im Hintergrund nur noch mit gerade so erahnbaren Strichen eingesetzt.


    Zusammenfassend kann man sagen: Vorn deutlich und farbig, Mitte diffuser und eintöniger sowie weit hinten hell und unscheinbar.


    Grüße!

  • Wieder mal eine kleine Übung. Ich war dabei, Mühle und Landschaft zu malen und es war mir zu leer im linken Bildbereich, so wurde eine kleine Fregatte spendiert.




    Gemalt mit Aquarellfarben Neapelgelb (ganz dünnflüssig), Echt Orange und Paynesgrau.
    Format 32*24 cm, 275g/m²-Papier Torchon rau.


    Die Vorlage für die Mühle stammt aus dem NMM: Klick!, die Fregatte aus einer an die unzähligen studien der van de Veldes abgeleiteten Situation. Ob die so nah an der Küste der Generalstaaten ankern konnte, wer weiß? Die kannten die Gewässer jedenfalls besser als ich...


    Grüße!

  • Jedes Detail für sich schön :bravo::th: - aber jetzt mach ich mal den Kritiker: Fregatte und Mühle scheinen auf einer Horizontlinie zu sein, will sagen, dass die Entfernung zu Mühle und zu Schiff aus Betrachtersicht identisch ist. Von daher wirkt das Schiff für mich extrem klein. Aber vielleicht sehe ja nur ich das so.

  • Hm, ja, Mr. Bonden, wenn ich genauer hinsehe, dann scheint das so. Liegt wahrscheinlich daran, dass die Uferlinie des Mühlenstandortes nicht von der weiter hinten gelegenen Uferlinie der zweiten Mühle abgesetzt ist. Das kann ich noch ändern. Danke für den Hinweis!