Beiträge von Speedy


    Am 2. Juli 1578 wurde der englische Gentleman Thomas Doughty in Puerto San Julián wegen Hexerei und Meuterei im Auftrag von Francis Drake zum Tode verurteilt und durch Enthauptung hingerichtet. Die genauen Gründe und Hintergründe sind bis heute unklar und geben somit viel Raum für Spekulationen, zumal Magellan 58 Jahre zuvor am selben Ort eine Meuterei blutig niederschlug.

    Der Schweizer Autor Raphael Burri hat sich des Themas angenommen und nähert sich der Geschichte durch einen sehr spannenden Plot an:


    Francis Drake hat die Welt umsegelt und seiner Königin sowie den Investoren seiner Reise ein rieisges Vermögen eingebracht. Die spanische Krone schäumt vor Wut und verlangt die geraubten Schätze zurück, doch Elisabeth I. denkt überhaupt nicht daran, ihr Gold den Spaniern zu geben. Doch sie bedrückt ein anderes Problem. Während der Reise wurde der Gentleman Thomas Doughty auf Befehl von Francis Drake hingerichtet. Da Drake nur der Sohn eines Pastors war, hatte er eigentlich kein Recht, einen Mann aus adeliger Familie zum Tode zu verurteilen. Die Königin steht also vor der Alternative, Francis Drake zum Ritter zu schlagen oder hängen zu lassen. Angesichts des drohenden Kriegs gegen Spanien würde sie das Erstere bevorzugen. Sir Francis Walsingham, die graue Eminenz am Königshof beauftragt den jungen Walter Raleigh mit der Klärung der Umstände, die zum Tode Thomas Doughtys geführt haben. Er liest die Berichte, verhört die Zeugen und muss in einem Geflecht aus widersprüchlichen Aussagen, gegensätzlichen Interessen und schwelender Konflikte die Wahrheit finden.


    Bisher kenne ich nur die Leseprobe, deren Formatierung etwas ungewohnt ist. Auch diverse Rückblenden auf die Kriegserlebnisse Walter Raleighs verwirren ein wenig, aber insgesamt schreibt Raphael Burri in einem sehr angenehmen Stil und ich werde mir wohl das Buch kaufen. Dann folgt auch eine qualifizierte Rezension. Das Buch scheint es auf jeden Fall verdient zu haben.

    Danke für die netten Worte und vor allem für die auch diesmal wieder unschätzbare Hilfe. Bonden übertreibt nicht, wenn er davon schreibt, dass er eine wirklich tolle Idee zu einer Rahmenhandlung hatte (ein Großteil des Prologs stammt aus seiner Feder), die dann auch erklärt, warum mein Held in den Geschichtsbüchern keine Erwähnung findet. Von ihm und Jessica Read kam dann übrigens auch der Anstoß, den Abend an Nelsons Tafel noch etwas auszuschmücken. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob das bei unserem wunderbaren Forumstreffen oder bereits einige Tage zuvor geschah. Das Ergebnis ist auf jeden Fall ganz nett geworden. Einmal mehr hat sich auf jeden Fall gezeigt, dass ein fach- und sachkundiger Lektor von unschätzbarem Wert ist. Ich kann gar nicht oft genug dafür danken.


    Das Buch sollte in den nächsten Tagen verfügbar sein, die eBuch-Ausgabe braucht vermutlich noch zwei Wochen.


    Ja, Bonden hat nicht ganz unrecht, was eine Fortsetzung betrifft. Wenn so ein Buch geschrieben ist und vom Lektor bearbeitet wird, bis hin zum Probedruck und dem ganzen technischen Kram, hat man als Autor eine Menge Leerlauf und man möchte auch den Kopf frei bekommen. Deshalb habe ich ein paar Fingerübungen für einen vierten Band gemacht. Es handelt sich diesmal jedoch bisher nur um Textfragmente, zwischen denen ziemliche Lücken zu füllen sind. Ich hatte einfach eine Idee und wollte sie nicht verlieren. Jetzt sitze ich daran, zwischen den Fragmenten Texte einzufügen, um eine fortlaufende Geschichte zu bekommen. Soviel sei bereits verraten: Es geht wieder ins Mittelmeer, es geht wieder zu Lord Nelson und es geht zu Henry du Valles altem Förderer. Diesmal gibt es jedenfalls keine Korsaren, dafür aber vielleicht etwas mehr Napoleon.

    Diese vermutlich aus Unwissenheit herrührenden Übersetzungsfehler sind ein Graus. Manchmal genügt schon ein einziger Buchstabe, um den Inhalt zu entstellen... wenn aus 'the top' der und nicht die Mars wird, weil es anscheinend ein Planet und keine Plattform ist oder aus dem Heckspiegel (stern) die Stirnwand wird. Argh! Ich kenne eine Patronen- aber keine Ladungstasche...

    Übersetzungsfehler sind ein Problem, Fehler und Anachronismen im Original ein anderes. Schon allein der Plot in Band 2...

    Ich habe mir nun die komplette Vorschau durchgelesen und muss gestehen, bei allen Schwächen was die Übersetzung und die Sachkenntnis des Autors betrifft, hat Josh Gelernter doch einen sehr angenehmen Schreibstil, bzw. der Rhythmus stimmt. Wenn er an sich arbeitet und damit meine ich vor allem, wenn er sich mit dem Stoff wirklich auseinandersetzt, hat er durchaus Potential. Er sollte nur weniger das Goldene Blatt und mehr Fachliteratur lesen.

    Leider hat er sich auch beim im Sommer 2023 erscheinenden 2. Band der Reihe nicht an diesen Rat gehalten.

    Übersetzerin war Susanne Just, die mir kein Begriff ist.


    Der Autor ist natürlich nicht für eine fehlerhafte Übersetzung haftbar zu machen, für seine eigene Unwissenheit aber schon, egal,wer ihn auch immer inspiriert haben mag.

    Die Leseprobe hat mir zweierlei gezeigt.


    1. der Autor hat als Amerikaner keine Ahnung, wie man einen Earl korrekt anspricht


    2. die Übersetzung ist unterirdisch, denn wie kann man aus einem Captain der Marines einen Kapitän der Marineinfanterie machen.


    Und das waren auf knapp 1 1/2 Seiten nur die gröbsten Fehler sein. Ich mag ja nicht der beste Autor auf diesem Planeten sein und meine erzählerischen Fähigkeiten sind begrenzt, aber wenn ich einen historischen Stoff schreibe steht am Anfang Recherche und das heißt lernen, lernen und nochmals lernen. Aber offensichtlich ist das Lektorat ebenfalls völlig ahnungslos. (Da hab ich es besser, ich habe Bonden ). Das ist nur noch ärgerlich und mir schade ums Geld.