Beiträge von Bonden

    Also der von AK ist vermutlich auch wasserlöslich, allerdings so dünn, dass man ihn pur auftragen kann. Und absolut geruchslos.


    Meine beiden bevorzugten Farbenfirmen sind ja Schmincke und vallejo, von beiden nehmen ich wasserlösliche Acrylfarben. Von vallejo gibt es auch einen "Matt Firnis", der aber eben nicht wirklich matt ist, sondern noch immer einen seidigen Glanz verleiht. Genau das macht das Zeug von AK nicht. Und es steht u.a. drauf: "It can be used with brush".

    Huch, so lange schon kein Beitrag mehr hier? Na dann mal los!


    Zwei Dinge gibt es zu berichten. Da wären zum Einen die Anker an der Backbordseite zu nennen, die jetzt dran sind, einschließlich der Ankerboje.


    Dann zu den Finknetzen. Ich habe mich nun entschieden, die Finknetze im abgedeckten Zustand darzustellen. Dazu habe ich feingewebten Baumwollstoff genommen (Jessica näht derzeit Segel für ihre Vic, da fiel für mich genügend Stoff ab) und mich dann erstmals als Segelmachergehilfe an die Fertigung einer Abdeckung gemacht. Zuerst habe ich mir aus Balsaholz einen "Finknetzdummie" geschnitzt, den ich dann auch mit dünnem Netz ummantelt habe. Dann einen Streifen Stoff zugeschnitten, die Längskanten sauber per Hand umsäumt und dann die beiden schwierigen Enden genäht. Dann hab ich die Finknetzhalter (aus dafis Ätzsatz) auf den umnetzten Dummie geschoben und festgeklebt. Nun kam die Stoffhülle drüber.

    So hell wollte ich den Stoff aber nicht lassen, also wurde er "geteert" - in meinem Fall mit Beize Eiche dunkel eingepinselt. Das Ergebnis seht ihr auf den beiden Bildern. Mir gefällt es, ich finde, durch den Stoff wirkt es doch sehr authentisch.


    So, nun das gleiche nochmal für die Steuerbordseite. Also sowohl Anker als auch Finknetze. :sun:

    Vorgestern war übrigens der 105. Geburtstag von Gregory Peck. Ebenfalls vorgestern lief bei uns im Heimkino der Film, der DER Film war, bevor DER Film DER Film wurde. Ha-hmm! :Dfr18


    Es ist immer wieder ein Genuss, diesen Streifen zu sehen. Sicher findet man jede Menge "Erbsen" - aber die meisten davon bemerken ja auch nur wir. Da gibt es u.a. ein paar lustige Fantasiekommandos...fr21


    Es ist fast 70 Jahre her (16.11.1951), dass der Film erstmals im Kino gezeigt wurde. Und bevor ich jetzt hier weitertippe, habe ich schlauerweise mal den Thread von Anfang an gelesen - da ist ja schon fast alles gesagt worden. Nur das noch: C.S. Forester hat am Drehbuch mitgearbeitet, was dem Film mit Sicherheit gut getan hat.

    Für Jessica und mich war es jedenfalls ein wunderschöner Kinoabend.

    Dieses Fall soll nun laut Schrage BB an der Rüste durch einen Augbolzen geschoren und dort belegt werden. Das kommt mir irgendwie ziemlich komisch vor, kann mir das jemand der Experten vielleicht genauer erklären?

    Ahoi Peter,


    ich hab mir die entsprechende Passage im Schrage durchgelesen. In Verbindung mit dem Belegplan (Abb. 452) wird das schon deutlich. Da sieht man die Belegstelle auf dem Rüstbrett an Backbord. Also einen Augbolzen in das Rüstbrett hinter die Wantjungfern gesetzt, Tau durchziehen und an sich selbst befestigen.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass dir das komisch vorkommt, und vielleicht ergibt das bei deiner Wolf auch einen Knick im Tau irgendwo an der Marsplattform. Ich kann dir nur berichten, wie ich das gemacht habe: Ich habe mir überlegt, dass so ein Baum schon ein ordentliches Gewicht hat. Um den hochzuziehen, braucht es Kraft und die Nutzung des Flaschenzugprinzips. Ok, letzteres wird durch die "Hin- und Her-Führung" des Falls durch die beiden Blöcke am Eselshaupt bzw. der Gaffel ein Stück weit erreicht. Ob das aber ausreicht - jedenfalls habe ich dem Fall an seinem Ende eine Arbeitstalje gegönnt. Diese habe ich in einen Augbolzen dicht am Besan eingehakt und die Talje nach dem Steifsetzen um sich selbst befestigt. Vielleicht ist das ja für dich auch eine machbare Variante.


    Gruß


    Bonden

    Bau es so wie es dir am besten gefällt und strick dir da eine Geschichte drum herum. Hab ich so bei meinem Papegojan-Diorama gemacht. Das ist auch nicht komplett rund, weil ich da ja gar keine Segel angeschlagen habe, aber ich finde nach wie vor die Geschichte mit dem verlorenen Anker und dem neuen Großsegel toll.
    Das nur mal so von mir als Denkfutter.:wink:

    Ich mag ja originelle Modellbauideen, und Jessica hat eben ein ganz besonderes Schmankerl im Netz gefunden:


    Klick mich!


    Wäre ich doch mal auch und viel früher auf diese Idee gekommen - meine Mercury könnte schon lange fertig sein! fr21

    Abgesehen davon ist für mich eine der tollsten Szenen die, in der Aubrey auf den Steuerbordwanten über der kochenden See steht und diesen Höllenritt auf Neptuns Schultern sehr genießt.

    In der Tat! Speziell zu dieser Szene hab ich heute ein nettes Schmankerl gefunden. Im Film befiehlt Mr. Allan alle verfügbaren Männer an die Luvreling. Da dachte der Synchronisationsregisseur bzw. der Übersetzer wohl ein wenig weiter als der Drehbuchschreiber und meinte, nach so vielen Wochen auf See weiß auch der letzte Dödel an Bord um den Unterschied zwischen Luv und Lee (außer Maturin vielleicht :D). Im Original schickt der Segelmeister die Leute hingegen "on the starboard". So oder so - bei dieser wilden Hatz möchte wahrscheinlich niemand ohne zwingenden Grund auf der Leereling, mit dem halben A...chsiewissenschon in der See, hängen. fr21

    Bei so einem "Schiffchen" wie der Surprise kann ich mir denken, daß der Skipper alles macht um das Wasser nicht allzulange an Deck zu halten. Wenn die Finknetze mit den Hängematten besetzt und auch noch mit Persenningen abgedeckt sind gibt das eine sehr viel höhere Bordwand mit entsprechend mehr davor gestautem Wasser. Sicher machen die Speigatten da ihre Arbeit, nur bei richtig schwerem Wetter wird man durch diese klassischen Dinger die See, die an Bord gestiegen ist, nicht bis zur nächsten los.

    Eine für mich sehr überzeugende Aussage, Angarvater - und wenn dann das auch die Überlegungen der Filmemacher waren, ist das einmal mehr ein Beweis dafür, dass die für DEN Film hinzugezogenen historischen Berater ganze Arbeit geleistet haben. fr18

    So, mal eine kräftige Briese über den staubigen Thread hier wehen lassen!


    Gestern endlich mal wieder DEN Film geguckt. Hach, immer wieder schön - aber wem erzähle ich das.


    Es war interessant für mich, festzustellen, dass ich gestern DEN Film ein wenig anders als sonst geschaut habe. Da ich aktuell an meiner Mercury u.a. mit den Finkennetzen und der Stauung der Hängematten beschäftigt bin, habe ich mich besonders auf die dazu passenden Bilder konzentriert. Sehr interessant! Zumeist sah man die Matten in den Netzen und mit mehreren, überlappenden Stücken Segeltuch bedeckt. Diese Abdeckung hier im Film war aber in den Netzen, also nicht über das gesamte Konstrukt von Finknetzhaltern und Netzen, wie man das oft an Schiffsmodellen sieht. Und als sie im dicken Sturm um Kap Horn unterwegs waren, waren die Netze leer - wenn das dann Absicht war, dann vielleicht wegen der Sorge, dass der Sturm die Matten herauswehen könnte oder sie einfach zu sehr durchnässt werden. Da könnte man sich nun trefflich dran abarbeiten; aus verschiedenen historischen Dokumenten wissen wir, dass die Matten tagsüber so gut wie immer in den Netzen waren und bei Schlechtwetter (oder oftmals auch generell) mit geteertem Segeltuch abgedeckt waren. Also ist das vermutlich auch eine "Erbse"?

    Nach ein paar Tagen kreativer Pause...

    Letzter Eintrag im Jahr 2017 - aber gemessen an der Evolutionsgeschichte der Menschheit sind das echt nur ein paar Tage. :D Aber um so schöner, dass du zurück bist und es auf deiner Werft weiter geht. fr18


    (Und überhaupt - 2017 war ich mit meiner Mercury auch noch nicht fertig, genau wie heute. fr21)

    Das war ja nur ein Abriss zweiter Klasse, mitten im Bau.

    Ok, dann biete ich heute einen erster Klasse, ok? :D


    Inspiriert durch eine Fotoidee von Peter_H habe ich vor ca. 2 Wochen auch mal ein paar Aufnahmen von oben auf das Schiff herab gemacht. Hab ich dann aber nicht gezeigt, weil es mir nicht gefallen hat, denn es machte einen Fehler deutlich, den ich zu dem Zeitpunkt noch hoffte, im Zuge des Fertigtakelns des Gaffelsegels beheben zu können. Nun ja, so richtig ist mir das nicht gelungen, aber irgendwie hab ich das verdrängt. Gestern aber, als die Mercury mal im Wohnzimmer auf der flachen Kommode stand, (wo ich sie sehr gern fotografiere, wegen des neutralen Hintergrunds) und ich gegenüber auf der Couch saß und sie mir immer wieder anschaute, stand der Entschluss fest: Das muss geändert werden.

    Hier das damals verschmähte Bild:


    Natürlich wissen hier alle, dass die oberen Rahen immer ein wenig mehr angebrasst wurden als die darunter. An Fock und Groß sieht das gut aus, am Besan alles andere als gut. Also ging es heute um eine deutliche Korrektur. Ziel: Maximales Ergebnis bei minimalem Abriss. Wobei "Abriss" hier für das Lösen von Tauen steht, wobei dann auch die Option möglich war, dass ein Tau plötzlich zu kurz war und also ersetzt werden musste. Interessant ist bei einer solchen Arbeit, wie das Verständnis vom Zusammenwirken der vielen verschiedenen Zugkräfte wächst. Hier vorsichtig zuppeln, dort sanft eine Wicklung um eine Klampe zurücknehmen, da genau das Gegenteil machen...

    Im Ergebnis musste ich wirklich nur drei Taue echt lösen und neu befestigen, und so sieht die Draufsicht jetzt aus:


    So, und dann mal zu meiner To-Do-Liste. Da kann ich nun ein weiteres Häkchen setzen:

    • Boote an Deck fr18
    • Anker anbringen samt Ankerbojen
    • Laternen anbringen fr18
    • Beflaggung
    • Finknetzhalterungen, Finknetze, Hängematten darin
    • "Puppen", also Taurollen an den Belegpunkten
    • vielleicht noch das eine oder andere Besatzungsmitglied fr18 (kommen evtl. noch welche dazu)
    • Vitrine planen und fertigen lassen
    • Diorama erstellen

    Die Mercury ist nun auch für den öffentlichen Wasserstraßenverkehr zugelassen, denn sie hat nun eine vorschriftsmäßige Beleuchtung:


    Und weil das Fotografieren heute wieder so viel Spaß gemacht hat, noch ein paar Bilder:



    Dann nochmal zum Thema Finknetze:

    Hast Du eventuell Bilder von den Finknetzen der Victory?

    Oder kann Dich DER FILM inspirieren?

    Bilder von den Netzen der Vic hab ich, weißt du doch, steht hier rum. :D Ja, und auch die vom Original schaue ich mir an. DER Film zeigt da eher wenig, und dann mit Abdeckung. Ich bin da noch dran am Recherchieren und Schauen und Überlegen - eine Darstellung mit Abdeckung der Netze ist auch gar nicht so schlecht. Kommt Zeit, kommt Rat. ;)

    Und nun das, was wieder den Verdacht aufkommen lassen könnte, ich würde Spaß daran haben: ein Abriss. dead


    Ich ahnte es schon, dass mir die Finknetze so gegen Ende der Arbeiten an der Mercury nochmal ganz besondere Momente bescheren würden.

    Die Halterungen für die Netze konnte ich einer der Ätzplatinen aus dem Hause dafi entnehmen; auch der Netzstoff selbst lag damals der Lieferung bei.

    Zuerst stand die Überlegung, in welcher Reihenfolge ich die Arbeiten angehe. Finknetzhalter auf die Reling kleben, dann die Netze anbringen, dann die Matten rein? Oder doch lieber alles an Land fertigen und als fertiges Konstrukt anbringen? Ich brauchte da nicht lange nachdenken: Ein Arbeiten direkt auf der Reling wäre Wahnsinn - viel zu viele Taue und anderer Krams im Weg.

    Also dann, los geht's. Die Halterungen aus der Platine geschnitten und ab ins Brünierbad.


    Aus dem Netz passende Streifen für die beiden Netze geschnitten. Dann mit 0,1mm Takelgarn Netz und Halterungen verbinden - eine etwas fummelige, aber dennoch leichte Aufgabe. Kurze Sichtprobe, ob die Höhe der gewählten Halter auch stimmig ist - jepp.


    Der auch eingefädelte Faden unten ist ein "Arbeitsfaden", er sorgt dafür, dass das Netz auch wirklich bis unten reicht und nicht nach oben rutscht. Er sollte dann später wieder verschwinden. So, das sieht dann erstmal nicht schlecht aus.


    Nun die Hängematten. Sie hatten im Original genormte Maße - 72 x 36 Zoll. Guckst du hier. Probeliegen auf einem Reststück Segeltuch - passt, vielleicht noch ein Millimeter mehr in Länge und Breite.


    Also schneide ich mir die entsprechenden Stücke aus Segelresten - hatte da u.a den noch fast kompletten Segelsatz der Papegojan - und rolle diese längs mit verdünntem Weißleim auf. Nach dem Antrocknen werden die Röllchen geknickt, später dann eingebunden. Ich baue immer Päckchen zu je acht Matten, verbinde sie miteinander ähnlich wie beim Korbflechten - geht schnell, sieht so aus, sei jede Matte einzeln zusammengebunden und sorgt dafür, dass die Matten schön dicht aneinander sitzen.



    Die einzelnen Päckchen klebe ich dann aneinander, bis ich eine schöne feste Reihe habe, die nun nur noch in das Netz muss.

    Und dann ab an Deck. Es macht sich wunderbar leicht, das gesamte Gebilde auf die Reling zu kleben.


    Hmm. Für einen kurzen Moment gefällt es mir, aber nur für einen kurzen Moment. Irgendwie ist alles nicht stimmig. Die Position insgesamt ist richtig, länger war das Ding auf diesem Schiff nicht. Klar, es ist erst einmal ein ungewohnter Anblick, im ersten Augenblick würde man sagen, das versaut die gesamte Optik. Ok, ja, da muss man sich dran gewöhnen - und sie gehören da nun mal definitiv hin.

    Nein, es sind die Matten selbst, die nicht passen. Sie stehen zu hoch. Dazu kommt noch, dass man nicht das Gefühl hat, dass sie wirklich in die Netze gestopft wurden, wie es damals wohl üblich war, damit alle unterkommen und im Gefechtsfall eben auch noch einen kleinen Schutz vor feindlichen Musketenkugeln bieten.

    Tja, und da hab ich dann eben alles wieder runtergefetzt. Die Reling hat darunter etwas gelitten, aber das ist unproblematisch. Wenn die Netze wieder drauf sind, sieht man da nichts mehr davon.


    Jessica und ich haben dann gestern Abend noch lange diskutiert und verschiedene Ideen gewälzt. Im Ergebnis habe ich jetzt ziemlich klare Vorstellungen, wie ich es beim nächsten Mal besser mache. Werde da mal ein wenig herumprobieren, und dann sehen wir weiter. :pf:

    Bevor ich dann später endlich mal wieder über einen Abriss berichte, möchte ich euch gern ein weiteres Mannschaftsmitglied vorstellen. Nein, er heißt nicht Killick, es ist Samuel Dickinson, der hier in bester Killick-Manier seinem Herrn und Meister und dessen Gast einen Aperitif auf dem Achterdeck serviert.


    Diese Figur hatte ich schon weitestgehend angemalt, dann aber entschieden, ihn nicht mit an Bord zu nehmen. Nun, Jessica hat ihn sich vor ein paar Tagen geschnappt; ich hab mir da nichts dabei gedacht. Gestern Abend hat sie mich dann mit dieser umgearbeiteten Version überrascht. :hurra: Tablett, Becher und Flasche sind aus Miliput gearbeitet, und der arme Kerl musste erst eine Armamputation mit anschließender Neutransplation über sich ergehen lassen, bevor er zum Stewart taugte.


    Ich bin jedenfalls begeistert! fr18


    Machte sich Achim Frühlingslicht ganz ordentlich.:D

    Ein bisschen Aga ist überall. fr21


    Das mit den alten Karten ist ja der Hit! Und die Partisanentaktik der Engländer war schon genial, wobei man auch sagen muss, dass die Flottenführung der Spanier mit „unglücklich agiert“ mehr als freundlich umschrieben ist.
    Ich denke auch, dass Drake großen Einfluss auf die Strategie und Taktik der Engländer hatte, schließlich war er einer der Erfahrensten im Kampf gegen die Dons.