Beiträge von Bonden

    Speedy : Das spare ich mir zum Schluss auf. fr21


    Für alle, die noch nicht ein so hohes Dienstalter haben, um zu wissen, was das Bondensegel ist: Würde man bei der Mercury oder auch bei jedem anderen Dreimaster aus "unserer" Zeit an der Bagienrah ein Segel setzen, wäre das ein Bondensegel. Die Geschichte dahinter ist allerdings nicht für die Verschriftlichung in einem öffentlichen Forum bestimmt; bei Vorliegen von günstigen Voraussetzungen wird sie aber gern mal bei einem Forumstreffen erzählt. :D


    Und jetzt ganz ernsthaft: Komischerweise findet man dieses Segel bei vielen Briggs. Was ist denn da so anders? Ich meine, da haben wir dann auch ein großes Gaffelsegel, welches dem direkt davor hängenden Rahsegel einen Großteil des Winds wegnimmt. :hmm:

    Ahoi allerseits,


    danke für die Däumchen, und es geht munter weiter in meiner Werft. Heute nur ein Bild, sozusagen zum Anfüttern für das, was dann wahrscheinlich schon morgen folgt. Die Kreuzmarsrah samt Segel hängt am Mast. So hat dann auch der Besan sein erstes Tuch gesetzt.


    Es fehlen aber noch ein paar Dinge. Das Rack und das Fall für das Drehreep vor allem. Die Topnanten auch, aber die sind gleichzeitig die Schoten für das Bramsegel, kommen also erst ran, wenn auch eine Etage höher alles dran ist. Und die Brassen kann ich erst anbauen, wenn das Gaffelsegel dran ist, da die Leitblöcke für die Brassen an der Piek der Gaffel sitzen.

    Ich werde berichten. :wink:

    Ich weiß ja nicht wieso, aber ich hab hier doch was vergessen zu berichten. Dann hole ich das mal nach - es geht um die Vorbereitung der Bagienrah.

    Interessant war schon mal bei der Rah das Anbringen zweier Blöcke in der Rahmitte. Einer geht nach oben, für die Aufhängung der Rah, der andere nach unten, für die Schotenführung. Beide sind, wie gesagt, genau in der Mitte, was an die Stroppen zum Festmachen besondere Voraussetzungen knüpft. Das Bild aus dem Schrage zeigt, wie es aussehen soll:


    Der untere Block bekommt also doppelte Stroppen.
    Und so sieht das dann an meiner Rah aus:


    An die Rahnocken, also die Enden, kommt jeweils eine Kombination aus einem Einfachblock und einem Schulterblock. Die Schulterblöcke baue nach der Shiipyard-Methode, allerdings nicht mit Shipyard-Vorlagen, sondern mit hölzernen der Firma Syren.


    Nach dem Zusammenkleben, Trocknen und Herauslösen aus dem Rahmen werden sie dann in Form geschliffen und dunkel gebeizt. Die Rah erhält außerdem Fußpferde sowie das Tau für das Rack. Die Brassenschenkel werden hier nicht auf die Rahnocken gesetzt, sondern ein Stück weiter zur Mitte hin. Hier habe ich schon mal das vorher gekleedete Hangertau durch den Block geschoren - die Rah ist nun fertig, an den Mast zu kommen.



    So, nun ist der Baubericht zur Bagienrah vollständig. :pf:

    Bei meinem Schiff würde ich einfach ein Loch bohren, da einen Augbolzen mit Sek. Kleber einsetzen, und gut ist es. Aber bei Papier? Wie geht das da?

    Im Prinzip genauso. Das Deck besteht ja aus einer insgesamt ca. 2mm dicken Kartonschicht. Für alle Augbolzen, die ich da drin habe, habe ich meist nur mit einer Stecknadel ein Loch vorgebohrt, dann an den "Stiel" des Augbolzens etwas Ponal Turbo gegeben und den Augbolzen dann in das Loch gesteckt. Bis jetzt haben sie alle gehalten.

    An der bewussten Stelle wäre es allerdings äußerst schwierig geworden, da jetzt noch ein Loch reinzubekommen, einfach, weil man wegen der vielen Taue, die ständig im Weg sind, keinen günstigen Winkel mehr findet, um die Nadel oder auch den dünnen Bohrer anzusetzen.

    So, das hier nochmal zitiert, damit ihr im Bilde seid und nicht eine Seite zurück klicken müsst.


    ...aktuell bin ich mit der Bagienrah beschäftigt.


    ...Die Brassenführung ist interessant. Da hinter dem Besan - auch Kreuzmast genannt - das Schiff dann ziemlich schnell zu Ende ist, werden die Rahen nach vorn geführt. Und das in einer durchaus interessanten Art: Das feste Ende der Backbordbrasse wird binnenbords an ein Want des Großmastes auf der Steuerbordseite geknüpft. Dann läuft es durch den Block am Backbord-Brassschenkel zurück zur Steuerbordseite, wo unterhalb des Befestigungspunktes des festen Endes ein Leitblock, ebenfalls binnenbords, befestigt ist. Durch diesen geht es dann weiter in Richtung Deck, wo eine Kausche, ebenfalls binnenbords am selben Steuerbordwant wartet. Schließlich wird die holende Part dann irgendwo an Deck befestigt (Reling oder Nagelbank oder Fußblock, je nachdem, was grad da ist). Logischerweise läuft die Steuerbordbrasse über Leitblock und Kausche auf der Backbordseite. Die Brassen werden also über Kreuz geführt - und deshalb heißt der Kreuzmast auch Kreuzmast. Na, ehrlich: Hättet ihr das gewusst? :sun:


    Ich muss mal gucken, wie ich das hinbekomme - da ist ja irgendwie ein eingepacktes Stagsegel im Weg. Aber ich krieg das hin. Irgendwie. :D


    Puh, das war ein aufregendes Stück Arbeit.

    Ich hatte Probleme, einen geeigneten Befestigungspunkt zu finden, denn alles, was Schrage in seinem Buch nennt, hat mein Schiff nicht. Keine Nagelbank am Großmast bzw. seitlich an der Reling in dem Bereich, keine offene Reling und keinen Fußblock - nix! Da war dann guter Rat gefragt, den ich mir dann nebenan im "Götterforum" geholt habe. Ja, Fußblock wäre nicht schlecht, und ein einsamer Timberhead sitzt ja da auf der Relingabdeckung in Nähe des Großmastes. Wohlan denn, also mussten jetzt zwei Fußblöcke her, also für jede Seite einer.

    Nun hat die Mercury schon mehrere Fußblöcke an Deck - die hatten in der Bauanleitung alle die Nummer 218 - und sind bereits alle mit Tauen belegt. Bevor ich nun selbst diese beiden Teile zurecht schnippele, dachte ich mir, schaust mal auf den Bogen, wo die Teile drauf sind. Und holla: Da waren die Einzelteile für zwei Teile mit der Nummer 219 - identisch mit den 218ern. Ich also nochmals sehr gründlich die Bauanleitung studiert, aber nirgends fand ich einen Hinweis auf Teil 219. Aber dann entdeckte ich das hier - schaut mal in die Bildmitte, unter der braunen Leiter und unterhalb des weißen Kreises mit der Nummer 191 l. Genau, da lugt unser Fußblock hervor, garantiert eine 219, auch wenn es nicht dran steht.


    So hatte ich also meine beiden Fußblöcke, und schon kam das nächste Problem: Wie bekomme ich die jetzt noch an Ort und Stelle und wie fädele ich da dann noch das Brasstau durch? Rund um den Großmast strotzt es nur so vor Wanten, Pardunen, Taljen, Geitauen, Gordings und und und.

    Nun, es hat am Ende alles geklappt - und das, ohne dabei etwas versehentlich abzureißen. Zuerst einmal mussten die Leitkauschen angebracht werden, und zwar nicht ganz unten, sondern so in etwa bei einem Drittel der Gesamthöhe der Unterwanten. Warum? Damit das Brasstau möglichst gerade nach unten direkt in den Fußblock geleitet werden kann.

    Wie bin ich vorgegangen? Zuerst wurde das feste Ende der Brasstaue dicht bei den Püttingswürsten an den Wanten befestigt. Dann ging es über Kreuz zurück zur Rah, wo die Taue durch die Blöcke am Brassschenkel geführt wurden. Jetzt fädelte ich die Brassen durch vorher eingebundenen Blöcke, an denen ich zwei ausreichend lange Fadenenden gelassen hatte. Erst jetzt befestigte ich diese Leitblöcke von innen auch dicht unterhalb der Püttingswürste am jeweils gleichen Want. Nun kam die eingebundene Kausche dran, auch die erst mal über den Faden gezogen und erst dann am Want angebracht. Was jetzt folgt, könnt ihr euch denken: Ja, auch den Fußblock fädelte ich erst auf das Brasstau, bevor ich ihn an Deck festklebte.


    Und da muss der Fußblock hin:


    Und da isser:


    Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ich tatsächlich noch mit der ganzen Hand in den Bereich des Achterdecks komme, ohne etwas abzureißen. Hier hat sich meine Methode bewährt, alle Taue zwar möglichst straff zu spannen, aber eben nur grad so, dass sie straff aussehen, aber dennoch reichlich Spiel haben und so nicht beim leisesten Zug gleich abreißen.

    Zum Schluss wurden dann die Brasstaue an dem Timberhead belegt, und damit war dann das Anbringen der Bagienrah erledigt.

    Ich muss ehrlich zugeben, dein Posting lässt mich etwas verwirrt zurück.

    Holzmodellbau, wie ich ihn in den letzten Jahren betrieben habe, ist daher nicht mehr möglich.

    Ah ja, also kein Holzmodell mehr, also derzeit.

    Eigentlich muss ich sagen Gott sei Dank, da ich gezwungen wurde, meine Herangehensweise ans Hobby vollständig zu überdenken.

    Mal schauen, was es gebracht hat:

    ...hat Peter mir den Floh ins Ohr gesetzt, einen Holzbausatz zu versuchen...

    Ah ja.

    ...sollten die Bauteile und das nötige vorbereitete Holz nächste Woche beim Zoll zu Abholung bereit liegen. Dann kann der Bau des kleinen Kutters starten...

    Na dann mal los - viel Erfolg! :D

    Einen historischen Moment gab es heute auf meiner Werft. Der Zahnstocher im Bild zeigt auf ein Reffbändsel am Kreuzmarssegel. Das war das letzte von insgesamt 450 Reffbändseln, die ich an den Segeln der Mercury angebracht habe. :huzzah:

    450! s3


    Ich war doch etwas überrascht, dass es so viele sind. Aber nun ist Schluss damit - die noch zu fertigenden beiden Segel (Kreuzbram und Besansegel) habe keine Reffbändsel.


    Ahoi Peter_H


    also ich finde deine Reeperbahn genial! Vor allem der Trick mit dem Arretierungsstift am Mechanikrad, mit dem du beide Teilaktionen des Tauschlagens antriebstechnisch auf eine Seite bringst, gefällt mir. Jetzt verstehe ich auch, was du da am Sonntag meintest.

    Mal schauen, vielleicht baue ich das nach - ich bin begeistert!

    Schade ist nur, dass damit jetzt unsere gemeinsame "Steinreich werden"-Idee obsolet geworden ist...fr21

    Ahoi allerseits,


    aktuell bin ich mit der Bagienrah beschäftigt. Was am Anfang aussieht, als ob es relativ schnell ans Schiff gebracht werden kann, zeigt dann aber doch einige kleine, aber feine Besonderheiten. Und das auch ohne ein Bondensegel. fr21

    Ausführlicher Bericht mit Bildern folgt, wenn ich dann doch irgendwann mit dieser Rah fertig bin. Heute nur soviel: Die Brassenführung ist interessant. Da hinter dem Besan - auch Kreuzmast genannt - das Schiff dann ziemlich schnell zu Ende ist, werden die Rahen nach vorn geführt. Und das in einer durchaus interessanten Art: Das feste Ende der Backbordbrasse wird binnenbords an ein Want des Großmastes auf der Steuerbordseite geknüpft. Dann läuft es durch den Block am Backbord-Brassschenkel zurück zur Steuerbordseite, wo unterhalb des Befestigungspunktes des festen Endes ein Leitblock, ebenfalls binnenbords, befestigt ist. Durch diesen geht es dann weiter in Richtung Deck, wo eine Kausche, ebenfalls binnenbords am selben Steuerbordwant wartet. Schließlich wird die holende Part dann irgendwo an Deck befestigt (Reling oder Nagelbank oder Fußblock, je nachdem, was grad da ist). Logischerweise läuft die Steuerbordbrasse über Leitblock und Kausche auf der Backbordseite. Die Brassen werden also über Kreuz geführt - und deshalb heißt der Kreuzmast auch Kreuzmast. Na, ehrlich: Hättet ihr das gewusst? :sun:


    Ich muss mal gucken, wie ich das hinbekomme - da ist ja irgendwie ein eingepacktes Stagsegel im Weg. Aber ich krieg das hin. Irgendwie. :D

    Und da heißt es immer, es gäbe keine dummen Fragen. :D Her mit den Bildern - und den Texten dazu! Der Bereich heißt ja schließlich BAUberichte, also wollen wir auch sehen, wie das eine oder andere Teil geBAUt wird. ;)


    Das ist auf jeden Fall hilfreich für alle, die irgendwann mal auch so ein oder ein ähnliches Modell bauen wollen. Ich fände das also gut. fr18

    Ein Film auf ARTE? Na was das wohl wird, wahrscheinlich wieder so ein "Avantgarde-Film", bei dem man 2 Stunden in schwarz-weiß erleben kann, wie eine ans Ufer gespülte Krabbe stirbt, während im Hintergrund am Horizont ein Segelschiff, welches wie von Picasso gemalt aussieht, vorbeischwebt. Oder so. pleasantry

    Habt vielen Dank für die Likes und netten Kommentare! fr18


    Eines hätte ich fast vergessen, sozusagen ein kleines Fazit zum Abschluss des Segelsetzens am Großmast: Zu Beginn hatte ich folgende Überlegung: Alle Taue, die vom Vormarssegel nach unten laufen, müssen dabei auch am Focksegel vorbei, alle Taue vom Vorbramsegel an den beiden Segeln darunter. Daher dachte ich mir, dass es daher besser ist, von oben nach unten die Segel anzubringen, da dann der Weg nach unten relativ frei ist.

    Jetzt bin ich schlauer und sage daher: Ich würde nicht wieder beim Segelsetzen von oben nach unten arbeiten. Ich finde, die Nachteile überwiegen. Das Platzproblem bekommt man so oder so irgendwann - so ist eben die Takelage auf einem solchen Segelschiff. Baut man von unten nach oben, hat man den Vorteil, dass man bei jedem Segel nahezu alle Taue sofort ordentlich belegen kann; es hängen dann später keine losen Enden umher und im Weg.

    Aber letztendlich ist alles gut gegangen, es gab keine unfreiwilligen Abrisse oder sonstigen Schäden, und allein das zählt.


    Aga Die Bagienrah ist schon in Arbeit! :sun:


    Dummerweise hat Shipyard für diese Rah gar kein Segel im Bausatz - Skandal! fr21

    Ahoi allerseits, und danke für die netten Kommentare und Likes.


    Heute nun kann ich die Fertigstellung der Takelage des Großmastes melden. Was noch fehlt, ist das, was noch überall fehlt: Sog. "Puppen", also kleine Fadengebilde, die aufgeschossene Taue an den Nagelbänken, Betings und sonstigen Belegpunkten darstellen.


    Wie gestern erwähnt, waren heute noch die Buline zu fertigen. Da nicht alles, was Schrage in seinem Buch dazu schreibt, für mich an diesem Modell realisierbar erschien, habe ich mir andere (aber eben keine "alternativen" :D) Fakten gesucht und bin im Marquardt auch fündig geworden. Am leichtesten waren die Buline des Großsegels. Gerade als ich beginnen wollte, einen Zweierblock einzubinden und mit einem Augstropp zu versehen, um diesen dann dicht über dem Deck an den Fockmast zu friemeln, sehe ich, dass am Fockmast schon genau so ein Gebilde dran ist. fr21 Das hatte ich völlig verpeilt, dass ich den schon vor dem Setzen des Mastes drangebaut hatte. Irgendwann hatte ich mich mal gewundert, was denn noch mit diesem Block passiert, mir aber zu dem Zeitpunkt darüber nicht den Kopf zerbrochen; beim Anbauen wusste ich es noch, da ja im Schrage immer gesagt wird, wozu jedes Teil da ist.

    Für die Buline des Marssegels habe ich zwei Leitblöcke an die Achterkante der Fockmarsplattform gedengelt, das ging auch gut. Lediglich bei den Brambulinen musste ich improvisieren. Hier wäre die Schrage-Variante gewesen, die Taue durch Scheibgatte in den Längssaligen der Bramsaling des Fockmastes zu führen. Aber diese sehr dünnen, aus Finnpappe bestehenden Gebilde haben keinerlei vorgearbeiteten Öffnungen, und ich befürchte, dass die Dinger schon abbrechen, wenn man nur allzu heftig daran denkt, da Löcher reinzubohren. Ich war schon froh, dass ich an diese Teile einige Blöcke anbinden konnte, ohne das was kaputt geht. Also habe ich mich für eine andere Variante entschieden - eine von denen, die im Marquardt steht (und auch die hab ich etwas "abgewandelt").


    Durch das Straffen der Buline haben sich dann nochmal ein paar Kräfte verschoben, so dass ich hier und dort noch das eine und das andere Tau nachspannen musste. Aber dann war es endlich geschafft!


    Und bevor ich jetzt ein paar hoffentlich auch für euch schöne Bilder zeige, noch das hier:

    Tipp an alle, die dieses oder ein ähnliches Schiff bauen: Schaut rechtzeitig nach, was ihr für die Takelage alles an Augbolzen im Deck braucht. Die lassen sich auf einem total leeren Deck viel leichter anbringen, glaubt mir! :lol


    Ich hatte das dummerweise nicht getan - und mit diesem Blick an Deck dürfte klar sein, warum das suboptimal war.



    Aber immerhin - es gab keinerlei Kollateralschäden, ich hab die Beting nicht abgerupft und auch die Pumpen nicht beschädigt.


    Hier nochmal die spezielle Takelung der Bauchgordinge:


    Und auf diesem Bild kann man erahnen, was für ein, für den Laien nur als Wirrwarr zu bezeichnendes, Taugewusel (ok, auch kein besseres Wort :D) mittlerweile an Bord herrscht.



    So, und nun einfach nur noch Bilder:





    Dann kann ich mich ja nunmehr dem Besan widmen, gelle? :sun:


    Ich wollte ja das Taugebilde für die Bauchgordinge erklären. Man hat Spaß damit, auf jeden Fall. Das Großsegel hat je Schiffsseite zwei Bauchgordingtaue - könnte man meinen, wenn man sich das Segel von vorn anschaut. Es ist aber nur ein Tau je Seite. Das wird an einem der beiden Legel am Fußliek befestigt, läuft dann zur Rah, wo auf selbigem ein einscheibiger Leitblock das Tau weiter zu einem Zweierblock führt, der unter der Marsplattform hängt und von diesem Tau gern von hinten durchlaufen wird. Dann wandert das Tau weiter durch einen Einfachblock, der mit einem weiteren Einfachblock verbunden ist, geht dann wieder durch den Doppelblock unter der Mars - von vorn nach hinten diesmal, sucht sich dann den zweiten Führungsblock auf der Rah und wird dann vorn am Segel hinunter zum Fußliek geführt, wo er dann am zweiten Legel befestigt wird. Und das alles auf der anderen Schiffsseite noch mal.

    So, das hat jetzt vermutlich niemand verstanden - daher hier die (leider nicht ganz optimalen) Bilder. Auf dem ersten sieht man den Doppelblock unter der Mars; im zweiten Block erkennt man diese beiden zusammengebundenen Blöcke. Da wird dann durch den zweiten Block ein Taue gefädelt, dessen Enden dann später an einer Beting auf der Back befestigt werden.


    Ok, danach wurden dann nach und nach alle sonstigen Taue angebracht - und das waren nicht wenige. Toppnanten, Brassen, Schoten, Halsen, die Schoten des Marssegels und die Arbeitstaljen für Drehreep und Rack.

    Man darf auch nicht vergessen, dass noch die losen Tauenden vom Marssegel und Bramsegel herumbaumelten. Irgendwann sah es dann nur noch chaotisch aus.

     



    Stunden später kehrte dann aber allmählich wieder Ordnung ein. Man muss ja immer gründlich überlegen, welche Taue man zu welchem Zeitpunkt endgültig befestigt. Schließlich galt es ja noch, die Segel "in Form" zu bringen, also mit verdünntem Weißleim gründlich zu befeuchten und ihnen dann mit dem Fön eine wohlgefällige Figur zu verleiben.

    Dann endlich kam Wind auf! Hier sieht man den Unterschied: Bram und Mars sind schon gefönt worden, das Großsegel wartet noch.


    Dann kam aber auch dieses Tuch an die Reihe, und am Ende sah es so aus:


    Man sieht aber, es hängen noch jede Menge freie Enden umher. Das ordentliche Festmachen hat dann nochmal ein paar Stunden gedauert. Man muss ständig darauf achten, was es für Auswirkungen hat, wenn man an den verschiedenen Tauen zieht - schließlich soll ja zum Schluss alles möglichst realistisch aussehen.


    Als die Werft dann für heute einen langen Arbeitstag beendete, waren sämtliche losen Taue fest belegt.


    Was nun noch fehlt, sind an allen drei Segeln die Buline, also die Taugebilde, die die Segel an den Seitenlieks in Form halten. Das wird noch mal ein netter Zeitvertreib, und es ist Improvisationstalent gefragt, denn es gibt Anforderungen lt. Schrage, die mein Schiff nicht erfüllen kann. Aber es gibt Ideen...

    Ich werde berichten!


    Für heute gehabt euch wohl, vielen Dank für euer Interesse!


    Gruß


    Bonden

    Ahoi allerseits, die letzten Tage war ganz schön was los auf meiner Werft. Sehr gern lasse ich euch nachträglich teilhaben:


    Den vier bereits gezeigten Anschlagsbändseln folgten dann etliche weitere (je Segelbahn zwei), und schließlich war das Segel ordnungsgemäß an der Rah befestigt. Und hier gab es schon das erste Ausrufezeichen: Erstmalig ist es bei dieser Arbeit gelungen, kein einziges Mal das Fußpferd mit einzubinden! :huzzah: Sensationell! Das klappt sonst immer mindestens einmal. :D


    Hier die segelbestückte Großrah, davor liegen zwei Taugebilde für die Bauchgordinge - wie die eingesetzt werden, zeige ich gleich - sowie zwei Taue, aus denen ich später die Halsen und Schoten fertige. "Halsen und Schoten fieren!" - Na, welcher Film? fr21


    Die selbe Szene - also von meiner Werft, nicht aus DEM Film - aus einer anderen Perspektive - darf ich vorstellen? Meine neue kleine Arbeitslampe. 60 LED, 1200 Lumen, mit integrierter Lupe, Linsengröße 125mm, 5 Dioptren Vergrößerung. Ein echter Gewinn für mich, und für 37 Tacken alles andere als teuer. Zwar hab ich im Marinezimmer eine fest am Schreibtisch installierte supergute Lupenlampe, aber da Jessi das Zimmer tagsüber auch als Homeoffice-Büro nutzt und ich festgestellt habe, dass es gar nicht nötig ist, wenn ich an jedem Online-Meeting beratend-unterstützend teilnehme :D, verlagere ich dann die Werft gern mal an den großen Esstisch.

    Und so ganz nebenbei: Grad in solchen Bauphasen wie bei dieser, wenn man ständig wechselnd an beiden Schiffsseiten arbeitet, ist der große, frei stehende Tisch ideal, um wunderbar von allen Seiten an das Modell zu kommen.


    So, jetzt aber mal ran ans Schiff mit der Großrah! Und so beginnt es:


    Die Rah wird mittels Drehreep gesetzt. Die Bilder erklären das:



    Und da hängt sie schon! Aber was ist das?

    Mist, die Fockmarsbrasse der Backbordseite eingeklemmt! Nee, so geht das nicht, also neu einfädeln.


    Ja, so schaut es schon besser aus. Das Drehreep bekommt dann an den beiden losen Tauenden je eine fünfscheibige Arbeitstalje spendiert, d.h., unten sitzt ein dreischeibiger Block, der mit Haken versehen ist und in einen Augbolzen neben dem Großmast eingehakt wird, oben am Drehreep sitzt ein Zweierblock. Das mache ich aber jetzt noch nicht - beim weiteren Takeln ist es wichtig, dass ich die Rah immer mal wieder abfieren kann. Und ihr seht im Hintergrund, dass ich nicht allein arbeiten muss. :D


    Und es ging dann auch flott weiter...