Beiträge von Bonden

    Genau, es wird passend gemacht, Lord Croidonfr18 So auch beim Beplanken. Wie gut, dass Jessica ihr Plankenbiegegerät hat. Was für ein feines Arbeiten!

    In dem Teller wird schon die nächste Planke gewässert, um danach gebogen zu werden.


    Das Böötchen ist mittlerweile komplett beplankt, das ging super, und ich brauchte nur minimal mit Feinspachtel nacharbeiten.



    Mittlerweile hat das Boot auch einen ersten Anstrich, und die letzten beiden Bilder wären doch glatt was für eins der nächsten Filmrätsel. :D

    Wohlan denn, es geht weiter. Jetzt also das große Boot - auf der Bauanleitung als "Pinance" bezeichnet. :D


    Das Spantengerüst und alles, was im Innern passiert, ist schon fertig. Spannend wird jetzt das Beplanken. Der Lötkolben liegt bereit, ebenso aber ein Plankenbiegegerät, welches Jessica erst aus ihrer Erinnerung und dann aus ihrem Vic-Bau-Fundus geholt hat. :sun: Mal schauen.


    Hier mal ein paar Bilder vom aktuellen Stand - und der Größenunterschied zur Jolle ist schon deutlich.


    Hören und Sehen! Außerhalb von Hard&Heavy habe ich hinter Pink Floyd eine ewige Nummer 2 - und die durften heute mal wieder ran:

    https://www.youtube.com/watch?v=L057hdteud8


    Jethro Tull mit seinem charismatischen Frontmann Ian Anderson wissen mich immer wieder zu begeistern. Der Hexer mit der Querflöte ist hier stimmlich nicht mehr so kraftvoll wie früher - wenn man weiß, dass ihn eine fiese Lungenkrankheit quält, weiß man das besser einzuschätzen. Gleichwohl sieht und hört man, dass er mit jeder Faser einfach nur riesigen Spaß an dem hat, was er macht, und diese pure Spielfreude überträgt sich auf seine Mitstreiter und das Publikum gleichermaßen.

    Ich denke immer wieder sehr gern an die fünf Konzerte zurück bei denen ich live dabei sein durfte. fr18 :5*:

    Aber am wichtigsten ist für mich, dass es mir Freude macht so ein Schiffsmodell zu bauen, und es fertig vielleicht auch noch ganz nett aussieht.

    Du bist im Tiefstapeln ja fast noch besser als im Modellbau. :D


    Speedy Peter_H Aga Lord Croidon  Angarvater - eure netten Kommentare spornen mich zusätzlich an, vielen Dank! fr18


    So, mein erstes Boot ist fertig. Von all meinen bisher gebauten Beibooten aus Holz ist das unzweifelhaft das schönste. Und das bisher einzige. Aber es folgen noch drei - und da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben.

    Der Anfang war recht vielversprechend - ich habe ja bereits darüber berichtet. Aber dann ging es ans Beplanken. Sehr diffizile Angelegenheit, kann ich euch sagen. Die Bordwandteile sind auch aus Holz, ja - aber aus extrem dünnem Holz. Und im Gegensatz zu Karton, wo ich so eine Planke zweimal über einen runden Stift ziehe, um eine sanfte Biegung hinzubekommen, muss hier jedes Teil erst einmal gewässert und dann vorsichtig gebogen werden. Zumindest für die ersten Reihen eignet sich dafür gut der Lasercutrahmen, in dem die Reling drin war.


    Ist das zarte Holzstreifchen dann getrocknet, behält es die vorgegebene Biegung und kann angebaut werden. Da die Biegung aber nie hundertprozentig so verläuft wie es erforderlich ist, muss alles gut fixiert werden, bis der Leim getrocknet ist. (Ich verwende Weißleim, Ponal Express). Hier mein Böötchen im Klammergriff des Zwingenmonsters. fie


    Bildertechnisch klafft jetzt eine große Lücke, daher das weitere Geschehen nur schriftlich: Bereits beim dritten Plankengang begann das Drama. Trotz großer Vorsicht brachen immer wieder mal das eine, mal das andere Ende der Planke beim Biegen bzw. Anbringen einfach durch. Auch ließen sich die Planken nicht so auf Stoß kleben, wie es hätte sein sollen - eben weil ich keine Variante gefunden habe, um sie wirklich passgenau zu biegen. Am Ende wurde dann ziemlich viel mit Spachtel und Schleifpapier und Spachtel und Schleifpapier... und so weiter... gearbeitet. Ganz glücklich bin ich dennoch nicht mit dem äußeren Rumpf. Aber die schlimmsten Stellen sind zum Glück ziemlich weit unten, und da sieht man sie später auf keinen Fall. Und auch euch zeige ich sie nicht; ein wenig Eitelkeit sei mir auch gestattet. :D Aber ich berichte wenigstens ehrlich darüber. :pf:

    Was dann wieder richtig Spaß gemacht, war das Bemalen. Hier bin ich mit dem Ergebnis doch sehr zufrieden. Und da habe ich auch dann ein paar Fotos:



    Was ja vielleicht nicht so gut war: Ich habe mit dem kleinsten der vier Boote begonnen. Und da sind dann eben die Biegungen besonders stark und von daher schwierig. Auf jeden Fall habe ich viel gelernt und werde als nächstes die Pinasse, also das größte Boot, angehen. Mal schauen, wie mir die mit der Jolle gesammelten Erfahrungen dabei helfen werden.

    Dann will ich auch mal meine 3 Cent dazu geben. Ich nutze auch seit langem das Krick-Brüniermittel. Meine Erfahrungen damit sind insgesamt gut.

    Wichtig ist, dass die zu brünierenden Teile sauber sind, also insbesondere fettfrei. Oftmals wird ein Bad in Aceton empfohlen. Hab ich bisher nie gemacht; die Kanonenrohre wurden bei mir kräftig in heißem Seifenwasser gewaschen und geschrubbt; ebenso bin ich mit den Ätzplatinen des Kollegen dafi verfahren.

    Eine konkrete Zeit zu benennen ist schwierig. Messing ist kein Element, sondern eine Legierung aus Zink und Kupfer, wie man weiß. Je nach dem Verwendungszweck können auch noch weitere Metalle beigemischt sein. Das bringt dann unterschiedliche chemische Reaktionszeiten hervor. Hier hilft einfach nur probieren. Was den Brüniervorgang bei meinen bisherigen Arbeiten stets sehr beschleunigt hat, war Wärme. Da die zu brünierenden Teile ja nie besonders groß waren, habe ich oftmals nur einen Deckel eines Schraubglases genommen und diesen auf die (aufgedrehte) Heizung gestellt. Dann reichten oftmals 15 Minuten, um den gewünschten Schwärzungseffekt zu erzielen. Kleinere Teile, insbesondere Kauschen, die ich derzeit viel benötige für die Takelage der Mercury, fädele ich einfach auf einen Draht und hänge diesen direkt in die Flasche.

    Wichtig ist, nach dem Brünieren die Teile gründlich abzuspülen, mit ein wenig Öl einzureiben und dann wieder gut mit einem Tuch trocken zu reiben. Das Öl sorgt dafür, dass der Brüniervorgang auch wirklich unterbrochen wird und nicht in winzigen Poren im Metall schleichend weitergeht.

    Ach ja, Gefäßwahl: Wie bereits erwähnt, der Deckel eines Schraubglases war bei mir oft im Einsatz. Bei größeren Teilen würde ich im Zweifelsfall das Schraubglas selbst nehmen; dem Glas macht das rein gar nichts aus. Und es gibt ja auch kleine Schraubgläser, ausreichend für unsere benötigten Mengen.

    Und noch ein Tipp: Natürlich kann man das Brüniermittel mehrmals verwenden. Wenn man viele Teile darin brüniert hat, ist es zweckmäßig, beim Zurückgießen in das Originalgefäß einen Teefilter oder ein sehr feines Sieb zu verwenden, um die kleinsten Teile, die sich beim Brünieren vom Metall gelöst haben, herauszufiltern. So bleibt das Brüniermittel länger "funktionstüchtig." Ich habe noch immer die erste Flasche im Einsatz, und die habe ich, so glaube ich, bereits 2014 gekauft.


    Edit: Während ich dieses Posting geschrieben habe, hat der Meister Angarvater das seinige dazugegeben. Nun, manches deckt sich, anderes ist anders (insbesondere das andere Mittel) - so hast du jetzt reichlich Stoff, dich auszuprobieren. :wink1::nod:

    Nun denn - schlagen wir ein neues Kapitel meines Bauberichtes auf. Ich gebe ihm einen seefahrergerechten Namen:


    Zu neuen Gestaden


    Das leidige Thema Beiboote für meine Mercury habe ich ja schon ein paar mal erwähnt. Niemand kann das verstehen: Für die preiswerte 1:96-Version meines Schiffes gibt es Beiboote, für die teure 1:72-Edelvariante nicht. Und auch das mir auf der Dortmunder Intermodellbau 2019 am Shipyard-Stand gegebene Versprechen, dass es die Boote schon sehr bald als Zukaufsatz geben wird, wurde bisher nicht eingelöst.

    Ok, meine bisherige Planung war ja, die Mercury später in einem Diorama zu zeigen; kurz vor einem Gefecht soll sie dabei stehen, also sind die Boote nicht mehr an Bord.

    Verschiedene Aspekte haben aber nun dafür gesorgt, dass ich zwar am geplanten Diorama festhalte, aber die Szenerie eine andere sein soll. Und der wichtigste Aspekt ist der hier: In einem anderen Forum, am anderen Ende der Welt beheimatet, baut jemand auch die 1:72-Mercury und hat sich genauso wie ich über das Fehlen der Beiboote geärgert. Und dieser nette Mensch (übrigens ein Australier - Heimat von unserem, von DEM Jack!) hat einen Satz Beiboote für die Surprise in 1:75 im Netz entdeckt, diesen bestellt, die Boote gebaut und auf seine Mercury gepackt. Und als ich diese Bilder gesehen habe, stand mein Entschluss fest: Haben will! Also wurde eine Bestellung in das Reich der Mitte abgeschickt.

    Seit gestern sind sie da. Gelaserte Teile, alles super verarbeitet. Aber - und jetzt kommt es: Aus Holz! :sun:

    Ich habe dann heute, nachdem das Vormarssegel fertiggestellt und dokumentiert war, gleich mal mit der Jolle angefangen.


    Die Bauanleitung ist hilfreich, aber doch mit Vorsicht zu genießen - aber das macht der halbwegs erfahrene Modellbauer sowieso immer mit jeder Bauanleitung. :D

    Zuerst baut man sich mal eine Helling, in die man dann den vorher aus 3 Teilen zusammengebauten Kiel einsetzt (aber nicht einklebt!). Und Teil 4 des Kiels, das Ruder, unbedingt noch nicht ankleben, denn ansonsten geht das nicht mehr in die Helling. Das erste Bild der Bauanleitung suggeriert da mal was anderes...


    Nun werden die Spanten eingesetzt, dann das wenige Innenleben des Bootes, bevor es dann vorsichtig aus der Helling geholt wird, um weiter daran zu arbeiten.



    Hier nochmal auf die Helling gesetzt; morgen geht es dann an die Beplankung, aber vorher wird noch ein wenig gestrakt.


    Es macht richtig Spaß, diese kleinen Boote zu bauen, und sie werden dann das Deck meiner Mercury wunderbar vervollständigen.


    Und soll ich euch was verraten? Ich bin viel zu wenig bis gar nicht ein Kartonbau-Purist, um mich bei meinem Ausflug in die Holzwurmgefilde auch nur ansatzweise unwohl zu fühlen. :lol

    Nun also das Vormarssegel. Ihr habt es ja schon gesehen, aber zwischen dem vor ein paar Tagen gezeigten Stand und heute lag dann doch noch einiges an Arbeit. Das will ich dann auch gar nicht großartig schildern, nur soviel: Schon am Ende der Arbeiten am Focksegel habe ich mich gefragt, wie ich die vielen Taue des Marssegels auch noch an die bereits gut belegten Klampen, Timberheads, Belegnägel und Betingscheibgats anbringen soll. Und nun stelle ich mir die Fragen noch besorgter in Bezug auf das noch fehlende Vorbramsegel...

    Auf jeden Fall war irgendwann der Zeitpunkt gekommen, zu dem aus einem lasch herunter hängenden Lappen ein stolz im Wind geblähtes Segel entstehen sollte. Zuerst kommt ein Vorherbild - dann viele Nachherbilder. Man sieht schon das Sturmtief auf dem Tisch lauern:


    Mittlerweile habe ich richtig Spaß daran, so ein mit verdünntem Weißleim getränktes Segel mit dem Fön in Form zu bringen. Und ich finde, es ist wieder gut gelungen - aber urteilt selbst.





    Und was ich euch im nächsten Beitrag zeige, wird euch mit Sicherheit in Erstaunen versetzen... :nod:

    Ahoi allerseits, wie immer danke ich für die Likes und die netten Kommentare. Und, ja, Aga, diesmal hast du sogar Recht:

    du reißt doch erst wieder was, ab bevor es gefällt....

    Wobei - ich hatte es noch nicht hier gepostet, insofern ist es gar kein richtiger Abriss... dead


    Nee, doch, ja. Also, von vorn:

    Das oben gezeigte Rack war zwar recht hübsch, aber auch viel, viel, viel zu groß. Schon beim zweiten Hingucken wusste ich, dass das wieder abkommt. Mein Problem war nur, wie ich ein neues, wesentlich kleineres Rack zusammenzimmern sollte. Ich bräuchte viel kleinere Perlen, die ich nicht habe - oder eine andere Idee. Die hatte ich. Die Perlen nennt man ja "Klotjes" - ich machte daraus "Knotjes". Die Schlieten waren wieder aus Karton, der Streifen dafür nur schmaler, die gewählte Lochzangeneinstellung minimal. Mein Rahtakelhilfsgestell ist auch dafür gut, und so knüpperte ich zwischen die Schlieten meine Knotjes.



    Zugegeben, sie waren nicht annähernd so glatt und harmonisch geformt wie Klotjes, aber ordentlich mit Farbe zugekleistert sah es am Ende doch wieder gut aus. Und der Größenvergleich spricht Bände:


    Und dann am Mast sieht es m.E. richtig gut aus, und wenn man nicht mit der Nase ganz dicht zwischen Marswanten und Brameselshaupt steckt, sieht man eh nicht, dass da alternative Takelfakten geschaffen worden sind. :D Und jetzt stellt euch vor, da wäre jetzt das Riesending mit den dicken Klotjes dran. Ginge gar nicht.


    Und im nächsten Beitrag wird dann endlich das fertige Vormarssegel in seiner ganzen Schönheit gezeigt. :sun:

    Wie immer danke für die Däumchen. So, das ging jetzt schneller als gedacht. Nachdem Rah und Segel vorbereitet waren:


    wurden beide miteinander verbunden. Schön ist, dass das Vormarssegel nach oben hin schmaler wird - das bedeutete für mich viel weniger Anschlagbändsel. Und dann war es auch schon soweit, und Rah samt Segel ging an den Mast. Das Drehreep war schnell eingefädelt, und eine erste Funktionsprobe verlief erfolgreich, sowohl hinsichtlich des Auffierens der Rah als auch der Arbeit der Geitaue:




    Ich erlaube mir ja, auf mein Vormarssegel bereits jetzt stolz zu sein, auch wenn der ganze Tauwerkskram noch nicht an Ort und Stelle ist. Vor allem fehlt in diesen Bildern noch das Rack - das Dingens, welches ich im vorigen Beitrag gezeigt habe. Aaaaaber, liebe Leute: Es ist inzwischen dran! Ich war selbst überrascht, dass das gleich im ersten Versuch gelungen ist - und dann wollte ich auch nicht nur wegen drei Fotos das alles nochmal rückgängig machen. dead Aber ich verspreche euch viele Bilder, wenn sämtliche Arbeiten an diesem Segel abgeschlossen sind. Dauert nicht mehr lange, es fehlen ja nur noch - nein, die Zeit hab ich jetzt nicht, um das alles aufzuzählen. Schnappt euch ein Fachbuch und guckt selber nach. :lol

    Ahoi allerseits,


    :danke: für die netten Kommentare und die vielen Likes.


    Es geht zügig weiter auf meiner Werft, auch wenn aktuell nicht viel zu zeigen ist. Ich arbeite derzeit an der Fockmarsrah samt Segel. Um Wiederholungen zu vermeiden (vieles ist ähnlich bis genauso wie beim Focksegel) heute nur mal kurz ein kleiner Tätigkeitsnachweis und endlich auch mal wieder was Kartonales. Die Marsrahen benötigen als Rack die klassischen Racktaljen, also dieses Gebilde aus Scheiben und Klotjes. Das ist mal wieder etwas, was bei Shipyard überhaupt nicht vorgesehen ist, also muss ich mir das selber bauen. Und dazu hatte ich heute Lust.

    Vor ewigen Zeiten habe ich mal im Bastlerladen kleine Perlen gekauft; an die erinnerte ich mich heute glücklicherweise. Aus einem Kartonstreifen wurden dann unter Verwendung der guten alten Lochzange die Holzbrettchen gefertigt und alles schon mal probeweise aufgefädelt. Auch wenn die Farbgebung noch fehlt und auch noch nicht das richtige Tau verwendet wurde, ist schon zu erkennen, was es mal wird. Und auf das Anbringen irgendwann in ein paar Tagen bin ich schon sehr gespannt...

    Nun ja, dann will ich mal nicht so sein. Übrigens: wenn es euch zu viel und/oder zu anstrengend wird mit meinen kleinteiligen Erläuterungen, gebt einfach Bescheid.


    Admiral Gebirgsmarine Danke für deine Däumchen - da wusste ich dann auch, dass meine Beiträge vom Mittwoch nicht nur für mich zu sehen sind. :D


    Tja, Leute, was soll ich sagen? Es ist vollbracht - mein erstes Rahsegel ist dran und fest und alles Tauwerk ist fixiert und ich bin total aufgedreht und feiere hier total ab. :huzzah: Warum? Weil das mein allererstes Rahsegel ist, welches ich je vorbereitet und angebracht habe. (Die paar Papiervierecke bei meinen Schreiber-Modellen kann man da wirklich nicht mitzählen, und an der Papegojan habe ich bekanntlich keine Segel angebracht.) Insofern also eine echte Premiere für mich, und im Nachgang betrachtet bin ich erstaunt, dass mir das alles so relativ glatt und ohne jegliche Kollateralschäden gelungen ist. Schon die Stagsegel waren spannend - aber kein Vergleich zu diesem hier.


    So, dann mal rein in den Baubericht. :sun:

    Das, was ich in den letzten drei Tagen gemacht habe, war der wohl kniffligste Teil. Zuerst habe ich die noch fehlenden Bauchgordinge und Bulinen angebracht - Taue, die an den Legeln am untern Rand und den Seitenrändern festgemacht werden. Die Bauchgordinge sind zwei Taue, deren beide Enden an den Legeln am Fußliek festgemacht werden, zwei backbord und zwei steuerbord. Vor dem Festmachen des zweiten Endes passiert aber das hier: Das Tau läuft vor dem Segel hoch, unter der Marsplattform von vorn nach hinten durch zwei Doppelblöcke, dann durch den Block eines Stropps, welcher einfach nur durch das Hintereinanderlaschen zweier Einfachblöcke gebaut wird, dann zurück durch die anderen Öffnungen der selben Doppelblöcke und nun zum zweiten Legel, wo es festgemacht wird.

    Die Buline werden an den Seitenlegeln befestigt, und zwar so: An das Ende eines Taus wird eine Kausche eingebunden. Jetzt wird ein kurzes Tau an ein Legel geknüpft, durch die Kausche gezogen und dann am anderen Legel befestigt. Das Tauende der Kausche geht nach vorn an den Stagkragen des Fockstags, wo auf jeder Seite ein kleiner Leitblock wartet; von dort läuft das Tau zurück zur Back, wo es an einem Timberhead festgemacht wird. In diesem Bild sieht man die Buline sehr gut:


    Die große Aufgabe war jetzt, alle Taue so in Einklang zu bringen, dass am Ende alle die, die straff sein müssen, auch straff sind. Es sind verwirrend viele Kräfte, die gegensätzlich, seitlich, quer, übergreifend, böswillig, ahnungslos und immer gnadenlos die soeben vermeintlich gefundene Harmonie zerstören. Ich weiß nicht, wie es aussieht, wenn ein Tau grinst - aber es ist auf jeden Fall ein fieses Grinsen, davon bin ich überzeugt.

    Ich habe viel experimentiert, um heraus zu finden, in welcher Reihenfolge man am besten welche Taue festmacht. Da wurde dann auch mal ein mühsam durch viele Blocköffnungen gefädeltes Taljereep wieder zerschnitten. Letztendlich war für mich folgende Reihenfolge die beste: Zuerst wurde das Drehreep befestigt. Dadurch hat die Rah höhenmäßig ihren endgültigen Sitz. Dann kamen Toppnanten und Brassen an die Reihe. Ist man da im Einklang mit sich und dem Schiff, versucht man sich an den Schoten und Halsen. Ich hab dabei jeweils zuerst die Schot festgemacht und dann mit dem Halstau - das, welches über die Butluvspiere läuft - für ein Stück mehr Straffheit gesorgt. Dann kam der ganze dünne Kleinkram an die Reihe. Also zum Beispiel die Bauchgordings - durch den Stropp mit den zwei Blöcken wird durch den zweiten Block auch ein Tau gezogen. Das wird mit einem Ende an der Querreling bzw. der Nagelbank, die da an der Kante der Back steht (also auf jeder Schiffsseite eine) festgemacht, und auch das andere Ende wird dort auf einen Nagel gelegt. Wird das Segel eingeholt, zieht man auch an diesem Tau, und das Fußliek wird so hoch zur Rah gezogen. Und je mehr Taue man auf den Betingen vor und hinter dem Mast festmachte, desto schwieriger wurde es, dann das nächste Tau dort auch noch anzubringen. Meist kamen die Finger nicht mehr hin und die Pinzetten hatten auch ihre liebe Müh und Not. Erst ganz zum Schluss habe ich das Rack festgemacht.


    Ach ja, fast habe ich es vergessen zu erzählen: Nachdem Drehreep, Brassen und Toppnanten (vorläufig) fest waren, habe ich Weißleim verdünnt und das Segel dann mit einem Pinsel ganz vorsichtig getränkt - bloß kein Kleckern auf das Deck! Und dann kam der von mir eher nicht so oft benötigte Haarfön zum Einsatz und brachte mein Focksegel in Form.

    Was mir gar nicht bewusst war, brachte dann Jessica später auf den Punkt, als sie mich fragte, was ich denn gemacht hätte, wenn das mit dem Fönen schief gegangen wäre. Ja, gute Frage - da haste wohl nur eine Chance. Ok, hat geklappt. Mein Motto: Mut ist die Dummheit der Ahnungslosen. :D


    Aber dann war es irgendwann geschafft. So, und hier nun endlich noch ein paar Bilder:






    Der eine oder andere schüttelt jetzt wahrscheinlich den Kopf, aber ich freue mich schon auf das nächste Segel. :wink: