Beiträge von Bonden

    Nun denn, dann will ich auch mal meine 3 Cent zum Erstlingswerk unseres Neuzuganges abgeben. Ich mache das jetzt nicht im Stile eines Literaturkritikers, der ich ja auch nicht bin, sondern will einfach mal drauflos plaudern, was mir beim Lesen des Buches und hinterher beim Nachdenken über das Gelesene so durch den Kopf ging.


    Die Story ist durchaus spannend. Und mal einen maritim-historischen Roman aus dem Blickwinkel eines Offiziers der "Hummer" zu lesen ist neu und hochinteressant.

    Mir ging es aber viel zu schnell. Ich finde, in dem Buch steckt Material für mindest drei Bände. Etliche Male dachte ich schmunzelnd: "Mensch, hol doch mal Luft!" Es kam mir so vor, als ob der Erzähler Angst hatte, jemand könnte ihm ins Wort fallen, ihn unterbrechen, ihn mit Fragen löchern, und deshalb sollten alle aufkommenden Fragen möglichst vorher beantwortet werden. Mir ging vieles zu schnell. Kaum angekommen am ersten wichtigen Handlungsort, wusste B.Mc.A. schon über alle und jeden Bescheid; zumindest hatte ich das Gefühl, bedingt durch einen Erzählstil, der mich fast immer sehr, sehr eng an den Hauptakteur der Erzählung gebunden hat. Mir war oftmals nicht klar, wieso B.Mc.A. das alles in so kurzer Zeit wissen konnte, und es wurde mir ja auch nicht verraten.

    Da gab es durchaus ein paar Stellen, wo ich dachte: Ja, jetzt ist mal ein Moment des Innehaltens, da blitzen mal nebensächliche Details auf, die die Szenerie etwas mehr beleuchten, sei es durch eine präzise Beschreibung eines Gegenstandes oder einer nebensächlichen Handlung wie einer Handbewegung oder einer bestimmten Mimik. Aber im nächsten Moment wurde wieder in den fünften Gang geschaltet, um die verlorenen Meter wieder aufzuholen.

    Dennoch, und das ist das ganz dicke Plus dieses Buches, fesselte mich die Geschichte, wollte ich wissen, wie es weitergeht, wie es endet. Und der Cliffhanger am Ende ließ mich breit grinsen, denn auch wenn ich nicht das Vergnügen gehabt hätte, nicht nur den den Autor persönlich kennengelernt zu haben, sondern auch dessen weitere literarischen Pläne zu erfahren - spätestens hier wäre mir klar geworden, dass es (mindestens) eine Fortsetzung geben wird, nein, geben muss.

    Und so freue ich mich auf den nächsten Band und bin mir sicher, dass er mindestens so gut wird wie das trotz meiner sehr kritisch klingenden Worte gelungenen Erstlingswerkes. :th:


    Benjamin McAllister Weitermachen! :bg:

    Ja, auf den ersten Blick reizvoll, aber ich befürchte, dass es wieder genau so ein zerhacktes Werk wird wie die BluRay seiner Aufführung von "The Wall". Waters neigt ja stets dazu, seine Auftritte mit vielfältigen politischen Botschaften zu spicken, wogegen ja grundsätzlich erstmal nichts zu sagen ist, wenn es, wie meistens, auch Botschaften sind, die ich teile. Wenn aber, wie beim Wall-Konzertfilm, wundervolle Szenen in dieser ebenso gigantischen wie perfekten Inszenierung dann Aufnahmen geopfert werden, in denen er zu sehen ist, wie er schwatzend im Oldtimer durch Europa fährt, habe ich daran nun mal keine Freude. Und sehr viele PF-Songs tragen in sich selbst schon wichtige Botschaften, gerade bei "The Wall" - da braucht es m.E. nicht noch zusätzlich den erhobenen Zeigefinger von Roger. Den soll er statt dessen, zusammen mit dem Rest der Hand, an seinem Arbeitsgerät belassen und das machen, was er so wundervoll kann: Musik machen.


    Falls es dieses Konzert dann auf BluRay in der Art gibt, dass man auswählen kann, ob man "bloß" das Konzert sehen möchte oder sein Gesamtkunstwerk, wäre das durchaus eine Kaufoption.

    Ich sehe schon, hier ist demnächst mal eine persönliche Werftinspektion notwendig! :D :D :D


    Ich hoffe, du hast die Stengen noch nicht fest drauf? Wäre blöd, weil sich dann die Wanten viel schwieriger auflegen lassen. :hmm:

    So, seit gestern Abend haben wir nun ein Exemplar von "1803" in unserem Besitz, das vom Autor live vor unseren Augen, und dann auch noch an Bord eines Schiffes, das 30 Jahre unter Segeln unterwegs war (!!!), signiert wurde. Dann kann der Lesespaß ja beginnen. :nod:

    Hier mal so zwischendurch der Arbeitsstand bis jetzt.


    Was das hier wohl wird? Ein Tau, an beiden Enden Kauschen eingebunden, hmm.


    Und da sehen wir das Gebilde schon in Aktion. Diese beiden Leitkauschen dienen der Führung der Laufstage. Diese gaben den Seeleuten beim Begehen des Bugspriets Halt. Ein Ende wird am Eselshaupt des Bugspriets an einem Augbolzen festgemacht, das andere durch die Leitkausche zum Bug geführt, wo mittels eingebundener Kausche am anderen Ende sowie einem Taljereep und einem Augbolzen im Bug unterhalb der vorderen Timberheads das Laufstag steifgesetzt wurde.


    So schaut die Mercury aktuell aus.


    Die nächsten Schritte werden das Setzen des Vorbramstags sowie die vorbereitenden Arbeiten für die Backstage sein. Das heißt, dass ich dann auch die erste Rah anbringen werde, denn die Backstage laufen durch Leitkauschen, die auf der Blindenrah befestigt werden. Und so nähern wir uns langsam, aber unweigerlich dem laufenden Gut...

    An die Enden der Wanttaue kommen nun wieder Kauschen. Vorher muss ich mir die aber noch anfertigen. Will ich auch nochmal zeigen: Für die Kauschen habe ich Messingrohre mit verschiedenen Durchmessern, und zu jedem Messingrohr habe ich ein passendes Stück Federstahl. So lassen sich dann mit dem Kuttermesser wunderbar dünne Scheiben abschneiden. Anschließend werden diese auf einen dünnen Draht gefädelt und dürfen eine Weile baden. Abspülen, trocken tupfen und schon kann es weitergehen.



    Wie ich die direkt am Mast anbringe, habe ich ja bereits gezeigt.

    Dann werden die Bramwanten mittels Taljereep zwischen den beiden Kauschen festgezogen. auch hier ist wieder eine gehörige Portion Vorsicht geboten, um die dünne Stenge nicht zu knicken. Aber auch das ging gut.


    Und da es so gut läuft, werden gleich die Taue für die Pardunen geschlagen und gekleedet. Auch hier wieder zwei an jeder Seite, also paarweise, Auge, Plattbindselung - ihr kennt das jetzt.


    Tja, und dann sind wir auch schon beim aktuellen Abriss. So ziemlich die ersten Takelarbeiten, die ich vor vielen Monden tätigte, war jede Menge Tauwerk am Klüverbaum. Und das war noch in einer Zeit, in der ich noch nicht die entscheidenden Hinweise hatte, die dann mein Taueschlagen erheblich verbessert hatten. Je öfter ich mir die Stricke an der Spitze des Klüverbaums anschaute, desto unzufriedener wurde ich. Also runter den ganzen Kram und neu gemacht.


    Was man auf dem Bild auch sieht, wenn man weiß, dass es das ist: Rechts neben dem Kragen des Fockborgstags habe ich dem Klüverbaum eine ordentliche Zurring spendiert, damit er auch schön fest sitzt. Sieht die Bauanleitung zwar nicht vor, aber die Praxis schon.


    Das erste, was dann an den Baum kommt, sind die Fußpferde. Damit die Matrosen einen besseren Halt darauf fanden, wurden spezielle Knoten, sog. Türkenköpfe, in die Fußpferde eingeflochten. Bei mir tun es ein paar aus dünnem Garn gesetzte Knoten; um mir diese Arbeit zu erleichtern, habe ich das Tau in meine Kleedemaschine gespannt.


    Und schon sind sie da, wo sie hingehören. Doch damit nicht genug in Sachen Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Seeleute.


    Gleich geht's weiter.

    An den zurückliegenden Tagen hat sich einiges getan in meiner Werft. Um es gleich vorweg zu schicken: Niemand muss sich um mich sorgen - es gab mal wieder einen Abriss. :D :D :D


    Aber der Reihenfolge nach. Zuerst wurde die Fockbramstenge gesetzt. Die habe ich vorher noch etwas nachbearbeitet, den Stengehummer etwas herausgearbeitet und zwei Scheibgats eingesetzt. also nicht wirklich, aber es sieht so aus, als ob da Scheibgats drin wären, und die Funktion der beiden Öffnungen ist die selbe wie in echt. In dem Fall also für Tauwerk des Außenklüvers und für das Drehreep der Bramrah.


    Die beiden vorderen Bramwanten wurden wieder jeweils paarweise aufgelegt, das heißt, es gab auf jeder Seite ein Auge mit Plattbindselung, und auch hier kam zwischen die beiden Wanten eine Kausche zur Führung der Bramtopnanten. Für diese Arbeiten bewährt sich meine tolle Lupenlampe immer wieder aufs Neue. Kein Augenverbiegen mehr, und dank der dritten Hand ist es ein feines Arbeiten mit dem fizzligen Kram.


    Das Ergebnis liegt dann auf der Hand.


    Auch hier ist der spannendste Part das Durchfädeln der Wanten durch die Öffnungen in den Quersalingen. Nun, die ersten beiden sind durch, also 1/3 geschafft.


    Für Want Nummer 3 wird wieder ein durchgehendes Tau für beide Seiten geschlagen und in der Mitte gekleedet. Mit einem gekleedeten Stück Tau wird ein Auge angesetzt, so dass auch dieses Want Halt auf der Stenge findet.


    Dann wieder das spannende Durchfädeln, was doch dann auch tatsächlich ohne Schäden klappt.


    Da macht sich dann doch Erleichterung breit: Keine einzige Beschädigung an allen drei Salingen! Nun werden die Wanttaue hinter der Püttingswurst der Marswanten zur Marsplattform geführt.


    Hier hatte ich auch schon kleine Stropps mit eingebundener Kausche hinter drei der vier Marsjungfern angebracht. Man sieht sie nicht immer gleich, daher mal die Pfeile.


    Gleich geht's weiter...

    AMAZON arbeitet an einer 2.Staffel. Dabei geht es um den Terror, den japanisch stämmige US Amerikaner nach dem Überfall auf Pearl Harbor erleiden mussten.

    Was soll den der Schwachsinn? 2. Staffel? Hä? Das ist ja grad so, als ob man einen Film dreht, in dem à la Hitchcocks Vögel ein mutierter Star im Mittelalter Leute tothackt und sie den dann "Star Wars Teil 10" nennen. dash

    Ahoi Peter_H  

    na siehste, geht doch mit dem Abreißen! :hurra2:Aber ganz ohne Scherz: Glaub mir, das war die beste Entscheidung. Wenn man einmal einen Mangel entdeckt hat, den man mit nur wenig Aufwand abstellen kann und es dann doch nicht macht, ärgert man sich später immer und immer wieder beim Betrachten des Modells. Und es sieht jetzt auch besser aus, und das Auskeepen der Jungfern ist nie verkehrt. :th:

    Und wenn es dich in Anbetracht der noch vor dir stehenden "Wanterei" tröstet: Es gibt größere Schiffe mit viiiieeeeeel mehr Wanten! Zähl mal die bei der Victory. :D :D :D

    Gutes Gelingen weiterhin wünscht

    Bonden

    P.S.: Nun habe ich mir hier hart und engagiert einen gewissen Ruf erarbeitet - ich trau mich ja gar nicht, meine neuesten Fortschritte an der Mercury zu zeigen: Seit Wochen kein Abriss mehr... rofl

    Achtung, jede Menge Spoiler!


    So begeistert wie ich nach den ersten drei Folgen war, so enttäuscht bin ich jetzt. Hatte nach der dritten Folge eine längere Pause, hab dann nochmal von vorn angefangen und gestern endlich die 10. und damit letzte Folge gesehen. Schade, schade - es fing so gut an, war spannend und immer wieder mit überraschenden Wendungen gespickt. Je weiter die Geschichte aber lief, desto verworrener wurde es.

    Da war zum einen dieses Monster. Ok, das ging ja noch, war halt eine wichtige Facette. Aber nachdem es dann irgendwann richtig sichtbar war, hatte es für mich auch seinen Schrecken verloren. Ein wenig mehr Hintergrund zu dem Vieh hätte ich mir gewünscht, also wo kam es her, in welchem Verhältnis steht es zu den Eingeborenen, welche Aufgabe hat es, wenn keine Engländer da sind...

    Dann jede Menge lose Fäden und offene Fragen. Warum kam die Innuit-Frau wieder zum Schiff (Karnevalsfete), wieso hatte sie einen blutigen Mund, und wieso blieb sie dann bei den Engländern bis fast zum Schluss? Vorletzte Folge, das Ende: Der mit dem appen Bein wickelte sich Tau und 40 Gabeln um den Leib und stellte sich dem Biest. Man hört es noch hinter ihm knurren, er lacht - und Abspann. Beginn nächste Folge: Nix mehr davon zu sehen. Hä? Was die Geschichte mit dem falschen Hickey sollte, hat sich mir nicht erschlossen. Ok, am Ende stellt sich raus, dass er den richtigen Hickey ermordet hat - aber was kann ich mit dieser Information anfangen? Man kannte den echten Hickey nicht, man hat nicht erfahren, wer denn nun der Typ wirklich war, es fehlte also die Story dahinter, so in der Art von "Nein, ich bin dein Vater!" Und warum er sich am Ende die Zunge rausgeschnitten hat und dem Vieh hingehalten hat? Nun, das Biest hat es auch als Blödsinn abgetan und den Typen (endlich) erledigt. Und was wurde aus den Leuten, die auf dem Schiff zurückgeblieben sind? Hat die das Monster gekillt oder sind die einfach nur so gestorben?

    Dass am Ende dann doch noch einer nicht tot war, fand ich eine witzige Idee, auch die Auflösung im historischen Kontext. Allerdings war dann das Schlussbild (er sitzt mit einem Speer in der Hand im Schnee, ein Innuitkind lehnt sich gegen ihn) auch nicht so richtig zu verstehen.


    Fazit: Gut angefangen, dann stark nachgelassen. Zwei ein halb Eisschollen gibt's dafür von mir, mehr nicht.

    Lässt sie sich auch fieren?

    Nun, die Stenge ist nicht festgeklebt, sondern nur mit dem Stengefuß in die dafür vorgesehene Öffnung in der Marssaling gesteckt und mit dem Schlossholz vor dem Durchrutschen gesichert. Durch die Augbolzen an den Unterseiten des Eselshaupt lassen sich bei Bedarf die entsprechenden Taue fieren, um die Stenge aus seiner Lagerung zu heben. Vorher muss natürlich das Taljereep des Bramstags gelöst werden, ebenso wie das lose Ende des Segelstags. :wink: Und wenn dann später noch die Bramrah dran ist, muss da natürlich auch noch - aber das könnt ihr ja alles selber nachlesen, Bramstengenalmanach und so.:D :D :D

    Also so wirst Du niemals Super-David.

    Super-Bonden reicht mir völlig aus. :hurra2::D :D :D


    @all: Danke für Lob und Däumchen. :thumb2:

    ...weiter ... mit den heißgeliebten Bramstengen

    Genau! Heute wurden die Arbeiten an der Großbramstenge fortgesetzt und abgeschlossen. Als erstes wurden die Pardunen gesetzt, auf jeder Seite zwei. Nun, das ist eine relativ unspektakuläre Arbeit; einzige Besonderheit sind die Abmessungen: Diese Pardunen sind mit Abstand die längsten Taue, die für die Mercury zu schlagen und auch zu kleeden waren. Da sie wie üblich paarweise aufgelegt werden, d.h. für jede Seite aus einem Tau mit einem mittig eingebundenen Auge bestehend, war es gut, dass ich mittlerweile einen neuen Schreib/Werktisch habe, auf dem ich meine Reeperbahn bequem über die geforderte Länge aufbauen konnte. Das Kleeden geschah dann in drei Etappen, was auch nicht ganz ohne ist. Pardunen werden bis unter die Marskante gekleedet, was hier in Summe mehr als 60 cm waren - eine Länge, die meine Kleedemaschine auf keinen Fall in einem Stück schafft.

    Beim Steifholen muss man dann gut aufpassen, dass man die Taljereeps nicht zu fest spannt, ansonsten biegt sich die Bramstenge bedenklich nach hinten, und ich will an der Stelle auf gar keinen Fall das Geräusch brechenden Holzes hören...


    Dann kamen die Stage. Die Großbramstenge hat zwei davon, zum einen das normale Großbramstag und dann noch ein Segelstag. Dieses wird kurz hinter der Bramstenge in das Großbramsteg eingespleißt - also im Original. Ich hab es so befestigt, dass es ein bissel wie eingespleißt aussieht. Beide Stage laufen dann zum Vorstengetop. Das Großbramstag geht durch eine Kausche, die oberhalb der Flechtung der Marswanten angebracht ist, das Segelstag läuft ebenfalls durch eine Kausche, die aber mit einem weiteren Kragen über der gesamten Wantenflechtung liegt, so dass die eingebundene Kausche zwischen den beiden Längsholmen der Saling sitzt. Während das Großbramstag dann an sein Ende eine Kausche eingebunden bekommt, wird das Segelstag einfach um die Längssaling der Stengesaling belegt.

    Für das Großbramstag hatte ich eine Kausche mit einem zweischenkligen Strop hinter dem Fockmasttop an den Längssalingen angebracht.


    Und so gab es hier wieder die gleiche Herausforderung wie schon am Besan, nämlich diese Kausche am Stagende freihändig an Bord anzubringen, da ich das andere Ende des Stags bereits mit einem engen Auge versehen und an der Bramstenge angebracht hatte. Aber auch da kam mir wieder meine Zahnstochermethode zu Hilfe, und nachdem ich diesen zuerst zwischen den Webleinen der Marswanten fixiert hatte, kam mir noch eine bessere Idee.


    Da das Segelstag noch nicht befestigt war, konnte ich die Stage noch bequem von der Bramstenge nehmen und bis zur Kausche für das Bramstag nach unten ziehen.


    So reichte das Ende dann bis zum fix direkt neben dem Schiff angebrachten Schraubstock, wo ich den Zahnstocher dann fixieren und die Kausche relativ bequem einbinden konnte.


    Anschließend dann die Stage wieder auf die Stenge, mittels Taljereep das Bramstag und mittels Knoten das Segelstag steifgesetzt, dann mittels der Taljereeps der Pardunen für entsprechende Gegenspannung gesorgt, alle Enden sauber belegen und die überstehenden Enden kappen, und fertig! Das war dann nicht ganz so, wie es in David Winters Bramstengenalmanach steht, aber das ist mir völlig Wurscht, so. :D :D :D


    Und so widme ich mich demnächst also der letzten Bramstenge dieses Schiffes.


    Ach ja, in Bauberichten wird ja gern mal die Bitte geäußert, die Größenverhältnisse des Modells mittels eines Centstücks deutlich zu machen.

    Aber gerne doch! :D :D :D

    Karton ist ja auch nur Holz. :D :D :D Und glaub mir: Ich bin auch immer wieder beeindruckt, wenn ich mir das Diorama anschaue und mir deutlich mache, dass ich das selbst und ganz alleine gebaut habe. Das hat mir letztendlich auch die nötige Portion Selbstvertrauen gegeben, dieses Mammutprojekt "Mercury" in Angriff zu nehmen. :nod:

    Die Vitrine hat eine verspiegelte Rückwand, dadurch kann man auch Details im hinteren Bereich gut erkennen.

    Kleines Update: Die Vitrine hat einen neuen Platz bekommen und steht jetzt in einem großen Raumteiler, so dass die verspiegelte Rückwand obsolet wurde. Fein, dass bei der Firma Sora Kundendaten gut aufgehoben werden - dadurch war man dort in der Lage, mir passgerecht eine neue Rückwand anzufertigen. Und so habe ich jetzt bei meinem Diorama den vollen Durchblick. :hurra:


    Ahoi allerseits,


    diese und jene Veränderungen haben bewirkt, dass ich, entgegen sonstigen Gewohnheiten, mitten im Sommer den im Februar unterbrochenen Werftbetrieb wieder aufgenommen habe. Und so starte ich mit ein paar losen Tauen:


    Der Kenner erkennt sofort: Das kenn ich doch! Na klar, wer brav seinen "David Winters Bramstengen-Almanach" gelesen hat, sieht auf den ersten Blick, dass das eine weitere Bramstenge ist. :D :D :D Der Großmast ist jetzt dran mit Etage 3.


    Bevor dieses Bild entstehen konnte, musste ich aber erstmal die Bramwanten schlagen - wieder aus 3 x 0,07 mm Polyestergarn. Die Großbramstenge trägt 3 Wanten (beim Besan waren es nur zwei), so dass die beiden vordersten jeweils paarweise mit einem eingebundenen Auge aufgelegt werden; die beiden einzelnen Wanten werden aus einem durchgehenden Tau mit einem durch ein eingebundenes Taustück hergestellten Auge hergestellt. Wie schon bei den Fockbramwanten wird auch hier beidseitig zwischen die beiden vorderen Wanttaue unterhalb des Stengehummers je eine Kausche eingebunden, die später der Führung von Topnanten dient.

    Anschließend wurden die vorgefertigten Wanten auf die Bramstenge gebracht. Jetzt kam wieder der spannendste Teil dieses Abschnittes: Die Tauenden mussten durch die Löcher in den Holmen der Quersaling gefriemelt werden, und das möglichst ohne diese empfindlichen dünnen Kartonteile abzuknicken. Die Taue wurden dann hinter die Püttingswurst der Marswanten geführt, ehe sie eine Kausche verpasst bekamen. So freihändig am Mast eine kleine Kausche einbinden ist schon eine gute Übung, um wieder richtig hinein zu kommen in den Takelmodus. :D :D :D

    Nun, ich erinnerte mich an meinen eigenen Beitrag in der Rubrik Tipps und Tricks. Zwar konnte ich hier keinen Schraubstock verwenden, aber schon der Trick, die Kausche vorher fest auf einen Zahnstocher zu schieben, sie dann rundrum mit Ponal Turbo einzustreichen und dann das Wanttau darum zu wickeln hat diese Arbeit erheblich erleichtert. Unter der Lupenlampe ist gut zu erkennen, wovon ich hier berichte.


    An den Rüstjungfern der Marswanten hatte ich bereits im Winter kleine Stropps mit Kauschen angebracht, und mit diesen wurden dann die Bramwanten mittels Taljereep steifgeholt.


    Und so schaut es jetzt aus:

    Es folgen nun die Pardunen und Stage. Die Taue dafür sind bereis geschlagen und das erste Pardunenpaar wurde bereits gekleedet und mittels Plattbindselung mit einem schönen Auge versehen.


    Es lohnt sich also, dran zu bleiben - hier geht es schon sehr bald zügig weiter. :nod:

    Danke, 1.Lord ! Das ist eine der besten, gelungensten, zutreffendsten und witzigsten Rezensionen, die wir hier an Bo(a)rd bisher lesen durften. Und danke für deine Selbstopferung, gegen die selbst der härteste Masochismus wie ein Kindergeburtstag wirkt - sich 5 (FÜNF!) mal ein David-Winter-Heldenepos zu geben, nötigt höchsten Respekt ab. "Was immer der Dienst erfordert" - diese Aubrey'sche Weisheit hast du tief verinnerlicht. :th: