Beiträge von Aga

    Submarine Force Library & Museum


    Neben der Naval Submarine Base New London in Groton ist das U-Boot Museum der US NAVY beheimatet. Wie viele Einrichtungen der Streitkräfte sind diese kostenfrei zu besuchen. Im Museum selbst sind ehrenamtlich Veteranen vor Ort, um das Museum zu betreuen. Die USS Nautilus selbst wird durch aktive Seeleute der NAVY betreut.


    Das Museum gibt einen Überblick über die Geschichte der U-Boot Flotte der US Navy.


    Neben Teilen alter Boote vor dem Museum und im Museum, gibt es ein 1:1 Modell der Turtle und ein 1:10 Modell eines Gato Bootes aus dem 2. Weltkrieg (was ein Brummer im Vergleich zu einem Deutschen Typ VII).


    Highlight des Museums ist sicher USS Nautilus. Das 1. Atom U-Boot der USA liegt dort und kann besichtigt werden. Ich fand, das das Boot sehr geräumig, hell und freundlich eingerichtet war. Zumindest wenn man mal auf der Wilhelm Bauer in Bremerhaven, oder dem russischen Boot in Hamburg war. Aber U-Bootfahrer müssen eher Typ Hänfling als Typ Aga sein, wenn man sich die Türen und Kojen ansieht.


    Wenn man schon mal da ist, kann man noch auf der anderen Seite des Flusses das Museum der US Coast Guard besichtigen. Haben wir allerdings nicht gemacht.


             

    Vor dem Museum der Turm einer Los Angeles Klasse Ein Fahrstand zum Probesitzen


        

    Die USS Nautilus, 1. Atomboot der Flotte Und 1. auftauchen am Pol



        

    Kam erstaunlich gut durch Überall Dummies zur Verdeutlichung


       

    Die Turtle als 1:1 Modell Dagegen eine Gato Klasse aus dem 2.Weltkrieg



    Torpedos verschiedenr Generationen


    Aga

    Fort Trumbull


    Wurde in der Form wie wir es heute sehen zwischen 1839-1852 errichtet.

    Es ist ein Fort des „dritten Systems“, eine Gruppe von 42 Forts um die US Küste und Häfen zu schützen. Kurz nach Einführung neuerer Kanonen mit Granaten wurde das Fort in dieser Form obsolete. Man ergänzte es um einige Batterien mit neuen Geschützen, um es operationell zu halten.

    Das erste System war die einfache hinten offene Form die Benedict Arnold so erfolgreich abfackelte, das Zweite System waren dan ndie hinten geschlossenen Forts nach 1781.


    Nach Gründung der National Coast Guard 1913 wurde in Fort Trumbull die Coast Guard Academy eingerichtet. Später entstand dort die Forschungstelle für Sonartechnologie der US NAVY, die dort bis 1990 residierte, bis sie mit einer anderen Einrichtung zusammengelegt wurde.


    Die US NAVY übertrug das Fort an den Staat Conneticut, der dort einen State Park einrichtete. In anderen Teilen der ehemaligen Anlage wurden Gewerbeflächen angelegt. Das Fort wurde von nachträglichen Ein- und Umbauten befreit und der Zustand um 1840 wieder hergestellt.

       

    Es sieht mächtig aus, aber gegen die neuen Grantgeschütze ab 1860 war es nutzlos

    Im ehemaligen Kommandanten Hausist nun ein Museum eingerichtet, das mit der Zerstörung des 1.Forts durch eine Landungsoperation der Briten 1781 unter dem Kommando von Benedict Arnold begann. Den weiteren Ausbau des Forts und der Stadt in Modellen und Dioramen zeigt. Weiter geht es mit Aufbau der Sonarforschungstechnik und vielen Ausstellungsstücken.

    Spannend


    Im Fort selbst sind verschiedene Räume zu besichtigen (Mannschafts- und Offiziersunterkunft um 1840 sowie Laboratorien der der Forschungseinrichtung.

        

    Mannschaftsunterkunft Offiziersraum


         

    die alten Geschützstellungen Die Waffenkammer könnte mal Ship-Shape gemacht werden...


    Das Fort bietet tolle Ausblicke über New London und den Hafen.

    Die Aussenanlagen selbst kann man kostenlos besichtigen. Für das Muesum und das Fort muss man 6,-- $ zahlen, was fair ist.

         

    mal um zu zeigen wie gross eine 24 Pfünder Kugel die modernen Granatgeschütze, mein Kopf ist ungefähr auf Höhe des Stellrades...

    unserer Zeit so war.


    Dieses Haus war der "Last Stand" des 2.Forts ab 1783. Hier konnte man sich verbarrikadieren und hoffen das Hilfe kommt

    Die Hügel dahinter waren Stellungen für die grossen Grantgeschütze.



    Unterhalb des Fort ist eine Pier, an dem -wenn sie in ihrem Heimathafen ist- die Eagle liegt. Die ehemalige „Horst Wessel“ ist eine Schwester der Gorch Fock I und seit Ende des 2. Weltkrieg Schulschiff des US Coast Guard. Bis 3 Tage vor meinem Besuch lag sie dort sogar noch… schade. dash



    aga

    Custom House Maritime Museum


    Das Museum ist in einem der ältesten noch bestehende Customs Houses beheimatet.

    1833 wurde das Haus komplett aus Stein errichtet, um es brandbeständiger als den Vorgängerbau aus Holz zu machen. Der Zoll nutzte das Gebäude noch bis ende der 1980er, danach stand es bis 1993 leer und die Maritime Historical Society übernahm das Haus um dort ihr Museum einzurichten.


    In den USA hat jeder größere Ort eine „Historical Society“, wo sich Interessierte mit der Geschichte ihres Ortes beschäftigen. Diese Laien Forscher sind oft sehr gut organisiert und tragen viel Wissen um ihre Orte zusammen.


    Das Museum ist vollgestopft mit Ausstellungsstücken, fast zu klein. Im Erdgeschoss hat man im Flur eine Sammlung alter Tauchhelme und -ausrüstung aufgebaut. Der Hauptraum ist mit Bildern, Modellen von Schiffen und Leuchttürmen gefüllt. Sehr dominant ist die Fresnellinse eines der Leuchttürme im Hafen von New London.

        

    Was ein Trum, Navy Tauchhelm bis ca. 1950 Die erinnern an Don Blech von der augsburger Puppenkiste


       

    Man räumt fleissig um Die Fresnellinse des alten Hafen Turms


    Als ich da, war bereitet man einen „sing-a-long“ Abend vor, sodass man alles irgendwie an den Rand schob, um Platz für Sitzreihen zu schaffen.


    Das Treppenhaus wurde dominiert von Gemälden eines örtlichen Marinemaler. Im Obergeschoss befand sich dann ein richtig gut gemachter Raum zur Geschichte der Amistad und deren Verbindung mit New London (hier wurde die meuternden Sklaven an Land gebracht, und von hier kehrten sie nach Afrika zurück).

       

    Schöne Schiffsmodelle (Fischerei-Schooner) Modell des Zollkutters, der die Amistad aufbrachte


              

    Zeichnungen der Sklaven aus dem Amistad-Prozessen Bilder im Treppenhaus


    Des Weiteren gibt es noch einen Bibliotheksraum und ein altes Büro, das aktuell zum Ausstellungsraum über die Geschichte des Zolls in New London ausgebaut wird.


    Wenn man zum Museum kommt, wird geschaut, wie viele Leute vor Ort sind und einer der Leute dort (meist Ehrenamtler der Society) nimmt einen auf eine Führung mit.


    Unsere Führung war gut und verständlich gemacht. Es wurde nicht zu viel erzählt, Fragen kompetent beantwortet. Sehr ausführlich wurde die Geschichte der Amistad erzählt. Ich fand es richtig gut. Meine Frau und Tochter waren erstaunlich lange interessiert dabei, was für unseren Guide spricht. Eine knappe Stunde waren wir im Museum.


    Der Eintritt ist freiwillig, man wünscht sich aber pro Person 7,--$. Was ich angemessen fand.


    aga

    New London ist eine – für US Verhältnisse – sehr alte Stadt im Bundesstaat Connecticut.

    Sie wurde 1646 von Puritanern am Westufer der Mündung des Thames-Rivers gegründet.

    Durch die Lage am Thames River entwickelte sich die Stadt schnell zu einem bedeutenden Handels- und Walfanghafen.

    Heute ist New London wichtiger Standort für den Aufbau von Offshore Windanlagen, die auch in den USA boomen.


    Auf dem Ostufer wurde die Stadt Groton (1705) gegründet, die aber nie so bedeutend, wie New London, wurde.

    Der Thames River ist bis hinter die heutige Naval Base New London in Groton so tief, das er ein sicheres Tiden unabhängiges Fahrwasser für große Schiffe ist.

    In Groton ist der Hauptteil der USN U-Boot Flotte stationiert. Durch das Tiefwasser ist es möglich, die Boote getaucht ein- und ausfahren zu lassen.

    In New London befindet sich die Coast Guard Academy und ist damit Heimathafen der Eagle (leider nicht da gewesen).


    Warum schreibe ich von diesen Städten?

    Zum einen haben New London und Groton eine bedeutende Rolle im Unabhängigkeitskrieg gespielt haben.

    1777 wurden 2 Forts zum Schutz des Hafens angelegt. Fort Trumbull in New London, Fort Griswold auf der gegenüberliegenden Seite in Groton.


    Zum einen war der Hafen ein wichtiger Handelsplatz, zum zweiten ein wichtiger Stützpunkt amerikanischer Privateers, die den britischen Handel mit Kanada massiv störten. Kein Hafen verzeichnete größere Einnahmen durch Freibeuter als New London.

    1781 führte die englische Armee unter Führung des „Traitor“ Benedikt Arnold (bei jeder Nennung des Namens in den USA wird der „Verräter“ davorgesetzt) eine Expedition zur Vernichtung des Freibeuter-Nests durch.

    Man setzte Truppen außerhalb der Reichweite der Forts an Land und eroberte, die auf der Landseite ungeschützten Forts, von hinten.

    Im Anschluss wurde die Forts abgefackelt, die Kanonen vernagelt und sowohl Groton als auch New London in Brand gesteckt.

    Von Fort Griswold steht heute nur noch der Ofen zum Erhitzen der Kanonenkugeln. Ein Obelisk erinnert an die „Schlacht“.


    Fort Turnbull wurde wieder aufgebaut, 1832 modenisiert und bis 1990 von der US Navy und Coast Guard genutzt. Zum einen als Küstenbatterie, zum anderen als Forschungszentrum für die U-Boot Abwehr. 1990 wurde der Standort aufgegeben und an den Saat Connecticut zurückgegeben. Man baute das Fort wieder auf den Stand von 1840 zurück und wandelte es in einen „Conneticut State Park“ mit Museum um.

    Teile des Gebietes des Forts wurde in ein Gewerbegebiet umgewandelt. Einer der Nutzer ist nun Pfizer, die dort die kleine Blaue Pille entwickelten…

    Zum Fort später mehr.


    In New London steht noch das alte Customs House, das nun die „New London Maritime Historic Society“ mit ihrem Museum beherbergt.

    Nachdem das Customs House abbrannte, baute man es 1833 wieder auf. Diesmal komplett aus Stein. Die Customs Houses waren für die USA wichtig, den lange waren Zölle die einzige Einnahmequelle der Zentralregierung. Sonstige Steuern waren Sache der einzelnen Staaten.

    Zum Museum später mehr.


    Und das Letzte, was für mich maritim wichtig war, war das „Museum and Library of Submarine Forces“ auf der Naval Base. Wichtigstes Ausstellungsstück ist die USS Nautilus. Ich gebe zu, da sind keine Segel dran, aber spannend ist es allemal.


    Aga

    Hier noch ein wenig Kultur:

         
    Die Ausstellung zu Leo Lionni war toll Ob die First Nations den Staudamm wollten?



         

    Das Bild "Free Speech" für das Verfassungsrecht der "augenzwinkernde" Stammbaum Norman Rockwells.
    der freien Rede


    Der nächste Tag war dann zur Erholung gedacht.


    Morgens fuhren wir dann zum Minuteman National Park nördlich von Boston. Hier endete Paul Reveres Ritt, und es gab die ersten Gefechte zwischen aufständischen Milizen und der englischen Armee. Der Nationalpark umfasst die damalige Straße mit einigen Ruinen der damaligen Häuser, Hinweis Tafeln erklären was wann wo passierte. Das Besucherzentrum war, man kann es sich denken, noch nicht auf.

         

    Es wurde auch den gefallenen englischen Soldaten gedacht Das Denkmal wo Paul Revere umkam



    Auf dem Parkplatz kamen wir mit einem Schulbusfahrer ins Gespräch der uns fragte, ob wir das gut fänden, das Deutschland so liberal mit Immigranten umginge.

    Was wir bejahten, denn sie werden ja als Arbeitskräfte gebraucht. Als wir fragten, ob die nicht auch in den USA gebraucht würden, musste er es auch bejahen. Als wir ihn dann fragten, ob er nicht auch einen migrantischen Hintergrund hat, da er nicht nach einem Indigenen Hintergrund aussah musste er lachen und merkte an, dass wir da nicht unrecht hätten. Gut wenn man Leute ans Denken bekommt.


    Abends holten wir uns an einem foodtruck lecker mexikanische Spezialitäten. Vertraut den Lokalen Leuten, wo die guten stehen.

    Yummi!


    Am 11.Mai packten wir dann unsere Koffer neu, gaben den Mietwagen am Flughafen Boston ab und flogen über Salt Lake City nach Bozeman/Montana.

    Als "Amuse Geul" die Rockies vom Bozeman Airport


    Der erste Teil der Reise waren 3271 Meilen (5264 km).


    Weiter geht es nach der nächsten Maus.


    Aga

    Immer am St.Lorenz entlang, der teilweise so breit ist, das man das andere Ufer nicht sehen kann. In Toronto den Distillery’s District angesehen. Hier wurde aus einer alten Brauerei und Distellery ein Künstler und Kneipenviertel geschaffen. Nett.


    Abends dann in unserem Motel an den Stromschnellen unterhalb der Niagara Fälle angekommen. Großartiges Zimmer, dazu das Tosen des Niagara River. Genial.


    Am morgen dann zu den Niagara Fällen gefahren. Was bin ich meiner Frau dankbar, das sie mich überzeugte dahin zu fahren. Was ein Spektakel, diese Massen an Wasser, die Farben, die Geräuschkulisse. Die pure Macht des Wassers zu sehen, zu spüren. Ich war hin und weg.

         
    Die kanadische Seite der Niagara Fälle Waser ist mächtig

         

    Die typischen Ausflugsdampfer im "Mist" dagegen die amerikanischen Niagara Fälle. Harmlos.


    Wir haben häufiger christliche Fundis gesehen. Die Kerle normal gekleidet, die Frauen wie in den 1930ern mit Häubchen. Skuril


    Fast 3 Stunden waren wir da, dann noch zum einzigen verbliebenen Hardrock Cafe in Canada, nochmal am Hotel Fotos der Stromschnellen gemacht und zum Whirlpool gefahren. Hier macht der Niagara River einen Knick von 100° zu den USA und hat einen Pool von gut 300m ausgewaschen. Das Wasser ist sich wie in einer riesigen Waschmaschine am Drehen. Wow.

    Da möchte ich nicht reinfallen.


    Über die Rainbow Bridge dann in die USA gereist und uns die Sache von US Seite angesehen. Lahm im Vergleich zu der Canadischen Seite. Auch das Hardrock Cafe da ist lahm. Eine Kaschemme, verglichen mit Kanada.

          

    die US Seite sieht fast Harmlos aus. Die Skyline des Touristenortes Niagara Falls


    Also dann einen kleinen Ritt nach Herkimer auf dem Weg nach Boston eingeschlagen.


    Unser Auto zeigt Reifendruckverlust hinten rechts. Nachgesehn, nichts zu sehen. Also weiter.


    In Herkimer gut angekommen, das Red Roof Motel war gut, das Applebees Lokal vor Ort auch gut, alles schön.


    Am nächsten Morgen dann gesehen as unser Wagen hinten links (!) platt war. Der Hotel Hausmeister kam sofort mit seinem Kompressor, hat den Reifen gefüllt uns uns den Weg zur nächsten Werkstatt erklärt, während ich mit Avis das weiter Vorgehen klärte.


    Die Werkstatt würde uns im Laufe des Tages helfen, aber wir müssten zahlen, da Sie mit Avis nicht arbeiten würden. Das war uns zu unsicher, also 30 km zurück zur nächsten Avis Niederlassung. Der Mensch dort war total easy drauf: „ja typisch bei unseren Strassenverhältnissen, passiert dauernd hier“, drückte uns einen neuen Schlüssel in die Hand und wir luden unser Geraffel in den neuen Toyota RAV4 um. Kleiner als der Alte aber schickes Töff. Abends wollten wir wieder in Nahant bei unserer Tochter sein.


    Auf dem Weg lag noch etwas abseits in dem kleinen beschaulichen Ort Stockbridge das Norman Rockwell Museum.


    Wer bitte? Wenn Ihr ein Bild von Ihm seht, wisst ihr wer das ist. Er war der Illustrator amerikanischer Zeitungen der 20er-60er Jahre. Er hat die USA gezeichnet, wie man sie sich vorstellt. Später wurde er politischer, kritischer und engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung.

    Dazu gab es eine Sonderausstellung zu Leo Lionni, sein Kinderbuch Frederick die Maus, kennt wohl jeder.

    Tolles kleines Museum. Aber wie so oft recht teuer (21,-- Eintritt) , da komplett privat finanziert.

       

    Bestimmt kennt man Rockwells Bilder Wie geht man mit der situation um?


    Abends dann in Nahant angekommen und noch einen Spaziergang am Strand gemacht.


    aga

    An dem Tag sollte es nach Jemseg gehen auf halben Weg bis Quebec. Auf dem Weg wollten wir noch über Northumberland Sund Bridge auf die Prince Edward Island fahren. Haben wir unser aber geklemmt. Da die Maut 50$ pro Richtung kostet für Touris. Ne, das war es nicht wert.

          

    Eine Brücke über den Horizont Typisch für Maine und Canada, die Hummerbojen, die waren Hauptdeko überall.


    In Jemseg dann ein tolles kleines Motel, das uns in die Suite einquartierte, weil wir die einzigen Ausländer waren. Die Wirtinkam uns barfuss über den Parkplatz entgegen. Bei 5-6°C… brrrrr.

    Am nächsten Morgen suchten wir in Jemseg einen Diner fürs Frühstück und fanden ein „Eisenbahnmuseum“. Früher gab es eine Bahnlinie bis Jemseg, und es schien man hat einfach alles stehen lassen und nannte es Museum. Dazwischen stand dann noch ein canadisches Jagdsflugzeug. Surreal.

    Als wenn man vergessen hat, die wegzuräumen


    Über Hartland mit der längsten gedeckten Holzbrücke (391m) ging nach Grand Falls. Hier stürzt der St. John River beeindruckend in die Tiefe.

     

    Es ist schon speziell durch diese "Holzröhre" zu fahren


    Weiter bis Quebec, wo wir im Mont Calm Viertel unser Hotel hatten. Ursprünglich war dieser Stadtteil Teil der Plains of Abraham, wo die Schlacht um Quebec im 7 jährigen Krieg stattfand. Leider war das Wetter wieder sehr regnerisch geworden. Quebec lohnt als Stadt. Man meint in einer kleinen französischen Stadt zu sein. Architektur, Sprache alles französisch. Nur die Fahnen haben ein Ahornblatt…

    Das ist nicht Draculas Schloss sondern ein 5* Hotel

    Nach einem schönen Bummel durch die Stadt ging es weiter nach Montreal.

    Vorher hielten wir noch am Mont Morency Fall. Beeindruckend. Von oben kann man auf die Ile de Òrléans im St.Lorenz Strom sehen die Insel ist knapp 30km lang und 6km breit. Dazu noch gut 3km Fluss. Manch Ostfriesische Insel ist kleiner…

    Das war ein Vorgeschmack auf die Niagara Fälle, sogar 1,5m höher.


    Puh, nach Tagen in Dörfern und Kleinstädten forderte mich die Metropole mit 1,4 Mio Einwohnern. Natürlich kamen wir im dicksten Feierabendverkehr in die Stadt. Was war ich genervt. Abends noch auf den Mont Royal zum Sonnenuntergang schauen versöhnte mich wieder. Dort einen frechen Waschbären gesehen, der nach Essbaren suchte und als die Leute auf Ihn aufmerksam wurden erstmal sich hinstellte wie ein Preisboxer.


    Nach einer lauten Nacht (Hupen ist wichtig, Sirenen noch mehr in Canada und den USA) haben wir uns die „Altstadt“ angesehen. Das ist aber ganz anders als in Quebec, hier haben wir eine Art Deco Version eines kleinen Manhattans. Kleine Hochhäuser in tollen Dekoren, aber nicht wirklich alt. Spannend war eine Ecke, wo die Strassenschilder in kyrillisch beschriftet waren und alte Trabbis, Ladas und andere Ostblockautos standen. Warum?

    Little Russia in Monteal?


    Man hatte uns im Hotel noch das Saint Josephs Oratory of Mount Royal empfohlen. Also hin.

    Oweh, noch nie so etwas bigottes gesehen. Eine auf alt gemachte riesige Basilika auf einem Hügel. Parkgebühren durfte man zahlen. Nun denn. Der Parkplatz unten voll also hoch. Schade der einzige freie Platz war direkt neben der Kirche. Durch einen Seiteneingang rein. Wir landen in einem dunklen Kellergang mit einer Krippenszene in die man einen $ stecken sollte um erleuchtet zu werden. In dem Gang roch es wie in einer Kantine (die dann auch kam), es gab Souvenir Läden, wo man sich Segen kaufen konnte (Das Geld im Kasten klingt…). Schliesslich kamen wir in eine Halle mit dem Charme eines Bahnhofes. Rolltreppen führten zur Kirche hoch.

    Und das Ding war von aussen schon nicht schön, aber innen, Brutaslismus pur. Nur raus, überall Touristengruppen und Priester.

       

    Bigotter Tempel mit Bahnhofs-Charm


    Also auf zur bisher längsten Etappe bis Niagara Falls über Toronto.


    Aga

    Nun bin ich ja ein paar Tage wieder in Deutschland.


    So ganz ist der Trip in den USA nicht ganz verarbeitet, Fotos müssen sortiert werden, gedanklich alles sortieren.


    5 Wochen bei den Yankees. Joaah, das ist eine Erfahrung.


    Zunächst, die Ostküstler sind zu Recht die Neu-England Staaten. Die sind vom Benehmen, Sitten etc. sehr sehr britisch.


    Die im Mittleren Westen sind da schon etwas anders, da kommt mehr der Comboy durch, rau, direkt.


    Aber alle sind freundlich, hilfsbereit kommunikativ. Steht man irgendwo rum und schaut, kommt direkt wer an um zu fragen ob man helfen kann.


    Aber der Reihe nach.


    Am 28.4. ging es mit SAS über Kopenhagen nach Boston. Tolle Fluggesellschaft, aber der Flughafen Kopenhagen ist was für Marathonläufer: Reine Laufzeit vom Ankunftsgate in Terminal A, nach Terminal E mit dazwischenliegender Mall war knapp 30min strammer Marsch.


    In Boston kamen wir nachmittags an, holten direkt unseren Mietwagen (Toyota Highlander) ab und fuhren nach Nahant, wo unsere Tochter als Aupair bis Ende Juni ist.


    Wir haben dann eine Runde über die Insel gedreht. Nahant und little Nahant sind 2 Inseln in der Boston Bay die durch einen Damm mit dem Festland verbunden sind. Beide Inseln sind vollständig besiedelt.


    Am Tag drauf ging es zuerst nach Marblehead und Salem. Beides so ziemlich die ältesten Orte, die es in den USA gibt. Marblehead hat noch sehr viele alte Häuser aus dem 17./18.Jhd und pflegt diese auch. An den alten Häusern sind Plaketten mit dem Baujahr und wer dort lebt                             

    Marblehead Lighthouse, das aussieht wie der Campener in klein Das Jeremy Lee Mansion von 1770, wo der spätere Revulotions
    General Lafeyette gern gesehener Gast war. Heute Museum


    Salem lebt von „seinen“ Hexen. Die Hexenprozesse dort in der Mitte des 17.Jhd sind allgegenwertig. Es wird einerseits mit guten historischen Bauwerken als auch kommerziell am Leben gehalten.

    Salem: Ein Gothic-Laden in einer alten Bank


    Das Mahnmal für die Opfer der Prozesse ist eindrücklich, die meissten Museen hingegen eher Infotainment.

       

    Grabstein auf dem alten Salem Cementary Am Mahnmal werden noch kleine Erinnerungsstücke für die Opfer der Hexenprozesse
    abgelegt.


    Am Tag drauf ging es dann für uns die Küste nach Richtung Norden.

    Ziel war Bar Harbor in Maine, Eingang zum Arcadia National Park, wo wir 2 Nächte blieben. Hier merkten wir erstmals, dass wir etwas früh im Jahr da waren. Kaum Lokale, Läden auf, Besucherzentren des National Parks würde erst 2 Tage später öffnen. Über all Schilder wie „we will be happy to serve you in spring“. Frühling? Ja in den USA fängt der Frühling später an…


    Der erste Tag im Arcadia war sehr regnerisch, und wolkig. Das hat dem Erlebnis des Parks mit seiner Natur kaum einen Abbruch getan. Ausser, das das „Thunder Hole“ ein Blasloch an der Küste wo bei Flut bis zu 30m lange Gischtfontänen herausschießen. Da es windstill war, kaum Wellen kam aus dem loch nicht mehr als aus einer geschüttelten Sprudelflasche. Egal.


    Am 2. Tag auf den Cadillac Mountain gefahren. Was für eine Aussicht. Grandios.



    Weiter ging es an der Ostküste Richtung Norden.

    In Calais verließen wir die USA und kamen in St. Stephen in Kanada an. Noch mit richtiger Passkontrolle. Eigentlich wurde jeder Wagen wegen Waffen und Alkohol durchsucht, wir hatten Glück, alle Kontrollplätze waren belegt, und wir wollten die Grenze nicht unnötig Arbeit machen lassen. Hatten ja nix dabei. Unser Tagesziel war ein Motel beim Hopewell Rocks Provincial Park an der Bay of Fundi. Hier hat man den höchsten Tidenhub der Welt, wird behauptet. Aber wir hatten es schon: „we will serve in Spring…“. Der Nationalpark war verrammelt, das Motel Schrott. Hinter der Nationalpark Einfahrt lag noch gut 1m Schnee. Doof. Also nochmal schnell geschaut, ob unser nächstes Ziel Halifax sich lohnt. Dort wollte ich in das Schiffahrtsmuseum. Ihr ahnt es. Genau noch zu. Also nur bis Pictou, wo der Nachbau eines schottischen Auswandererschiffes liegt. Sagen wir so. Malerisches kleines Dorf. Das Museum zu, Spring und so, das Schiff verpackt, da es renoviert wird. Nun ja.

    Das Hector Heritage Quai mit verpackten Auswandererschiff.


    In einem Lokal fragte ich nach einen Latte Machiato für meine Frau. Die Kellnerin schaute mich an wie einen Alien: „such urbanistic shit? No, sorry.“


    Das wurde zu unserem Wort, wenn etwas nicht so lief wie es sollte. Urbanistic, im Sinne von „städtischer Quatsch“. Einfach geil.


    Aga

    In jedem der amerikanischen Museumsladen lag dieses Buch.

    Egal ob im Seaport NYC, oder der USS Constitution oder im Mystic Seaport.

    Da ich ja eine Affinität zu Shanties habe habe mir das Buch als Paperback gegönnt.

    Was eine Masse an Liedern aus aller Welt. Über 400 shanties, oft mit Noten und alternativen titeln und Strophen, sortiert nach Kategorien.

    Dazu eine Einleitung zum Gesang und Begleitung von Shanties.

    Die aktuelle Fassung ist eine Überarbeitung von 1994 des Originals von 1961. Da es lange vergriffen war hat das Mystic Seaport Museum diesen Schatz neuaufgelegt.

    Für 25.--$ kann man da nichts falsch machen.


    Aga

    Auf dem Flug in die USA habe ich auf dem Flug „Die Caine Meuterei vor Gericht“ gesehen. Ein US Fernsehfilm von 2023, der den Plott auf einen Minensucher im Golfkrieg verlegt.

    Da stanze als Kammerspiel vor dem Kriegsgericht.

    Captain Queeg gut gespielt von Kiefer Sutherland.

    Als Anwalt des. 1. Offiziers Jason Clarke.

    Ich fand den Ansatz des Films spannend.

    Der Anwalt übernimmt die Verteidigung nur, weil er dazu durch die Anklägerin genötigt wird.Er wil nicht, weil es erst der 2. Fall von Meuterei in der US Navy wäre, und die Navy -egal wie es ausgeht- schaden nimmt.

    Natürlich haut er den Angeklagten XO raus. Klasse wie Kiefer den demontierten Commander spielt.

    Um den Sieg zu feiern wird er dann auf die Party zur Veröffentlichung des Romans zur Caine eingeladen…

    Das Ende fand ich genial und überraschend. Das verrate ich nicht.

    Es war die letzte Regiearbeit von Wiliam Friedkin (French Connection), bevor er leider 2023 verstarb.

    Auf Paramount+ kann man ihn aktuell sehen.

    Kleiner spannender Film.

    :4*:


    Aga

    Der "gehobene Daumen" gilt Deinem Beitrag und nicht den ernüchternden Aussagen über das Museum. Der Clipper hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Die Peking war früher ja auch Teil des Museums und ist mangels Unterhalt einfach verrottet.

    Ja, man merkt, das das Museum keinen guten Stand mehr hat in der Stadt. Sicher, NYC hat andere Baustellen bei knappen Kassen, aber hier müsste was passieren. Wäre schade.

    Ich hatte mich gewundert, das auf der Homepage noch die Lettie G.Howard erwähnt wird, aber nirgends ein Hinweis zu finden war am Pier 16. sie ist ans Erie Maritime Museum ausgeliehen und bietet dort seit 2018 Touren an. Hoffe dort geht es dem alten Fischereischoner besser als in New York.


    Aga

    Hier nun ein paar Bilder.

    Der Eingang wirkt vielversprechend.


         

    Die einzigen "echten" Ausstellungsstücke. Die Gallionsfigur stand versteckt vor den Toiletten...


       

    Die Wavertree, ein Stahlclipper von 1885, gebaut in Liverpool. vor der Wavertree liegt links der kleine alte Schlepper W.O.Decker.




    Das Feuerschiff Ambrose. Als LV-87 lag es von 1908-1932 bei Coney Island und leitete den Schiffsverkehr vor New York.


    Der Schooner Pioneer


    Das Titanic Memorial untersteht der Hogeit des National Park Service.

    Als Denkmal wurde einer der alten New Yorker LEuchttürme genutzt.

    Auch steht das Memorial an der völlig falschen Stelle. An den bernachbarten Piers 15 bis 17 legten nie White Star Schiffe an.

    Diese legten an Pier 59 (Westseite Manhattans im Hudson River an).


    Aga

    Das South Street Seaport Museum ist das Schifffahrtsmuseum der Stadt New York.


    Ich sage bewusst soll. Das was ich in der Fulton Street sah war ernüchterd.


    Auf ca 100m² gab es ein paar allgemeine Plakate zum Hafen und der Bedeutung für New York. Eine Schiffsglocke, fertig.


    Es gab einen gesperrten Zugang zum 1.Stock, dort finden Sonderausstellungen statt. Die nächste wohl im Herbst 2024.


    Dazu gehört noch 100m weiter an der Fulton Ecke Water Street den kleinen Titanic Memorial Parc, in dem an einem alten Leuchtturm eine Erinnerung an die Opfer des Untergangs der RMS Titanic 1912.

    Am Pier 16 liegen dann noch 4 Museumsschiffe:

    • Das Feuerschiff Ambrose (1908)
    • Den Schooner Pioneer (1885)
    • Den Clipper Wavertree von 1885
    • Und das Tugboot W.O.Decker (1930)
    • Schooner Lettie G. Howard (1893)

    Die Wavertree kann besichtigt werden. Wer die Rickmer Riemers oder ähnliche kennt, kennt dieses Schiff. Auf dem Schiff selbst gibt es kaum ergänzende Erklärungen, was dieses Schiff -das arg in die Jahre gekommen ist – nicht sehr attraktiv macht. Ich war nicht auf der Wavertree, war einfach zu enttäuscht über den Rest.


    Die Ambrose kann man nur im Rahmen von Führungen am Wochenende, oder speziell gebuchten Terminen besichtigen.


    Das Tugboat W.O.Decker ist ein typischer Hafenschlepper aus den 1930ern, kann auch nur im Rahmen von Touren am Wochenende besichtigt werden, dann fährt man aber auch eine Runde durch den Hafen.


    Den Schooner Pioneer kann man auch nur im Rahmen von vorgebuchten Touren besuchen, dann werden aber auch Touren durch den Hafen bis Staten Island gemacht.


    Die Lettie G. Howard war nicht am Pier zu sehen. Das es sie gibt, habe ich nur über die Homepage erfahren. Am Pier selbst gab es kein Hinweis auf das Schiff.


    Die Touren mit der Pioneer oder dem Tugboot dauern immer so 2 Stunden. Kosten auf Anfrage.


    Das einzig erfreuliche am Museum ist, das man als Eintrittspreis zahlt, was man möchte. Ich hatte 5,-- gegeben, was mich im Nachhinein sehr ärgerte.


    Ich war unter der Woche Ende Mai im Museum. Das ist für die USA eine nicht optimale Zeit. Vielfach wird darauf hingewiesen, daß man in „Spring“ wieder für einen da wäre, meint aber eigentlich nach dem Memorial Day.


    Memorial Day ist der 1.grosse Feiertag Ende Mai, an dem allen Toten Service Man gedacht wird. Dies ist in den USA nach Ostern das erste lange Wochenende. Vorher ist vieles einfach noch zu.


    Dadurch waren z.B. noch keine Touren auf den Booten buchbar.


    Auf der Homepage des Museums wird auf die Firma Bowne & Co hingewiesen. Diese gibt es nicht mehr. Dort hätte man Drucke von alten Schiffsdrucken, Karten etc. kaufen können. Heute ist dort ein Box-Club.


    Insgesamt ist das für mich kein gutes Zeichen für das Museum, wenn die Homepage nicht mehr kuratiert wird.


    Im nächsten Teil dann ein paar Fotos.



    Aga

    So, seit 7:00 sind wir wieder auf dem Kontinent.

    Erstmal ausräumen, Gedanken sortieren und dann folgen Berichte.

    AnobiumPunctatum im Mystic habe ich auch an dich gedacht.

    Seid gespannt.

    Folgen werden neben dem Reisebericht noch:

    Mystic Sea Port Museum

    USS Constitution

    National Historic Marine Site Salem

    USS Nautilus (auch wenn keine Segel dran sind und New London Historic Society Museum

    Marblehead und NYC Sea Port Museum


    Aga