Beiträge von AnobiumPunctatum

    Die Erstbeplankung eines Modells ist ein Kunstgriff der Industrie, um die Modelspanten zu minimieren. Im DoF-Plan meiner Triton, kannst Du sehen, wie dicht die Spanten beim echten Schiff gesetzt wurden. Mit dem Auffüllen der Spantzwischenräume hat Angarvater das gleiche Ziel erreicht. Vorteilhaft bei dieser Variante, ist die Verwendung voon dickeren Leisten bei der Beplankung.

    Die Barkhölzer sind einfach dickere Planken, die der Längssteifigkeit des Rumpfes dienen. Diese wurden nicht nur außen sondern auch innen angebracht. Im Lauf der Zeit haben sich die Barkhölzer geändert. Während im 17. Jh. noch einzelne Planken breiter gebaut wurden, wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jh. mehrere dickere Planken nebeneinander gesetzt. Zusätzlich wurden diese Planken nicht auf Stoß gesetzt sondern miteinander verzahnt (Stichwort Ankerstockbeplankung).

    Ein schönes Modell, eines interessanten Vorbilds hast Du gebaut. Wenn ich mir dem Kartonbogen nicht vor ewigen Zeiten heruntergeladen hätte, hätte ich Dein Rätsel nicht lösen können. Was kommt als nächstes?

    Leider war meine Konstruktion falsch, wie mir Alexander im AK Forum mitteilte. Die Kante am Übergang zwischen Stem und Knee of the Head gab es nicht. Es gibt eine Zeichnung in Steels Naval Architecture, die dieses Detail zeigt. Leider fehlt das Buch in meiner Bibliothek und ich habe die Vorgehensweise, welches D. Antscherl bei der Swan-Class verwendet hat, übernommen. Also zurück auf Anfang und einen neuen Steven gebaut.

    Eigentlich ist das Wetter zu schön, um in der Werft zu arbeiten ...

    ... aber etwas habe ich dieses Wochenende doch noch geschafft.


    Die beiden vorbereiteten Teile des "Knee of the Head" wurden vorsichtig an den Steven angepasst und dann zusammengeklebt.


    Als nächstes wurden vorsichtig alle Vorlagen entfernt und die Passung noch einmal kontrolliert


    Um mir das Ankleben des "Knee of the Head" an der Steven zu erleichtern habe ich drei Löcher a 2.0mm gebohrt und das Bauteil mit Messingdraht angehalten. Bei diesem Schritt wurde die Passung ein letztes Mal kontrolliert und noch leichte Korrekturen angebracht.


    Jetzt wurde das "Knee of the Head in Form geschliffen. Es verjüngt sich vom Kiel bis zur oberen Ecke der Vorderkante von ca 10.5'' (gem SR 9.5'') auf 7,5''; die Hinterkante hat eine konstante Breite von 10,5''. Um die Maße auf das Holz zu übertragen, habe ich mir kleine Schablonen im CAD angefertigt und auf das Bauteil geklebt. Der Steven ändert seine Breite von 10.5'' am Übergang zum Kiel auf 16'' an der Oberkante. Auch hierfür habe ich mir eine Schablone angefertigt. Vor lauter Schleifen habe ich leider vergessen noch Fotos von dieser Baustufe zu machen.


    Die letzten drei Bilder zeigen das fertige Ensemble. Auf dem vorletzten Bild kann man hoffentlich die Holzdübel erkennen, die ich anstelle der Messingstäbe am Modell eingeleimt habe.


    Weiter geht es.


    Heute habe ich das "Knee of the Head" vorbereitet. Dieses habe ich ganz bewusst in zwei Teile gegliedert, um mir später die Anpassung an den Steven zu erleichtern. Zuerst wurden die Chocks des oberen Bauteils angepasst und zusammen geklebt. Für die Kalfaterung wurde wieder einlagiger Zellstoff verwendet. Um kleine Toleranzen auszugleichen, wurde auch hier wieder nach Fertigstellung der Baugruppe die Templates gegen ein einziges ausgetauscht. Anschließend wurden das "Mainpiece" und die übrigen Bauteile der oberen Baugruppe ergänzt


    Anschließend wurde die untere Baugruppe angepasst und zusammengebaut.

    Die beiden folgenden Bilder zeigen den aktuellen Stand:


    Da mein Urlaub zu Ende geht, wird die Werft nun wieder gegen das Homeoffice getauscht. Ich hoffe nächstes Wochenende das "Knee of the Head" fertigstellen zu können.

    Weiter geht es mit dem "Upper stem" - oder auf deutsch dem oberen Teil des Vorderstevens. Eigentlich sind es nur zwei Bauteile, die an das schon im letzten Teil gezeigte untere Teil des Stevens geleimt werden müssen. Kompliziert wird das Thema dadurch, dass selbst winzige Winkelabweichungen im "Joint" zu Abweichungen am oberen Ende des Bauteils führen. Erschwerend kommt hinzu, dass das Bauteil ca. 1,7mm dicker ist als der Kiel


    Zuerst habe ich mir eine kleine Helling gebaut, die den Kiel während der Anpassungsarbeiten fixiert. Zur Kontrolle der Position der Bauteile wurde auf der Arbeitsfläche eine Vorlage ausgerichtet und mit Klebeband festgeklebt. Unter den Kiel wurden dünne Holzplättchen gelegt, um den halben Höhenunterschied auszugleichen.


    Als nächstes wurden die beiden Bauteile des "Upper stem" zusammengeklebt. Seitlich wurde bewusst etwas mehr Material stehen gelassen, um die Bautoleranzen später ausgleichen zu können. Anschließend wurde die Fuge zwischen dem neuen Bauteil und dem "Lower stem", solange mit Fräse, Stechbeiteln und Schleifpapier angepasst, bis das obere Ende des Stevens mit der Vorlage übereinstimmt. Nun konnten die Bauteile verklebt werden.


    Die alte Vorlagen wurden entfernt und eine neue Vorlage aufgeklebt und ausgerichtet. Abschließend wurde das Bauteil in Form geschliffen.

    Ich könnte Dir auch anbieten die Pläne auf A3 zu drucken. Ich habe allerdings keinen A3 Scanner. Nach welchen Zeichnungen willst Du die Galeone bauen? Höckel? Hast Du mal im anderen Forum nach der Rekonstruktion geschaut? Das könnte auch ein interessanter Ansatz sein.

    Ich habe gerade nach Bildern des Modells von ModelExpo gegoogelt. Eine schöne schnittige Brigg. Auch wenn ich die große Galeone interessanter finde, freue ich mich über einen Baubericht zu dem schmucken Schiff.

    Ostermontag war es endlich soweit. Der Kiel seiner Majestät Fregatte HMS Triton wurde gelegt.


    Zuerst wurden die 5 Bauteile für den Kiel ausgesägt.


    Die Ausführung der Laschen habe ich stark vereinfacht, da sie später durch weitere Bauteile vollständig verdeckt werden. Dieses Prizip werde ich auch beim weiteren Bau anhalten, um den Bau soweit wie möglich meinen handwerklichen Fähigkeiten anzupassen.


    Die erste Klippe, die es zu bewältigen galt, ist der Übergang zwischen Kiel und "Lower Stem". Diesen habe ich mit Fräse und Stechbeiteln ausgearbeitet.


    Nachdem ich den falschen Kiel angebracht hatte, mußten die Laschen noch gedübelt werden. Diese sind für den gewählten Maßstab etwas zu groß, aber dünner als 0.8 mm kann ich Birnenholz nicht ziehen. Ich weiß, dass viele Modellbauer auf Bambus schwören, doch finde ich Birne am fertigen Modell dezenter.

    (Bitte auf die Vorschau klicken)


    Die Kalfaterung habe ich mit einlagigem Zellstoff simuliert.

    Hier kommt das vorerst letzte Update ...


    ... bei dem ich Euch nur meine Rekonstruktion der kleinen Fregatte zeigen kann.


    bevor ich mit dem Bau beginnen kann, musste ich noch die Bauteile des Kiels, der Steven und weiteren Bauteile des Backbones der HMS Triton zeichnen. Die Vorgehensweise war eigentlich wie immer, nachschlagen, was meine Literatur an Maßen hergibt, die Werte anhand der Originalzeichnung verifizieren und dann im Plan umsetzen.


    Die beiden folgenden Bilder zeigen den Vordersteven, mit "Knee of the Head" und dem vorderen Totholz und den Achtersteven mit dem hinteren Totholz. Für die Floortimber habe ich eine Aussparung vorbereitet. Hiermit lässt sich die Position der Spanten auf dem Kiel später sehr präzise einhalten.



    Der Joint über den Stufen des Totholzes ist nicht unbedingt nötig, da man am fertigen Modell nichts mehr davon sehen wird; er erleichtert allerdings den Bau der ganzen Konstruktion.



    Ob ich den Joint am unter Holz anbringe weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich werde ich das Holz aus einem Stück bauen.


    Nach gut 25 Monaten (mit allerdings längeren Pausen zwischendurch) habe ich den ersten Teil meiner Rekonstruktion abgeschlossen. Durch die Corona-Krise und das damit verbundene Homeoffice, sowei meinem ursprünglich anders geplanten Urlaub, werde ich über die Osterfeiertage den Kiel für die Fregatte legen.

    In welchem Maßstab willst DU in Holz arbeiten? Bei 1/96 und kleiner oder bei feinen Details reicht die kleine Micromot-Fräse, für größere Arbeiten nicht.

    Ich selbst nutze den Fräsmotor mit passendem Bohrständer und Kreuztisch von Proxxon. Im Allgemeinen bin ich zufrieden mit der Kombination. Für längere Bauteile könnte der Verfahrweg des Kreuztisches größer sein.

    Ich habe das Buch Ende letzten Jahres gelesen. Die Geschichte ist meiner Meinung nach auserzählt. Die Gegenspieler des Helden sind tot.