Baubericht Caldercraft H.M.S. Diana 1:64

  • Soooo, dann wollen wir mal! Hier beginnt also ganz klein mein Baubericht für die HMS Diana von Caldercraft. Den Bausatz selbst vorzustellen erspare ich Euch, dutzende Bilder von Holz- und allen möglichen sonstigen Teilen ist glaube ich nicht so interessant. Es sei nur gesagt, dass der Bausatz CNC-gefräste Bauteile enthält, was ich vieeeeeel besser finde, als das ganze Laser-Cut Zeugs, das man sonst immer bekommt. Hier gibts keine verbrannten Schnittkanten, hier ist alles schön sauber!


    Trotzdem hier einige Impressionen der Packung:


    :conf:


    ...und da verließen sie ihn... Ich finde keine Möglichkeit Bilder hier hochzuladen. Verlinken ist deaktiviert. Bondeeeeeeeeen!?


    Ich erinnere mich dunkel... da gab so ne Regel, dass man Bilder erst hochladen kann, wenn man seine Aktivität mit Posts im Forum bewiesen hat. War das so? Hm. Dann gehts hier erst dann weiter, wenn ich da die Soll-Anzahl an Posts geschrieben habe. Wobei.. das wären dann Segelberichte der in meinem Vorstellungspost erwähnten Schiffe, die natürlich auch Bilder enthalten. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Dann stöbere ich erstmal im Forum weiter und gebe hier und da meinen Senf dazu.


    :wf:

  • Beim Auspacken der CNC gefrästen Teile für den Rumpf musste ich leider feststellen, dass die Brettchen verzogen waren und schlüsselten. Das musste ich also erstmal beheben. Auf YouTube fand ich dazu ein hilfreiches Video mit dem passenden Trick: Einfach eine Frischhaltefolie auslegen und die Bretter so hinlegen, dass sie nach oben schüsseln. Diese Seite dann leicht befeuchten. Nun das Ganze umdrehen (feuchte Seite nach unten) und beschweren. Nun 24h warten.


    Das Bild zeigt diesen Prozess, wobei ich da noch viel mehr Gewichte draufgelegt habe, als im Bild zu sehen, um sicher zu gehen, dass die Brettchen auch hübsch grade zurück-verziehen, quasi. Das Ergebnis hat dann auch tatsächlich funktioniert, am Ende war alles mehr oder weniger grade. Leider nicht so ganz absolut, aber damit kann ich leben, denke ich, man siehts wirklich nur, wenn man am Kiel unten entlang peilt.


  • Und hier ist das Spantengerüst mal lose zusammen gesteckt und im Größenvergleich mit meiner Snake. Ist schon ne ganz andere Hausnummer!



    Na das macht doch Freude!


    Im nächsten Schritt habe ich dann auch die Decks mal ausgestanzt und eingelegt. Das Unterdeck ist ebenfalls dickeres Sperrholz und verzahnt sich sehr gut mit den Spanten. War nur ein wenig fummelig, das richtig in die vorgesehene Schlitze zu bugsieren, aber am Ende hat auch das geklappt. Es folgten das untere Deck, welches nur als 0.8mm Sperrholz vorliegt, wie bei der Snake auch. Dieses Deck einzubauen erforderte schon etwas Mut, denn es musste doch ziemlich stark gebogen werden, um durch die Öffnungen der Spanten zu passen. Mit beherztem Biegen ging das aber am Ende auch problemlos. Das Oberdeck ging da natürlich viel einfacher.



    Bisher ist alles nur zusammengesteckt und nicht geklebt. Das habe ich gemacht, um mir einen Eindruck von der Größe des Rumpfs machen zu können und ich sag mal so... Das ist schon ein ganz schön großes Schiffchen, die Diana...!

  • Was mir etwas komisch vorkam war der Rumpf-Ständer, der an keiner Stelle so richtig zum Rumpf passen wollte. Irgendwie hatte ich erwartet, dass das Teil von einem Spant zu einem anderen reicht. So war es bei der Snake, hier aber ganz und gar nicht. Im vorigen Post sieht man, dass der Ständer weit links am Rumpf platziert ist und dann auch nur bugseitig halbwegs passt. Ich denke mal, das alles wird schon passen, wenn da erstmal eine Beplankung drauf ist.


    Hier die "Passung" mal in Großaufnahmen:





    So weit zum aktuellen Stand von heute. Jetzt kommt erstmal eine Pause, am Wochenende fahren wir zur Verwandtschaft, da kann ich leider nicht im kühlen Keller sitzen bei der Hitze.

  • Hallo Mr. Pullings


    Schön, dass Du den Bau hier zeigst! Die Diana ist schon eine Prachts-Fregatte! Wäre ich hier am Ball geblieben, wäre diese wiet oben auf der Wunschliste gestanden. Ehrlich gesagt, hätte ich sie sogar beinahe gekauft, als sie von einem Händler im Totalausverkauf für schlappe SFr. 500.-- angeboten wurde. Habe es dann aber (zum Glück) doch gelassen. Denn derzeit hakt es bei mir schon bei der Speedy, Motivations-Tief. Aber vielleicht hilfst Du mir mit Deinem Baubericht aus diesem Tief heraus!


    Auf jeden Fall schaue ich Dir hier sehr gespannt zu und freue mich auf weitere Baufortschritte!

    Viel Spass!


    Beste Grüsse

    Peter

  • Ich stelle fest, die Mindestanzahl der Posts ist ZWEI.

    Mathematisch hätten wir das dann geklärt. fr21 Suuuper, dass du hier so engagiert loslegst! fr18 Und die Kombination Snake/Diana kommt mir sehr bekannt vor - da gab es im alten Forum einen ebenso lieben wie äußerst geschickten Menschen, welcher erst die Snake baute und sich dann an die Diana heranmachte. Scheinbar haben die zwei Schiffe eine Art symbiotische Verbindung. :D

  • In der Tat zwei sehr schöne Schiffe! Dann viel Erfolg & Elan für den Bau!


    Und ja, die Beteiligungsanforderung gibt es noch; jedes neue Thema wird mit 5, jede Antwort mit 2 Punkten belohnt. Mit mehr als 9 Punkten ist man dann voll dabei.

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • Zwei sehr schöne Vorbilder. Viel Spaß und Erfolg beim Bau.


    Unsere Admiralität ist aber gerade sehr großzügig. Bilder ohne Wasserzeichen ...

    Gruß Christian


    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • Aye, Mr. Pullings,


    Sehr schön mal wieder eine Fregatte im Bau zu sehen


    Das Verfahren die Platten gerade zu bekommen finde ich sehr gut.

    Das Caldercraft allerdings so etwas liefert empfinde ich bei deren Preisen als dreist.

    Egal, gutes Gelingen und viel Spaß beim arbeiten!


    Best Regards from Angarvaters Dockyard


    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Heute habe ich den Abend in meiner Werkstatt vor allem mit Nachdenken verbracht und ich habe versucht mir einen Schlachtplan zu machen, wie ich denn nun den Rumpf zusammenbauen will und soll. Bei diesen Überlegungen sind mir dann sogleich zwei Teile 22 und 23 aufgefallen, die in den Plänen nicht zu finden waren. Das brachte mich darauf, mal nach weiteren Bauberichten zu sehen. Ich wurde im Forum von Modelshipworld fündig und verlor mich sogleich in den seitenlangen Berichten. Das aber hat sich sehr gelohnt, weil mir so bewußt wurde, wie ungenau der Caldercraft Bausatz eigentlich tatsächlich ist, was man vor allem sieht, wenn man den Bausatz mit dem "Anatomy of the Ship Diana" vergleicht. Die Abweichungen sind zum Treil erheblich. Das habe ich zwar erwartet, dass es aber so heftig werde würde wiederum nicht. Jetzt mache ich aber erstmal Schluss für heute.

  • Schrieb nicht schon Modellbaupapst Mondfeld, dass alle Bausätze Mist wären?! ;)

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • Meine Recherchen gestern förderten einige Ressourcen zu Tage, die vielleicht auch andere Erbauer der Caldercraft Diana, die diesen Baubericht gefunden haben, interessieren könnte und die ich in verschiedenen Posts im Modelshipworld-Forum gefunden habe. Hier fasse ich diese Ressourcen einmal kurz zusammen:


    1. Scans von Originalplänen der Artois Klasse aus Whitehall bei Wikimedia.org

    2. Baubericht von DavidEN auf Modelshipworld, der höchst interessant sind mit vielen interessanten Lösungen für die typischen Probleme, auf die man beim Bau des Schiffs stößt

    3. Baubericht von Dunnock, ebenfalls auf Modelshipworld, der das Schiff bereits fertig gebaut hat.

  • Schrieb nicht schon Modellbaupapst Mondfeld, dass alle Bausätze Mist wären?! ;)

    Diese Zitat würde ich heute nicht so ganz unterschreiben. Der geschätzte zu Mondfeld schrieb das, soweit ich mich richtig erinnere, schon in der ersten Ausgabe der „Aufgetakelten Schönheiten“. Bausätze in den fünfziger und sechziger Jahren waren für uns damals

    traumhaft schön, und auch ( zumindest die aufwändigeren, egal ob Holz oder Plastik) sehr teuer. Nach heutigen Maßstäben würde man diese Sätze kaum als Modellbausätze, zum Teil eher als Phantasieteile bezeichnen. Dennoch war ihr Bau von höchstem Genuss.


    Mein letzter Bausatz kam ja schon vor etlichen Jahren auf die Helling. In meiner „Out of the Box“Zeit, machte ich mit den Caldercraft Sätzen durchaus gute Erfahrungen. Allerdings , und nicht nur bei uns moniert, scheint die Qualität, bei steigenden Preisen, wohl nachgelassen zu haben.

    Wenn man allerdings anfängt nach ggf. vorhandenen guten, externen Plänen aus der Box zu bauen gibt es eine Menge was man ergänzen und hinzufügen kann, was dann ja auch ein Spaß sein kann, oder ist. Nach dem Motto: I pimp my modell .

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  • Damals, als ich noch kleiner Architektur-Student war und vorher ein Praktikum auf einer Baustelle machen musste, da hab ich nicht besonders viel gelernt. Ich musste immer die Baustelle fegen und sonst durfte ich da gar nichts. Trotzdem habe ich EINEN Spruch vom Polier gelernt und der geht so:


    DU SOLLST NICHT DENKEN, DU SOLLST ÜBERLEGEN!


    Damals habe ich den nicht verstanden. Denken und Überlegen sind doch ein und dasselbe...? Naja, für den Polier irgendwie nicht. Ein paar Jahrzehnte später habe ich es dann kapiert: Man soll nicht glauben, dass 10 Sekunden Denkarbeit ausreicht, sondern man soll halt mal so richtig nachdenken und sich überlegen, was, wie und warum man etwas tut.


    Hat das jetzt jemand verstanden?


    Jedenfalls habe ich nachgedacht und mir eine Strategie überlegt, wie ich die Diana jetzt weiterbauen werde.


    Dazu muss ich ein bisschen in die jüngeren Vergangenheit zurückgehen, als ich mit meinen Überlegungen zur H.M.S. Snake weiter fortgeschritten war, als Ihr aus diesem Forum es mitbekommen habt. Das war nämlich vor ca. zwei Jahren. Da sah die Snake noch so aus:



    Und wer sich erinnert, dieses Papier mit den Linien dadrauf, das hatte eine lustige Entstehungsgeschichte. Kurz vor dem Zustand des Baus im Bild hatte ich mir das mit der Beplankung nämlich noch nicht so ganz überlegt gehabt und als ich dann kapiert hatte, dass eine einfache Beplankung, wie der Bausatz es eigentlich aus 4mm Holzplanken vorsieht, ziemlich ungenau, oder besser schlicht vollkommen falsch ist. Klar, was will man in einem Bausatz da groß anders machen, das wird nur wahnsinnig aufwändig und kompliziert und überfordert so manchen Anfänger auch ganz schön. Aber ich hatte mir da schon viele Bilder im Internet und in Büchern angeschaut und hatte ja auch das Bolitho-Forum, wo ein gewisser Sir Porter es schonmal besser vorgemacht hatte. Und ich dachte mir: DAS KANN ICH AUCH, HAHA!! pillepalle


    Ich musste halt nur irgendwie eine halbwegs korrekte und glaubhafte Beplankung auf das Deck kriegen. Und da ich ja leider schon echt eine faule Socke bin und das nicht alles von Hand machen wollte (was ich nebenbei gesagt auch von der Genauigkeit gar nicht hingekriegt hätte) war der Plan schnell geboren, das Deck im Modellmaßstab 1:1 in AutoCAD zu zeichnen und den dann zu benutzen um eine CNC-Fräse zu steuern, die mir die Teile in Null-Komma-Nix einfach mal so aus dem Brett rausschneidet.


    Nur wie sollte ich das Deck in den Computer bekommen. Versuche mit Fotos scheiterten schnell, aber im Bolitho Forum gab's da einen gewissen Herrn Bonden, der seinerzeit die HMS Cruiser mit denselben Rumpf, nur als Zweimaster hatte und der mir in seiner grenzenlosen Freundlichkeit sein Deck auf den Scanner gelegt und mir das Ergebnis zugeschickt hatte. Damit war es dann leicht (für mich, da ich in einem Architekturbüro arbeitend die nötigen Ressourcen dazu hatte) das Deck in Photoshop zusammen zu montieren und in AutoCAD einzublenden, auf die richtige Größe zu skalieren und dann drüber zu zeichnen. Das sah dann damals so aus:



    Vor zwei Jahren dann packte mich der Snake-Virus nochmal für genügend lange Zeit, dass ich....


    Erstens das Deck (inkl. allen Abdeckungen für die Plankennägel) zu Ende konstruiert habe, was dann so aussah:




    Dann kam da noch eine kleine Anschaffung in Sachen Werkzeug hinzu, nämlich diese kleine CNC-Fräse (hierzu gesondert mehr):




    (RC-Segelboot mangels Banane "for scale")


    Dann drapierte ich mir hübsche Brettchen mit den Umrissen der Planken 1-43 (siehe die kleinen Nummern auf der CAD-Zeichnung oben) und importierte das in eine CNC-Software (CADasCAM, zu finden hier: https://www.cadascam.com) , die aus den Informationen der AutoCAD Zeichnungen eine CNC-Fräsdatei mit Anweisungen für die CNC-Fräse erzeugt:



    Diese Datei wurde dann in die CNC-Steuersoftware der Fräse geladen und dann konnte es auch schon losgehen!



    Fräse genullt, angeworfen und das Ergebnis hat mich ganz schön überrascht:



    Es geht!

  • Ne wirklich, es geht wirklich! Schaut:



    Das passte so gut, als wäre es Absicht!


    Wer genau hinschaut sieht, dass die erste Planke schon die Nagelkappen enthält. Die habe ich mit eingeklebten Zahnstocher gebastelt, von denen ich mir einen kleinen Vorrat von 1000 Stück angeschafft hatte.



  • SO! Und genau das ist jetzt der Plan für die Diana... Bei der Snake habe ich noch 1 mm Fräser verwendet, für die Diana habe ich mir ein paar mit 0.5mm Durchmesser beschafft, damit die Nagelkappen ein bisschen kleiner werden. Im Maßstab 1:64 ist der eine Millimeter ja 6.4 cm, was viel zu groß ist. Mit 0.5 mm Löchern sollte das besser passen.


    Also... rauf aufs Scan-Bett mit den Decksbrettchen der Diana. Was zuerst ein wenig befremdlich aussah, hihi:



    Dann ab mit den Bildern in Photoshop und zusammen montiert. Und das sieht dann fürs Kanonendeck so aus:



    So und beim nächsten Mal gehts dann mit der CAD-Zeichnung weiter. Denn auf dieses Deck kommt noch ein Scan aus dem Buch "The Frigatte Diana" aus der Serie "Anatomy of the Ship" von David White.