Beiträge von Angarvater

    Da die Kanonen vor den weiteren Bauschritten im unteren Batteriedeck eingebaut werden müssen male ich die Flächen um die Stückpforten und die Barghölzer vor dem Einbau der Artillerie. Das erleichtert das deutlich.


    Zu den Arbeitsschritten. Zuerst kommen die Barghölzer dran. Heißt: Ableben und farbig anstreichen. Dann die Hölzer und die Bordwand mit Klarlack erstanstreichend. Zum einen gibtbes dann beim weiteren Anmalen keine Farbmischungen . Da ich mit wassergelöster Tempera arbeite passiert das bei weiteren Anstrichen mit anderen Farben sonst sehr schnell. Hier nun dieser Arbeitsschritt im Bild.




    Cheers!


    Angarvater

    Aye, mates,


    langsam geht es auf der Werft auch wieder weiter. In den beiden letzten Wochen gab es nur einen eingeschränkten Baubetrieb, da sich Mylady bei einem Fahrradsturz einen nicht ganz unkomplizierten Unterarmbruch ( links ) zugezogen hat, und anderes daher Vorrang hatte. Nun, die Hauptschwierigkeit ist überwunden, sodaß auch im Kopf wieder Raum für anderes da ist.


    Zur Sache: Heute wurde der Vordersteven und der Gallionsvorbau richtig hergestellt. Spannend hierbei ist, daß isch jetzt erst gesehen habe, daß sich in den Bauplänen ein paar unschöne Fahler in der Bugsektion eingeschlichen haben. Diese Version des Stevens entspricht dem, was ich nach etlichen Recherchen für diesen Schiffstyp als Möglichkeit herausgefunden habe.


    Auch hier natürlich erst die Rohform da sauber Schleifen erst noch später dran ist.





    Cheerio!


    Angarvater

    Apropos Abriß,


    ganz von der Form des Hauptträgers des Gallions begeistert habe ich das Teil gestern angebaut. Schön fest mit Stiften und gut verleimt. Alles ausgehärtet. Gut? Ne, denkste. Ich hatte das Teil am falschen Meßpunkt angesetzt und damit viel zu hoch. Ergo: Man schwinge die Säge, mache ein neues Teil und baue es ( vielleicht hat heute Abend) an.


    Angarvater


    P.s. ich hatte gar keine Lust den Bockmist auch noch zu photographieren.

    Haua, haua, ha! Dat is en büx!


    Ich scharre schon mit den Hufen um nach Amsterdam zu reisen. Hm, wird wohl erst Frühjahr nächsten Jahres was werden.


    Vielen Dank ihr Beiden für diesen seehr verlockenden Bericht, mit seinen fantastischen Bildern!


    Beste Grüße


    Angarvater

    Nachdem die Stückpforten nachgearbeitet und nochmal mit Englisch Rot gemalt wurden, wurden für die Kanonen der Unterbatterie die "Scheinlafetten" gebaut und die Rohre darauf montiert. Da ich in den passenden Maßen keine Halbrohre bekommen konnte habe ich diese doch ganz ordentlichen Rohre beschafft und sie werden jetzt montiert.



    Hier die erste Montageprobe in der Batterie.



    Zuvor habe ich entlang der Bordwand Planken als Träger für die Kanonen eingebaut.

    Bevor ich die Kanonen auf ihrer jeweiligen Position einbaue ist es allerdings vom Arbeitsablauf her einfacher, daß ich dieses "Feld" in dem sich die Stückpforten befinden male.




    Best regards


    Angarvater

    Moin Anobium,


    egal wie ich den Kahn beleuchte gibt es diese Schatten die so seltsam nach Beule aussehen.

    Über die starke Verjüngung war ich auch überrascht. Die wurde erst bei der Montage der Spanten so deutlich. Wie ich ganz zu anfangs schon anmerkte ergibt sich bei diesem Schiff eine Rumpfform die einem modernen Frachterheck ähnelt. Interessanterweise ist die Heckpartie der „Golden Hind“ sehr ähnlich geformt.


    Beste Grüße


    Angarvater

    Aye, Mates,


    Die Beplankung der Bordwände ist fertig.


    Es handelt sich um 1mm Schweizer Birne. Die Ausgangsbreite für die Planken ist 8mm.




    Die Planken werden kurzfristig gewässert und dann mit der mittels Lötkolben beheizten Biegespitze des Fabrikates GK Modellbau und oder der Biegevorrichtung des selben Fabrikates in Form gebracht bevor sie verklebt werden.


    Ich klebe die Planken mit Cyan-acrylat Kleber ( auch Sekundenkleber genannt ) Dabei verwende ich Kleber des Fabrikates Veicon einem renomierten Klebstoffhersteller. Diese Materialien gibt in diversen Viskositäten und Abbindegeschwindigkeiten.

    Zum Ansetzen z.B. VA 100. der ist mittelviskos und etwas abbindeverzögert, sodaß ich die Planke in aller Ruhe ansetzen und kurzfristig auch korrigieren kann. Um den Abbund zu beschleunigen setze ich auch beim Anbau die Biegespitze ein.


    Ein Wort zu den Cyan-acrylat Klebern. Über diese Materialien kursieren die wildesten Gerüchte aufgrund der Bezeichnung Cyan-Acrylat.

    Das hat nichts mit dem hochgiftigen Zyankali zu tun. Das Zeug ist ungiftig und wird z.B. in der Unfallchirurgie zum Verkleben von Wunden benutzt. Und zwar genau die hochwertigen Industriekleber.


    Im Gegensatz zu den früheren "Haushaltskleber " riechen die professionellen Kleber nur sehr wenig. Allerdings soll man alle diese Rezeptionen nicht stark erhitzen ( z.B. mit einem 450C heißen Lötkolben) dann entstehen unangenehme Rauche die zumindest "Beißen". Bei sehr heißen Flammen (Lötbrenner usw.) verbrennt das Material ohne größere lästige Rückstände. Lüften ist auf der Werft immer angebracht.


    Jetzt aber zurück zur Beplankung.


    Sind die Planken fertig angeklebt streiche ich die Stöße und Fugen erst mit Weißleim ein, dann wird der Überstand einigermaßen abgewischt. Bevor der Leim aushärtet schleife ich den Abschnitt vorsichtig mit 80ziger Schleifpapier. Jawohl 80ziger. das ergibt eine gut Mischung aus Schleifstaub und Leim der sich dabei, und beim nächsten Schleifen mit 150ziger Papier, fein in die Fugen drückt. Da werden die Planken sozusagen gleich kalvatert. Das ganze ziehe ich solange es noch frisch ist ab. Als Abzieher hat sich die Bruchkante von Abrechklingen ( Cutter) gut bewährt. Ist frisch gebrochen sehr schön gerade und scharfkantig sind. Fehlhstellen werden nach dem gleichen Verfahren nachgearbeitet.



    Ich schleife die Oberfläche nicht bis zur Möbelbau- oder Rennjachtqualität. Ein Blankholzmodell hat bestimmt auch seinen Reiz aber, so eine Galeone war ein robustes Fracht- oder Kampfschiff. Sie mußte stabil und dicht sein. Hochglanzoberflächen finden sich auch heute bei keinem der noch existierenden historischen Schiffe. Hinzu kommt, daß ich meine Modelle bemale, weil sich auf See nacktes Holz ( Chinaholz wie Teak ausgenommen) nicht lange hält und dem Skipper ziemlich schnell bei einem Törn z.B. nach Amerika unter dem Allerwertesten verrottet wäre.


    Als nächstes werden jetzt die Kanonen der Unterbatterie eingebaut da ich dann das Deck schließen muß und nicht mehr an die Batterie im Unterdeck herankomme.


    Cheers!


    Angarvater

    Aye, Jessica und Bonden!


    vielen Dank für Euren Bericht und Eure Bilder! Die sind schon nur bei diesem einen Modell aufschlussreicher als manche „ gelehrte“ Diskussion an anderer Stelle.


    Außerdem macht das Ganze, bei Mylady und mir, großen Appetit auf Amsterdam.


    beste Grüße


    Angarvater

    Noch ein Werftgespräch:

    " Sehr schön,Sir John. Wenn Sir Francis Drake schon so schöne Bestückungslisten in der Welt herumschickt kann er mir oder dem Artilleriedepartment vielleicht auch mal sagen wo, by God, die Stücke dann herkommen sollen. Papier vollschreiben und losjagen kann selbst mein Kontorjunge!" Hawkins legt im beruhigend die Hand auf die Schulter: "Shipwright, langsam, kein Grund gleich so aus der Haut zu fahren. Bekommt Ihr für die Countess denn garkeine Kanonen oder woran haperts? Vor allem habt Ihr doch noch viel Zeit bis die Artillerie an Bord kommt." "Was Ihr nicht sagt. Da wäre ich nicht drauf gekommen. Nein, Admiral, das Problem liegt darin, daß ich wissen muß für welche Decksgewichte ich die Decks konstruieren muß. Die Stücke der Unterbatterie, Demi-Canon, wiegen das Dreifache gegenüber den von Sir Francis für das Oberdeck verlangten Culverinen . Und diese kleineren Stücke sind absehbar überhaupt nicht zu bekommen." Hawkins denkt einen Augenblick konzentriert nach: "Dann baut doch das Oberdeck so stark, daß es ebenfalls Demi-Canons tragen kann." Angarvater grübelt anhand der Pläne eine ganze Weile herum: "Tragen kann sie das schon, und aus dem Gleichgewicht würde es sie auch nicht bringen. Nur," er schweigt eine ganze Zeit bis Hawkins fragt: "Was habt Ihr denn jetzt für ein wichtiges Problem entdeckt?" "Machbar ist das schon. Aber habt Ihr euch Gedanken über die zusätzlichen Holzmengen und die zusätzliche Arbeit gemacht? Wer bezahlt mir das, Sir John?"

    "Die Mehrkosten setze ich bei Hofe durch."

    Hawkins schüttelt den Kopf: " Aber, Master, denkt Ihr denn immer nur ans Geld?"

    "Sir, ich bin kein edler Ritter, sondern führe einen Familienbetrieb. Da muß beim Neubau schon eine anständige Summe Geldes nach der Abrechnung überbleiben." er knurrt vor sich hin: "Was glaubt Ihr, was mir meine Buchhaltung sonst sagt? Und mit der bin ich seit Langem verheiratet."


    Unbemerkt von den beiden ist Sir Francis ins Kontor getreten und lacht bei diesen Worten laut auf: "Shipwright, gesprochen wie ein Freibeuter Ihrer Majestät. Schade, daß Ihr Schiffe baut und nicht mit mir auf Kaperfahrt geht."

    Angarvater sieht ihn verblüfft an, steht auf und geht zum Schrank: "Sirs, darauf müssen wir einen nehmen."


    Cheers!