Beiträge von Angarvater

    Neubau Golden Hind. Tagesbericht


    Nach Fertigung der beiden Fünflochjungfern für das Großstag wurde nach Aufmaß und Ablängen des Seiles (Durchmesser 3mm) das Stagauge gespleist (einfacher Augspleis)



    Danach wurden das Auge und die Längen für die Mastschlinge gewurmt (oder vielleicht auch getrenst?) und gekledet.





    Nachdem das Stag angeschlagen worden war wurde die Stagmaus montiert.



    Der Fechtling im Großmars



    Das Großstag wurde mit einem Stagkragen getakelt.


    ( Bei Höckel wird das Großstag am Mastfuß des Vormastes angeschlagen.

    Die späteren Autoren zeigen, daß auch zu der Zeit wahrscheinlich ein Stagkragen verwendet wurde. Das Stag am Mast anzuschlagen ist m.E. technischer Unsinn da der Mast in diesem Bereich schon sehr belastet ist und man die Kräfte des Stags besser über den Stagkragen an das Galion ableiten kann.)






    Bis Donnerstag der kommenden Woche ist, da sich der Werftherr bis dahin in der Hansestadt Stade zwecks Beratung des Magistrates aufhält.


    Cheers!


    Angarvater

    Good Morning, Gentlemen,


    Many thanks for your kind words.


    @anobium punctatum. Spannend ist es beim Bau die Höckelschen Pläne mit neueren zu vergleichen. Nicht sie abzugleichen, denn dann, und das haben einige Versuche dazu, ergeben sich nicht umsetzbare Unterschiede. Aber wie Du schon sagtest ergibt es auch so ein Schiffchen, dass mir zumindest recht gut gefällt. Außerdem weichen auch die anderen Darstellungen neueren Datums in etlichen Punkten voneinander ab. Beispielsweise bei der Art und Form der Decksbeplankung.


    Aber , wie ich wohl schon mal geschrieben habe, gefallen mir die Schiffe des späten Mittelalters oder der frühen Neuzeit so gut, dass ich andere Projekte wie z.B. die Gorch Fock, erstmal ganz aus der Planung herausgenommen habe und nach der Ablieferung der G H eine viermastige Galeone anhand der Pläne von Kirsch ( Die Galeonen ) englischer Bauart auf Kiel legen werde.


    Die Pläne dafür liegen schon auf dem Zeichenboden bereit.


    Doch jetzt ist Schluss mit der Theoretisiererei, die Stage der Untermasten machen sich nicht von selbst.


    Cheerio!


    Angarvater


    P.s. Bei der Vorbereitung des Viermasters merkte ich sehr schnell, dass Golden Hind doch ein recht kleines Schiff gewesen ist. Sie ist in 1:33 von der Galion zum Heck 980 mm lang. Im gebleichten Massstab würde das nächste Schiff circa 1500mm, zuzüglich des Bugsprits, werden. :hmm: Ergo: das Projekt wird in 1:48 geplant, was dann immer noch eine Rumpflänge von circa 1200 mm ergibt.


    Noch eine Anmerkung aus gegebenem Anlass. Vor einigen Minuten sagte ihre Ladyschaft sinngemäß, dass ich doch für die GH eine angemessene Konsole bauen und an einem recht exponierten Platz im Wohnzimmer installieren könne. Mit einer geschickten Beleuchtung wäre das doch bestimmt sehr schön. :huzzah:evilgrin:huzzah:evilgrin:huzzah:evilgrin

    Aye, Mates!


    Die Wanten der Untermasten sind soweit getakelt, daß als Nächstes die Stage gefertigt und getakelt werden können.

    Wenn die dran sind könne dann auch die Wanten nochmal durchgesetzt und belegt werden. Das ist dann auch der Fertigungszeitpunkt an dem Würste und Schwichtungen gearbeitet werden.


    Hier ein paar Bilder von Gestern.





    Die Taljen des Besen sind in meinen Augen gegenüber denen der beiden Hauptmasten richtig zierlich.





    Best regards


    Angarvater

    Well, Mylord Croidon,

    bis der Kahn auf die Helling kommt wird es noch eine Weile dauern. Aber immerhin werden die Konstruktionsunterlagen morgen im Copyshop schon einmal ausgedruckt.


    Aber theoretisch Sahne machen bringt einen Neubau auch nicht weiter, und ab und zu mal in den Analen des Hauses zu wühlen ebenfalls nicht.

    Hier der heutige Bauzustand. Die Wanten von Fock- und Großuntermast sind fertig getakelt. Morgen werden die Jungfern für den Besan angefertigt und dessen Wanten getakelt.


    Zur Information hier eine ins Want eingebundene Jungfer in der Taklerei.




    Bauzustand von heute Abend:




    Cheers!!


    Angarvater

    Aye, Ladies, Gentlemen and Mates,


    Freut mich, dass die Takelarbeiten Eure Billigung finden.Bezüglich des Zeitaufwandes ist zu sagen: von Nichts ist Nichts:):):)


    Nebenbei gesagt, damit ich nicht nur Seile an Blöcke anschlage bin ich gerade dabei die Planung für das nächste Schiff voran zu treiben. Wird eine große englische Galeone wie sie Kirsch als Typschiff nach den wesentlichen Unterlagen und Baurichtlinien des ausgehenden 16. Jahrhunderts entwickelt hat. Diese Konstruktion findet sich sowohl bei den englischen Kampfschiffen ( z.B. der Revenge) als auch bei den großen Handelsschiffen der Engländer. Eine der Grundlagen war die Stockholmer Galeone, ein Votivschiff aus jener Zeit.


    So, Schluss mit dem Schreiben. Der Grossuntermast ist zu takeln.


    Cheers


    Angarvater

    Aye,Mates!


    Dank Euch für das freundliche Interesse an meiner Werkelei.


    Nach einer kurzen Unterbrechung der Arbeit an der G H, da ein Fischkuttermodell von einem alten Freund hier ziemlich gerupft einlief wurde das Schiff zügig wieder instand gesetzt. Schön gebaut Ende der Sechziger aus einem Bausatz (Hersteller nicht bekannt). Da die Mary Anne in Angarfathers Dockyard bleiben soll fand ihre Ladyschaft einen sehr guten Liegeplatz.Aber derartige Schiffe gehören ja hier nicht her.


    Also, die Werft ist wieder frei, und es geht an der GH weiter. Hier die Wanten des Vormaste,


    Das Mastauge eines der Wantenpaare.



    Der Flechtling des Voruntermastes ( Stage kommen noch )



    Die Wanten des Vormastes








    Werftschluß





    Cheers! Angarvater

    Aye, Mates!

    Auf der Werft wurde mit den Takelarbeiten begonnen. Die Jungfern für die Wanten von Fock und Großmast wurde zuerst als kleine Serie gefertigt.


    Hier eine der unteren Jungfern in Rohform. Auch bei dieser Größe läst sich das Eisenband m.E. ganz gut mittels eines geglühten, und damit gut formbaren, Eisendraht herstellen. Damit das Band zum Einen fest sitzt und zum anderen der Haken mit denen die Jungfer an die Rüsteisen angeschlagen wird einigermaßen stabil ist habe ich die Enden des umlaufenden Drahtes verrödelt und dann zum Haken gebogen. Siehe unten



    Hier nun die fertigen Jungfern und die vorgetakelten Seitentakel. Interessanterweise gibt es kaum Hinweise ein der Literatur ob und wieviele Seitentakel im 16.Jahrhundert getakelt wurden. Ich habe mich in diesem Fall an Schrage angelehnt, der beschreibt zwar die viel späteren und perfekteren Riggs. Aber nun ja.



    Die Seitentakel von Groß und Besan.





    Und nun zum guten Schluß der erste Wattenspann des Großmastes auf Steuerbord. Natürlich noch nicht richtig durchgesetzt, das mache ich erst wenn alle Wanten und Stage angeschlagen sind.



    O.K. das wars für Heute.


    Cheers!


    Angarvater

    Kontor von Angarfathers Dockyard. „ Ist ja schon gut, Kapitän Drake. Ihr Schiff hat unbedingten Vorrang vor allen anderen Arbeiten.“ „ Sehr gut, Shipwright. Wenn ich nicht spätestens Anfang bis Mitte December auslaufen kann komme ich nur sehr schlecht und vor allem mit elend langer Reisezeit zu meinem ersten Ziel.“ „ Hört sich für mich nach Afrika an, Käptn.“ Drake schüttelt, dabei sehr grimmig ausschauend, den Kopf. „ Was auch immer Ihr gehört habt oder vermutet behaltet für Euch. Das, Master Shipwright, entspricht auch dem Willen einer ganz besonderen Lady.“ Der Shipwright nickt ihm bejahend zu: „ Verstehe, Käptn., „und da gibt es so einige Dons, die da nun wirklich nichts mitkriegen sollen.“ er schiebt Drake ein Glas zu, dass er mit gutem Whisky füllt. „ Und außerdem möchte ich auf keinen Fall diese spezielle Lady verärgern.“ Drake hebt das Glas und trinkt ihm zu. „ Wie ich sehe erkennt Ihr wie immer die Notwendigkeiten, Master.“


    Wie auch immer, der Kunde drängelt, und darum: „ frisch Gesellen seit zur Hand“. Hmm, ich glaube, dass das Zitat ist hier zeitlich etwas verfrüht. Aber, wie auch immer, der Kahn muss fertig werden, da liegt schon ein weiterer Auftrag vor.


    Angarvater

    Um Heinz Erhardt zu zitieren: "noch'n Gedicht" oder anders gesagt es geht mit den Untermasten und den Marsen weiter.


    Hier der Großuntermast.



    Und hier vor- und Großmast probeweise an Bord.



    Die nächste Woche führt mich ein wenig durchs Land - drei Tage nach Forchheim und dann nach einem kurzen "Heimatstop" für vier Tage nach Wolfsburg. Ergo wird in der Werft nicht viel los sein. Glücklicherweise wird Mylady ein wachsames Auge auf die Werft werfen.


    Best regards


    Angarvater

    Aye, Aga,


    diese Mastkörbe (so in den Aufzeichnungen der damaligen Shipwright benannt) hatten mittlere obere Durchmesser von etwa 3m.

    Gewiss äußerlich nicht ganz klein,. Aber wenn man sich vorstellt, daß hier in mitten der Wanten des Obermastes und des laufenden Gutes auch noch drei bis vier Mann die Obersegel händeln sollten, und bei diesen Schiffen wurde ein Großteil der Tampen der Obersegel von der Mars aus bedient, geht es da oben doch recht eng zu.


    Angarvater

    Das habe ich auch an anderen Stellen gedacht. Trittsicherheit oder Absturzsicherungen stammen ganz bestimmt aus einer anderen Welt als der des Age of Sail. Aber selbst in den Sechziger Jahren des 20.Jahrhunderts hieß es in Werkstätten, Baustellen oder den Bauernhöfen : „ Augen auf! Die Maschinen oder Geräte oder auch die Gerüste sind gefährlich. Verunfallte jemand hieß es: „ Hat wohl nicht richtig hingeguckt.“ So ein ganz prägnantes Beispiel war die Einführung der Schutzhelme. „Was soll denn sowas? Erstens passen wir auf, da passiert schon nichts, und zweitens sehen die Dinger doof aus und drücken.“


    Nun ja, schließlich mussten fast alle Arbeitsschutzmassnahmen regelrecht durchgedrückt werden.


    Und im ausgehenden Mittelalter war ein Unfall eben höherer Wille, oder Schicksal.


    Egal, da hat sich einiges Gutes getan. Und doch sind diese alten Schiffe in meinen Augen wahre Schönheiten. Um zu Mondfeld zu zitieren: aufgetakelte Schönheiten.

    Danke vielmals für die "Likes"


    Es geht langsam weiter aber immerhin.

    Die Takelage wurde angefangen. Zuerst das Drechseln der Untermasten aus 14mm Buchenrundstäben. Keine besondere technische Anforderung.Da ich es nicht mag mit Standarttechniken zu langweilen gibt es davon auch keine Bilder. Die vierkantigen Mastköpfe habe ich nach dem Drehen mittels der dem Teilapparat auf der Oberfräse gefertigt.


    Interessant wurde und wird die herstellung der Marse oder Mastkörbe. Hier die Plattform und die Stützen der Mars. Aus, wie heißt es doch so schön, fertigungstechnischen Gründen baue ich die Plattform auf die Saling auf und setze das fertige Teil dan auf den Mast.






    Nach allem was ich in der Literatur gefunden habe liegt die Saling mit dem Korb mittig zum Mast, daher sind die Mastbacken auch nicht, wie in späterer Zeit, nach vorn hin ausgeformt.


    Best regards


    Angarvater


    P.s. sieht so ein wenig wie die Hörner Sarumans auf seinem Turm aus.

    Aye, Farquhar,

    an so einem Projekt bin ich sehr interessiert, habe aber keine Ahnung wie ich dabei helfen kann. Immerhin sollte Dir etwas einfallen bind mich bitte, wie auch immer, mit ein.


    Wie Du weist werkele ich gerade an der Golden Hind herum und habe nach jetzigen Stand vor als nächstes eine Galeone wie sie Kirsch rekonstruiert hat zu bauen. Diese Rekonstruktion anhand der Stockholmer Galeone entspricht dem Stand von 1610, und dem Schiffbaustand nach der Armadaschlacht. M.E. dürfte ein solches Schiff sehr große Ähnlichkeiten mit der schwedischen Mars haben, wenn die z.B. unter Umständen deutlich höhere Vorher- und Achterkastelle gehabt hat. Aber vielleicht ein kleiner Ansatz zu Deiner Recherche.

    Aye, Mates!


    Obwohl in der letzten Woche die Feier des Dänischen Verfassungstages und eine Reise nach Stade anlagen gelang es immerhin die leichten Kanonen der Back und des Achterdecks mit Lafetten zu versehen und die Brooktaue zu takeln.


    Hier meine Version des Brooktauauges für die leichten Kaliber.


    Bilden des Auges

    Sichern mit Schiemannsgarn



    Das Auge und für die Befestigung an der Bordwand.




    Das gesamte Brooktau bereit zur Montage




    G H ist vollständig armiert. Hier die Back.



    Das Halbdeck


    ageofsail.de/suite/index.php?attachment/6951/


    Hier der Blick vom Bug aus über das gesammte Deck.



    Mir gefällt die Vielgestaltigkeit dieser Schiffe sehr, daher werde ich nach Ablieferung der GH wohl eine der großen Galeonen dem Typ der Revenche entsprechend bauen


    Best regards


    Angarvater