Beiträge von Angarvater

    Alle Felder zwischen den Spanten sind jetzt mit 8mm Sperrholz gefüllt und das Ganze kann in Form geschliffen werden.

    Diese Methode hat den Vorteil, daß dabei ein sehr stabiler Rumpf entsteht. Die Schleiferei ist schon etwas lästig. Aber wie heißt es so schön: das eine will man, und das andere muß man.


    Zustand des Neubaues heute bei Werftschluß.



    Cheers!


    Angarvater

    Barghölzer zum 3.


    Weiteres Nachsuchen ergab, daß die Barghölzer, zumindest im 16. und 17. Jahrhundert, beim Aufbau des Spantengerüstes als erste „Längsversteifung“ montiert wurden um die Spanten auf ihrer Position zu halten.


    Beim Bau der späteren Großkampfschiffe wurden außer den Barghölzern mehrere parallel angebrachte Längsversteifungen im Baufortschritt wegen der Größe der Schiffe benötigt.

    Nochmal zu den Barghölzern. Wenn ich die „Balken“ auf die fertigen Planken aufleime gibt es Überschneidungen und seltsam dimensionierte Abdeckungen. Das sieht dann aus als ob man hier spitz zulaufende oder sehr schmale Planken eingebaut hätte. Das hätte man niemals beim Schiffbau hingenommen, da es dann mit zu schmalen, nicht belastbaren, Planken einhergehen würde.

    Moin!


    Dazu gibt zwei Bereiche zu betrachten.


    Im Holzmodellbau ist es Standart ( siehe zu Mondfeld - Seite 88, Holz, Curti, Kirsch u.a.) so zu verfahren. Also auf die Erstbeplankung die Barghölzer und dann die Planken aufzubringen. Das ist bautechnisch auch probat, da ich z.B.die Barghölzer mit einer Sponung versehe in die sich die Planken recht gut einsetzen lassen, was einen ordentlichen Anschluß Planke / Bargholz ergibt.


    Soweit ich weis wurden die Barghölzer auch bei den großen Schiffen direkt auf die Spanten gebolzt. Scheint mir auch sinnvoll, da diese massiven Hölzer ja dem Schutz der Planken gegen Demolage bei Landemanövern oder bei Schiffanschiffsituationen dienten, und somit die Kräfte direkt auf die Spanten abgeleitet wurden.


    Sincerely
    Angarvater


    P.s. Wenn ich z.B. Beiboote baue mache ich es mir manchmal einfach, indem ich die Scheuerleisten, sprich Bargholz, auf die Beplankung leime.

    Aye, Mates


    Vielen Dank für Euer Interesse am Neubau.


    Jetzt beginnen so langsam die interessanten Teile des Baues mit dem Formen und Anbringen des ersten Bargholzes.


    Die Barghölzer und auch den Kiel fertige ich aus einer Mahagoniart.


    Zu diesem Holz gibt es eine kleine Anekdote. Vor 34 Jahren, wir waren gerade im neuen Haus eingezogen, und ich brachte von einer Aussendienstfahrt mal wieder Brennholz mit. Damals waren Sägewerker und Möbelgestellbauer froh wenn man Ihnen das Restholz vom Platz holte. Für 1,5 Schüttmeter, die paßten ganz gut in meinen alten Kombi, legte man 5DM in die Kaffeekasse und alles war ok, und es hieß: komm wieder und nimm Holz mit. Na ja, heute kostet 1Schüttmeter Buche circa 120€.


    Bei der besagten Fahrt bekam ich außer Buche etlich Mahagonibohlenabschnitte, so etwa 30cm breit,3cm stark und 70cm lang. Als ich auslud kam einer der Nachbarn und fragte ob er drei von den Stücken haben könne da er daraus was Basteln wollte." Klar, nimm mit."


    Soweit so gut. Vor zwei Jahren räumte jener Nachbar seinen Schuppen im Garten auf und fand die alten Mahagonistücke wieder, kam zu mir und brachte sie mit einem Lächeln zurück: "Mit dem Basteln wurde das bei mir damals nichts. Brennen werden die Dinger doch in Deinem Kaminofen ganz gut." "Das jetzt 30Jahre gelagerte Holz verbrennen? Kommt garnicht in Frage dafür hat die Werft großen Bedarf."


    So jetzt zum Neubau. Die Barghölzer bestehen aus 5 x 7mm Mahagoni. In Form biege ich die Teile nach Wässern über den Plankenbieger von GK Modellbau. Das geht mit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl ganz gut.



    Die Biegeradien sind für diese Methode allerdings grenzwertig.



    Vor allem in der Bugsektion. Engere Radien sind zwar möglich, allerdings müßte dann das Holz, wie im klassischen Schiffbau üblich nicht nur gewässert sondern gedämpft werden.



    Die Barghölzer sind mit Propellerleim von Bindulin angeleimt. Die als Leimhilfen benutzten Nägel bleiben im Modell, da meines Wissens nach die Dinger bei den Schiffen mittels durchgehender Bolzen befestigt wurden. Alle anderen Nagelungen wurden m.E. nach in Sacklöchern die mit Stopfen abgedichtet wurden gemacht. Und diese Dinger sind nach dem Streichen der Bordwand nicht mehr zu sehen.

    Cheers!

    Angarvater

    Aye, J.P.,


    Ich verwende zum Brünieren kleine ( Marmeladen) Gläser mit Schraubdeckel. Bei Niro gibt es mehrere Szenarien. Der Pott reagiert mit der Brünierlösung und wird dunkel und ggf. auch rauh , zudem wäre in diesem Fall die Lösung ganz schnell aufgebraucht. Größere Rohre streiche ich nur mit einem Pinsel nach Bedarf ein und lasse das Mittel wirken.


    Ich habe das Krickmaterial vor Längerem eingesetzt, war aber mit den Ergebnissen nicht zufrieden und verwende seitdem Nerofor von Ballistol. Die zwei Stunden erscheinen mir. als sehr lang. Bei dem Nerofor wird das vorher natürlich gründlich entfettete Messing in 3 - 4 Minuten gut schwarz. Länger im Bad gelassen bildet sich eine nicht sehr gut haftende relativ dicke Schicht die leicht abplatzt.

    nach der Einwirkzeit nehme ich die Teile auch mit der Pinzette heraus und lege sie in einen Wasserbehälter, nehme sie dann nach kurzer Zeit heraus und trockne sie mit Küchenpapier wobei ich die überschüssige Schwärze abwische. Ich fixiere die Brünnierung meistens mit Mattlack von Marabu den ich ich auch zur Fixierung meiner Temperabemalung nehme.

    Beste Grüße


    Angarvater

    Ladies and Gentlemen and fellow pessents,


    natürlich wurde am Neubau weitergearbeitet. Aber das sind Bauzustände die erst nach Abschluss eines Arbeitschrittes einigermaßen für Bilder geeignet sind. Also:



    Die Konstruktion des Unterschiffes ist jetzt bis in Höhe des Großdecks soweit aufgebaut und geschliffen.

    Und zwar nur bis zu dieser Höhe (Ausnahme Bugsektion), damit (Teile) des Großdecks und darauf die Semilafetten eingebaut werden können. Diese werden nur soweit ausgestaltet, als das die Rohre daraufgesetzt werden können, was durch die Pforten dann in etwa wie eine ausgefahrenen Batterie aussehen könnte.

    Die Bleistiftmarken zeigen die Lage des untersten Bargholzes an.





    Spannend an diesem Rumpf ist für mich, daß das Schiff sehr schlank mit schnittigem Bug und sehr schlankem achteren Unterwasserschiff gebaut ist. Zuerst dachte ich, daß sich Kirsch bei der Konstruktion vertan hatte. Dem scheint aber nicht so zu sein da dieses Schiff bei seiner Länge und dem verhältnismäßig schlanken Rumpf als Verdränger eine recht hohe Rumpfgeschwindigkeit entwickeln würde. Ebenfalls bieten der Vordersteven und das Unterwasserachterschiff eine recht große Fläche die die Abdrift am Wind deutlich gegenüber den damals verbreiteten stumpfen Bug- und Heckpartien deutlich verringert haben dürfte.


    Es scheint mir so, daß diese konstruktiven Punkte der Grund für die Überlegenheit der Tudorflotte auf der Kreuz gegenüber den spanischen Galeonen gewesen sein könnten.


    Interessanterweise findet sich diese Formung der Unterwasserschiffe erst bei der HMS Agamemnon und ihren Schwesterschiffe wieder, von der Nelson schrieb, daß sie ihm wegen ihrer guten Segeleigenschaften und ihrer Schnelligkeit das liebste seiner Schiffe gewesen ist.


    Cheerio!


    Angarvater

    Und soll ich euch was verraten? Ich bin viel zu wenig bis gar nicht ein Kartonbau-Purist, um mich bei meinem Ausflug in die Holzwurmgefilde auch nur ansatzweise unwohl zu fühlen. :lol

    Aye, Bonden,

    Beides gefällt mir sehr, Deine Arbeit und Deine pragmatische Lösung der Anforderung. Wie Du weist habe ich es ja auch nicht mit dem Purismus. Wie seit altersher gilt es in der Technik die der Aufgabe angemessene Methode oder das geeignete Material zu verwenden.


    Interessant finde ich zB, dass Kirsch, nach dessen Plänen ich gerade baue, über die viel diskutierte Frage aus welchem Holz man Schnitzt schreibt, dass ihm das völlig Wurscht ist und er z. B. komplizierte Figuren aus Fimo macht, weil sich das leichter formen und nach dem Härten gut zurechtschleifen lässt.
    Aber am wichtigsten ist für mich, dass es mir Freude macht so ein Schiffsmodell zu bauen, und es fertig vielleicht auch noch ganz nett aussieht.


    Cheers


    Angarvater

    Derzeit laufen die einzigen bei mir nicht so beliebten Arbeiten, nämlich das Ausfüllen der Spantenzwischenräume und das in Form Schleifen. Hier nun zwei Bilder von diesem auch nicht gerade schönen Bauzustand.



    Kurze Erläuterung der Verfahrensweise. Die im Vordergrund zu sehenden Sperrholzpaßlinge werden in den zugehörigen Zwischenraum eingeleimt und dann wird das Ganze Schritt für Schritt in Form geschliffen. Was hier ansatzweise zu sehen ist.



    Diese Sache wird noch etwa zwei Tage brauchen. Dann ist die Rohform des Rumpfes im Unterschiff erreicht. Das muß dann natürlich gespachtelt und wiederum geschliffen werden. Es ergibt sich dann eine recht stabile Rumpfschale auf die sich die "schöne" Beplankung ganz ordentlich aufbringen lässt.

    Derzeit arbeite ich erst das Unterschiff um darauf die unteren Barghölzer zu montieren und danach den Rumpf bis dorthin von unten her zu beplanken.


    Aber bis dahin ist noch ein guter Weg zurückzulegen,


    Cheers!


    Angarvater

    Aye, Bonden!


    Ganz großes Tennis, wie man so zu sagen pflegt!!!


    Ich denke, daß deine Reihenfolge genau richtig ist, zumal sie sich bei meinen Takelungsversuchen auch so ergab.


    Und zu Speedys Idee ist von mir zu sage, daß ich auch keine Anweisung aus den alten Handbüchern bezüglich der Reihenfolge gefunden habe. Das scheint so selbstverständlich gewesen zu sein, daß es nicht festgeschrieben werden mußte.


    Cheerio!


    Angarvater

    Aye,Mates,


    das mit den Metalldrähten ist, wenn man seine Taue selber schlägt ,eine optimale Lösung mit den sehr guten Ergebnissen wie sie Bonden hier zeigt.

    Da ich als Zimmermann immer noch meine Taue zukaufe versteife ich sie, wo notwendig mit Zaponlack (klarer Metalllack), mit dem ich die Tampen in situ ein oder zweimal tränke und sie, bevor sie ganz trocken sind, per Hand in Form bringe. Das mache ich auch z.b. mit Fahnen. Hier allerdings meistens nur einmal getränkt und mit dem Fön schön auswehen lassen. Werden die Lappen dann trocken forme ich die beim Aussehen sichtbaren Wellen über ein Rundholz nach.


    Bei den relativ großen Lappen der Golden Hind reichte das Tränken der Lieken nicht aus, sodaß ich hier 0,75mm Eisendraht in die Säume der Segel eingezogen habe. Ziemlicher Fummelkram aber mit brauchbaren Ergebnissen.


    So schön im Wind stehende Segel wie Bondens Stagsegel habe ich auf den letzten Modellen nicht gemacht, da dann auch das laufende Gut richtig stramm, also unter Last sein müßte.


    Um Mylady bei der Inspektion eines der ersten besegelten Schiffe zu zitieren: die hellen Tampen, also das laufende Gut hängen ja so lose rum. Muß das so sein? Antwort eines alten Freundes (damals Eigner und Skipper eines alten, kleinen Rahsegelschoners in der dänischen Südsee) nach einem Blick auf's Modell: ist eben kein Wind, da zieht kein Segel am Seil.


    Tja, wenn's der Skipper doch sagt::D:D:D


    Cheerio!


    Angarvater

    Vielleicht hätte ich schon früher laut schimpfen sollen. Natürlich Quatsch. Jedenfalls sind die Pläne heute früh hier eingetroffen. Sechs Blätter in A0 in guter Qualität und ausführungsreif.


    Obwohl es sehr reizvoll ist die Niagara auf Kiel zu legen liegt die Countess auf der Helling und die wird erstmal gebaut.


    Cheers!


    Angarvater

    Die Pläne für den Bau sind bis heute noch nicht eingetroffen. Scheint ein ziemliches Problem mit Lieferungen aus den Staaten zu geben.


    Aber egal, Mylady hat ihre Niagara fertiggestellt, und das Schiff hat seinen Platz gefunden.





    Cheerio!


    Angarvater

    Lord Croidon


    Na ja, Mylord. Das ist normales Schiffszimmererhandwerk. Kunst ist etwas anderes. Oder wie Albrecht Dürer gesagt hat: Kunst ist die Vervollkommnung des Handwerks. Hmm, vielleicht später mal.


    Nebenbei gesagt: auf Angarfathers Dockyard werden keine Kanonenrohre gegossen und auch die Seile werden vom Reepschläger zugekauft.


    Aga und diese englischen Schiffe hatten gegenüber ihren spanischen Gegnern schon eine sehr flache Back und auch der achtere Aufbau war gegenüber den Schiffen Phillips fast schon zierlich. Kein Wunder, daß diese hohen Spanier von den kleineren Engländern ausmanövriert werden konnten.


    Das Bild des Schiffes wird sich natürlich noch deutlich ändern, wenn nach der Beplankung die "Baustützen" entfernt werden. Die machen die ganze Sache als Hilfskonstruktionen während der Arbeiten relativ stabil.


    Die Decksbalken der unteren Decks sind für das Modell nötig, da sie die Unterkonstruktion für die Batterien sind. Die Spanten liegen so verteilt, daß die Stückpforten keinen Spant durchschneiden müssen.



    best regards


    Angarvater

    Den (Arbeits-) Titel können wir ja jederzeit ändern.

    Genau das wird jetzt gemacht. Wenn Griffin ganz und garnicht paßt wird das Projekt aus gegebenem Anlass umbenannt.


    Darum die Bitte an Aga oder Lord Howe dies zu tun.


    Und zwar lautet der endgültige Name: Countess of Kingsbridge


    Hier erste Bilder vom Beginn.

    Erste Probe mit den zur verfügung stehenden Spanten. Spant 14a lädt sich aus den Spanntenrissen nicht herausarbeite. Die Maße werden daher jetzt am Spantengerüst heruasgemesen. Dies gilt auch die beiden Spanten des Heckoberbaues.




    Wenn die restlichen Spanten konstruiert und eingepaßt worden sind wird das Ganze auf die Helling gebracht, ausgerichtet und mittels 15 x 15mm Leisten stabilisiert, sodaß es danach gut machbar ist die Spantenzwischenräume auszufüllen und einen relativ stabilen Schiffskörper zu bauen. Aber bis dahin istnoch eine Menge zu tun.


    Cheers!


    Angarvater




    Angarvater