Beiträge von Angarvater

    Aye, Mates,


    vielen Dank für Eure freundliche Würdigung der Erscheinung ihrer Ladyschaft.


    Während sich die Segelmacherei an die Arbeit macht wurden die vier Anker gefertigt.


    Benötigt wurden der Buganker, der Muringsanker mit den zwei zugehörigen Ankerbojen , und zwei kleinere Stromanker.





    Morgen kommen die Anker an Bord, sodaß anschließend die restlichen Rahen gedrechselt werden können.


    Cheers!


    Angarvater


    P.s. Das Ständer aus 10mm Acrylglas in seiner endgültigen Form.


    Das zugehörige Buch von Ab Hoving ist am Donnerstag auch eingetroffen.


    Im ersten Teil des Buches zeigt Hoving die Entwicklung der Holländischen Handelsschifffahrt über mehrere Jahrhunderte.

    Er klammert den militärischen Schiffbau vollständig aus, zum einen ist der nicht das Thema des Buches, und zum anderen stellt er sich gegenüber den von den Niederländern gefahrenen Warenströmen, mit ihren horrenden Gewinnen, zumindest wirtschaftlich als wohl nötig aber auch als wirtschaftlich unbedeutend heraus. Im zweiten Teil beschreibt er die Verfahrensweise der holländischen Schiffbauer und ihre Besonderheiten sehr präzise und instruktiv.

    Im dritten Teil beschreibt er die 10 hauptsächlichen Handelsschiffstypen. Hierzu gehören dann die 24 Modellbaupläne.


    Allerdings muß darauf hingewiesen sein, daß das Buch nur auf Englisch verfügbar ist.


    Ich gebe dem Buch, mitsamt den Plänen, 5 von 5 Geneverflaschen.

    Da mich die Zeit des späten 16. und des frühen 17.Jahrhunderst modellbaumäßig immer noch sehr interessiert suchte ich seit

    längerem nach braubaren Plänen von Schiffen dieser Epoche. Immer wieder wurde das Buch von AB Hoving, 17. Century Dutch Merchand Ships als sehr gut in diversen Foren erwähnt. Allerdings war es längere Zeit nicht mehr zu erhalten, da Seawatch Books, Oregon, nicht mehr erreichbar war, und antiquarisch nur einige Exemplare zu horrenden Preisen angeboten wurden.


    Vor kurzem meldete sich Mike, als neuer Inhaber von Seawatch Books bei der alten Kundschaft und teilte u.a mir als altem Kunden, mit, daß er den Verlag, den der bisherige Inhaber aus Altersgründen nicht mehr weiterführte, übernommen habe und wieder Online zur rreichen sei.


    Zu meiner Freude bot Seawatch auch den Hoving an, den ich orderte.


    Der Transport von Büchern von Florence, Oregon, nach Deutschland gestaltete sich nicht so ganz einfach, da z.B. USUPS von Florence nicht nach Europa liefert. Mike fand dann einen Weg des Transports. Die Sendung ging mit einem inneramerikanischen Dienst nach Missouri, von da mit USUPS nach Deutschland, und von Frankfurt aus per DHL nach Hannover.

    Die Lieferung kommt in zwei Teilen (dazu eine große Entschuldigung des Verlages, warum das so ist ist nicht bekannt). Aber egal, erstmal habe ich jetzt den Plansatz. 24 Pläne zum Bau von 10 verschiedenen Schiffen.






    Die Pläne sind von Cor Ehmke sehr gut gezeichnet und es drängt mich die Countess fertigzustellen und den nächsten dicken Holländer auf Kiel zu legen.


    Cheers!


    Angarvater

    Auch Hornblower benutzt auf dem Weg zu seiner Atropos einen getreidelten „Expresskahn“ auf dem Themse Severn Kanal. Für mich als 12 jährigem war das ein kaum vorstellbarer Transportweg. Aber besonders toll war, daß mein Held Hornblower für den im Suff gestürzten Treidelknecht einspringt. Sehr schön beschrieben, wie der Skipper, der Hornblower zu Anfang nicht gerade freundlich gegenübersteht, und der , als Kapitän der RN, auf einer Plattform liegend den Kahn durch einen Tunnel mit den Füßen durchstemmen.


    Besonders zufriedenstellend war damals für mich, daß ihn der Skipper nach diesem Kraftakt mit der ihm gebührenden Hochachtung zum Dinner verabschiedet.


    Eine besondere Sache war dabei, daß diese Episode für mich der Anlaß war mich über das alte englische Kanalsystem zu informieren. Davon wußten weder meine Freunde noch ich vorher irgend etwas. In den 50zigern bekam man ja auch nicht so leicht und schnell Informationen über solche „Orchideenthemen“. Aber Bibliothekarinnen war auch damals schon für den Wissbegierigen wahre helfend Feen aus der Zauberwelt der Bücher.

    Nach einer kurzfristig anberaumten Reise nach Fynen (DK) konnte jetzt das Ausweben der Wanten in Angriff genommen werden. Zu diesem Thema gibt es mancher Orts intensive Diskussionen darüber, ob die Webeleinen nun geteert (dunkel) oder hell getakelt wurden oder wie stark sie gewesen sind. Hier meine völlig umprofessionelle Antwort darauf: in hell sehen sie besserer aus, und zu dünn können sie mit Spinnweben verwechselt werden. evilgrin


    Ein interessantes Detail war hier auch noch das Besanmarsstag, daß mit seinen Spruten am achtersten Großwant steuerbords angeschlagen wird und über die Taljen zur steuerbord Reling des Achterdecks läuft. Dies ist nötig, da sonst die Rute des lateinischen Besanmarssegels

    nicht umgeschiftete werden könnte.




    Cheers!


    Angarvater

    Aye, Gentlemen,


    Allein schon der hier so überzeugend dargestellte Stil des Autor, der ja schon fast an die köstlichen Satzbauten Schopenhauers heranreicht, macht es interessant dieses, der Unterhaltungsliteratur zuzuweisende Werk, anders anzusehen, und es sich anzueignen um endlich mal wieder richtige, der Sprache angemessene, Sätze zu genießen, ohne ständig dieses

    Kurzsatzgehacke durchleiden zu müssen. 😅😅😅😅


    Nun, geht doch.


    Angarvater

    Sehr gut, Admiral!


    Diesen schönen Effekt, bei Parallelbauten Verfahrensweisen zu übertragen, finde ich besonders gut. Dann fällt auch mein immer mal wieder auftretender Gedanke: beim nächsten Mal fange ich mit dem dritten Schiff an, dann weis ich wie es geht, weg.😁😁😁😁


    An Sonsten ist es, bei den zeitlichen Abständen zwischen den sich wiederholenden einzelnen Bauabschnitten der Schiffe, bei mir immer so, daß ich mich frage, wie ging das eigentlich?


    Also, viel Vergnügen mit der Flota.


    Angarvater

    Ja sicher, das ist bei einer Kampfhandlung in Auftragstaktik so. Nelson war einer der ersten die ihre Flotten resp. deren Kommandanten in der Auftragstaktik führten. Dazu gehörte eben auch, daß der Auftrag an die Kommandanten klar war, als der Angriffsbefehl gegeben wurde. Das setzte selbstverständlich voraus, daß die Varianten der Auftragserfüllung im Stab durchgearbeitet wurden.


    Interessant wäre es zu wissen, ob die Teilung der Flotte, nach dem Foley mit weiteren vier Schiffen in die "Binnenlage" einlief,

    eine selbständige Entscheidung der nachfolgenden Kommandanten war oder von Nelson kommandiert wurde.

    Das war m.E. nach die für die Engländer beste taktische Entscheidung und das absolute Desaster für die Franzosen.

    Mir scheinen die Analysen in diesem Thread als recht plausibel. Obwohl es in der RN etliche Jahrzehnte lang auch dieses statische Denken, das sich in den Gefechtsorders festmachte gab (siehe Byng ) griffen solche Kommandeure wie St.Vincent und vor allem Nelson auf sehr alte und bewährte Handlungsweisen der RN zurück, die sie dann an die Waffentechnische Entwicklung und die Eigenschaften ihrer Schiffe anpaßten.

    Bestes historisches Beispiel für diese sehr englische Denk- und Handlungsweise waren die taktischen auch strategischen Überlegungen in der Schlacht gegen die Armada. So war der vorhergehende Angriff auf Cadiz ein brillanter taktischer Schachzug der der Flotte Elizabeth eine deutlich Verlängerung der Zeit bis zum Angriff brachte. Ganz gegen die damals üblichen Verfahrensweisen. Es war unüblich den Gegner in seinem Stützpunkt zu schlagen, daß gehörte auf See, zumal es bei solchen Kommandos durchaus möglich war, daß ein Großteil der Angreifer vernichtet werden konnte.


    Die sich ständig ändernden Maßnahmen der englischen Flotte während der Armadacampaine fußten nicht nur auf der numerischen Unterlegenheit der Engländer, sondern ergaben sich aus dem, unter welchen Umständen auch immer, Festhalten Medina Sidonias an seiner "Überlegenheitsformation" des Halbmondes, die schon gescheitert war, als es gleich zu Anfang der Gefechte nicht gelang die Engländer einzuschließen und sich diese sofort hinter die Armada setzten.


    Nelson ist in allen seinen Schlachten wohl so verfahren: sehr schnell und sehr hart bei jeder Gelegenheit und jeder Möglichkeit den Gegner zu schlagen, und dabei den Gegner an der Entwicklung seiner Strategie schnellstens zu hindern. Siehe auch Abukir.

    Nach dem Motto: ich kam, sah ( die Situation) und siegte. Hm, das war ja Caesar. Aber Nelson machte das samt seinen Kommandeuren genau so: Die Lage des Gegners wurde gesehen, und der Admiral erkannte die Situation richtig.

    Also: draufhauen. Und das wars dann für die Franzosen.

    Brachial aber eben militärisch genau richtig und damit ein voller Erfolg.

    Aye, Mates

    zwischenzeitlich wurden noch etwa 60 Blöcke ( klein) und Sprutenblöcke zur Vorbereitung der weiteren Takelarbeiten angefertigt.

    Hier nun die praktische Ausführung der Belegung des Stags, die ja in den vorherigen Posts diskutiert wurde.


    Ich habe das Stag wie bei den Wanten und den Hauptstagen mittels Jungfern getakelt. Scheint mir eine ganz brauchbare Lösung zu sein.

    Als nächstes wurde das Stag des Großmastflaggstockes getakelt. So etwas habe ich bisher noch in keinem Plan jüngerer Schiffe gesehen. Wie Kirsch in "die Galeonen" schreibt, ist dieses Stag eigentlich vollständig überflüssig, wurde aber aus ästhetischen Gründen bei diesen Schiffen gefahren.

    Arbeitstechnisch wurden dafür erst noch einige spezielle Blöcke gebraucht. So dieser dreifach Sprutenblock mit einem Scheibgatt, was ich bis dato auch noch nicht kannte.



    Oder der Doppelblock.



    So sieht das Ganze dann aus.



    Hier noch ein Blick auf die Details.




    Diese Spruten einigermaßen sauber zu takeln ist schon eine schöne Geduldsarbeit.


    Es wurde von den Takeln der damaligen Zeit immer darauf hingewiesen, daß diese ganze Seilführung bei hoher Stabilität sehr elastisch sei, was bei hartem wind von Vorteil wäre.

    Kapitän Villiers bestätigte dies nach seinen reisen mit der Replika der Mayflower.

    Zieht man mit der Hand am Stag so nimmt das Stag die Kraft weich und elastisch auf. Scheint also auch beim Modell zu funktionieren.


    P.s. die Scheiben der Blöcke sind bei dieser Größe nicht mehr drehbar. Sie bestehen aus 3 resp. 4mm Buchenrundholz mit einer Stärke von 1mm

    Aye,Aga


    Nach den mir bekannten Plänen wurde nicht nur das Stag sondern ein Teil des laufenden Gutes aus der Mars bedient. An Deck gab es dafür einfach zu wenige Belegpunkte. Die Marsen der Galeonen waren für Nagelbänke zu klein, im Gegensatz zu den demgegenüber riesigen Gefechtsmarsen der Nelsonschen Schiffe. Am Mast mit einer Klampe? Lönnte gehen.