Beiträge von Angarvater

    Aye, Peter!


    Sehr ordentliche Arbeit!


    Zur Verarbeitungsgenauigkeit. Für mich kommt es darauf an was ich baue. Baue ich ein Blankholzmodell so baue ich ein Schmuckstück, bei dem ich meine "Handwerkskunst" ( bewußt gewählter Ausdruck der nichts mit meinen bescheidenen Fähigkeiten zu tun hat) beweisen will. Baue ich ein Modell, also ein Gebilde was mehr oder weniger Ähnlichkeit mit dem Original hat, so ist diese Supergenauigkeit der Beplankung oder der Feinheit der Oberflächen m.E. nach nicht angemessen. Insbesondere Arbeitsschiffe, und das waren die Kampfschiffe im weitern ebenfalls, werden auch heute noch so gebaut, daß sie sehr gut funktionieren. Dabei wurden Spalten schon möglichst klein gehalten, aber immer kräftig kalfatert, und dann kam und kommt da Schutzfarbe drauf. Und das nicht zu knapp. Eine andere Variante ist die, eines der erhaltenen Modell in den historischen Sammlungen nachzubauen. Deren unglaublich Qualität hat m.E. aber nichts mit der Ausführungsqualität des großen Schiffes zu tun. Diese herrliche Handwerkskunst dient der Präsentation für den König, und mußte königliche Qualität haben.

    Ergo, sehr gute Modellbeplankung!

    Angarvater

    Aye Peter,

    schöne Arbeit.

    Solltest Du die Beplankung noch schleifen wollen ist das eine Gelegenheit die Spalten zu schließen. Den Teilbereich mit etwas Weißleim einstreichen und dann sauber wischen. Dann vorsichtig mit 80ziger ( wirklich 80ziger) Papier schleifen. Der Schleifstaub/ leimmatsch schließt die Fugen recht gut. Aber über sanfte Vorgehensweise brauche ich Dir ja nichts erzählen.


    Angavater

    In den letzten Wochen ging es auf der Werft nur langsam, oder besser gesagt nur gelegentlich, voran. Nun, es gibt im Frühjahr immer mal wieder "Baustellen" im Haus. Als da sind: zu überholendes Holzwerk, auszuwechselnde Warmwasserbereiter und dergleichen mehr.

    Hier nun ein paar Eindrücke von den jetzt wieder anlaufenden Arbeiten.


    So ein "Kleinkram" ist z.B. das Anfertigen und Einbauen von Augbolzen mit ORingen. Hier einige davon auf den Grätings. Der größte Teil dieser Teile liegt "auf Halde" und wird künftig für das Anschlagen von Blöcken in der Takelage gebraucht. Bisher sind das insgesamt 140 Teile. Die stelle ich aus Messingdraht her. Je nach Verwendung in 0,7 oder 1,0mm. Brüniert werden sie mit Nerovor von Ballistol.



    Die Rüsten von Vor- und Großmast.

    Schritt eins ist das Zuschneiden der Rüstbretter und das Einfräsen der Kanäle der Rüsteisen. wie schon Altmeister zu Mondfeld schrieb ist es ratsam die Rüstbretter nicht nur zu kleben sondern auch mit Stiften an der Bordwand zu befestigen. Verfahrensweise: Vorbohren in den Kanälen, verkleben und mittels "Goldleistenstiften" an nageln. Diese Stahlstifte sind von Vorteil, da man sie nach dem Eintreiben durch hartes Biegen im Material abbrechen kann. Danach kommt noch hochflüssiger Cyankleber in die Nagellungen, die sich dann kaum noch lösen können.



    Anfertigung der Rüsteisen. Völlig offen ist, ob die Eisen damals rund oder eckig gewesen sind. Beide Formen zu Schmieden ist für einen versierten Schmied kein Problem. Ich habe mich dazu entschieden sie aus 2mm Messingvierkantrohr zu machen.


    Zuschneiden mit der Diamantscheibe ist sehr sauber zu machen.



    Danach Entgraten.


    Die Dinger müssen ja an der Bordwand verbolzt werden. Das geht mittels eines Flachteils ganz gut zu machen.

    Fertigung: das jeweilige Rohr wird drei mm tief in einen Schraubstock eingespannt und dann der Schraubstock fest zugedreht. Das ergibt dann eine ganz ordentliche Flachmaterialzunge in die dann noch die Bohrung für den Bolzen eingebracht wird.




    Die Augbolzen sollten auch brüniert sein. Da mir aber das Aceton zum Entfetten ausging wirkt das Brüniermittel in diesem Fall nicht. Werden sie eben an Ort und stelle später geschwärzt.



    Den Augbolzen stecke ich dann in das offenen Ende des Rüsteisens und lasse dünnflüssigen Cyankleber reinlaufen, was eine ausreichende Festigkeit erzielt. Da die Augen nach dem Einbau in die Rüste noch auf Senkrecht gebogen werden besteht kaum die Gefahr, das sie von den Wanten ausgerissen werden. Könnte man auch hartlöten, was aber einen deutlich höheren Arbeitsaufwand, ohne besseren Effekt, mit sich bringt.


    Vor dem Einbau lege ich noch den Winkel des Rüsteisens fest. Dazu setze ich einen "Hilfsmast" in die jeweilige Mastspur ein und spanne eine Schnur von der künftigen Höhe der Mars über den Rüstenkanal zum Aufpunktdes Eisens. Der Kanal wird noch einwenig mittels einer Fräse auf Schlankheit gebracht. Der Aufpunkt und der Kanal bekommen dann ihren Tropfen Kleber und das Eisen kann eingesetzt werden. Zum Abschluss werden noch die Bolzen (0,7mm Stahlnägel) eingeschlagen, und die Augen ausgerichtet.



    Nächster Schritt wird das Anfertigen der Abdeckleisten der Kanäle sein.


    Diese Konstruktion ist nach meiner Erfahrung dauerhaft recht stabil.


    Angarvater

    Erinnert mich an Schockerlebnis auf den Canaren. Da lag unser Musik-„Dampfer“ neben der Alex von Humbold II. Allein die durchgehenden Decks der „Epic“ überragten den Großmast der Alex deutlich. :lupe:

    Na ja, Mylord,

    selbst die doch für ihre Zeit mit 3500T Verdrängung ganz schön große HMS Victory ließe sich auf einem großen Carrier noch gut als Decksladung mitnehmen.

    Oder die Winzlinge der Entdecker wie z.B. die Golden Hind. Diese Minischiffe nötigen mir für die Leistungen der Sailors deshalb immer den größten Respekt ab.


    Angarvater

    Aye, Bonden,


    super schöner Ausschnitt der die wirklichen Dimensionen deutlich macht.


    Ich bekam gerade wieder etwas Gänsehaut als ich mir beim Betrachten des Bildes vorstellte da bei Dunkelheit und Wind 8 - 9 auf zu entern.

    Zwar ist die Mars kaum so hoch wie die Brücke bei einem modernen Frachter oder Kreuzfahrer, nur wer ist denn bei Schwerwetter und Normaldienst heutzutage schon an Deck? Kaum jemand.


    Angarvater

    Der Code Civil, von mir aus. Aber an Sonsten? Ein Mann der nach einer Schlacht über die Gefallenen sagt: was sind schon 100000Mann? Ich weis nicht.


    Nur gut, daß ihm Männern z.B. Nelson, St.Vincent,Marlborough gegenüberstanden

    Aye, Oeli,


    ich takele immer zuerst die Wanten der Untermasten, und zwar an allen Masten. Wenn ich die richtig steif durchsetze und auch noch mit der Schwichtung takele ist das eine sehr stabile Angelegenheit die auch beim Takeln der Stage nicht mehr in irgend eine Richtung auswandert.


    Die Zugänglichkeit der Masten ist wirklich nur sekundär, und mit etwas Geduld beim Arbeiten nicht so wichtig. Aber Geduld ist ja immer die vorrangige Tugend des Modellbauers.