Ich komme nicht drauf (Beiboote)

  • Ich denke mal drüber nach, danke für das Angebot. :thumbup: :)


    Und:


    Komisch die Boote konnte man ausfieren, aber die Schotts nicht abbauen.

    Ja, stimmt schon. Dass ich mein Modell mal in einer Pre-Gefecht-Situation zeigen will, hab ich mir ja erst viel später überlegt. Mal sehen was mir dazu noch einfällt...

  • Ich muss mich @AnobiumPunctatum anschließen, lieber @Bonden, denn hier wirst Du Deinen selbstgesetzten Maßstäben untreu.
    Einerseits bereitet es Dir schlaflose Nächte, wenn Du herausfindest, dass ein Borgestag von einer echten Jungfrau und nicht nur einer jungen Frau geklöpelt werden musste und Du bist an der Stelle bereit, das halbe Schiff wieder abzureißen. Andererseits sind Dir die Beiboote völlig schnuppe, obwohl sie doch höchstwahrscheinlich viel öfter im Gebrauch waren als all die schön getakelten Kanonen.
    Und noch eins: Selbst wenn Du das Schiff im gefechtsbereiten Zustand bzw. kurz davor zeigen willst, müsste doch immer noch erkennbar sein, wo die Boote soeben noch gelagert waren.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Nun, @Speedy , zu den Booten und der Lagerung derselben habe ich ja im Baubericht was geschrieben. Und ansonsten werde ich mir nicht wirklich untreu: Es war nun mal so, dass die Boote vor einem Gefecht von Bord kamen. ^^  
    Und Schott abreißen und so könnt ihr mal eben vergessen. :P Nee nee, das bleibt so, und ich überlege mir noch, welche konkrete Situation ich später darstelle.

  • Boote im Gefecht, sind auch so ein Thema für sich. Wurden wirklich alle Boote von Bord genommen? Behielt man sie im Schlepp oder ließ man sie treiben?

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Beide Varianten sind bekannt, wobei vieles dafür spricht, sie eher treiben zu lassen, versehen mit einem kleinen Anker, damit sie nicht so weit abtreiben. Beim Hinterherschleppen behindern sie ja u.a. die Manövrierfähigkeit, außerdem besteht die Gefahr, dass sie so auch erheblich beschädigt werden im Gefecht.

  • Ich hätte da mal noch ein Frage zu den Beibooten. Bei POB ist öfter mal vom roten oder vom blauen Kutter die Rede. War bei denen der Außenanstrich rot bzw. blau oder ging es um das Innere des Kutters?
    Wie wurden Beiboote überhaupt bemalt?

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Wurden die überhaupt bemalt? Welchen Zweck sollte das erfüllt haben, die Beiboote anzumalen? Wenn, dann könnte ich mir auch wieder schwarz und ocker vorstellen. Weniger wegen der Farbe, sondern von den verwendeten Materialien her.
    Für den Unterwasseranstrich verwendete man Holzkohlenteer, der eine dunkelbraune bis schwarze Farbgebung zur Folge hatte. Später wurde dann zum Schutz vor Würmern noch Schwefel hinzugesetzt, so dass man dann ein gelblich-graue Färbung erhielt. Mondfeld nennt darüber hinaus auch noch Bleiweiß als Möglichkeit, das sähe dann "schmutzig-weiß" aus.


    Rote Farbe gabs ja auch auf den Geschützdecks, z.B. hellrote Bleimennige, das ließ sich wohl auch recht einfach herstellen. Blau dagegen wohl erst mit Erfindung des Pariser bzw Preußisch Blaus nach 1704; wobei die Herstellung wohl sehr teuer/aufwending war.

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • Ergänzend zu @Richard Howe, könnte ich mitr noch vorstellen, das das Dollboard Farbig abgesetzt wurde, um die Kutter unterscheiden zu können.


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Mit irgendeinem Holzschutz (Rosin?) werden die Boote auch außen gestrichen worden sein.
    Aber vordergründig geht es mir um die Unterscheidung blauer und roter Kutter. Für den Außenanstrich stelle ich mir das recht teuer vor.

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  • Vielleicht bezog sich das wirklich nur auf eine Markierung wie z.B. das Dollbord, den Masten oder einen Wimpel.
    Einen Komplettanstrich kann ich mir auch nicht vorstellen.

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • @Richard Howe und @Speedy, ich auch nicht.
    Ich habe mal gerade in Patrick O'Brians Navy , the illustrated companion to Jack Aubrey's World geschaut.
    Da gibt es auf S.115 ein Bild, einer Enterszene, dort sind die Beiboote innen Grün bemalt.
    Ein paar Seiten weiter (S.118) gibt es ein Diorama einer "cutting-out expedition". Dort ist ein Beiboot Rot innen gemalt und eines Gelb.
    Aussen sind diese in allen Fällen Weiss, mit Schwarzen Dollboard.
    Aber wir haben auch die gleiche Anzahl bilder, wo die Beiboote einfach Holzfarben dargestellt werden.
    Also ich gehe davon aus, das -wenn die Beiboote Farbig gehalten sind- die Innenseite bemalt war.
    Dies war sicher wie der sonstige Dekor auch vom Kommandanten abhängig, wieviel Wert er auf soetwas legte und ob er dafür Geld ausgeben wollte.


    Aga


    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Oder mal beim NMM die Galerien durchforsten.
    Aber selbst zeitgenössischen Bildern darf man nicht vorbehaltlos trauen, viele Künstler waren nicht dabei bzw. schmückten später ihre Bilder auf/aus, damit der Auftraggeber ein imposantes Gemälde erhielt.
    Ein flächiger Außenanstrich lohnte sich wegen der wenig wasserfesten Farben wohl auch kaum.
    Beim weißen Anstrich könnte es sich dann durchaus um Bleiweiß handeln.

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • Ich denke, dass die Beiboote erstmal mit Stockholm tar konserviert wurden. Also wäre so ein Boot erstmal Dunkelbraun, und nach mehrfachem Malen fast Schwarz. Ob ein Schiffsführer dann in die Börse griff und das Boot nach seinem Geschmack pönen lies war wohl seine Sache. Denkbar ist auch, dass man das Unterschiff wie bei den großen Pötten mit dem bewährten Weis strich.


    So sehen im übrigen alte Ruderboote, die man gelegentlich in Skandinavien findet heute noch aus, und werden auch die Replicae der Wikingerboote z.B. in Roskilde bearbeitet.


    P.s. Ich stimme Howe zu. M.E. nach haben die Mahler der Seestücke die Farbgestaltungen auch nach ästhetischen Gesichtspunkten gestaltet. So ein Beiboot ist ja nur ein kleiner Farbtupfer in einem großen Bild. Bei van der Velde sind die Boote häufig außen dunkel und z.B. der Dollbord passend zur Kleidung gemalt

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

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  • Hmm, ich bin mir nicht sicher, dass die Boote komplett mit Stockholmer Teer gestrichen wurden. Es git auch andere auf holz basierende Teeranstriche. Die Innenseite der Boote wird nicht behandelt sein, um die Uniformen der Offiziere nicht zu beschmutzen.
    Wie die Boote verziert waren, hängt zum großen Teil vom Kapitän und vom Schiff ab. Bei Zwei- und Dreiecken werden die Boote aufwendiger verziert gewesen sein, als bei kleineren Einheiten. Im NMM gibt es einige schöne Modelle als Beispiel.
    Rot und ocker waren relativ preiswerte Farben, auch blau war ab spätestens Mitte de 18. Jh. da künstlich herstellbar einfach zu beschaffen und damit nicht mehr unerschwinglich. Der erste Beitrag zeigt zwei zeitgenössische Longboat-Modelle aus der Mitte des 18. Jh.


    Bei Kuttern werden die Verzierungen auf das Dollbord beschränkt gewesen sein, da der Bootstyp klinker gebaut war.

    Gruß Christian


    In der Werft: Papegojan, 1/72 von Shipyard
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • Leider habe ich keine Erlaubnis, mir die Seite anzuschauen.
    Da die Beiboote ja meist ineinander gestapelt waren, um sie zu lagern, dürften Verzierungen nicht sonderlich sinnvoll gewesen sein.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)