HMS Surprise von Artesania Latina

  • Inzwischen ist das Batteriedeck (richtiger Begriff?) angebracht. Entgegen der Anleitung habe ich das Spantengerüst in einem Arbeitsgang mitverleimt. Eigentlich soll dies mit einer Wasser-Leim-Mischung nach der Fixierung des Decks erfolgen, aber wenn man keinen Expressleim verwendet, reicht die Zeit gut aus, um die Ausrichtung der Spanten nach dem Anbringen der Decks noch zu korrigieren.


    Es haben sich nun doch ein paar Ungenauigkeiten/Ungereimtheiten bei den Bauteilen gezeigt:


    - Die Bohrung für den Fockmast im Deck ist gegenüber der Mastaufnahme im Spantengerüst etwas nach hinten verschoben, was sich bei der Beplankung aber leicht korrigieren lässt.


    - In den letzten, breiten Schlitz des falschen Kiels gehören zwei Spanten. Bei älteren Bausätzen mit wasserstrahlgeschnittenen Teilen ist in diesem Schlitz eine Stufe, sodass der hintere Spant etwa 2mm höher sitzt (auf den Fotos der Anleitung deutlich zu erkennen). Bei den gelasterten Teilen fehlt diese Stufe, sodass der unveränderte Spant zu tief sitzt, wenn man ihn ganz einschiebt.


    - Die Auflager für das Achterdeck (richtiger Begriff?) passen hinsichtlich der Höhe nicht gut zusammen. Hier ergibt sich keine vernünftige Flucht. Die Anleitung schweigt sich dazu aus, aber in einigen Bilder erkennt man, dass dort auch behelfsmäßige Anpassungen mit Holzresten vorgenommen wurden.


    Als nächstes geht es an die Beplankung des Decks. Das erfolgt mit Lindenholzleisten 5 mm x 1 mm. Laut Mondfeld könnten die Decksplanken etwa 6m lang gewesen sein. Daher klebe ich immer 10-15 Leisten mit Tesafilm zusammen und säge sie in 12,5 cm lange Stücke. Die Kalfaterung bilde ich nach, indem ich einen Stapel dieser Leisten mit Zwingen fest zusammendrücke und die umlaufenden Seiten schwarz male. So bleibt beim Beplanken eine dünne schwarze Linie zwischen den Leisten.

  • Die Idee mit dem "Malrand" klingt einfach wie genial. Zwei nebeneinander liegende Planken haben dann automatisch eine Kalfaterung ohne schwarze Fäden oder Pappe, die dann mühevoll und nie exakt ohne Schaden auf Deckshöhe abgezogen werden kann. :thumbup:

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • Zersäge mal noch nicht alle Planken! Die Länge von Mondfeldt ist stark untertrieben, in Realität waren die Planken bedeutend länger und richten sich nach dem darunterliegenden Deckplanken. Wenn man dann nach einem vernünftigen Muster planken will, werden die Planken vor allem mittschiffs bedeutend länger.


    Falls es dich tiefer interessiert, schaue ein mal hier:
    http://www.segelschiffsmodellb…dazugehoert.html#msg20332


    Lieber Gruß und viel Vergnügen, Daniel

  • Danke für die Rückmeldungen! Auch an dafi für den Hinweis mit der Plankenlänge; leider waren da schon fast alle Planken zugeschnitten ...
    Hier das Zwischenergebnis:


    Zuerst habe ich die Lage der Niedergänge, Grätings und Luken markiert, um die Lage der Plankenstöße planen zu können.


    Die Planken habe ich in einem Vierer-Versatz aufgeleimt. Das Deck ist durchgehend beplankt, auch wenn man später nur einen Teil davon sieht. Ein bisschen habe ich die Planken sortiert und darauf geachtet, dass die schönsten im Bereich der Kuhl Verwendung finden.

  • Also was Modellbau und vor allem Holzmodellbau angeht, bin ich Laie; aber das geplankte Deck macht einen sehr guten Eindruck! :thumbup:

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • Dübelung der Decksplanken?


    Zur Zeit überlege ich, ob und wie ich die Dübelung der Decksplanken nachstellen möchte.
    Hier meine Versuche an einem Probestück:


    Variante 1 a): Löcher bohren (0,7mm) ... in die Löcher Zahnstocher einleimen ... mit dem Seitenschneider abknipsen und beischleifen ...
    Variante 1b): Wie 1a) aber Zahnstocherspitzen zuvor schwarz angemalt


    Variante 2: Gekürzte Nadel einer Injektionsspritze wird über einem Teelicht erhitzt und kurz auf die Planke gedrückt.
    So hatte ich es bei der USS Constellation gemacht, die noch in meiner Werft liegt.


    Die Ergebnisse der Freihandversuche (für die Ausführung würde ich mir eventuell eine Schablone machen):

    Von links nach rechts: Variante 2 (Branding) ... Variante 1b) (schwarze Zahnstocher) ... Varainte 1a) (Zahnstocher natur)
    Was meint ihr?

  • Je dezenter je besser :-)


    Die zu sehenden Dübel waren ja nicht die originalen Nagelköpfe, sondern Holzdeckelchen, aus dem gleichen Holz wie die Planken und in der gleichen Maserrichtung eingeschlagen.


    XXXDAn

  • Wie Dafi schon schrieb handelt es sich da um Abdeckplättchen. Nebenbei machen es heutige Zimmermänner bei Tragwerksverschraubungen noch genauso. Über die Köpfe der Schrauben,die die Gesperreteile zusammenhalten werden in die dafür eingearbeiteten Bohrungen "Querholzplättchen" spricht Plattendübel eingetrieben.


    Ich brenne die Dichtungen der Nagelabeckungen mit z.B. ein oder zwei abgeschnittenen 0,9 mm Kanülen ein, die ich in einen in den Lötkolben passenden Kupferstab eingesetzt habe.


    Außenbords gibt es bei einigen Schiffen durchaus auch Verbolzungen und Nagelungen bei denen die Köpfe deutlich auf der Plankenoberfläche stehen. Je nach Maßstab nehme ich dann schwarz gefärbte Rundstifte oder ggf. auch geschwärzte Kupfernägel.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

    Einmal editiert, zuletzt von Angarvater ()

  • Fazit also: schon beim Maßstab 1:1 kaum zu sehen, beim Modell also besser ganz weglassen?!?

    Ich brenne die Dichtungen der Nagelabeckungen mit z.B. ein oder zwei abgeschnittenen 0,9 mm Kanülen ein, die ich in einen in den Lötkolben passenden Kupferstab eingesetzt habe.

    Das kommt mit bekannt vor; wahrscheinlich habe ich die Spritzenspitzenmethode bei dir abgeguckt ... ^^
    Ist das Ergebnis bei dir dezenter?

  • Jungejunge, dass ich heute ein Bild der Diana hochlade, hätte ich auch nicht geglaubt. Hier meine Lösung: Bambus, durch eine Lochplatte verschiedener Durchmesser gezogen. Sehr diskret und ziemlich wirkungsvoll. Die Kalfaterung ist mit schwarzem Papier gemacht.

  • Jungejunge, dass ich heute ein Bild der Diana hochlade, hätte ich auch nicht geglaubt. Hier meine Lösung: Bambus, durch eine Lochplatte verschiedener Durchmesser gezogen. Sehr diskret und ziemlich wirkungsvoll. Die Kalfaterung ist mit schwarzem Papier gemacht.

    Das sieht wirklich großartig aus! Ich werde mal versuchen, ob ich mit den Zahnstochern bei den Dübeln ein ähnliches Ergebnis erreichen kann. Besonders gut gefällt mir die Kalfaterung; das werde ich bei den nächsten Decks auch mal mit der Papier-Methode probieren.
    Mit welchem Holz hast du die Beplankung denn ausgeführt?


  • Das kommt mit bekannt vor; wahrscheinlich habe ich die Spritzenspitzenmethode bei dir abgeguckt ... ^^ Ist das Ergebnis bei dir dezenter?

    Mit dem Lötkolben eingebrannt ist das schon weniger heftig als mit der Kerzenmethode. Zudem schleife ich das fertige Deck noch fein, was die Einbrennmarken noch wesentlich dezenter werden läst.

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  • So, schön mal wieder hier zu sein ...

    Nach ein paar Tagen kreativer Pause habe ich mich mal wieder in die Werft begeben, das Deck fertig gestellt und den Rumpf beplankt.

    Die Dübelung habe ich jetzt mit Zahnstochern ausgeführt. (Habe mich schon geärgert, dass ich sie jetzt doch leicht eingefärbt habe, weil ich sie in natur kaum erkannt habe; das liegt aber vermutlich daran, dass meine Augen inzwischen etwas nachgelasssen haben ... search)

    Bei der Beplankung habe ich nur kurz überlegt, ob ich sie nach Anleitung einfach ausführe. Weil ich mit doppelter Beplankung nur gute Erfahrungen gemacht habe, werde ich das auch bei der Surprise wieder so machen. Deshalb musste ich bei der Erstbeplankung auch nicht sooo sauber arbeiten und es stört nicht weiter, dass sich viele Mahagoniplanken beim festpinnen leicht gespalten haben.

    Der Rumpf hat doch recht stattliche Maße angenommen, wenn man ihn nun so fertig beplankt in der Hand hält...

    Nun überlege ich gerade, ob ich vor der Zweitbeplankung die Nägelchen rausziehe oder ob ich das Furnier einfach drüberleime. Laut Mondfeld soll man für die Erstbeplankung keine Metallnägel verwenden (habe ich bei meinen bisherigen Modellen aber auch gemacht). Kennt jemand den Grund dafür?

    LG

    Martin