Impressionen vom Ijsselmeer - Segeltörn 2016

  • Auch wenn es nun schon wieder ein paar Tage her ist, möchte ich nicht versäumen, Euch an einigen Bilder meines diesjährigen Segeltörns auf dem Ijsselmeer teilhaben zu lassen. Wie so oft, hatte ich mit meiner Frau und meinen beiden Kinder und diesmal auch meiner Schwiegermutter, eine Segelyacht gechartert, eine Bavaria 37.


    Und los ging's mal wieder in Lemmer. Bei mäßigem Wind hat meine Tochter gleich mal das Ruder übernommen und so sind wir Richtung Stavoren gekreuzt. Macht sie das nicht ganz lässig ?





    Stavoren selbst ist ein typischer Ort am Ijsselmeer, mit vielen Kanälen, Zugbrücken und den anderen Zutaten.








    Sehr bekannt ist die Legende der anmaßenden Händler-Witwe von Stavoren.




    Nun noch eine Heckansicht unseres kleinen Schiffchens.






    demnächst mehr ....

  • Hier sind wir auf dem Weg nach Makkum, dem nördlichsten Hafen des Ijsselmeers. Etwas tückisch war dann die Einfahrt in den Kanal nach Makkum, bei auffrischenden 6-7 Beaufort und steilen Wellen mussten wir unter Segeln durch die enge Einfahrt, denn unter Motor war es einfach zu kritisch.




    Neben vielen typischen Schiffen ist uns das 100 jährige, segelnde Wahrzeichen von Makkum begegnet, war richtig schön anzuschauen. Hat anschließend im Hafen ganz in der Nähe von uns festgemacht. Dort finden sich auch immer eine ganze Menge reviertypischer Schiffe, mit vielen Gruppen an Bord.










    Das Zentrum von Makkum läd zum Bummeln ein.




    Auch modernere Fischerboote finden sich hier natürlich, fast nebenan befindet sich ja auch die Schleuse raus auf die Nordsee.





    es wird fortgesetzt ...

  • Irgendwann waren wir auch in Hindeloopen, ein sehr hübsches, kleines Städtchen, das wir immer wieder gerne anlaufen. Ehemals segelten von hier viele Kauffahrer vorzugsweise Richtung Ostsee.







    Ein altes Seenotrettungsböötchen auf seiner Rampe erinnert an die Frühzeit der Seenotrettung





    Im Yachthafen liegt unser Schiffchen sicher und ruhig.





    Bei schönen 5 Beaufort haben wir uns aufgemacht, Richtung Medemblik aufzukreuzen. Dort wollten wir einen Hafentag einlegen, weil schwerer Sturm und Regen für den Folgetag angesagt war. Entgegen der Vorhersage hat der Wind während der Überfahrt mal locker auf über 7 Beaufort aufgefrischt und wir mussten auf der Kreuz doch einigermaßen kämpfen. Auch etwas Regen später noch, hat uns die Manöver erschwert. Das Bild hier ist noch vom Anfang des Tages bei leichteren Winden.




    Nachdem wir erfolgreich das Wetter und die Manöver gemeistert hatten sind wir in Medemblik angekommen und haben wir uns dann bei einem netten Spaziergang durch das Städtchen erholt. Da gibt's übrigens eine tolle Eisdiele :)








    demnächst der nächste Teil ...

  • Nachdem wir zwangsweise zwei schwere Sturmtage mit viel Regen in Medemblik verbracht hatten, haben wir uns aufgemacht einmal quer über das Ijsselmeer nach Urk zu segeln. Angekündigt waren 5-6 Beaufort, na ja, einen ersten Vorgeschmack auf den Tag haben wir schon in der Hafenausfahrt erhalten, bei schräg gegenan stehenden Wellen und Wind sind wir trotz Vollgas in Zeitlupe auf die offene See gekrochen und es hat viel Kampf benötigt, nicht innerhalb der Ausfahrt bereits aufzulaufen.
    Nach einiger Zeit hat der Wind bis 8 Beaufort aufgefrischt, wir hatten über 35 Knoten (65 km/h) auf dem Windlog, dazu die typischen sehr steilen Wellen, zwar nicht einmal 1,5 Meter hoch, aber mit solch einer doch relativ kleinen Yacht muss man ordentlich aufpassen. Nur mit dem Groß im zweiten Reff, einem größeren Handtuch eben, sind wir locker über 8 Knoten Höchstgeschwindigkeit gesegelt. Das war wirklich Segeln pur, zusammen mit den Elementen, und du selbst hast alles in der Hand, Unbeschreiblich und echt süchtig machend!


    Hier mal ein paar Bilder, die die Situation nur bei 6 Beaufort zeigt. An dem fernen Frachter kann man auch gut den Wellengang sehen, ist doch auch schon ordentlich, oder? Aber mein Sohnemann hat unsere Yacht prima im Griff.







    geht gleich weiter ...

  • In Urk konnten wir wieder einen schönen Platz an der Mole, direkt hinter dem Strand finden.







    Bei Regen und recht stürmischem Wetter dann natürlich die obligatorische Tour durch's Städtchen. Ein schöner Hafen mit tollen Bottern, Alt und Neu liegen hier beieinander, eine Werft mit Slips in das enge Hafenbecken, einfach immer wieder toll und faszinierend anzuschauen. Selbst moderne Nachbauten der Botter passen sich wunderbar in das Gesamtbild ein.









    gleich geht's weiter ...

  • Und wie es so schön heisst, auf Sturm folgt Flaute, wirklich Flaute, nix ging mehr. Aber davon lassen wir uns nicht die (Segel)Laune verderben und haben eben ein wenig Hausboot gespielt und sind die Ijssel nach Kampen raufgefahren. Durch ein paar Brücken durch, eine schöne und entspannende Kanalfahrt.
    Kampen als ehemalige Hansestadt hat neben den Schiffen durchaus auch einiges an Sehenswertem zu bieten. Dennoch, am Ende des Tages waren wir uns alle einig, daß wir lieber in den kleinen Städtchen festmachen, die große Stadt Kampen ist uns einfach zu viel 'Stadt'.






    Festgemacht haben wir im alten Stadthafen hinter ein paar schönen Bottern, der heutzutage für die Tageslieger reserviert ist, aber in früheren Tagen voll von Koggen war, die hier an der Pier ihre Ladung gelöscht haben.





    Fortsetzung folgt ...

  • Direkt nebenan befindet sich ein kleines Museum, das der Kampener Kogge gewidmet ist und noch so einiges drumherum zeigt. Leider war der Nachbau der Kampener Kogge gerade auf dem Weg nach Kiel und konnte nicht besichtigt werden. Das Museum war auch geschlossen und so konnten wir nur ein Modell der Kampener Kogge durch das Museumsfenster mehr erahnen als sehen.





    Ein alter Botter, eine Sonderform aus Kampen wird gerade restauriert. Davor lagert einiges an Holz dafür.







    Die obligatorische Kanone darf natürlich nicht fehlen :)





    Klein und unscheinbar aber interessant, ein kleines Fischerboot, bei dem der Fisch in einem innenliegenden Behälter frisch gehalten wird, dazu ist der Behälter nach aussen offen und lediglich durch ein Lochgitter getrennt.







    und weiter ...

  • Und schon verlassen wir Kampen wieder, bei Flaute übrigens, fahren die Ijssel wieder hinunter und können, auf dem Ijsselmeer wieder angekommen, tatsächlich den auffrischenden Wind für einen schönen Schlag nach Llelystadt nutzen.




    Ich hab dann gleich mal die Gelegenheit genutzt, bei der Batavia vorbei zu schauen. In Erinnerung habe ich noch, daß vor zwei Jahren das Schiff abgeriggt wurde und vor allem das Rigg erneuert werden sollte. Nun muss ich sagen, es war schon ein wenig schockierend zu sehen, in welchem Zustand sich das Schiff befindet. Überall sind Renovierungen notwendig und an allen Ecken wird gearbeitet. Einiges ist marode, teils auch vom Holzwurm zerfressen, überall werden Teile ausgetauscht, aussen wie innen. Der Balast ist zu einem großen Teil entfernt und ermöglicht umfassende Arbeiten in der Bilge. Hier mal nur ein paar Bilder von der Situation.











    Zwischendurch ein Blick auf die zweite Baustelle, die 7 Provincien.






    und noch eins ...

  • Für dieses Mal der letzte Beitrag mit ein paar weiteren Bildern zur Batavia.







    Hier nun Alt und Neu, auf dem ersten Bild sind Teile der alten Maststengen der Batavia zu sehen und auf dem folgenden Bild wartet eine neue Maststenge darauf, auf der Batavia gestellt zu werden.







    Zwischendurch, bei der Kurzbesichtigung der 7 Provincien-Baustelle, ein kleiner Blick auf den Segelboden für die Batavia.





    Und, verblüffenderweise gab es tatsächlich Fortschritte beim Bau der 7 Provincien, ein paar neue Spanten wurden eingezogen und die Kielbretter gesetzt! Allerdings, wenn ich das Tempo der Fortschritte extrapoliere, komme ich auf mindestens 200 Jahre bis zur Fertigstellung, ähmm .... , das werde ich wohl nicht mehr ganz erleben.






    Sodele, der letzte Tag brachte uns bei erstklassigem Segelwetter zurück nach Lemmer. Wir mussten zwar die ganze Strecke aufkreuzen, aber das war eben nochmal das richtige Segelerlebnis. 11 Segeltage neigen sich damit dem Ende zu und wir fahren bedauernd wieder nach Hause. Gerne wären wir länger geblieben und schauen sehnsüchtig einem anderen Charterboot nach, das kurz nach unserem Einlaufen den Charterhafen verlässt. Ronja wäre am liebsten rüber gegangen und hätte gefragt, ob noch ne Koje frei wäre.


    Ein letzter Blick auf Lemmer.




    Und das war unser Segeltörn 2016.


    Tschüss, Joachim

  • Danke fürs zeigen. schöner Törn.
    Sehr schade wie die Batavia mittlerweile aussieht.


    Aga

    Gentlemen, when the enemy is committed to a mistake, we must not interrupt him too soon.

    Adm. Horatio Nelson

  • Ahoi schiffebastler,


    danke für den tollen Reisebericht! Interessant von vorn bis hinten, sehr spannend deine Schilderungen der Segelbedingungen und Windstärken - der unbedarfte Beobachter könnte ja mit Blick auf eine Karte meinen, dass auf diesem kleinen Binnenmeer gar nicht so viel los sein kann, aber dein Bericht zeigt deutlich, dass es ganz anders sein kann. :D
    Bei mir kommt da gleich wieder die Erinnerung an das Ostsee-Frühjahrssegeln auf der Hendrika Bartelds auf; ebenso steigt die Vorfreude auf das Frühjahrssegeln im kommenden Jahr. ^^


    Und wir sind uns sicher einig: Segeln ist eben einfach nur schön! :bravo::hurra2::th:


    Ach ja: Im September bin ich für eine Woche in Lelystad, ich werde dann einen aktuellen Werftreport abliefern. ;)

  • Ahoi Bonden,


    ja, dieses 'kleine Binnenmeer' kann schon ganz ordentlich, ist zwar alles in allem geschützter und zahmer als die offene Nordsee, eher vergleichbar mit der Ostsee, aber man sollte das Ganze nie unterschätzen. Normalerweise geh ich mit der Familie nie bei über 6 Beaufort aus dem Hafen, aber wenn's einen draußen dann doch erwischt, sollte man damit umgehen können. Die Kräfte sind gewaltig, hört sich hier halt ganz nett an, aber 8 Beaufort ist ein echter Sturm und man ist da immer auf sich alleine gestellt. Und die Yoghurtbecher mit denen ich unterwegs bin, sind einfach auch nicht besonders groß und trotz all der Segeljahre bleibe ich ein vergleichsweise unerfahrener Urlaubssegler.
    Trotzdem, wer der Faszination mal erlegen ist, kommt nicht von weg. Auch meine Frau, meine Kinder mögen viel lieber den Norden zum Segeln, da geht wenigstens was. Ich hab noch gut in Erinnerung, wie meine Kinder, als sie noch etwas kleiner waren, bei ähnlichem Wetter auf der hohen Kante gesessen und jauchzend gegröhlt haben, "Mehr, Schneller..".


    Bin ja mal gespannt, was Du nach Deinem Besuch im September zu berichten hast. Ich hoffe mal, die Batavia steht dann wieder etwas besser da.


    Grüße, Joachim

  • Danke für Deinen Bericht und die schönen Bilder. Selber war ich drei- oder viermal auf dem Ijsselmeer unterwegs. Bei Windstärke 7-8 sind wir auch mit einem 34 m langem Schoner brav in Stavoren geblieben und haben gewartet bis es sich einigermaßen ausgeweht hat. Selbst am Strand hat es einen fast weggeweht und ich nun wirklich kein Fliegengewicht.

    Es ist alles gesagt, nur noch nicht von jedem


    Karl Valentin