Frühjahrssegeln 2016 - Mit der HENDRIKA BARTELDS auf der Ostsee

  • Ahoi allerseits, wie an anderer Stelle bereits angedroht hier nun mein Reisebericht über das diesjährige Frühjahrssegeln mit der HENDRIKA BARTELDS. Erfreulicherweise gab es auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Begenungen mit anderen Segelschiffen; freut euch also auf viele schöne Bilder. :nod:


    Los ging es wieder in Kiel. Nach einer sehr kurzweiligen Anreise von Berlin, gemeinsam mit etlichen weiteren Mitsegelnden, kamen wir abends an der Blücher-Brücke an, wo unser Schiff schon auf uns wartete. Das übliche Ankunftschaos löste sich nach und nach in so etwas wie Ordnung auf; man muss ja immer wieder staunen, welche enormen Mengen an Gepäck 30 Menschen mit an Bord bringen und wie sich das alles irgendwie so verteilt, dass alles verstaut ist und auch jeder seine Sachen findet. Und dann galt es ja noch, die lebenswichtigen Dinge an Bord zu verstauen (im Bild vorn):


    In unmittelbarer Nähe lag ein weiteres Segelschiff, die Ethel von Brixham, ein Schoner, der uns später nochmals auf unserer Reise begegnen sollte.


    Am Samstag früh war ich schon sehr zeitig wach und konnte so ein paar stimmungsvolle Fotos schießen.

    Noch bevor wir ablegten, sahen wir in der Ferne ein weiteres Segelschiff; leider lagen wir noch immer am Kai, als es die Kieler förder hinabsegelte und nicht mehr gesehen ward...


    Als wir dann endlich auch losfuhren und schon bald die ersten Segel setzten, hieß es auch schon: "Geh ans ruder, Bonden!" :D


    Der Skipper hielt nach Freund und Feind Ausschau...


    ... und ich genoß es, die Hendrika auf Kurs zu bringen.


    Es pustete dann schon recht eifrig, und das Schiff lag schön schräg in der See.


    Am späten Nachmittag erreichten wir dann Kappeln. Gleich neben unserer Anlegestelle gibt es dort einen wunderschönen Museumshafen mit vielen kleinen Segelschiffen.


    Vom Museumshafen habe ich jede Menge Bilder; aber da werde ich mich mal einen separaten Thread aufmachen - dieser wunderbare Ort hat es einfach verdient, hier besonders vorgestellt zu werden. ;)


    Zusammen mit der HENDRIKA lagen am Kai noch die GOTLAND und die PETRINE. Davon mehr im nächsten Posting.

  • Es ist immer wieder toll anzuschauen, wenn mehrere Segelschiffe hintereinander am Kai liegen.


    Die Gotland ist schon ein besonderes Schiff: Selten sieht man noch einen Holzrumpf, und eine Kupferung des Unterwasserschiffes fährt heute kaum noch ein Segelschiff!


    Bis zum Ablegen bleibt noch etwas Zeit, also kann man noch ein paar Schritte in Richtung Markt machen. Dort, in unmittelbarer Hafennähe, entdeckt man ein halbes Wikingerboot:



    Dann setzen aber die Vorbereitungen zum Ablegen ein, die Persenning wird eingeholt und dann heißt es "Leinen los!"


    Die PETRINE ist schon vor uns losgefahren. Wir haben sie jetzt eine ganze Weile ständig vor uns, und man bekommt ein Gefühl dafür, wie es in "unserer Zeit" war, wenn man ein feindliches Schiff verfolgte. Vor allem brauchte man Geduld... Aber der schmucke Zweimaster vor uns bietet einen feinen Anblick.


  • Raggi, unser Kapitän, erklärt wie jeden Morgen vor dem Losfahren die Planung für den Tag. Mit Seekarten und einer Folie, mit der er die Windrichtung und unsere daraus resultierenden Fahrtrichtungen zeigt, wird deutlich, warum wir welche Segelmanöver planen, um letztendlich an unser Ziel, welches heute die dänische Stadt Sonderbourg ist, zu gelangen.


    Es wird ein schöner Törn, die Zahl der Segelmänöver hält sich in Grenzen, so dass u.a. Zeit ist, es sich im Klüvernetz bequem zu machen. Allerdings kippt das bis dahin recht schöne Wetter dann plötzlich total, wir werden von Regen, Schnee und Hagel überrascht. Zum Glück dauert diese Phase aber nur eine halbe Stunde, dann setzt sich wieder weitestgehend Sonnenschein durch.


    Aber an der Bram, dem oberen Rahsegel, hat sich etwas verklemmt. Unser Matrose Adam, unterstützt von einem erfahrenen Mitsegelnden, macht sich sofort daran, das Problem zu beheben.


    Da wir nun dänische Hoheitsgewässer erreichen, muss ein Flaggenwechsel her!

    Und es wird die inoffizielle dänische Nationalhymne dabei gesungen: Smørrebrød, Smørrebrød, rammtammtammtamm... :lt:


    Auch in Sonderbourg liegt ein weiteres Segelschiff; es ist die Pippilotta. Diesen Dreimaster kennen wir schon vom vorigen Jahr.

    Heute habe ich aber nicht viel Zeit, nach dem Anlegen den Ort zu erkunden, denn ich habe Abendbrot-Dienst. Das heißt heute Spargel schälen und Schnitzel würzen. Das reinste Festessen!


    Am nächsten Tag nehmen wir Kurs nach Haderslev. Vor dem Ablegen ist u.a. eine Aufgabe, die sog. Klapperleinen an der Takelage der großen Gaffelsegel zu lösen. Das ist gar nicht so leicht, wie es auf dem Bild aussieht, alles wackelt, und man braucht eine Hand zum Festhalten und muss mit der anderen einen ziemlich festen Knoten lösen.


    Das Wetter ist heute nicht schön, es regnet viel. Ich stehe wieder für eine Stunde am Ruder, trotz Regen - was immer der Dienst erfordert... Und es macht ja auch Spaß!
    Dann wird es total aufregend für mich: Um nach Haderslev zu kommen, gilt es, einen langen, kurvigen Fjord entlang zu fahren. Die Fahrrinne ist schmal und durch grüne und rote Bojen markiert, die es tunlichst nicht zu rammen gilt. Ich darf wieder am Rad stehen, und es ist total spannend, diesen 50 Meter langen Pott durch diesen Bojen-Slalom zu steuern! Böse Geister melden mir, es würden Wetten abgeschlossen, wieviele Bojen ich streifen würde. Ha! Am Ende überstehen es alle Markierungen schadfrei, und wir kommen ohne einen einzigen Kratzer am Lack im sonnigen Haderslev an. :D

  • Der kommende Tag wird der längste Tag auf See auf dieser Fahrt - aber das wissen wir beim Ablegen noch nicht. Zuerst müssen wir den verwinkelten Fjord wieder zurück, und dann werden wieder Segel gesetzt. Bei Regen und starkem Wind machen wir in der Spitze 7,2 Knoten. Ein plötzliches Drehen und Auffrischen des Windes bringt Probleme; in der Messe wirbelt alles durcheinander, was nicht gesichert ist. wie durch ein wunder geht nichts zu Bruch. Ich stehe grad in der Kombüse und sehe, wie ein Topf mit Würstchen für das Mittagessen mit Karacho über die glatte Arbeitsfläche fegt, um dann schwungvoll - und vor allem mit dem Topfboden brav unten - im leeren Spülbecken landet. :D Dann heißt es aber schnell raus an Deck; Segelmanöver!


    Der Wind bleibt stark, wir segeln viel, fahren Wenden und Halsen und mühen uns, kommen aber im Ergebnis nicht wirklich voran. Uns ist es egal, wir sind ja zum Segeln hier, nicht zum Meilen schrubben.


    Aber so langsam wird es eng; der Zielhafen Lyø ist noch weit weg. Das Abendessen gibt es heute auf See, bei schönstem Wellengang.


    Ich entdecke heute ein neues "Hobby" für mich: Das Einbinden der Vorsegel. Zusammen mit einem erfahrenen Kollegen sowie unserem Matrosen Adam stehe ich - ordentlich gesichert natürlich - im Klüvernetz. Der Wind zerrt an den starren Segeln, die es zu bändigen gilt. Und das so, dass beim nächsten Segelsetzen durch leichten Ziehen am richtigen Tau von Deck aus das Segel wieder schnell frei kommt und hochgezogen werden kann. Das ist richtige Schwerstarbeit, macht aber auch wahnsinnig viel Spaß, so im schwankenden Klüvernetz zu stehen, das Meer, das im Takt der Schiffsbewegungen wenige Meter unter mir auf und ab wogt, zu erleben und den Wind zu spüren, der einen packt und schüttelt.

    Um nichts in der Welt will ich jetzt woanders sein!
    Und an den nächsten Tagen lässt Adam uns beide das allein machen; wir haben in seinen kritischen Augen wohl unsere Prüfung bestanden. :rolleyes:


    In Lyø legen wir dann so gegen 22.00 Uhr an; den Anlegerkakao gibt es um 22.30 Uhr. Der Tag war für alle ziemlich anstrengend, so dass sich die Messe bald leert.


    Lyø ist eine winzig kleine Insel; durch unser Erscheinen haben wir die Bevölkerungszahl nahezu verdoppelt. Um so erstaunlicher ist es, dass sich an dem kleinen Anlegesteg insgesamt vier Segelschiffe drängeln! Außer unserer HENDRIKA sind das die PIPPILOTTA, der Zweimaster FORTUNA sowie die SWAENSBORGH, letztere der selbe Schiffstyp wie unseres.



    Das Wetter ist am nächsten Morgen mies, es regnet unablässig. Dennoch lasse ich es mir nicht nehmen, von Bord zu gehen. Zum einen muss ich diesen tollen Anblick mit den 11 Masten der vier Schiffe im Bild festhalten.



    Dann gilt es die hiesige Kirche zu besuchen, denn dort hängt ein Votivschiff.



    Zurück im Hafen erspähe ich in der Ferne einen weiteren Dreimaster; leider ist er zu weit weg, um zu erkennen, um welches Schiff es sich handelt.



  • Bevor wir die kleine Insel wieder verlassen, gibt es heute noch etwas Besonderes: Eine Alarmübung! Alle legen die Rettungswesten an - auch die beiden Maskottchen unseres Matrosen:


    Man fühlt sich doch gleich viel sicherer!


    Dann wird wieder gesegelt, und heute treffen wir alte Bekannte.


    Hier die PETRINE:

    Sie setzt alles Zeug was sie hat - ein schöner Anblick!


    Dort die PIPPILOTTA:


    Und da die FORTUNA:

    Und dort, weit hinten, aber noch gut erkennbar, eine alte Bekannte vom Vorjahr, die LOVIS:


    Dann ist aber Schluss mit der gemütlichen Fahrt - es wird dramatisch: MANN ÜBER BORD!!!! Zum Glück ist es nur der Kollege Fenderball, der wieder eingefangen werden muss:

  • Dieser Tag heute bietet aber weitere Highlights. Jetzt wird das Motorschlauchboot zu Wasser gelassen, und wir dürfen für eine fröhliche Foto- und Spaßtour einsteigen. Zwei Runden ums Schiff zum Knipsen, und dann dreht Adam am Gashebel, und es geht rasant übers Wasser! Der Himmel zeigt sich in seltener Schönheit; so entstehen faszinierende Aufnahmen:






    Und ich schwöre sieben heilige Eide, dass der Himmel wirklich genau so war wie auf den Bildern zu sehen, da wurde nix nachträglich reingearbeitet! ^^

  • Nur mal so zur Erläuterung: Wir sind bei Mittwoch; der Törn ist also mal gerade halb vorbei, und ich habe schon jede Menge aufregende Sachen erlebt. Und es geht so aufregend weiter, soviel kann ich schon mal versprechen.
    Mittwoch heißt bei diesem Törn auch traditionsgemäß: Bordfest! Aber dazu müssen wir erst einmal einen Hafen ansteuern. Ich kümmere mich wieder mit meinem Kollegen Karl-Heinz um die Vorsegel.

    Ist schon echt anstrengend!


    Wir machen in Søby fest; den Hafen kennen wir auch schon vom Vorjahr. Witzigerweise liegt dort die LOVIS - auch wie im Vorjahr.


    Nach dem Abendessen wird die Messe geschmückt, und dann zieht sich jede und jeder zurück, um sich dem Motto des Abends entsprechend passend auszustatten. Das Fest hat als Thema "Film und Fernsehserien".
    Aus Gründen der Wahrung von Persönlichkeitsrechten verzichte ich an dieser Stelle auf Bilder - nur soviel sei gesagt: Die Gesellschaft, die sich zum Fest einfand, war hollywoodreif!
    Eins darf ich aber hier verraten: Der Tod fährt auf so einer Reise immer mit!


    Am nächsten Tag frühstücken wir eine Stunde später als sonst; dieses kleine Zugeständnis an einen sehr fröhlich-turbulenten Abend gönnen wir uns. Dann aber legen wir sehr schnell ab; der Skipper möchte heute nicht allzu lange auf See sein, da für den späten Nachmittag unwetterartige Winde gemeldet wurden.
    Es wird ein sehr entspanntes Segeln, und wir legen bereits um 15.00 Uhr im dänischen Marstal an.Vorher aber steige ich endlich in den Mast. Es ist wieder ein erhabenes Gefühl, dort oben zu sein, den Blick über den Horizont schweifen zu lassen, runter auf das Deck zu schauen und die Schiffsbewegungen hier oben viel intensiver als an Deck zu spüren.



    Marstal ist ein hübscher kleiner Ort, der aber einiges zu bieten hat. Das Wichtigste: Ein Schifffahrtsmuseum! Leider hat es nur bis 16.00 Uhr offen, also heißt es schnell sein. Zum Glück ist es keine 200 Meter vom Hafen entfernt. Die erste Frage beim Bezahlen gilt der Fotografiererlaubnis: Kein Problem! Also wird Kamikaze-Tourismus betrieben, denn so klein und unscheinbar das Museum von außen wirkt - es ist sowas wie ein kleiner dänischer Tampel! Allein schon die 250 Schiffsmodelle, fast alles Segelschiffe, sind faszinierend. Dann gibt es noch ein umfangreiches Außengelände. Ich werde diesem Museum demnächst einen eigenen Thread widmen, daher hier nur ein Foto:

  • Marstal hat aber noch mehr zu bieten. Es gibt ein Trockendock. Noch aktiv, an diesem Tag aber leer. Und was in Deutschland wahrscheinlich - nein, mit Sicherheit undenkbar wäre: Hier kann man einfach so reinspazieren, sich alles ansehen, darin herumlaufen, auf die seitlichen Spundwände klettern, ohne dass einen jemand aufhält oder illegalerweise irgendwelche Absperrungen überwunden werden müssten. Unglaublich.


    Von dort oben hat man einen herrlichen Blick über die See, und ich sehe zwei weitere Segelschiffe, die den sicheren Hafen von Marstal ansteuern. Es ist die ABEL VON TASMAN und die ETHEL VON BRIXHAM, die wir schon in Kiel gesehen haben.


    Sie legen sich vor unser Schiff, und am Ende ist es wieder einmal ein schöner Anblick.



    Draußen ist noch ein weiteres Segelschiff, welches sich Marstal nähert, dann aber doch weiterfährt - dabei wäre noch Platz gewesen. Leider habe ich nicht erkennen können, um welches Schiff es sich handelt.


    Im Hafen ergaben sich dann noch interessante Fotoimpressionen.

  • Der nächste Tag war dann der heftigste. Der Skipper warnte schon beim Frühstück, wir würden heute ziemlich starken Wind und hohe Wellen haben. Er empfahl, immer draußen zu bleiben, den Blick auf den Horizont zu richten, das Essen und Trinken nicht zu vergessen und im schlimmsten Fall die Luv- und Lee-Regel nicht zu vergessen. :D
    Nach dem Ablegen fingen die Probleme schon an. Wir hatten Mühe, aus dem Hafen zu kommen. Vor dem Hafen gibt es zwei Fahrrinnen; wir wollten an sich die nehmen, die nach Steuerbord führte. Der Wind aber drohte uns immer wieder gegen die Hafenmauer zu drücken, so dass wir gezwungen waren, die Backbord-Fahrrinne zu nehmen. Wir tuckerten dann unter Motor bis in freies Fahrwasser, fuhren eine Wende, setzten Segel und fuhren die Fahrrinne zurück. Nun konnten wir an der Hafeneinfahrt in die Steuerbord-Fahrrinne einfahren.
    Und dann gab es so richtig Spaß! Windstärke 7 und bis zu 2 Meter hohe Wellen. Da wurde es dann doch einigen Leuten etwas grün um die Nasenlöcher. Ok, manche meinten, nicht auf die guten Ratschlägge des Skippers hören zu müssen und das kollektive Sterben in der Messe üben zu müssen. :/ Aber zu unser aller Ehrenrettung muss erwähnt werden, dass niemand Neptun geopfert hat. :thumbup:

    Die Segelmanöver verlangen uns alles ab, aber es macht auch Spaß, sich an diesem Wetter abzuarbeiten. Immer wieder kommen Brecher über die Reling; dank wasserfester Bekleidung steckt man das aber locker weg. Nur die Handschuh sind ewig nass; klar, packt man ein vom Regen und der Gischt getränktes Tau an, ist klar, was passiert. Mittags gibt es nur belegte Brote; die ursprünglich geplante Käse-Lauch-Suppe gibt es dann am nächsten Tag.
    Am späten Nachmittag sind wir wieder in deutschen Gewässern und legen in Marsholm an. Alle sind ziemlich erschöpft, aber wir sind auch stolz auf uns, dass wir dieses recht schwere Wetter so gut verarbeitet haben.


    Am nächsten Tag geht es dann schon wieder Richtung Kiel. An Bord herrscht rege Betriebsamkeit. Sachen packen, klar Schiff machen - eben all das, was am letzten Tag eines solchen Törns zu tun ist.
    Als wir wieder an der Blücher-Brücke in Kiel festmachen, sind dort wieder zwei weitere Segelschiffe: Die STORTEMELK sowie die schon bekannte ABEL VON TASMAN:



    Unsere Reise ist zu Ende; es liegen 230 Seemeilen hinter uns, das meiste davon unter Segeln. Alle sind sich einig: Es war wieder ein fantastischer, wunderschöner Törn, und alle freuen sich schon auf das nächste Jahr, in dem es auf jeden Fall wieder heißen wird: Leinen los, die HENDRIKA BARTELDS sticht mit uns in See!


    Die Schokostreusel auf das Sahnehäubchen gab es dann aber auf der Taxifahrt zum Kieler Bahnhof: Ich sehe plötzlich Masten, hohe Masten! Ich frage den Taxifahrer: Oh, was liegt denn da für ein Dreimaster? Er antwortet: Ist kein Dreimaster! Ich: Ein Viermaster? Er: Ja. Ich: Welcher? Er: Die KRUSENSTERN! Wahnsinn! Und dann sah ich sie auch, und das Schöne war: Es war direkt gegenüber dem Hauptbahnhof. Da noch ein wenig Zeit war bis zur Abfahrt unseres Zuges, konnte ich noch reichlich Fotos schießen. Dieser legendäre Flying-P-Liner ist von allen noch aktiven Großseglern dieser Welt mein Lieblingsschiff, und es war mir bisher nicht vergönnt, sie einmal live zu sehen. Also könnt ihr euch sicher meine Freude vorstellen...



    So, das war er nun, mein Reisebericht vom diesjährigen Frühjahrssegeln. Voriges Jahr war es ja meine erste Reise auf der HENDRIKA - dieses Jahr fühlte ich mich schon als alter Hase und war stolz, den Neulingen das eine oder andere erklären zu können. Ich werde sicher noch lange von dieser tollen Woche zehren und bin im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei. ^^

  • Deine Feude kann ich absolut nachvollziehen. Die legendären flying P-Liner haben ihren eigenen Charme.


    Wenn Du gestern Abend nur den ersten Teil Deines Reiseberichts gepostet hättest, wären mir arge Zweifel an der Reise gekommen.
    Darf man mit so viel Bier an Bord überhaupt noch segeln? :P

    Gruß Christian


    In der Werft: HMS Triton, 1773
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • Wie immer toller Reisebericht!
    Marstall war ja mal einer der wichtigsten Häfen Dänemarks. Das da viel zu sehen war soll so sein...


    Aga

    Gentlemen, when the enemy is committed to a mistake, we must not interrupt him too soon.

    Adm. Horatio Nelson

  • Marstal ist ein hübscher kleiner Ort, der aber einiges zu bieten hat. Das Wichtigste: Ein Schifffahrtsmuseum! Leider hat es nur bis 16.00 Uhr offen, also heißt es schnell sein. Zum Glück ist es keine 200 Meter vom Hafen entfernt. Die erste Frage beim Bezahlen gilt der Fotografiererlaubnis: Kein Problem! Also wird Kamikaze-Tourismus betrieben, denn so klein und unscheinbar das Museum von außen wirkt - es ist sowas wie ein kleiner dänischer Tampel! Allein schon die 250 Schiffsmodelle, fast alles Segelschiffe, sind faszinierend. Dann gibt es noch ein umfangreiches Außengelände. Ich werde diesem Museum demnächst einen eigenen Thread widmen, daher hier nur ein Foto ...

    Da gab es neulich eine Anfrage, wo denn dieser versprochene Thread bleibt. Sorry, hab ich nicht geschafft bisher. Aber wer da neugierig ist, kann ja gern mal hier reinschauen.. ;)

  • @dafi :lt: Der war gut. Ich komme ja vor Lachen nicht in den Schlaf! Ein Kahn voller Theoretiker - während ihr noch darüber debattiert, ob das Ladetakel nun links- oder rechtsgeschlagen sein muss und euch nicht einig werden könnt, ob der Wassergang die richtige Breite hat und nicht besser doch aus Birnenholz hätte gefertigt werden müssen, haben wir, die Praktiker, euch längst überrannt, harr harr! :hurra2::Pirat3::bg: