Beiträge von Jessica Read

    Als kleines Zwischenprojekt habe ich die Cleopatra gebaut. Es ist ein Kartonbogen, den man sich frei im Web herunterladen kann.

    Das Modell ist insgesamt 11cm lang und besteht aus ca. 100 Teilen.


    Die Geschichte zum Schiff findet ihr hier Klick





    20 Jahre nach der Schlacht bei Abukir gefiel es dem ägyptischen Vizekönig Ali, den Engländern einen Obelisken als Anerkennung zu schenken. Vielleicht wollte er ihn auch einfach nur loswerden, denn der 180 Tonnen schwere Granit aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. lag schon seit Jahrhunderten im Sand am Hafen von Alexandria.

    Die Engländer bedankten sich artig, hatten aber wenig Lust, den Transport in die Heimat zu bezahlen. Erst 1877 spendierte der wohlhabende Arzt Sir William Wilson 10.000 Pfund für einen Schiffstransfer. Er war Freimaurer, da hatte er vielleicht ein Faible für Obelisken. Leider waren seine Kumpel alle im Eisenbahnbau tätig, so dass die Konstruktion eines Lastschiffes eher ungewöhnlich ausfiel und zur Cleopatra führte.


    Die Cleopatra bestand aus einem eisernen Zylinder von 28m Länge und 4,9m Durchmesser. Die Teile wurden einzeln nach Alexandria verschifft. Dort buddelte man den Obelisken aus und baute den Zylinder um ihn drum. Danach rollte man das Teil ins Wasser, das dort tatsächlich schwamm. Die Aufbauten kamen an Deck wie ein Deckshaus, Reling, Mast und Takelage. Die Segel sollten der Konstruktion etwas Stabilität verleihen. Weil das Schiff nicht besonders seetüchtig war, sollte der Dampfer Olga es nach England schleppen. Am 21. September 1877 stach die Cleopatra unter dem Kapitän Carter im Schlepp der Olga in See.


    Wenn man im Herbst die Biscaya befährt, ist es nicht ungewöhnlich, wenn man in einen Sturm gerät. So passierte es auch unseren beiden Schiffen mit der kostbaren Fracht. Es stellte sich heraus, dass die Konstruktion der Cleopatra nicht so ganz für schwere See geeignet war. Das Beiboot zerschellte beim Zuwasserlassen an der Bordwand und das Schiff drohte zu sinken. Von der Olga wurde ein Rettungsboot ausgesandt, um wenigstens die Crew der Cleopatra zu retten, aber das Boot kenterte und die 6 Freiwilligen an Bord ertranken. Mit einem zweiten Rettungsboot gelang dann die Rettung der Cleopatras. Manchen Berichten zufolge schwamm die Cleopatra da schon senkrecht und schaukelte auf dem Wasser wie eine Boje. Sie geriet außer Sicht und man wähnte sie (und den Obelisken) als verloren.

    Nach dem Sturm entdeckten allerdings spanische Fischer das Schiff und es wurde in den Hafen von Ferrol zur Reparatur gebracht.


    Als nächstes kam der Paddelschlepper Anglia, um die Cleopatra nach Hause zu bringen, ein Schlepper, der bereits eine Reihe besonderer Transporte nachweisen konnte. Wegen seiner 3 Schornsteine wurde die Anglia „Three-fingered Jack“ genannt. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Diese Reise war erfolgreich und am 21. Januar 1878 bekamen die Kinder von Gravesend schulfrei und jubelten zusammen mit den restlichen Einwohnern der einlaufenden Cleopatra zu.

    Der Obelisk wurde unter großem Hallo am Ufer der Themse aufgestellt und bekam die Bezeichnung „Cleopatras Nadel“.

    Die Namen der bei der Rettungsaktion auf See verlorenen Matrosen findet man heute übrigens auf einer Bronzeplakette am Fuß des Obelisken.


    Auf der englischen Wikipediaseite gibt es 2 Bilder des Schiffes.


    In unserer Galerie gibt es Bilder vom Modell Klick

    Als ich neulich in Dortmund auf der Intermodellbau war, habe ich mir am Stand von Shipyard das Modell des Leuchtturms Bunthäuser Spitze an der Elbe gekauft. Der Bausatz sollte mein Erstling im Kartonmodellbau sein und war ein kleines Intermezzo in meiner Werft.


    Alle Teile waren gelasert, so dass der Bau recht zügig von der Hand ging. Am meisten Spaß hat die Klinkerung der Wände gemacht. Beim Kleben und Bemalen hatte ich allerdings ein wenig mit dem Material zu kämpfen. Ich nutze sowohl Kleber wie Farben auf Wasserbasis, was teilweise zu Auflösungserscheinungen bei manchen Kleinstteilen führte. Aber entweder konnten sie gerettet oder neu geschnitzt werden. Am Ende ist der Bau recht hübsch geworden, finde ich. Hier ein paar Impressionen.


      


      

    Hmmm, aber eben nur die Meisten.

    Auch wenn es schade ist, aber das Urheberrecht ist ja relativ undurchsichtig, verlinke doch bitte den Fundort statt die Bilder zu posten.


    Vielleicht wer dadurch andere hier ja auch auf noch weiteres tolles Material aufmerksam.


    Auszug aus den Forumsregeln:

    Stattdessen verlinke auf die Seite, wo die Inhalte gefunden werden können. Dies gilt auch für direkte Links zu Dateien...“




    Ahoi zusammen,


    die Frau von A. Kent hat angeboten, Fragen zum Werk ihres Mannes zu beantworten. Da evtl. nicht jeder oder jede hier so gut ausländisch können, könnt ihr hier gerne Fragen auf deutsch stellen, die wir dann übersetzen.

    Die Antworten werden hier dann auch übersetzt. :gedicht:

    Wir haben unter Deck trotz Backofenfeeling eine tolle Doku vom NDR über das Schiff und insbesondere die Arbeit des Vereins zur Überführung zurück nach Stralsund gesehen. Eventuell findet man die ja auf YouTube.


    Ist auf alle Fälle ein sehr schönes Schiffchen!

    Glückwunsch, es ist ein super schönes Schiffchen geworden! Vielen Dank, dass du uns an dem Bau hast teilhaben lassen. Insbesondere die Diskussionen zur Segelstellung waren spannend, da ich darüber auch schon grübele (vorher kommen ja leider noch die rund 4000 Webleinensteks :P )


    Und nun ab damit in die Galerie, damit Platz auf der Helling ist!!! s6

    In einem anderen Forum zu einer anderen Zeit hatte ich mal einen Baubericht angefangen. Ich habe gemerkt, dass mir Bauberichteschreiben keinen wirklichen Spaß macht. Aber zum Beplanken schrieb ich einst Folgendes:


    Beplanken hat sich gezogen. Und gezogen. Und gezogen
    Hier ein paar Fotos vom Beplanken:





    Für den Lückenschluss möchte ich kurz die Vorgehensweise nach DeAgostini erläutern, da ich das so bisher in keinem Buch gelesen habe. Vielleicht hilft es ja anderen Anfängern; ich fand es sehr praktisch:
    Als die Lücke an der breitesten Stelle ca. so breit war wie 10 Planken habe ich an jedem Spant die Lücke ausgemessen und in ein Büchlein übertragen. Natürlich jeweils für Back- und Steuerbord. Dann die Maße durch 10 geteilt und ich wusste, wie breit die 10.-letzte Planke am jeweiligen Spant zu sein hatte und konnte sie entsprechend verjüngen.
    Danach wieder eifriges Messen und notieren. Alles durch 9 geteilt, verjüngt und angebracht. So immer weiter bis zur letzten Planke. Der Vorteil war, ich habe jetzt über die gesamte Länge des Schiffes gleichmäßige Plankengänge.
    So sieht das in meinem Büchlein aus: