HMS Wolf 1:96, ein Papiermodell von Shipyard

  • Danke Aga! Und danke Oeli und Bonden für die Likes!


    Ahoi Seeleute


    Mittlerweile bin ich immer mehr verunsichert mit meinen Änderungen. So wie es aussieht sind sich selbst die Fachleute mittlerweile uneinig, ob Steuerrad oder nicht, bzw. wie und wo das Kompasshäuschen.
    Ich erwäge ernsthaft, die Sache zu ändern und tatsächlich nach Bausatz fortzufahren, also mit Steuerrad vor dem Achterdeck, kleinerer Pinne und Kompasshäuschen davor.


    Es sei denn, ich würde noch klare und einleuchtende Abbildungen finden, die mir etwas anderes beweisen ?(  
    Diese Änderungen wäre jetzt noch ohne grosse Abreissaktionen möglich.


    Ich denke mal drüber nach ^^


    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Ich glaube nicht, das so ein kleines Schiff wie die Wolf ein Steuerrad hatte. Steuern mit der Pinne kommt mir sinnvoller vor. Die Mechanik unter Deck um eine Steuerrad zu verwenden, hätte der Kommandanten Kajüte reichlich Kopffreiheit geraubt. auch eine Anordnung der nötigen Seilzüge auf Deck hätte des Achterdeck mit reichlich Stolperfallen versehen.
    Das Kompasshaus macht an der von Dir platzierten Stelle schon Sinn, was soll es auch auf dem Hauptdeck, da müsste der Wachoffizier immer erst hinunter klettern und die Rudergänger haben ihn nicht im Blick.
    Wenn Steuerrad, würde ich eine Konstruktion wie auf der Dunbrody (gut 100 Jahre nach Deiner Wolf ) sehen.


    aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Ahoi Peter, ja, das kenne ich: Da stellt man ganz harmlos eine Frage, und dann hast du auf einmal -zig Meinungen auf dem Tisch. Die dargelegten historischen Fundstellen sprechen wohl doch zumindestens mehrheitlich für die Variante Pinne anstatt Steuerrad.


    Der einzige Grund, der mir spontan einfällt, warum doch das Steuerrad seinen Platz an Deck bekommt, ist kein logischer, geschweige denn historisch belegter, sondern ein emotionaler: Meine Mercury hat ja auch
    ein solches Steuerrad, und bei einer 6rate-Fregatte auf jeden Fall völlig korrekt. Und genau dieser Ruderstand ist und bleibt mein absolutes Lieblingsteil auf meinem Modell. Gebaut aus 62 Einzelteilen, ist es ein Modell im Modell, einfach viel zu schön, um es zu verstecken.
    Aber du kannst es dir ja auch bauen und fertigst dir dann später einen kleinen Decksausschnitt, so mit Kanönchen und Reling und eben dem Ruderstand, besetzt das ganze dann noch mit ein paar Männeln, und fertig
    ist ein Mini-Diorama. ;)

  • und dann noch so ein- zwei Masten dran, ein paar Leinen, ein Kiel....
    ups noch ein Schiff...


    :D


    aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Tja, da fragt man ganz unschuldig nach einem Detail und tritt damit, vor allem auch in den Nachbarforen, eine Lawine los....


    OK, Leute. Lasst mich mal eine Nacht darüber schlafen, ich entscheide mich heute nicht mehr. Letztendlich ist es ein Modell und ich habe zu Beginn mal etwas geschrieben von wegen nicht in erster Linie auf historische Korrektheit achtend... :lol


    Gute Nacht, schlaft schön und wälzt nich stattdessen all Eure Marinehistorische Lieteratur um meinetwillen rofl


    Freundliche Grüsse
    Peter

  • @Bonden


    sorry die Beweisführung hat, wie im Kartonforum gezeigt, deutliche Lücken. Das Modell ist ein Sekundärmodell. Keine Primärquelle zur Klasse zeigt das Steuerruder. Im Gegenteil, es gibt auch andere Vorbilder, die genauso wie die Wolf getakelt waren, bei der die Pinne in den Originalplänen eingezeichnet ist.

    Gruß Christian


    In der Werft: Papegojan, 1/72 von Shipyard
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • @Bonden


    Sorry, da habe ich mich gestern Abend missverständlich ausgedrückt. Die Argumentation im Götterforum hat, wie u.a. im Kartonforum gezeigt, deutlich Lücken. Frei nach Mondfeld "Hinterfrage auch die Infos der Spezialisten".


    Du darfst ruhig bei Deiner Pinne-statt-Ruder-Meinung bleiben ;)

    Gruß Christian


    In der Werft: Papegojan, 1/72 von Shipyard
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • Einen wunderschönen Guten Morgen meine lieben :D



    Für mich spricht folgendes FÜR Steuerrad und Kompasshäusche wie im Bogen vorgesehen:
    1. ich hätte eine ganz klar definierte Vorlage, was wo hin kommt
    2. Das Gaffelsegel liegt tief und ich kann mir kaum vorstellen, dass sich der Steuermann jedesmal bücken muss, wenn das Segel die Seite wechselt. Der Segelriss, der mir im Nachbarforum gezeigt wurde dokumentiert das
    3. Ein Modell der HMS Cruiser (Schwesternschiff der Wolf) zeigt genau diese Anordnung. Das Modell ist aber, wie Christian richtig anzweifelt, "Nur" ein Modelle und beweist nichts.
    4. Mein Modellbauerherz würde dieses Detail des Steuerrades im Modell vermissen
    5. Wenn ich mich für die Pinnen-Variante entscheiden würde, dann würden sich viele weitere Fragen stellen, die wohl für mehr Verwirrung als letztendlich für ein für mich stimmiges Modell sorgen würden und die Recherchearbeiten und Diskussionen würden mehr Zeit und Geduld in Anspruch nehmen als die Bau des Modelles.
    6. Das mehrfach erwähnte Modell der Speedwell ist zwar ein Schwesternschiff der Wolf, aber es zeigt die S NACH dem Umbau zur Ketsch-Takelung. Und es ist auch "nur" ein Modell, genau wie jenes der HMS Cruiser.


    FÜR die Pinnen-Lösung spricht folgendes:
    1. Die meisten Pläne, der Schwesternschiffe und anderer vergleichbaren Schiffe zeigen diese Lösung (oder keine)
    2. Es ist nirgends (offensichtlich) nachgewiesen, dass die Lösung mit dem Steuerrad bewiesen ist, sie scheint lediglich eine Interpretation eines Modellbauers zu sein.
    3. Ausser besagter Quelle gibt es kaum Hinweise, dass Schiffe dieser Klasse mittels Steuerrad gelenkt wurden.
    4. Die Führung des Steuerreeps auf dem Achterdeck erscheint mir doch reichlich abenteuerlich und strotzt nur so von Stolperfallen.


    Mengenmässig dominieren zwar die Argumente für die Steuerrad-Lösung, die dagegen erscheinen mir aber mindestens gleich viel Gewicht zu haben.
    Ihr seht, ich kann mich noch nicht definitiv entscheiden.
    Ich werde folgendermassen vorgehen:
    Ich werde das Steuerrad bauen, alleine schon wegen dem netten Modellchen das da entsteht, werde aber die bereits geänderte Pinne noch nicht herunterreissen. Sollte ich in den nächsten Tagen, und das wäre nicht das erste mal, aufgrund der Diskussionen hier plätzlich ein klares Argument für oder gegen die eine oder andere Lösung auftauchen, dann habe ich noch die Möglichkeit, dies entsprechend anzupassen.
    Das Steuerrad und das bereits gebaute Kompasshäuschen könnte ich dann tatsächlich für ein kleines Diorama wie es Bonden vorgeschlagen hat verwenden.


    Ich hoffe, wir alle können dann letztendlich so damit leben und weiter Spass haben miteinander :yeah:


    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Prima Zusammenfassung. Trotz aller Diskussionen über das Für und Wider ist es Dein Modell und Du bist der Schiffsbaumeister.

    Gruß Christian


    In der Werft: Papegojan, 1/72 von Shipyard
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • Danke Christian, und das wird aller Voraussicht nach letztendlich entscheidend sein.


    Noch ein Nachtrag zum immer wieder als Vorbild ins Feld geführten zeitgenössischen Modell der Speedwell. Diese ist Ketsch getakelt und die Position der Masten ist grundverschieden zur Wolf. Fälschlicherweise habe ich oben erwähnt, dass sie umgebaut wurde, dem ist nicht so. Die Speedwell war von Anfang an eine Ketsch. Das ändert nichts an der Tatsache, dass diese für mich, eben wegen der anderen Anordnung und Grösse der Masten nicht als Vorbild dienen kann. Die Masten sind deutlich weiter achtern und es bleibt gar kein Platz zwischen Grossmast und Achterdeck für ein allfälliges Steuerrad und Kompasshäuschen.


    LG
    Peter

  • Ahoi Seeleute


    Das Steuerrad kann wieder optional aus dem LC-Satz gebaut werden, wobei nicht alle Teile, sondern einmal mehr wieder eine eher willkührliche Auswahl im Detailsatz enthalten sind.
    Die Handgriffe fertige aus 0,4mm Draht mit einem Tropfen Weissleim am Ende.




    Das fertige Bauteil färbe ich mit roter Acrylfarbe ein und stelle einmal mehr fest, dass mir die Malerei einfach nicht liegt....



    Bevor ich das Element auf Deck klebe ist noch die Frage nach dem Steuerreep zu klären.
    Dieses wird, wie folgende Skizze aus der BA zeigt geführt.



    Meine Frage nun: Welche Stärke hatten diese Taue ungefähr?

  • Die neue Pinne muss, bevor sie an Bord kommt mit Augbolzen, Taljen, Blöcken und Haken versehen werden.


    Ich baue mal eine erste Serie von 40 2mm-Enfach-Blöcken. Diese sind im Zusatz-Set enthalten. Die Blöcke werden jeweils zu zehnt am Stück aus drei Lagen verklebt. Die einzelnen Platinen werden vorher mit Acrylfarbe einfärben.
    Die verklebten 10er-Platinen werden über Nacht gepresst und erst am Folgetag geschnitten.
    Ich habe mit diesen Blöcken bie der Speedy gute Erfahrungen gemacht. 2mm-Blöcke sind sonst fast nicht zu bekommen. Die einzigen mir bekannten von guter Qualität gibts in der Ukraine bei Korabel.




    Für die Haken und Augbolzen habe ich mir die mittlerweile bekannte Ätzplatine von Dafi gegönnt.
    Diese werden entfettet und dann mit schwarzer Sprühfarbe eingefärbt.




    So viel für den Moment!
    Schönen Restsonntag
    Peter

  • Hallo Oeli
    Das war es auch rofl


    Hallo 1. Lord
    Naja, vor dem 6. Kaffee geht's noch ohne :pf:


    Danke auch den Likern!


    Ahoi Seeleute


    Auf einen Tipp hin habe ich die Führung des Steuerreeps insofern vereinfacht, dass ich sie nicht noch der Bordwand entlang zeieh, sondern direkt von da wieder in die Mitte leite.



    So habe ich dann nun die ganze Geschichte in Angriff genommen. Nach BA kommen hier 2mm Bläcke zum Einsatz. An einigen Stellen zeigt sich, dass die Dinger etwas overkill sind, bei der Führung auf dem Achterdeck in der Mitte musste ich sie ganz weg lassen, da gar nicht so viel Platz da ist. Ich ziehe die Taue durch die Augbolzen.




    Für dasTau verwende ich Takelgarn von Mantua der Stärke 0,25mm, für die Talje an der neuen Pinne 0,1mm
    Hier wird es ganz schön eng, eine Talje mit zwei 2mm Blöcken, einer davon jeweils mit Haken und pro Seite zwei Augbolzen sowie im hinteren Bereich eine Klampe zum Belegen der Taljje. Und nun belegt mal an dieser Stelle ein 0,1mm Garn an eine Klampe von gerade mal 1,5mm Länge rofl
    Gut, OK, irgendwie habe ich das dran gewurstelt, ging sogar noch recht gut, kann aber nicht einmal im Makro als das erkannt werden, was es sein sollte...



    Die Das Steuerreep wird also von der Taljje an der Pinne zum Block an der Bordwand und von da wieder in die Mitte geführt. Von diesem Augbolzen über eine Umlenkrolle auf da Hauptdeck und dann mittels zwei weiteren Blöcken an die Steuerrad-Trommel.Von da auf der anderen Seite wieder das ganze zurück....hat mich einige Stunden in Anspruch genommen, das ganze... :D



    So viel für heute!
    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Sieht gut aus!


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“