Beiträge von 1.Lord

    Ich bin auf Netflix durch das Last Kingdom mit Uhtred geflutscht. Das hat mir Spaß bereitet.

    Spannend in jedem Fall, auch blutig. Lesen brauche ich die Serie nicht, war schon ein prima Sehvergnügen.

    Immer wieder schön, wenn ein Schmied ein besonderes Schwert schmiedet. Auch schöne Frauen erfreuen!

    Freue mich auf die Fortsetzung.

    Schön Oeli, dass du wieder unter uns weilst!!!

    Die Untiefen (im Leben) gehören ja leider immer wieder dazu.

    Ich bin seit über 2 Monaten auch etwas gestrandet.

    Das Warpen fällt schon schwer.

    Sei herzlich gegrüßt!

    Gerade habe ich Stefan Hertmans Krieg und Terpentin gelesen, beendet und aus der Hand gelegt und bin schlicht weg begeistert, verstört, fasziniert, tief berührt!

    Krieg und Terpentin, so heißt das Taschenbuch (Diogenes), die deutsche Erstveröffentlichung titelte noch Der Himmel meines Großvaters (2014 bei Hanser erschienen).

    Es ist eine Rekonstruktion der Biografie eines Großvaters (Opas).

    Das Buch hat drei ausgewogen lange Teile und 404 Seiten. Im Zentrum steht das Kapitel 2, in dem die Kriegserlebnisse des Großvaters des Autors stehen. Opa und Enkel sind flämische Belgier. Die Kriegserlebnisse im 1. Weltkrieg (dem großen Kriege) sind entsetzlich!!! Unvorstellbar!!!

    Das Kapitel 1 leitet ein im journalistischem Erzählstil. Biografische Fakten, persönlicher Zugang, Recherche. Das ist luftig schön formuliert und überrascht mit tiefgründigen Gedanken und feinsinnigen Beobachtungen.

    Das Kapitel 2 wechselt dann die Erzählperspektive und das Genre. Wir erleben aus einer Ich-Perspektive in Erzählprosa (Roman) die Grausamkeiten der Schlachten in Flandern mit. Das geht furchtbar unter die Haut des Lesers!

    Im Kapitel 3 dann rekonstruiert der Autor anhand von biografischen Notizen seines Großvaters dessen weiteres Leben, zieht Gemälde heran, die sein Opa als Gemälde-Kopist malte und deutet biografische Zusammenhänge an, interpretiert Lebensmomente des Opas mit musikalischen Vorlieben und zeittypischen Gebräuchen.

    Das ist spannend, intensiv und vielfältig. Es ist berührend, anfassend und unglaublich beeindruckend.

    Ein Tipp!

    2008 habe ich mich durch das lange Buch geschmökert. Ich erinnere mich an einen spannenden Lesesog. Ja, Speedy , der Mythos spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte. Ich war mir nach der Lektüre gar nicht so sicher, dass es sich um ein Monster handelt. Ich hatte das seinerzeit so verstanden, dass es sich schon um einen gewaltigen Bären handelt, der den festsitzenden Forschern hartnäckig zusetzt. Mörderischer Bär, der von den Inuit beschworen wird. An ein DING aus einer anderen Welt oder gar ein Alien - das war gar nicht meine Vorstellung.

    Die Verfilmung habe ich dann vergangenen Herbst gesehen. Tolle Umsetzung der Geschichte, auch sehr spannend und mehr als unterhaltsam, sogar ein bisschen gruselig. So viel fiese Dunkelheit und spürbare Kälte.

    Und dann kam leider das Monsterbärwesen, das sogar in der Takelage herumbrüllt, herumbeißt und Beute macht. Das fand ich so unnötig und lächerlich. Das hat wirklich die Serie für mich verhagelt. Es hätte auch gar nicht des Monsters bedarft. Ein Brüllen und Tatzenstapfen hätten vollens gelangt, aber nein, da muss dann Großer Eisbär, komm bald wieder! auftauchen.

    Das hätte nicht passieren müssen! Vielleicht ist Ridley Scott auch die Gabe der portionierten Andeutung eingefroren?

    Benjamin McAllister : Da muss ich ja nun auch echt lachen 1803 - 1804 - 1805. Natürlich kommt es auf Genauigkeit an. Sorry - das war absolut nicht meine Absicht. Aber mit Sicherheit kann ich es leider auch nicht auf die Autokorrektur schieben.... Und erst recht nicht auf den Strand!

    Hier noch einmal nachgereicht: "1803"

    Zur Frage des Spoilerns: Hier im Forum hat es immer mal wieder eine rege Diskussion ums Spoilern gegeben. Ich finde, dass zu einer Rezension auch eine verknappte Inhaltsangabe gehört. Ich finde es hilfreich zu wissen, was mich erwartet, wenn ich mir mehrere hundert Seiten als Lektüre vornehme. Mich stört es auch nicht im Geringsten, wenn ich die Story schon kenne. Durch die Art und Weise des Erzählens und Lesens entstehen meine Bilder von einer Geschichte / von Personen.

    Aber man kann auch ganz anderer Ansicht darüber sein. Es ist auch möglich, dass einem der Genuss verhagelt wird, wenn man schon vorher wesentliche Handlungsteile kennt. Wir Leser sind genauso unterschiedlich wie Autoren oder die Vorstellungen, die beim Lesen desselben Textes in Köpfen entsteht.

    Wer soll das final entscheiden, ob zuviel, wie viel gespoilert wurde / wird? Die Admins? (Aga überspringt Teile beim Lesen, wie er schreibt - auch eine Möglichkeit! Könnte ich eher nicht!).

    In dem Fall meiner Rezension zu deinem Buch, ist das doch einfach. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn mein Text editiert wird, wenn du das möchtest - um gewissermaßen die Spannung hoch zu halten, damit viele Menschen dein Buch kaufen und lesen.

    Ich bin da ganz uneitel und entspannt.

    Also Benjamin, ganz ehrlich, wenn dir meine Besprechung zur Darstellung der Story zu umfangreich ist, dann hast du und die Admins mein uneingeschränktes Vertrauen, das so zu machen, wie es dann (vor allem für dich als Autoren) gut ist.

    Ja, das freut mich auch Speedy , dass wir zu sehr ähnlichen Einschätzungen gekommen sind.

    Deine Ergänzungen zum Verlag sind gut und waren mir nicht bekannt. Die Paperback-Ausgabe lag mir wunderbar in der Hand, gutes Papier, haltbarer Umschlag. Fluffige Lektüre am Strand.

    Keine Zeit mehr für Verhandlungen. Die Sache hat sich verselbständigt.“


    Seit wenigen Wochen liegt ein neuer historischer Roman mit dem Jahrgangstitel '1804' vor, mit dem der bisher unbekannte Autor Bale C. Harding die LeserInnen marinehistorischer und/oder historischer Romane beschenkt, und der wohlmöglich der Beginn einer mehrteiligen Serie sein könnte. Der Erstling des 39jährigen Autors ist insgesamt gelungen (soviel an dieser Stelle), so dass es lohnt, genauer hinzuschauen und zu lesen in Erwartung einer hoffnungsvollen Fortsetzung des hier vorliegenden Romans. Schon das allein ist wirklich wunderbar, gibt es doch kaum noch Verlage, die die Leserschaft mit Neuerscheinungen oder Fortsetzungen von vorliegenden, englischsprachigen Serien beglücken.

    Es ist zu vermuten, dass sich ein deutscher Autor hier ein englisch klingendes Pseudonym zugelegt hat, um auch international vielleicht punkten zu können. Hier reicht er sich dann mit Frank Adam symbolisch die Hände, einem deutschen Autor mit englischem Avatar, der leider 2015 verstarb, aber seiner Leserschaft eine umfangreiche 14-bändige marinehistorische Serie und zwei interessante halbwissenschaftliche Werke hinterlassen hat.


    Was wird den LeserInnen angeboten? Eine sehr spannende Geschichte, ohne Zweifel. Der Autor entführt uns zum Südafrika-Geschwader ans Kap der guten Hoffnung. Der Captain der Marineinfanterie Benjamin Mc Allister und sein bester Freund Lieutenant Richard Green, die ihr gemeinsames Schicksal in der Vergangenheit zusammengeschweißt hat, treffen mit einem holländischen Kutter beim britischen Kommodore Uxbridge ein. Mc Allister übernimmt sofort die Aufgaben des an Fieber erkrankten, dahinsiechenden Major An und damit einen ersten wichtigen Auftrag. Britische Siedler sind ermordet worden, die Tat soll Einheimischen in die Schuhe geschoben werden, sofern diese welche tragen würden. Mc Allister sammelt Beweise für einen französisch-holländischen Komplott – eigentlich sollte ein 12-jähriges Mädchen, das bei den Siedlern als Pflegekind lebte, getötet werden, weil sie die Tochter eine hohen britischen Diplomaten in London ist. Mädchen gerettet. Komplott durchschaut. Anstifter und Verbindungstäter ist ein englischer Captain, Befehlshaber der Fregatte Cesarion, Name: Bentley. Der ist seit schicksalshafter Vergangenheit der Todfeind des Kommodore Uxbridge.

    Kind und festgenommener, überführter, mit einer komödiantischen Finte (á la Ramage) reingelegter Bentley ab nach London. Schauplatzwechsel. Kind übergeben zum dankbaren Vater, ehrenvolle Einladung und nach der Majorsbeförderung in Kapstadt nun die zweite Beförderung zum Lord Commissioner. Neuer Titel – neuer Job. Anklage gegen Böse-Bentley. Bei seiner Überführung wird dieser befreit und nach Frankreich überführt. Mc Allister hinterher, der 1. Lord (Jervis) drückt ein Auge zu. In Frankreich hilft Freund Green mit Sprachkompetenz. Green hat mittlerweile seine Süße aus einem bordellgleichen Gefängnis befreit, erst durch Kartenspiel mit Falschspiel, dann mit erfolgreichem Duell gegen den arroganten adligen Falschmünzer. Kurz danach auch gleich geheiratet. Frankreich bringt nichts, weil Böse-Bentley türmt auf einer fiesen Fregatte, die schon im Prolog einen Postkutter zerfetzte und dabei noch die Peacemaker schlimm bestreicht, die eigentlich Mc Allister und Green transportieren sollte. Nun ist die Peacemaker fast kaputt, aber Mc Allister überzeugt den unsicheren Fregattenkapitän, so dass dieser einen pathetischen Apell an seine arg dezimierte Mannschaft richtet und alle begeistert nun der französischen Thémis nachsegeln auf dem Kurs zur afrikanischen Küste. Dort fängt jedoch die Thémis die Peacemaker ab und macht sie wieder fast ganz kaputt. Jedoch naht Uxbridge mit seinem Dreidecker und seinem Verband, die Thémis muss fliehen in die Sicherheit der Küste Senegals. Auf der Peacemaker stirbt auch ein afrikanischer Freund von Mc Allister und Green, namens Moses. Sein Tod führt dazu, dass der eigentlich besonnene Mc Allister Rot sieht und fast durchdreht, dabei einen Konflikt mit Green heraufbeschwört, der aber im Nachhinein keine Rolle spielt. Der Unterschlupf der Bösen wird in einer kombinierten See-Land-Aktion gestürmt. Viele Gute sterben. Mc Allister wird von Bentley durchstochen, Mc Allister durchsticht Bentley etwas tiefer. Damit ist klar, der Böse stirbt. Der Gute erholt sich dann langsam später in London. In London lauern dann dunkle Gestalten um dunkle Hausecken – Mc Allister, sei auf der Hut!!! Ist er, aber erst im wohl kommenden Band 2.


    Lob und Kritik sind erwünscht, erlaubt und notwendig.

    Ein neuer, junger Autor traut sich den Beginn einer Romanreihe. Großartig. Sie ist (marine-)historischer Art. Ein sehr spannender Ansatz, die napoleonischen Kriege aus der Perspektive von 'Hummern' – Marineinfanteristen zu erzählen. Hoffentlich gibt es in den Folgebänden nicht zu viel Land und weniger See! Der Plot ist spannend, absolut und daher ist die erzählte Geschichte sehr lesenswert und entwickelt einen Lesesog. Toll, wir können uns auf den Fortgang der Geschichte freuen. Aber wir dürfen auch nicht einige Ungereimtheiten übersehen, vielleicht mögen sie dem Autor oder Lektorat für den 2. Band Ansatzpunkte ermöglichen. Wie kann eine 12-Jährige so einfach aus einem Brunnen gezogen werden? Das sind immerhin 40-50 kg!? Und das traumatisierte Mädchen gibt dann nach ihren schlimmen Erfahrungen gleich locker Auskunft, was passiert ist, wer sie ist etc. Hähm!? Dass dieses Mädchen seine wichtigste Zeugin im kommenden Prozess ist, wiederholt der Autor zweifach. Auch die Geschehnisse des Beginns der Freundschaft von Green und Mc Allister werden wiederholend erzählt ohne Erkenntniszuwachs!? Die Besatzung der Peacemaker wird verschiedentlich charakterisiert: Sie besteht in der Mehrheit aus Afrikanern. Sie gehört zu den erfahrensten Besatzungen der gesamten Flotte (S.253). In den Gefechten mit der Thémis verhält sie sich wie ein unerfahrener Frischling.

    Der gefallene Freund der Protagonisten Green und Mc Allister, Moses, wird zweifach der See zugeführt. Hähm!?

    Als Mc Allister die Beherrschung verliert, gehen mit ihm die Pferde durch. Sein Auftrag wird persönlich. Hier gehen die Pferde durch. Der Verlust eines lieb gewonnenen Menschen ist immer tragisch, aber das Mc Allister so ausrastet, ist too strong!

    Die Freundesbande zwischen Mc Allister und Green entwickelt sich nicht weiter. Green ist der Eleve von Mc. Mehr nicht. Streit – no problemo!

    Es ist zu erwarten, dass Mc Allister in den Folgebänden wieder auf das kleine errettete Mädchen trifft – von 12 bis 18 ist es ja nicht mehr weit! Das kennen die Kenner von Adam und Winter und Britta.

    Welche Funktion hat eigentlich Green? Freund, Vertrauter und? Für den Handlungsverlauf eigentlich unbedeutend.


    Anmerkungen zur erzählerischen Gestaltung des Romans.

    Der Roman ist ein auktoriales Konstrukt. Der Erzähler hält die Taue der Erzählung fest. Er ist der Kapitän. Dann wird immer wieder personal erzählt, es wird realistisch und nachvollziehbar. Diese Ebenen sind durchgehend, kaum mehr ist da zu finden. Keine erzählerischen Überraschungen! Keine Experimente. Keine Gedankenströme. Schade.

    Super prima ist es dann die Ausnahme, dass 2 Szenen des Romans aus 2 Perspektiven erzählt werden. Bsp. Beschießung der Peacemaker im Kanal durch die Thémis. Die zwei Undercover-Infanteristen sehen die Beschießung aus einem Ruderboot. Prima! Im Nebel blitzende Geschützerwiderungen.


    (Sei mutig, Autor, bei der Fortsetzung, orientiere dich an den Möglichkeiten, wie erzählt werden kann. Dann steigerst du deine eigene Qualität. (s. Erzählkreis Stanzl!, wenn du willst!))


    Es gibt tatsächlich eine Szene mit Humor!!! „Der Wein ließ den Kopf fast auf die Größe eines 32-Pfünder-Geschosses anschwellen.“

    Bitte Autor – bitte mehr Humor – bitte mehr lustige Ideen!


    Anmerkungen zur Gestaltung der formalen Kriterien des Romans

    Der Roman liegt vor in Paperback, Hardcover, e-Book.

    Für meinen Leseschmaus habe ich das Paperback-Buch gelesen.

    Eine absolut tolle Umschlaggestaltung. Ein großes Lob an Hoang Mai. Euro-Britisch – (wir wünschten uns eine Einflussnahme in die Politik!!)

    Eine gute Schriftgröße, vermutlich 14. Leider sind die 49 Kapitel manchmal sehr kurz, warum nur? Warum schließen die Kapitel nicht unmittelbar an, warum wird der Rest der Kapitelseite ausgespart? Seiten sammeln? Tut doch gar nicht not!


    Fazit

    Ich freue mich auf den nächsten Band. Meine Kritik ist konstruktiv konstruiert. Es gibt auch einige kleine Korrekturen in der RS, die hat vermutlich Speedy schon verpult, ich habe sie auch gefunden. 2.Auflage besser.


    Bale C. Harding – bitte weiter schreiben – ich freue mich auf den nächsten Band!!!!!

    Ach ja, in Bauberichten wird ja gern mal die Bitte geäußert, die Größenverhältnisse des Modells mittels eines Centstücks deutlich zu machen.

    Man kann ja präzise abschätzen, wie groß diese Schönheit ist. Die Schönheit des Schaffenden oder die des wohl vollendeten Schiffbaus!!! Ein Cent-Bonden? Ein Cent Bramstenge! Lässt sie sich auch fieren? Immer, wenn es nötig ist? Bei einem gewissen Autor ist das ja die Admiralsdisziplin! Oder? Bonden, the real Admiral! We follow you....

    Das ist wohl der wirkliche Klimawandel. Jetzt haben die Werften Hochkonjunktur, jetzt im Sommer. Wenn doch erst Sommer wär, wenn doch erst Sohohommer wär.... Schiffsbauer Bonden und Angarvater, seid ihr aus dem Sommerschlaf erwacht und baut nun los, als wäre Herbst-Winter? Ich glaubs nicht! Wir sollten die Jahreszeiten abschaffen. Ja, dafür bin ich. Der 1. Lord. Basta! Und nochmal: Basta!

    Jahrelang konnten wir den Grundschulkindern nicht erklären, wie die Jahreszeiten gehen, was typisch ist an den Jahreszeiten. Immer war Herbst. Im Juni, Juli, August - immer Herbst - im November, Dezember, Januar - immer Herbst - im März, April und Mai - ja immer noch Herbst...

    Und nun bei diesem ganzen Geschussel - zwei Jahundersommer mit Hitzerekorden -------------- und dann fangen die Dunkle-Monate-Werft-Bastler-Schiffsbauer an, im JULI die Tätigkeiten aufzunehmen. Wenn das kein Klimawandel ist, was dann?

    Großartig - was ihr macht - ihr Bastler!!!!!

    Wenn das Leben für Sie so lustig ist, Mr. Allen, dann können Sie ja nachher im Unterdeck beim Zählen der Gewürzballen helfen.“


    (Ich habe zum 5-ten Mal die Männer mit guter Nachtsicht herausgefunden und 3 Mal die Bramstengen gefiert. Ich denke, das ist eine sehr gute Voraussetzung, um Frank Adams 3. Roman zu rezensieren!)


    Dieser dritte Band der marinehistorischen Reihe verfolgt die Entwicklung des noch jungen David Winter vom Oktober 1779 bis zum Mai 1782. David feiert drei Geburtstage, die aber von den überbordenden Ereignissen und Abenteuern verschlungen werden.

    1995 erschien dieser Roman von Frank Adam in der deutschen Originalausgabe im Bastei Lübbe Verlag. Damit haben wir es mit Karlheinz Ingenkamp (1925 – 2015) als Autor zu tun, einem emeritierten Professor für Erziehungswissenschaft, der nach seiner Emeritierung seinem marinehistorischen Faible mit wissenschaftlicher Genauigkeit nachging und 4 halbwissenschaftliche Bücher zum Thema Seefahrt zur Zeit der Napoleonischen Kriege veröffentlichte. Diese Bücher sind auch heute noch lesens- und empfehlenswert. Die 14-bändige Reihe um den 'jungen Seewolf' David Winter ist Adams (Ingenkamps) erzählerischer Versuch, die Zeit um 1800 authentisch und spannend vorstellbar zu machen. Seine zweite Serie über die Figur Sven Larssons Abenteuer im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg blieb nach dem 4. Band unabgeschlossen.

    In 10 übersichtlichen Kapitel mit 40-50 Seiten, den exakten Daten und Orte der Geschehnisse, einer vorgeschalteten Übersicht über die 3 Schiffe, auf denen David Winter dient, einem Hinweis auf fachliche Sekundärliteratur, einem freundlichen Vorwort und Nachwort des Autors, einem fachlichen Glossar im Anhang und Zeichnungen mit Begriffsbestimmung der Masten, Segel und des Tauwerks ermöglicht der Autor auch dem absolut ahnungslosen Leser / der absolut ahnungslosen Leserin einen erkenntnisgewinnenden Einblick in rekonstruierte Zeit um 1800. Das ist gewinnbringend und nicht belehrend zu verstehen.


    Zunächst erleben wir den Midshipmen David Winter vor der nordamerikanischen Station auf der Anson, einem 64er. Wir starten mit einer nächtlichen Beschießung von zwei französischen 74ern. Dann schnell weg. Prisen werden gesammelt. David rettet seinem Kapitän Grant das Leben mit einem gezielten Messerwurf in den Hals eines Spaniers, der seinen Kapitän bedroht. Gut gemacht! Auf einer Prise bedroht eine rothaarige Frau David mit einer Pistole, sie erschießt eine Matrosen, er überwältigt die Frau. Wieder Held.

    In Savannah erobert Mrs Richmond David als Prise. „Ihre Schreie waren wie perlendes Lachen, und ihre Gier, David an sich zu pressen, unersättlich.“ (S.59).

    Im zweiten Kapitel erleben wir 'Segel in Flammen'. David ist mit seinem vorgesetztem Freund Matthew Palmer auf einer im Sturm schwer beschädigten amerikanischen Brigg und weit von der Anson entfernt, da erscheint eine spanische Fregatte, die ebenfalls im Sturm beschädigt wurde. Die Fregatte beschießt die Brigg, Palmer stirbt, Winter ist wutentbrannt und sinnt auf Rache. Er befehligt einen Brander, der erfolgreich die Fregatte zerstört und verkohlt. Diese Überforderung und heldenhafte Leistung würdigen seine Vorgesetzten mit einer außergewöhnlichen Belohnung, einer Heldenbeförderung zum Leutnant, ohne dass er eine Prüfung vor einer Kommission ablegen muss. Das Heldenpathos belegt der Kommentar zum Tod von Palmer: „Wie wahr, Mr. Winter, und unsere Freunde werden auf unseren Schultern stehen. Mögen wir ihnen stets Halt bieten.“

    Wieder in England: David ist Teilnehmer einer Überführung einer Hochstaplerin in Bath, für die er selbst als Jüngling geschwärmt hatte. Irische Hochverräterin. Seine Jugendliebe Susan rettet er im Gordon Aufstand. Sie ist unglücklich verheiratet mit einem homosexuellen Lord Bentrow. David erlebt eine leidenschaftliche Nacht.

    David wir auf die Surprise kommandiert. Hier herrscht ein Adeligen-Regiment. Arrogante Offiziere. Es endet in einem Desaster. Der 2. Offizier lässt das Schiff auf eine Sandbank auflaufen und will es mit seinem adeligen Kapitän vertuschen. David spinnt eine moralisch korrekte Intrige, es kommt zur Gerichtsverhandlung und die Guten werden alle freigesprochen und die Bösen werden abgestraft. Über die Machenschaften im Hintergrund wird der Leser in Ansätzen informiert, aber der bestmöglichste Ausgang ist erwartungsgemäß eingetroffen.

    David wird Kutterkommandant. Bravo, damit ist er erst einmal heraus aus der Schusslinie von Vorgesetzten. Er bewährt sich vor Master Blane und Mr. Duff, die ihn schätzen lernen. Mr. Blane hat einen Nilpferdmagen! Sie segeln nach Gibraltar und Menorca, David erlangt die Anerkennung der Besatzung.

    Es geht dann mit seinem Freund Kapitän Haddington zum Cap der guten Hoffnung, dann nach Argentinien mit einem Auftrag für revoltierende Einheimische, das läuft nicht so richtig gut, dann geht es wieder in die Karibik.

    An den Küsten Südamerikas erlebt David vor allem Dilettantismus.

    Im Finale, der Schlacht bei den Saints wird David von Bord geschossen, kann sich mit einem Midshipmen an einem Seil festhalten, welches von einen abgegriffenen Franzosen im Wasser liegt. David ergreift es, Bill Young greift Davids Beine, Bill wird vom Hai gerissen, David rettet sich auf das französische Schiff durch ein Einschussloch, befreit englische Gefangene und erobert das Schiff. Was für ein Superheld! Seine Vorgesetzten wollen ihn zum Commander befördern – er will es nicht – er fühlt sich moralisch angefasst, weil er sich den Tod von Bill verantwortlich zuschreibt.

    Die Schlacht bei den Saints ist für England erfolgreich, es hätte aber auch noch erfolgreicher sein können.


    Was ist das für ein praller Handlungsverlauf! Du kannst das Buch kaum aus der Hand legen, du bist bei David, es ist ein Lesesog. Es klappt meistens alles, Davids Verletzungen verlaufen immer positiv. Und dann heldet er weiter. Ein so junger erfolgreicher, besonderer, ausgewählter Teufelskerl, Feuerfresser, wie seine Freunde sagen.


    Als LeserIn denkst du, das ist ja ein abenteuerliches Leben. Toll, aber auch gefährlich. Mein Leben ist langweilig und unaufgeregt. Ich will mehr von den immer positiv endenden Abenteuern von Leutnant Winter! Wird er vielleicht noch weiter in der Karriereleiter der Navy aufsteigen? Na klar, bestimmt.


    Frank Adam hat die historischen Eckpunkte immer berücksichtigt. Dafür sei ihm gedankt.

    Als Professor für Pädagogik ist es ihm aber leider nur wenig geglückt, seinem Helden Winter reflexive Gedanken zu schenken, die ihn menschlich nicht nur als Superhelden charakterisieren. Seine Zweifel an seinem Handeln beschränken sich in diesem Band nur darauf, dass er mit abenteuerlichen Frauen intim wird, obwohl er seine Susan geschwängert hat.

    Zweifel an seinem dienstlichem Tun gibt es nicht.

    Für die Darstellung einer Entwicklung eines jungen Menschen in der britischen Marine fehlen leider immer wieder Gedanken, Zweifel oder Unsicherheiten im Handeln des Helden. Immer weißt du als LeserIn, es wird alle gut. Dann sind ja auch Verletzungen nicht so schlimm.

    Die Darstellungen seiner ersten erotischen Erfahrungen sind eher Altherren-Erotik. Was sich der Professor da hat in die Tinte spritzen lassen...wissen wir nicht.

    Humor ist an ganz wenigen Stellen dar, leider zu wenig. Hier schreibt eher ein empirisch geerdeter Autor. Weise – nicht eruptiv!

    Eine Analyse der erzähltechnischen Fertigkeiten des Autors fällt (wie bei einigen anderen Autoren auch) sehr dürftig aus. Immer nur auktoriales Erzählen, wenig Perspektivenwechsel, keine erzählerischen Überraschungen wie Gedankenstrom oder innerer Monolog, von Montagetechniken will man gar nicht denken. Hier schreibt ein Pädagoge, kein Künstler oder Literat.

    Darum seien wir gewarnt, wann und wenn der Autor die gutmenschelnde Keule in den nächsten Bänden auspackt. Hier hält es sich noch in Grenzen.

    Der personale Background des Hannoveraners Winter in England ist eine so einflussreiche Lobby, dass er sich für 11 weitere Bände lebenssicher sein kann. Auch wir als Rezipienten und Leser können uns immer mal einen Band von Adam ziehen und sicher sein, die gute Welt in schwierigen Zeiten ist möglich, wenn nicht, dann können wir davon träumen.

    Für diese Rezension habe ich den Roman zum 5. Mal gelesen. Er ist gut. Ein sechstes Mal in paar Jahren nicht ausgeschlossen.


    Aga, danke für deinen großartigen Urlaubsbericht mit den atemberaubenden Bildern. Da bekomme ich sehr großen Appetit.

    (Wir verreisen erst wieder im Herbst, machen aber unsere Scholle chicker. Sind ab und an an der Ostsee.... Meine Tochter und ich hatten einen schweren Autounfall. Wir sind unverletzt, aber uns verfolgen schlimme Bilder... Die Tochter war 5 Tage reiten und ich versuche bei DEINEN schönen Bildern und meinem großartigen Garten und arbeitsamer Freizeit bessere Bilder in meinen Kopf zu bekommen...)

    Danke fürs Zeigen!

    Ich habe alle Revell-Modelle, die ich baute, Schlachtschiffe, Flieger, Segelschiffe jahrgangsweise edel mit Böllern bestückt und dann genussvoll um die Jahreswenden BUmmmmmmmmmmm!:stp:

    Das war immer sehr geil. Die letzten habe ich mit meinem Sohn versenkt. Fand er gut.

    Ich hatte ein Zimmer mit hunderten von Plastikmodellen, unter der Zimmerdecke, in Regalen.

    BUmmmmmmmmm!

    Donald Wigal 'Historische Seekarten' ist 2000 in New York erschienen.


    Der Autor Wigal unterrichtete Geschichte, Kunst, Theologie und Musik an der Universität von Dayton und am Mary Rogers College. Seine Leidenschaft für Dokumente und Archive machte ihn zu einem der wichtigsten Mitarbeiter bei der Academic American Encyclopedia. Auch verfasste er zahlreiche historische Biographien. Seine akademische Karriere wurde 1985 durch den Distinguish Award der Universität von Dayton grkrönt (aus dem Klappentext!).



    Der großformatige, schön gestaltete Bildband bietet uns sehr umfangreiches Karten und Bildmaterial über Entdeckungsfahrten zu neuen Welten im Zeitraum 1290 bis 1699 an.

    Der wunderschöne Band lädt ein zum Stöbern und Schmökern. Die Texte sind sehr gut von Dr. Martin Goch ins Deutsche übertragen. Die 274 reich bebilderten Seiten sind in folgende Kapitel gegliedert:


    1. Landkarten und Entdeckungen
    2. Die Entdeckung neuer Welten im Westen und Osten: 1400 – 1500
    3. Jenseits der neuen Welt: 1500 – 1550
    4. Brücken über die Ozeane: 1550 – 1600
    5. Die Renaissance der Entdeckungen: 1600 – 1700
    6. Auf dem Weg in die moderne Welt: 1700 -1900
    7. Schlusswort
    8. Anmerkungen
    9. Index
    10. Glossar
    11. Bibliographie


    Wir können also diesmal historisch korrekt eingeordnet wieder unterwegs sein mit Kolumbus,Cortes und Cook.

    Dieses Buch ist ein farbenfroher Leckerbissen!

    Ganz wunderbar!

    Ich kannte das natürlich auch nicht - ich rufe gleich mal meinen 15-jährigen Avengers-Experten herunter - mal sehen, ob der Gamle wirklich gamle ist (Die Krimiserie DER ALTE läuft im dänischen Fernsehen tatsächlich als De Gamle!). Danke Aga - gerne immer wieder solche Hinweise...