Band 2 - Leutnant Hornblower


  • Ich musste einfach mal was anderes lesen und blieb bei Hornblower hängen. Das ist jetzt noch keine Rezension, denn ich bin ja erst beim 2. Kapitel, aber das wollte ich mit euch teilen:





    Ist das nicht einfach herrlich? Das ist doch pure Poesie. Kein Vergleich zu schwermütigen blutenden Schiffen.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Abwarten Mister!


    Auch Horny macht keine Karriere als Landpfarrer. :D:D:D:D


    Cheers Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • klar, aber er ist nicht so 1940er in den 1800ern unterwegs...


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Mein Gott liest sich der Forrester gut, wenn man vorher mit dem schwermütigen Dick unterwegs war!
    Nun ist Hornblower zwar auch ein eher nachdenklicher Mensch, der durchaus Selbstzweifel kennt, aber er nimmt seine Probleme halt philosophisch und nicht alles und jedes "ist ja so ungerecht".


    Das Buch selbst ist ja irgendwie dreigeteilt. Da gibt es zunächst die Geschichte um Kapitän Sawjer, darauf aufbauend die Eroberung von Samana und schließlich der unseelige Friede von Amiens. OK, das erste Drittel ist schon sehr bedrückend, denn man kann dieses Ausgeliefertsein ja förmlich körperlich nachempfinden. Doch dann kann Hornblower endlich zeigen, was in ihm steckt, bis er schließlich auf Halbsold und doch ohne Sold an Land strandet. Die meisten anderen Helden fanden in dieser Zeit ja andere Aufgaben, die sie weiter über die Weltmeere führten, doch unser Hornblower ist halt der geborene Antiheld. Ihn trifft das Unglück mit voller Wucht und er weiß es trotzdem zu meistern, ohne die Schuld bei anderen zu suchen.
    Seinen ganz besonderen Reiz bezieht dieser Band durch die Perspektive von Mr. Bush, über den man so auch eine ganze Menge erfährt, auch was seine Einstellung gegenüber Hornblower betrifft.
    Es gäbe noch eine Menge über die Vorzüge dieses Romans zu schreiben, wie die lebendige Darstellung der Offiziersmesse und die Verhältnisse zwischen den Leutnants, nominell gleich im Rang, aber durch das Dienstalter doch Vorgesetzte und Untergebene. Oder diese wunderbaren Beschreibungen der See und des Segelns. Ich komme ins Schwärmen und gebe die volle Punktzahl. :5*:

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Dank Dir, hab sowas befürchtet. Die haben's Wörtlich übersetzt. Ich such gerade nach besseren Möglichkeiten, diese Vorstufen des MM begrifflich zu übertragen. Wenn ich mich recht entsinne (meine Hornblower sind immer noch eingelagert) hatte Willard schon ähnliche Aufgaben wie ein MM. Aber damit sind wir schon fast in einem eigenen Thread :wink2:

  • Ich weiß. Nur da die Volunteers (siehe Wellard) im Gegensatz zu den Kajütenjungen, wohl eher Junior Midshipmen waren, bin ich mit der Übertragung als „Freiwilliger“ nicht so ganz glücklich. Zum glück kann man die beim Erzählen ja ausblenden :wink2: Aber wenn ich einen brauche, würd ich sie eher als Anwärter, Bord Kadett bezeichnen. Das kommt ihrer Funktion wahrscheinlich näher. unterfähnrich wär vielleicht etwas dich aufgetragen. :wink2:

  • Tordi und ich haben vor ein paar Wochen mal wieder die Serie geschaut, was mir dann Lust gemacht hat endlich auch mal wieder Hornblower zu lesen, diesmal aber auf Englisch. Den ersten Band habe ich nach den ersten zwei oder drei "Episoden" erstmal geparkt -, da es sich irgendwie etwas mühsam las (und an meinen Sprachkenntnissen liegt's nicht; ;) ich lese seit über 20 Jahren englischsprachige Autoren im Original). Auch beim "Leutnant" geht es mir ein bißchen so. Die Lektüre anderer marinehistorischer Serien liegt zu lange zurück für einen direkten Vergleich, aber ich frage mich ob Foresters Stil nicht tatsächlich etwas langatmig und getragen ist, gerade im Vergleich zu jüngeren Serien.
    Was mir beim "Leutnant" auffällt ist daß er sehr deutlich mit bestimmten Stilmitteln arbeitet, zum Beispiel die Erzählperspektive aus Bushs Sichtweise. Und obwohl es noch länger her ist daß ich Melville gelesen habe (teilweise auch im Original, aber damals war ich 16 und habe inhaltlich viel nicht mitgekriegt - ich hab den kompletten Moby Dick damals auf Englisch gelesen, aber auch nur weil mir ein befreundeter Englishlehrer das nicht zugetraut hat und ich es ihm beweisen wolle :bg: ) habe ich immer wieder das Gefühl, daß Foresters Erzählweise einen spürbaren Einfluß von Melville trägt.
    Bilde ich mir das nur ein oder ist das sonst schon mal jemandem aufgefallen, (im Übersetzungsfall natürlich vorausgesetzt daß die Übersetzung das jeweils im gleichen Maß beinhaltet), oder ist das schon mal thematisiert worden?

    "Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen." (Aristoteles)

  • Ich weiß. Nur da die Volunteers (siehe Wellard) im Gegensatz zu den Kajütenjungen, wohl eher Junior Midshipmen waren, bin ich mit der Übertragung als „Freiwilliger“ nicht so ganz glücklich. Zum glück kann man die beim Erzählen ja ausblenden :wink2: Aber wenn ich einen brauche, würd ich sie eher als Anwärter, Bord Kadett bezeichnen. Das kommt ihrer Funktion wahrscheinlich näher. unterfähnrich wär vielleicht etwas dich aufgetragen. :wink2:

    Irgendwo wird auch klar gesagt daß Wellard als volunteer weniger tauge/wert sei als ein midshipman. "Anwärter" finde ich dabei eine gute Übersetzung, deutlich besser als "Freiwilliger".

    "Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen." (Aristoteles)

  • Ich frage mich eh, was die Übersetzer manchmal reitet :hmm: Ich bin bei meinen Geschichten noch nicht soweit. Ich werde dann kurzfristig entscheiden, ob ich diese jungen Herren als Anwärter bezeichne oder Speedy folge und sie als (Bord-)Kadetten bezeichne.

  • Zitat

    Die Lektüre anderer marinehistorischer Serien liegt zu lange zurück für einen direkten Vergleich, aber ich frage mich ob Foresters Stil nicht tatsächlich etwas langatmig und getragen ist, gerade im Vergleich zu jüngeren Serien.

    Genau so ging es mir bei Aubrey/Maturin. Für meinen Geschmack las die sich teilweise sowas von zäh. Meiner Meinung nach ist das bei Hornblower ganz und gar nicht so. Ich habe die Reihe auch gerade wieder begonnen (müsste jetzt das 8 oder 9 Mal sein) und muss wieder einmal sagen, dass sie m.M.n. die beste marinehistorische Reihe ist, die es gibt. Auf Deutsch und auf Englisch. Aber das ist natürlich Geschmackssache, das will ich gerne zugestehen.

    Schmiddie


    (ehemaliges Mitglied von Bolitho & Co. 1.0 und Bolitho & Co. 2.0, dort bekannt als Robert E. Lee; also von Anbeginn dabei...längere Zeit verschollen, jetzt nicht mehr ganz so aktiv, aber immer dabei geblieben!).