Nicht kleckern - klotzen! Eine komplette Flotte auf der Helling

  • Ahoi allerseits!

    Vielen Dank für die Likes und die netten Worte. fr18


    Hier mal wieder ein kleines Update. Obwohl ich in den zurückliegenden Tagen oft in der Werft war, gibt es nur wenig Neues zu berichten. Es gab vor allem sehr zeitaufwändiges Gefummele.

    Zu den unterschiedlichen Qualitäten der Bausätze habe ich ja bereits etwas geschrieben. Aktuelles Beispiel sind die Fenster der Heckkajüte. Bei der Santa Maria sind diese aufgedruckt, was auch schon bei der Pinta so war.


    Allerdings gab es bei der Pinta die Fensterrahmen nochmal extra zum Ausschneiden, was leider bei der SM nicht der Fall ist. Aber das ist in diesem Haushalt zum Glück kein Drama: Jessica hat in ihrem Bausätze-Lager auch die Shipyard-Kolumbusflotte, so dass ich mir die entsprechenden Teile auf den Farbkopierer legen konnte. Dann wurden die Fensterrahmen fein säuberlich ausgestichelt, gestrichen und angebracht.

    Und schon sieht es viel besser aus.



    Die Santa Maria hat nun auch ihre Reling komplett, womit dieser Bauabschnitt abgeschlossen ist. Ich gehe aber gleich über zum nächsten und wechsele jetzt nicht das Schiff. Nun kommt alles das an die Reihe, was die Decks so ziert - und das ist doch recht viel. Die Lukenumrandungen sind schon mal angebracht.

    Andere Teile sind in der Form vorbereitet, als die einzelnen Teile dafür auf unterschiedlich starken Karton geklebt wurden. Es kann einen schon wahnsinnig machen, dass Shipyard es nicht geschafft hat, die einzelnen Bögen so zu bedrucken, dass man jeweils den gesamten Bogen auf die selbe Stärke bringen kann. Das hat die Firma Schreiber für deutlich weniger Geld besser gelöst - da liegen die entsprechenden Kartonplatten gleich dabei. Und so liegen hier etliche Kartonstückchen, auf denen mal mehr, mal weniger Teile drauf sind, weil das, was ursprünglich auf dem Bogen rundherum war, auf andere Stärken zu bringen ist. Aber das soll jetzt bitte nicht als Jammern verstanden werden. Ich habe ja alle Zeit der Welt und stehe in keinem Wettbewerb - nicht mal mit mir selbst. :pf:


    Auf jeden Fall gibt es jetzt jede Menge Kleinteile auszuschneiden und zusammenzufügen, und ich muss ehrlich sagen, dass das nicht meine Lieblingsbeschäftigung beim Kartonmodellbau ist - so widersprüchlich das auch klingt. Aber bei so winzligen Klitzekleinkramsteilen wünsche ich mir oftmals doch andere Lösungen. Aber was baue ich auch in 1:96 - bei 1:24 hätte ich das Problem nicht... :D

  • Aye, Bonden,


    Deine Probleme möchte ich im Augenblick auch haben, stecke ich doch derzeit im „Füllen“ der Spantzwischenräume, eine Art Grobschmiedearbeit.


    Aber das gehört nun mal dazu.


    Auf jeden Fall sehen Deine Schiffe sehr ansprechend aus! Ach ja, wenn der Maßstab größer wird kann man die Teile besser anfassen, aber dann muß noch sauberer gearbeitet werden.

    Egal, Schiffchenbauen gehört mit zum Besten.


    Cheerio!

    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Nach längerem Stillstand, nicht zuletzt wegen Verreisen und so, geht es hier mal wieder weiter mit zeigbaren Ergebnissen.

    Abriss war gestern - ich schreddere diesmal die Teile schon vorher, wenn sie mir nicht gefallen. :D Die Nagelbank für den Großmast der Santa Maria war so ein schwieriger Fall. Erst nach dem ich die vorgeschriebene Stärke des Teils, in die die Belegnägel kommen, halbiert habe, konnte ich die entsprechenden Löcher setzen, ohne dass sich das Teil verbog und zerfledderte. Nicht zuletzt taten die für ein ganz anderes Projekt gekauften Belegnägel der Firma Drydockmodels dem Teil gut.

    Die beiden Pumpen haben richtig Spaß gemacht, mit denen bin ich sehr zufrieden, und das schon in der Fassung 1.0, die jetzt auch so bleibt.

    Dann haben wir da noch das erste Geländer. Jeder dieser Pfeiler besteht aus 4 Teilen; das dünne Gebilde in der Mitte sollte man auch aus einem Papierstreifen herstellen - ich habe 0,5er Draht genommen.

    Nun freue ich mich schon auf die restlichen Umrandungen - es warten da noch 36 dieser Pfeiler... crazy

  • Aye, Speedy.


    So ist das in der Technik. Außer bei unbedingt neuen Technologien gilt immer noch: change never running Systems.


    Fast alle Laubenpieper haben diese „Schwengelpumpe“ in Betrieb, und bei meinen Reisen sah ich diese Bauart in vielen Gegenden als Arbeitsgerät zur Be- und Entwässerung. Nebenbei sind solche Lenzpumpen, zumindest als Resevegerät, auf vielen Fischkuttern und auch Yachten, für den Fall, daß bei einer Maschinenhavarie der Generator nicht mehr mitmacht, vorhanden.

    Sicherlich wurden die Holzausführungen von solchen aus Grauguß etc. ersetzt. Die Funktionsweise und Bauart ist aber immer noch die gleiche, bewährte Konstruktion.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Heute gehe ich mal ein bissel ins Detail. Falls mal jemand diese oder ein ähnliches Modell bauen möchte, ist das ja vielleicht recht hilfreich.

    Die Nagelbank am Großmast habe ich bereits gezeigt; die für den Fockmast ist baugleich. Und bei der am Großmast war der erste Versuch Schrott. Warum? Sämtliche Teile für dieses Ding sind Ausschneideteile. Die Bauanleitung sagt auch, auf welche Kartonstärke die Teile gebracht werden sollen. Hält man sich daran, hat man dann den Querbalken zur Aufnahme der Belegnägel so vor sich zu liegen (im Bild rechts). Jetzt versuch da mal, Löcher reinzubohren für die Nägel. Hoffnungsloser Fall. Also Variante 2 gewählt. Im Bild links zu sehen. Kartonstärke halbiert, die Löcher noch vor dem Ausschneiden reingedengelt.


    Und nun kommt der wichtigste Trick dabei. Die vorgesehenen zwei Einkerbungen zur Befestigung an den Seitenteilen habe ich nicht ausgeschnitten; statt dessen habe ich die Seitenbalken mit je einer Nut versehen. Hat im Ergebnis den selben Effekt - aber eben bautechnisch viel besser.


    Jetzt diese wunderhübschen Belegnägel rein.


    Dann die vertikalen Teile angebracht, die Betingköpfe gebaut und drauf und die Bodenteile angeklebt - nun fehlt nur noch Farbe.


    Und da isse nun an Ort und Stelle.


    Das Geländer für das Achterdeck habe ich auch gebaut, gestrichen und angebracht. Jetzt fehlt noch das Geländer am Vordeck, Leitern und vier Kanönchen.


    Für heute macht die Werft Feierabend. :wink:

  • Hallo Bonden,


    sehr schön. Wenn Du die Beting doch bemalst, kannst Du die Löcher prima mit einem Handbohrer in den Papierstapel bohren. Du musst nur vorher das Papier der oberen und unteren Lage an den Stellen mit Sekundenkleber härten.

    Gruß Christian


    Auf dem Zeichenbrett und in der Werft: Naval Cutter Alert, 1777
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • So, wenn denn morgen der Weihnachtsmann fragt, ob ich artig war, kann ich voller Stolz diese Fragen bejahen. Weil: Ich habe endlich mal wieder was abgerissen! :D

    Ja, diese Nagelbank auf dem Vordeck. Hat mir von Anfang an nicht so richtig gefallen. also die Nagelbank selbst ist exzellent, sieht super aus, keine Frage. Aber da passt sie einfach nicht hin. Fachbücher, andere Modelle von verschiedenen Leuten - niemand hat die Absicht, eine Nagelbank an den Fockmast zu stellen.

    Das macht aber rein gar nix - die macht sich nämlich später gut am Großmast der Pinta, denn zufällig hat sie genau die selben Abmessungen. :pf:


    Aber es wurde auch effektiv gearbeitet. Die Santa Maria hat nun alle Geländer, also auch die noch fehlenden auf dem Vordeck. Das erste Bild zeigt auch zwei Kreuzhölzer. Da habe ich mir das Gefitzele aus dem Kartonbogen nach dem Ausschneiden (liegt in der Bildmitte) dann gespart und habe die Teile aus Draht gebogen, lediglich die Halterung ist original aus dem Bogen. Allerdings sind mir die Teile etwas zu groß geraten, da muss ich neue bauen. Aber das erst später - jetzt geht die Werft in den Weihnachtsurlaub.


  • Aye, Bonden,

    Nagelbänke und Belegnägel sind für die Zeit deiner Schiffe nach der Literatur nahezu unbekannt, und wurden erst später nach und nach eingeführt. Diese mächtige Nagelbank, die Du da abgerissen hast scheint mir von den Herstellern kritiklos von den Schiffen ab dem Ende des 18. Jahrhunderts übernommen zu sein.

    In der Zeit Deiner Schiffe wurden die (wenigen) Leinen einfach an den Relingen belegt, oder es gab für z.B. Schoten und Halsen große Kreuzhölzer.


    Cheers!


    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Aye, Bonden,


    Die Belegbank am Groß könnte die erste solche Einrichtung gewesen sein. Bei diesen Schiffen bestand ja auch nicht zwingend die Notwendigkeit die „paar“ Leinen, die zur Führung der Segel des Vormastes benötigt wurden, auf der Back auf einem gesonderten Gestell auflaufen zu lassen.


    So what, schön werden sie, und alles was man bei einem Bau der Schiffe der Zeit mit der Überlegung wozu es gedient haben könnte macht, ist richtig.


    Cheers!


    Angarvater


    Da fällt mir gerade noch ein Wort von Peterson ein: auf den Segelschiffen gab es keine redundanten Leinen, alles war auf sicheres Bedienen und Standfestigkeit hin gebaut.

    An dieser Überlegung hat sich auch heute beim Schiffbau nichts geändert.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.