Galeone Countess of Kingsbridge, circa 1610, Modell nach Kirsch

  • Glänzt wie eine Speckschwarte

    Aus der Miniaturmalerei kenne ich noch hervorragende matte Klarlacke. Vielleicht kannst Du es damit noch probieren.

    Ich muss mal schauen welche da infrage kommen würden.


    Sonst ist das wieder ein Meisterwerk das du dort präsentierst! fr18


    Gruß

    Oeli

  • Vielen Dank für Eure freundlichen Anmerkungen und die Likes zu meinem Neubau.


    Aye, Oeli,

    wäre schön wenn Du mir da Fabrikate nennen könntest.


    Cheers!


    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Aye,Mates


    wie sind diese Lacke gelöst? Das geben die Produktbeschreibungen nämlichnicht Preis.



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  • Aye,Mates


    wie sind diese Lacke gelöst? Das geben die Produktbeschreibungen nämlichnicht Preis.

    Meiner Meinung nach sind die Wasserlöslich.

    Den ich hier habe ist so dünnflüssig, das man ihn pur direkt auftragen kann. Allerdings beim auftragen sparsam mit umgehen.

  • Was ist denn mit Universal Firnes Matt von Schmincke? Der wird in einer Sprühdose geliefert.

    Gruß Christian


    In der Werft: HMS Triton, 1773
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • Also der von AK ist vermutlich auch wasserlöslich, allerdings so dünn, dass man ihn pur auftragen kann. Und absolut geruchslos.


    Meine beiden bevorzugten Farbenfirmen sind ja Schmincke und vallejo, von beiden nehmen ich wasserlösliche Acrylfarben. Von vallejo gibt es auch einen "Matt Firnis", der aber eben nicht wirklich matt ist, sondern noch immer einen seidigen Glanz verleiht. Genau das macht das Zeug von AK nicht. Und es steht u.a. drauf: "It can be used with brush".

  • Danke für die Tips!


    Die Lacke sind bestimmt sehr gut, nur eben auf Wasserbasis und derartige Produkte lösen Guache an, was dann zum Verschwimmen und Auslaufen der Oberflächen führt. Allerdings werde ich mal den Versuch machen die jetzt lackierten und spiegelnden Oberflächen mit einer der von Euch vorgeschlagenen Typen sozusagen zu entspiegeln. Das kommt dann, wenn die Ruumpfarbeiten fertig sind dran.


    Angarvater

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  • Aye, Mates!


    Als Kleinkram bekamen die Türen zu den Decks und den Galerien ihre Bänder . Die mache ich aus flachgehämmertem 1mm Lötdraht




    Die Back und die Reling des Achterdecks haben ihre Blenden bekommen und die wurden gemalt.

    Somit sind die Malerarbeiten am Rumpf bis auf kleine Nachbesserungen erstmal durch. Hier ein paar ein- und überblicke über die bunte Lady.









    Sie ist in meine Augen ein "hübscher Käfer", um Jack Aubrey zu zitieren. Hmm, ich glaube der meinte allerdings eine andere Spezies.


    Als Nächstes werden die Rüsten und ihre Eisen, das Ruder, die Nagelbänke, etliche Knechte Augbolzen etc., etc, angefertigt und montiert. Ach ja, da werden ja noch 36 Pfortendeckel gebraucht. Es gibt, bevor es an die Takelage geht noch einiges zu tun.





    Cheers!


    Angarvater

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  • In den letzten Wochen ging es auf der Werft nur langsam, oder besser gesagt nur gelegentlich, voran. Nun, es gibt im Frühjahr immer mal wieder "Baustellen" im Haus. Als da sind: zu überholendes Holzwerk, auszuwechselnde Warmwasserbereiter und dergleichen mehr.

    Hier nun ein paar Eindrücke von den jetzt wieder anlaufenden Arbeiten.


    So ein "Kleinkram" ist z.B. das Anfertigen und Einbauen von Augbolzen mit ORingen. Hier einige davon auf den Grätings. Der größte Teil dieser Teile liegt "auf Halde" und wird künftig für das Anschlagen von Blöcken in der Takelage gebraucht. Bisher sind das insgesamt 140 Teile. Die stelle ich aus Messingdraht her. Je nach Verwendung in 0,7 oder 1,0mm. Brüniert werden sie mit Nerovor von Ballistol.



    Die Rüsten von Vor- und Großmast.

    Schritt eins ist das Zuschneiden der Rüstbretter und das Einfräsen der Kanäle der Rüsteisen. wie schon Altmeister zu Mondfeld schrieb ist es ratsam die Rüstbretter nicht nur zu kleben sondern auch mit Stiften an der Bordwand zu befestigen. Verfahrensweise: Vorbohren in den Kanälen, verkleben und mittels "Goldleistenstiften" an nageln. Diese Stahlstifte sind von Vorteil, da man sie nach dem Eintreiben durch hartes Biegen im Material abbrechen kann. Danach kommt noch hochflüssiger Cyankleber in die Nagellungen, die sich dann kaum noch lösen können.



    Anfertigung der Rüsteisen. Völlig offen ist, ob die Eisen damals rund oder eckig gewesen sind. Beide Formen zu Schmieden ist für einen versierten Schmied kein Problem. Ich habe mich dazu entschieden sie aus 2mm Messingvierkantrohr zu machen.


    Zuschneiden mit der Diamantscheibe ist sehr sauber zu machen.



    Danach Entgraten.


    Die Dinger müssen ja an der Bordwand verbolzt werden. Das geht mittels eines Flachteils ganz gut zu machen.

    Fertigung: das jeweilige Rohr wird drei mm tief in einen Schraubstock eingespannt und dann der Schraubstock fest zugedreht. Das ergibt dann eine ganz ordentliche Flachmaterialzunge in die dann noch die Bohrung für den Bolzen eingebracht wird.




    Die Augbolzen sollten auch brüniert sein. Da mir aber das Aceton zum Entfetten ausging wirkt das Brüniermittel in diesem Fall nicht. Werden sie eben an Ort und stelle später geschwärzt.



    Den Augbolzen stecke ich dann in das offenen Ende des Rüsteisens und lasse dünnflüssigen Cyankleber reinlaufen, was eine ausreichende Festigkeit erzielt. Da die Augen nach dem Einbau in die Rüste noch auf Senkrecht gebogen werden besteht kaum die Gefahr, das sie von den Wanten ausgerissen werden. Könnte man auch hartlöten, was aber einen deutlich höheren Arbeitsaufwand, ohne besseren Effekt, mit sich bringt.


    Vor dem Einbau lege ich noch den Winkel des Rüsteisens fest. Dazu setze ich einen "Hilfsmast" in die jeweilige Mastspur ein und spanne eine Schnur von der künftigen Höhe der Mars über den Rüstenkanal zum Aufpunktdes Eisens. Der Kanal wird noch einwenig mittels einer Fräse auf Schlankheit gebracht. Der Aufpunkt und der Kanal bekommen dann ihren Tropfen Kleber und das Eisen kann eingesetzt werden. Zum Abschluss werden noch die Bolzen (0,7mm Stahlnägel) eingeschlagen, und die Augen ausgerichtet.



    Nächster Schritt wird das Anfertigen der Abdeckleisten der Kanäle sein.


    Diese Konstruktion ist nach meiner Erfahrung dauerhaft recht stabil.


    Angarvater

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  • Bonden

    Hat das Label Im Bau hinzugefügt.
  • Aye, Mates!

    Hier mal wieder ein kurzer Bericht über den Bauzustand der Countess of Kingsbridge. Wie beim letzten Bericht ist festzustellen, daß es nur langsam weiter geht, da es in den vergangenen Wochen deutlich andere Prioritäten zu setzen galt.


    Zur Sache. Die Rüsten wurden fertiggestellt und das Ruder angefertigt und eingesetzt. Kleinkram wie die Sorgleinen usw sowie die restlichen Malerarbeiten kommen später dran.


    Hier der Holzrohling



    mit den Fingerlingen - 0,5mm Messingblech



    Nachdem ich das Ruder entsprechend den Zeichnung im Kirsch gebaut und eingesetzt hatte erschien mir die Fläche viel zu klein. Das mag im Kirsch der beschriebenen Rekonstruktion des Stockholmer Votivschiffes geschuldet sein. Das ganze Teil neu zu machen fand ich nicht in Ordnung, somit habe ich die Fläche des bestehenden Ruders vergrößert.


    Eine Anmerkung zu der Diskussion um die berühmten Turbulenzrillen. Wenn ich so eine Rille von 1,5mm Breite in die Steuerflosse einfräse bleibt da eine Materialstärke von 1,0mm je Seite stehen, was im Original 48mm entspricht. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß ein Kapitän mit so einem empfindlichen Ruder einverstanden gewesen wäre. Zudem wird über die Rillen erst in späteren Epochen berichtet. Darüber mögen sich die Superexperten Gedanken machen.



    Bei der Golden Hind, die ja auch in 1:33 gebaut ist, habe ich für die Pfortendeckel recht aufwändige Scharnieer gebaut. Im Unterschied zur Countess kann man die Scharniere sehr gut sehen, sodaß das schon reizvoll ist die Teile funktionsfähig anzufertigen. Bei der Countess (1:48) liegen die Pforten so dicht unter den Barghölzern. daß die Gelenke der Pfortendeckel nicht ohne daß man da "Klimmzüge" macht nicht zu sehen sind. Um die Deckel einigermaßen stabil an der Bordwand zu befestigen gibt es in der Literatur diverse "Nagelungsvorschläge". Ich habe das diesmal so gemacht:

    2mm Messingrohr wurde im Schraubstock kalt auf rechteckig gequetscht. Der runden Teil wird in seine Bohrung in der Bordwand eingeklebt und dann der Deckel auf die beiden Scharniere aufgeklebt.






    ageofsail.de/suite/index.php?attachment/9247/




    Der Zustand des Neubaues heute Abend.



    Best regards


    Angarvater

  • kurze Werftmitteilung,


    Angarfathers Dockjard legt eine zweiwöchige Arbeitspause ein, da der Werftherr und ihre Ladyschaft ins Königreich Danmark reisen.


    Best regards


    Angarvater

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  • Heutiger Bauzustand.


    Zuerst ein Blick auf die "Scharniere/Bänder" der Pfortendeckel der Backbordseite.



    Und hier die fertig montierten, sprich aufgeklebten Deckel.



    Ursprünglich war geplant die Rückzugskanonen nicht ausgefahren zu zeigen. Aber da ich noch zwei Rohre übrig hatte wurden sie doch noch im ausgerannten Zustand eingebaut.



    Hier noch ein Blick auf das Ruder, dessen Bänder jetzt in Situ noch mit Bolzen versehen wurden.



    Weiter geht es jetzt mit den vielen Kleinigkeiten wie Handläufe an den Niedergangsluken, Ankerklüsen usw. bis dann die Fertigung der Untermasten in Angriff genommen werden soll.


    Best regards


    Angarvater

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  • Sehr Eindrucksvoll, Shipwright.


    Vielleicht könnt ihr in 2 1/2 Punkten noch einen Schreibtischhengst erhellen.


    Sin die kleinen Ringe in der Bordwand , da wo das Deck verlaufen müßte, Speigatten?


    Und sehe ich richtig, daß auf beiden durchgehenden Decks das gleiche dicke Kaliber gefahren wird? - Wenn ja, ab wann gingen die Konstruktuere zur Gewichtsstaffelung über?


    Euer sehr ergebener Lord Croidon

  • Aye, Mylord,

    Ja, die Ringe stellen die Ausläufe der Speigatten dar. Es gibt davon mehrere Varianten. In eckig, mit aufgesetztem Ablaufschlauch oder wie hier als einfache Bronceausläufe.


    In diesem Fall sollen es tatsächlich Kanonen gleichen, großen Kalibers sein. Bei diesem Schiff dürfte das von der Stabilität her noch gegangen sein. Drake forderte in seinen Anforderungs-richtlinien für die Abwehrkämpfe in der Armadacampain, soviel wie möglich an großen Stücken an Bord zu stationieren.


    Wenig später wurden die Kampfschiffe deutlich höher gebaut, und da war dann auch der Zeitpunkt erreicht ab dem man aus Stabilitätsgründen die Gewichtsverteilung im Sinne von die Großkaliber nach unten, die kleineren in die Mitte und die leichten nach oben einrichtete. Aber wie wir durch den Fund der Vasa erfahren haben keineswegs immer und überall.

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  • Vielen Dank für Euer freundliches Interesse am Neubau.


    Als nächstes sind die Dimensionen der Masten zu bestimmen. Ich benutze dafür die Rechentabellen von zu Mondfeld, in denen er die Rechenfaktoren der europäischen Schiffbauer nach Nationalitäten sortiert zusammengestellt hat.


    Vorgehensweise : Ausgangsmaß ist die Schiffsbreite am Hauptspannt B. In diesem Fall 170mm. für z.B. den Fockuntermast wird diese Breite mit dem Faktor aus der Tabelle für englische Schiffe um 1570 multipliziert. L= 170mm x 1,990B = 338,3mm.


    Hier eine Teiltabelle für die Bemastung der Countess.





    Länge




    Durchmesser Deck




    Länge Top




    Spriet




    379,95




    10,4







    Fockuntermast




    338,3




    9,871




    33,8




    Fockmarsstenge




    195,5




    5,474




    19,55




    Fockbramstenge




    112




    4







    Flaggstock




    79,9










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  • Aye,Mates,


    Derzeit werden die Untermasten gefertigt. Hier mal der Fertigungsablauf der Marsen gezeigt.


    Vorab etwas zur Größe der Marsen. Soweit bekannt dienten die Marsen in der Tudorzeit im Wesentlichen der Aufnahme der Wanten der Obermasten und auch der Bedienung der in den Marsen auflaufenden Taljen der Obersegel, und nebenbei auch als Ausguck. Die Entwicklung im Laufe der nächste beiden Dekaden führte von den runden "Mastkörben" hin zu den großen Plattformen wie wir sie aus der nelsonschen Aera kennen. Das heißt, von der Arbeitsplattform zur Bedienung der Takelage hin zu im Verhältnis sehr großen Kampfständen. Das Ergebnis ist sehr gut in "dem Film" gezeigt als sich die Marine Forces auf den Marsen erst tarnen und dann von dort aus das Deck der Acheron unter Feuer nehmen.


    Zur Fertigung. Benötigt wird. 1. eine Plattform ( die aus Lagen von Brettern zu bauen ist für mich nicht sinnvoll).

    2. ein oberer Umlauf

    3. die Saling als Tragwerk

    4. 10 Relingstützen

    5. die Polster


    Plattform und oberer Umlauf fräse ich aus einem ausreichend großen 3mm Elsbeerebrett.

    Äußerer Umfang



    Fräsen des Ringes



    Beide Teile



    Die Saling. Eine einfache Konstruktion als Überplattung der Traghölzer. Den Ausschnitt der Plattform lässt sich einigermaßen exakt auf der Oberfräse ( Fräser 2mm) machen

    Die Relingstützen


    Passprobemontage



    Fertigmontage




    Vor dem Einbau am Mast ist noch die Ausrichtung zu beachten. Da die Masten dieses Schifftyps, im Gegensatz zu den jüngeren Konstruktionen

    einen Fall nach Achtern haben werden die Marsen nicht im rechten Winkel zum Mast montiert, sondern parallel zur Wasserlinie de Schiffes. Nach dem wenigen, was man von den Shipwrights der damaligen Zeit weiß ging es bei dieser Ausrichtung um eine schönes Bild des Schiffes, nicht um eine technisch sinnvolle Positionierung.


    Davon demnächst mehr.


    Angarvater

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