HMS MERCURY, Fregatte der Enterprize-Klasse, 1:72, Shipyard

  • Ahoi allerseits,


    zur Erläuterung für alle, die neu hinzukommen, was es mit diesem geschlossenen Thread auf sich hat. Ich hatte meinen Baubericht früher in einem anderen Forum, aus dem ich mich aber aus Gründen, die hier nichts zur Sache tun, abgemeldet habe. Die Dienstälteren hier wissen, dass der Beginn dieses BB auch schon mal in einem noch ganz anderen Forum zu sehen war...
    Lange Rede, kurzer Sinn: Nun ist er da, wo er hingehört: Hier! :wink1:
    Alles, was bis zur vollständigen Überführung dazu geschrieben wurde, findet sich in diesem Thread, daher wollte ich ihn auch nicht löschen. Weitere Diskussionen zu meiner Mercury also ab sofort hier: https://www.ageofsail.de/forum/index.php?thread/496-hms-mercury-fregatte-der-enterprize-klasse-shipyard-kartonmodell-1-72/&pageNo=1 :wink2:

  • Ein netter Vergleich zwischen den links und rechts geschlagenen Tauen und den entsprechend drehenden Joghurtkulturen. Der hätte hier das Zeug zum Posting des Monats. ;)
    Ehrlich gesagt will sich mir der Sinn des gezielten Einsatzes der unterschiedlich geschlagenen Taue nicht so recht erschließen. Und selbst wenn es da einen Unterschied gibt, würde es nicht völlig genügen, die Taue umzudrehen oder unterliege ich da einem Denkfehler?

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Schön den Link hier zu sehen Bonden.
    Die Mercury ist ja auch eine Schönheit.


    Zu den Seilen. Ich habe noch keine Quelle gefunden, die mir plausibel erklären konnte warum man links / bzw rechtsgeschlagene Taue verwand.
    Hanfseile verfilzen und quellen wenn sie nass werden, was sie steif werden lässt. Unter Spannung und mit nicht gesicherten Enden dröseln Sie sich auf, egal wie rum geschlagen.
    In einer Quelle -wenn ich noch wüßte wo- hiess es das Kapitäne diese verwendete um eine schöne Symmetrie auf dem Schiff zu erlangen.
    Technisch war das glaube ich kein Unterschied.


    Aber wie man so mitbekommt haben Holzwürmer das zum Mantra erhoben.



    Aga

    Gentlemen, when the enemy is committed to a mistake, we must not interrupt him too soon.

    Adm. Horatio Nelson

  • Heute mal ein kleines Update. Ich bin ja derzeit dabei, die Geschütze des Achterdecks zu takeln und anzubringen - eine recht aufwändige Angelegenheit. Vier Kanonen und vier Karronaden müssen dort aufgestellt werden. Während das Takeln der Kanonen ja, bereits sehr routinebehaftet, recht zügig von statten geht, nehmen die Karronaden doch mehr Zeit in Anspruch. Dazu kommt noch die in meinem Baubericht bereits erwähnte Problematik des seeeeehr vorsichtigen Bohrens der Löcher für die Augbolzen im Schanzkleid hinzu. Insofern geht es da jetzt etwas langsam voran.


    Und auch das ist wieder ein lernender Prozess. Ich möchte das mal anhand der ersten beiden Karronaden illustrieren. Die erste hatte ich ja bereits im Baubericht gezeigt. Ich war sehr froh, als sie endlich an Ort und Stelle ordentlich vertäut war. Beim späteren Betrachten der Bilder und des Originals machte sich eine ganz leise Unzufriedenheit in mir breit: Die Taue der Seitentakel waren mir einfach zu wenig straff. Das sollte bei der zweiten Karronade besser werden. Ich finde, das ist mir auch gelungen. Hier die erste Karronade:



    Und hier die von heute - die Taue sind straffer, es sieht einfach edler aus, finde ich.



    Ok, wenn alle Geschütze auf dem Achterdeck in Position sind und alles andere, was da draufgehört (Ruderstand, Kompasshäuschen, Nagelbänke) an Ort und Stelle ist, fällt das wahrscheinlich nicht mehr so auf. Aber es ist die Summe der kleinen Details, welche ein hoffentlich gutes Modell ausmacht, insofern sehe ich meine heutige Mühe nicht umsonst.


    Ist übrigens interessant: Für eine Kanone brauche ich mittlerweile nur noch eine reichliche Stunde, um die bereits schon gefertigte und angemalte Lafette mit dem Kanonenrohr und den verschiedenen Takeln und dem Schildzapfenschloss zu verbinden und das alles an Ort und Stelle einzubauen; für eine Karronade benötige ich reichlich 2 1/2 Stunden.


    So, jetzt das an Geschützen, was ihr hier seht, noch einmal (links seht ihr die leeren Stückpforten), und dann ist das Achtereck komplett bestückt - von den Drehbassen mal abgesehen, die dann noch auf die bereits zu sehenden Halterungen kommen. ;)

  • Zitat

    Ist übrigens interessant: Für eine Kanone brauche ich mittlerweile nur noch eine reichliche Stunde, um die bereits schon gefertigte und angemalte Lafette mit dem Kanonenrohr und den verschiedenen Takeln und dem Schildzapfenschloss zu verbinden und das alles an Ort und Stelle einzubauen; für eine Karronade benötige ich reichlich 2 1/2 Stunden.


    Dafür werden sich die Karronaden im Einsatz leichter und mit weniger Personal bedienen lassen. ;)

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Aye, (Admiral), Shipwright!!


    Schön anzuschauen. Ich bin immer wieder überrascht, was Du aus Papier, Papier!!!!! so machst.


    Cheers Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Ja, das sieht wirklich toll aus, wobei mich vor allem die Geschütztakelungen faszinieren. War es tatsächlich so, dass Kanonen und Karronaden abwechselnd aufgestellt wurden?

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Jetzt wo das mit dem Bilder hinzufügen wieder klappt, kann ich ja mal die neuesten Fortschritte zeigen.


    Ich war ja doch noch nicht fertig mit dem Achterdeck! Da fehlte doch noch ein schmuckes Geländer, damit die Leute nicht in die Kuhl fallen, wenn sie unaufmerksam sind. :D
    Wenn ich richtig gezählt habe, sind es 48 Teile, die zu verbauen sind. Das hat Spaß gemacht und hat keine zwei Stunden gedauert. Seht die Bilder!

  • So, ich glaub, jetzt habe ich das Achterdeck wirklich fertig. Es gab viel Fleißarbeit, noch knapp 20 Taurollen waren herzustellen, außerdem wurde der Kompaßschrank aufgestellt und festgezurrt.


    Jetzt geht es bald an die Herstellung der Rüstbretter samt Püttingsjungfern. :)


    Vorher nochmal ein Blick über das gesamte Schiff. Am vorigen Donnerstag war übrigens Jahrestag - am 12. Februar habe ich voriges Jahr mit der MERCURY angefangen. Nun, das eine Jahr fröhliches Werkeln in der Werft hat sich, glaube ich, gelohnt.

  • Ja, da hast Du in dem Jahr eine Menge geschafft. Besonders viel Spass beim Zuschauen macht die Tatsache, dass es immer wieder eine neue Kleinigkeit auf Deiner Mercury zu entdecken gibt.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Danke für eure netten Worte! Bin jetzt bei den Rüsten angelangt. Die Frage, wie ich die Püttingsjungfern einbinde, hat mich eine Weile beschäftigt. Jetzt bin ich, glaube ich, an der für mich besten Lösung angelangt: Ich nehme brünierten Messingdraht. Zwar bricht der beim um die Jungfer drehen manchmal ab, aber mittlerweile habe ich den Bogen raus, so dass ich die Ersatzlösung mit Kupferdraht, den ich dann hinterher gaaaanz vorsichtig schwarz anmale, wieder verworfen habe.


    Und so sieht die Steuerbordrüste für den Großmast aus - im Vordergrund meine erste Variante mit angemaltem Kupferdraht.

  • Ach so, also ein Problem, das mich nicht betrifft, denn bei uns ist unlackierter Draht die Regel. U.u. wäre dann feiner Al-Draht geradzu ideal, da der recht schnell von ganz alleine luftgeschwärzt wird.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)