Staatenjacht Utrecht

Staatenjacht Utrecht

Bei der Utrecht handelt es sich um eine Staatenjacht wie sie zweihundert Jahre lang von den großen Handelsstädten der Niederlande betrieben wurde. Sie wurden im Wesentlichen als Inspektionsschiffe der Handelscompanie beim Ein- und Auslaufen der Indienfahrer genutzt, und vor allem als sehr komfortable Reiseschiffe der Handelsherren bei ihren Geschäftsreisen, zum Beispiel von Utrecht nach Amsterdam.
So eine Reise dauerte in der unbequemen Postkutsche neun Tage – genau so lang wie die Reise mit der Staaatenjacht. Nur war diese ungleich komfortabler. Man schlief sozusagen im eigenen Bett, hatte den Pavillon oder die große Kabine mit allem Luxus zur Verfügung und wurde mit sehr gutem Essen von der Crew, die diese Schiffe viele Jahre fuhr, verwöhnt. Nebenbei fuhren natürlich auch die Damen der Handelsherren mit. Denen standen genau so komfortable Damenkammern zur Verfügung.

Staatenjacht Utrecht

Sicherlich dienten die Jachten auch der Repräsentation. Man zeigte wer man war. Es ist sogar verbürgt, dass die Seestädte die Jacht Mary dem englischen König als Krönungsgeschenk präsentierten. Majestät nahm gern an, nur sein Schatzamt war ob des zu buchenden Wert des Schiffes von 8495 Pound Sterling etwas irritiert. Für dieses Geld konnte man im 17. Jahrhundert eine Fregatte bauen und den Betrieb samt Heuer für zwei Jahre zahlen. Die lapidare Antwort auf die Frage ob der Richtigkeit des angegeben Preises lautet sinngemäß: Die ist ein dem König und seinem Wohlgefallen angemessenes Schiff, und kein Kriegsschiff das im Gefecht doch nur demoliert wird.
Dieses Modell der Staatenjacht habe ich nach den Plänen der vor etlichen Jahren in 1:1 gebauten Utrecht gebaut. Das Schiff bietet gute Gastronomie und nimmt gern Passagiere mit auf Reisen. Allerdings stelle ich die kleine Utrecht so dar wie sie im 18.Jahrhundert ausgesehen haben könnte. Insbesondere ohne Maschine.

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