Daniel Defoe – Robinson Crusoe 5/19

Daniel Defoe – Robinson Crusoe

Literatur-Vorstellung Mai 2019

Es ist schon Jahrzehnte her, dass ich diesen Klassiker gelesen habe. Damals ging ich noch zur Schule und das Buch war Pflichtliteratur. Deshalb wird der Roman gern als Jugendbuch abgetan, obwohl er das eigentlich nicht ist. Nun also, Jahrzehnte später, fiel mir die Ebook-Version einer alten deutschsprachigen Ausgabe in die Hände.

Manche Sätze waren wie gute alte Bekannte, doch insgesamt erkannte ich den guten alten Robinson Crusoe nicht so recht wieder.
Früher war er ein Held, der schwierigste Situationen überwand, ein Sinnbild menschlicher Energie und eines unbändigen Überlebenswillens. Als Jungs träumten wir davon, auf seiner paradiesischen Insel zu leben. Doch wenn ich jetzt in diesem Buch lese, so finde ich nur wenig Positives über diesen Helden alter Tage.

Was soll man auch von einem Mann halten, der nicht nur Sklaven hält, sondern auch seinen Freund und Leidensgefährten nach erfolgreicher Flucht aus der Sklaverei als Sklaven verkauft? Da fallen mir nur wenig druckreife Bezeichnungen ein. Aber halt. Natürlich bin ich gerade drauf und dran, den dümmsten Fehler zu machen, den man in der Beschäftigung mit der Geschichte und eben auch alten Geschichten machen kann: die Vergangenheit mit heutigen Maßstäben und Moralvorstellungen zu beurteilen.

Wenn man jedoch seine heutige Sicht beiseite lässt, ist Robinson Crusoe wirklich ein toller Abenteuerroman, der so ziemlich alles enthält, was man sich wünschen kann. Man erlebt Piratenüberfälle, Gefangenschaft, Flucht, Schiffbruch und schließlich die Rettung von der berühmten einsamen Insel. Das ist viel mehr als nur eine langweilige Robinsonade und man versteht, warum das Buch ein Klassiker ist. Manchmal ist es halt auch gut, einen ganz alten Bekannten aus dem virtuellen Bücherregal zu nehmen.

Speedy

 

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