Chuck Dixon – El Cazador 2/19

Literatur-Vorstellung Februar 2019:

Chuck Dixon – El Cazador (Heft 1)

Es ist schon merkwürdig. Soweit es das geschriebene Wort betrifft, werden maritime Stoffe von Offizieren der Royal Navy als Helden dominiert. Kommen Bilder ins Spiel, ändert sich plötzlich alles und Piraten betreten die große Bühne. Das gilt sowohl für Spielfilme als auch für Comics.

Die El Cazador-Reihe entstand im CrossGen-Verlag, der eher für Phantasy-Stoffe aus der Zukunft stand, während die Handlung von El Cazador im 17. Jahrhundert, dem goldenen Zeitalter der Piraterie angesiedelt ist. Durch den Bankrott des Verlages blieb die Reihe auf sechs reguläre Hefte und ein Sonderheft beschränkt.

Die Handlung geht sofort in die Vollen. Piraten unter dem Kommando des berüchtigten Blackjack Tom greifen eine spanische Galeone an, auf der sich die Witwe des verstorbenen Don Hildalgo auf der Heimreise nach Spanien befindet. Der älteste Sohn fällt im Kampf gegen die Piraten, während der Rest der Familie auf Blackjack Toms Schiff verschleppt wird, um ein großes Lösegeld erpressen zu können. Aber es wurden nicht alle aus der Hidalgo-Familie gefangen genommen. Die Donessa Cinzia Elena Marie Esperanza Diego-Luis Hildalgo konnte sich auf der Galeone verstecken. Von ihrem Vater in allen Fechtkünsten unterrichtet, kann sie den Prisenkommandanten töten. Mit dem Versprechen eines gewaltigen Goldschatzes bringt sie das restliche Prisenkommando hinter sich und wird als Lady Sin Kommandantin der Galeone, die sie in El Cazador, den Jäger, umbenennt. Ihr Ziel ist Rache an den Piraten um Blackjack Tom.

Neben der Geschichte um Lady Sin gibt es noch weitere Handlungsstränge, die sich im Verlauf des Heftes aber erst langsam entwickeln. So ist da Blackjack Tom, der zunächst vergeblich auf die eroberte Galeone wartet und sich schließlich auf die Suche nach ihr begibt. Daneben wird noch der englische Freibeuter Harry Newcomb eingeführt, der vom französischen Gouverneur auf Martinique wegen Piraterie zum Tode verurteilt wird.

Die ganze Geschichte ist also recht komplex angelegt und soll auf diese Weise wohl die vielen Facetten der Piraterie zeigen. Die Zeichnungen des Comics empfand ich von Anfang an als sehr bildgewaltig. Die meisten Bilder zeigen einen ziemlichen Reichtum an Details, der wirklich Spaß macht, wenn man keine technische Zeichnung erwartet, sondern eher einen guten alten Piratenfilm, der ein wenig aufgepeppt wurde.

Bereits jetzt, nach diesem ersten Band, bedaure ich, dass diese Geschichte wohl nicht zu Ende erzählt werden konnte.

 

Speedy

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