Beiträge von Angarvater

    ZSelbst wenn es gekupfert wurde, dann aber bestimmt nicht in dem Umfang wie die rot gefärbten Planken. Die Kielwasserlinie verläuft üblicherweise parallel zum Kiel - das ist sie hier aber nicht, wie man auf diesem Bild unschwer erkennt:

    Aye,Bonden,

    Ich habe mir gerade wegen dieses Problems den Bauplan der Niagara ( Museumsplan) an-gesehen. Wie schon Anobium sagte läuft die KWL , im Englischen ( ob alt oder zeitgenössisch immer die LWL - Load waterline, Ladewasserlinie) bei der Niagra nicht!!!! parallel zur Kiellinie. Das Schiff hat Achtern deutlich mehr Eintauchtiefe als vorn.
    N.b. Zeigt auch Chapman dies bei etlichen seiner Pläne. Noch ausgeprägter ist das bei den Klippern, die auf dem berühmten Baumuster Baltimore Clipper beruhten. Im Verhältnis zu anderen Konstruktionen führte diese erhebliche Vergrößerung der eingetauchten Fläche zu einer deutlichen Verringerung der Querabdrift am Wind, was zusammen mit dem Clipperrigg zu ganz anderen am Wind erreichbaren Höhen führte.

    Diese Bauweise erreichte ihren Höhepunkt mit den kanadischen Fischerbooten, deren prominentester Vertreter die berühmte Blue Nose war.

    Und was die Kupferung betrifft war es immer sinnvoll sie mindestens bis zur LWL zu führen um das Unterschiff so gut wie möglich zu schützen. Und nun etwas Spekulation: ein russisches Schiff hatte es im Herbst und Frühjahr mit beginnendem Eisgang zu tun. Und da macht eine Kupferbeplankung schon Sinn. Das hält m.E. Nach deutlich mehr aus als geteertes Holz.

    Aye, Bonden,


    das sieht so schön filigran aus, daß es eine Freude ist.


    Nochmal zur Kupferfarbe. Weil es mich interessiert habe ich einen alten Bekannten, seines Zeichen Kupferschmied (den Beruf gibt es tatsächlich noch) danach gefragt wie wohl das Kupfer, oder besser Kupferplatten, in den alten Zeiten ausgesehen haben mögen. Er meint, daß diese Platten kaum weniger leuchtend Rot als heute waren. Nicht ganz so super sauber, aber eben Kupferrot. Er meint, daß es selbst auf See etliche Zeit gedauert habe bis das Rot sich in ein stumpfes Rotbraun verwandelt hätte. Das berühmte Grün von Bedachungen, so sagte er mir, sei keiner natürlichen Patinabildung zuzuschreiben, sonder wäre einer vom Bauherrn bestellten Säurebehandlung? zu verdanken gewesen. An Sonsten wurden auch Turmspitzen eher Braun als Grün, und so wollten es die hohen Herrn, die die Prachtbauten in Auftrag gaben, gern als besondern Effekt gern haben.


    Angarvater

    Aye, Mates,


    Die Untermasten sind gestellt und es läuft die Fertigung der Jungfern.



    Für die Wanten der Untermasten werden insgesamt 84 Jungfern in drei Größen gebraucht. 56 für Fock- und Großmast und der Rest für den Besan und den Bonaventuramast.


    Ablauf der Fertigung.

    Schritt eins ist das Zurichten des Dreieckprofils mit der Kreissäge und das Schleifen auf dem Bandschleifer.

    Schritt zwei ist das Bohren der Gatten für die Taljen.



    Technisch manchmal etwas problematisch, da das Holz ja nicht homogen ist ist der 1,5mm Bohrer leicht auswandert. Dem kann man allerdings etwas mit dem Kreuztisch auf dem der Schraubstock sitzt, zumindest zu Anfang gegensteuern.


    Die "Umlaufnut" für die Eisen resp. strops wird zuerst mit der Säge vorgeschnitten und dann mit der Dreikantfeile gearbeitet.




    Die Jungfernrohlinge für die Hauptmasten.



    Die Gatten bekommen Einschmiegungen damit die Tampen nicht über eine harte Kante laufen. Das läst sich mit einer 3mm Fräse ganz gut machen.


    Die unteren Jungfern werden mit Eisenrundmaterial am Schiff angeschlagen. Solche Beschläge wurden in der Realität heiß aufgeschrumpft. Das heißt, das Band wurde so geschmiedet, daß es in kaltem Zustand stramm aufsitzt. Es wird bis zur Rotglut erhitze und dann aufgetrieben, sodaß es abgekühlt stramm in der Umlaufnute sitzt.


    Soweit die "echte" Arbeitsweise, die im Modell für mich nicht machbar ist. Ich nehme daher 0,7mm geschwärzten Eisendraht den ich um die Jungfer lege. Die beiden Enden werden verdieselt und aus dem Ende dann ein Haken gebogen. Das geht ganz gut und hält auch seit längerem dem Zug der Wanten am Modell stand, und sieht dann so aus.




    Die Teile werden, wenn die Serie soweit fertig ist, noch feinbearbeitet und kommen dann an die Rüsten. Hier eine Probemontage.



    Best regards


    Angarvater

    Aye, Mates!

    vielen Dank für die Likes!

    Bonden. Danke für deine Antwort in Sachen Räderfarbe. Wenn ich große Lust dazu bekomme male ich die Radscheiben noch an.


    Heute wurden diverse Bauteile noch mit ihren Bolzen, die sie mit dem Schiff verbinden, versehen. Inzwischen habe ich, obwohl ich die Nagelung der Planken nicht zeige, da die m.E. im Normalfall tief eingeschlagen wurde, und dadurch unter der Teerung resp. Bemahlung verschwand, an anderen Stellen geschätzt an die 100 Nägel eingeschlagen. Meistens 0,5mm Blauköpfe, da die flache Köpfe haben die wohl den geschmiedeten Teilen der Tudorzeit ähnlich sehen. Hier auf den Keilen der Spritzurring zusehen.



    An anderen Stellen habe ich Rundkopfnägel verwendet, die dann auch unter der Farbe sichtbar sind. Das sind Bereiche, an denen ich nicht Nageln sondern Bolzen verwenden würde. Und Bolzen haben und hatten immer kräftigerer Köpfe als Nägel.


    Da es gerade so in den Bauablauf paßte habe ich die Fertigstellung der vier Stücke der Kuhl vorgezogen. In Anlehnung an diverse Quellen bekamen die Lafetten vorne größere Räder als hinten. Die Beschläge der Lafetten um die Rohre zu sichern sind, entsprechend den Befunden der vom Wrack der Mary Rose geborgenen Stücke und etlicher Quellen, nicht aufklappbar, sondern mit Bolzen auf den Lafetten befestigt.

    Zudem kamen die Richtkeile an ihre Stelle.




    Auf Station.

    Die Kanonentakel kommen als nächstes dran. Dazu müssen aber erst noch die Augbolzen und Böcke gemacht werden.




    Morgen gehts damit weiter, und vielleicht komme ich dann auch noch dazu an den Masten weiter zu arbeiten.


    Cheers!!


    Angarvater

    Hier mal wieder ein kleiner Baustandsbericht.


    Nachdem die "Außensaison" jetzt so langsam zu Ende gegangen ist geht es auf der Werft wieder rund. Derzeit wurden die Untermasten gefertigt und diverse Restarbeiten am Rumpf, wie z.B. die Ankerklüsen, ausgeführt.


    Hier einmal einige Details der Masten.


    Vorab ein kurzer Blick auf Groß- Besan- und Bonveturamast, wobei bei letzterem noch die Saling montiert werden muß. Die Masten stehen auf diesem Bild noch etwas unorthodox im Schiff da sie noch nicht fest eingebaut und ausgerichtet worden sind.



    Die beiden Hauptmasten, also Fock- und Großmast, wurden mit Tauwuhlingen ausgestattet, was ja bei den beiden achteten Masten wegen der Lateinerbeseglung nicht möglich ist. Daher wurden diese Masten in der Tudorära auch nicht aus Kanteln gemacht, was ihr Dimension begrenzte.


    Die Marsen wurden mit Mastbacken gestützt. Bei diesen Tudorschiffen waren Scheibgatts in den Backen eingearbeitet, was m.E. eine Formgebung wie bei den Schiffen der Nelsonära, mit einer die Saling stützenden "Nase" nicht möglich machte, da dann das Scheibgatt, und damit die Backe sehr weit nach unten wandern würde. Dies würde den Hievepunkt der Rahen m.E. zu weit nach unten verschieben. In der Sache gibt es, soweit ich das herausfinde konnte, keine dokumentierten Darstellungen dieser Backen.



    Als nächstes wurden die Stützkeile für die Positionierung des Bonaventura- und des Besanvorstags sowie die für die Zurringen des Sprites gebraucht. Hierzu habe ich einfache Keile zugeschnitten und aufgeleimt



    Am Groß- und Besanmast werden je zwei Klampen gebraucht. Im Kästchen mit den Mustern für solche Teile fand sich nichts geeignetes, und da im weiteren Bauverlauf, oder beim nächsten Neubau, immer mal wieder Klampen gebraucht werden, habe ich erst einmal ein Muster gearbeitet, und dann die erste Serie von vier Stück hergestellt.


    Das Musterstückkästchen, es rekrutiert seinen Inhalt aus dem Bau der letzten drei Schiffe.





    Der Rohling, der später als Schablone für die weitere Fertigung dient.



    Die jetzt gebrauchten Klampen.



    Die Feinbearbeitung dieser Teile erfolgt nach dem Einbau.

    Kleben allein reicht bei solchen Funktionsteilen nicht, daher werden sie außer der Klebung mit einem Stift am Mast befestigt. Die Stopper der Stagschlingen werden werden ebenfalls noch mit "Bolzen "versehen.



    Als nächstes bekommt der Bonaventuramast seine Saling und die Untermasten insgesamt ihre Eselshäupter. Danach ist dann erstmal die Fertigung der Jungfern für die Unterwanten, sowie die einiger Blöcke dran. Sollte Interesse daran bestehen kann ich mal die Fertigungsschritte der Jungfern und später auch der Blöcke posten.


    Werftschluß!


    Angarvater

    Aye, Oeli,


    Um die Kalfaterung noch deutlicher darzustellen müßtest Du die Decksplankenseiten vor dem Verlegen schwärzen, oder dünne Steifen (Papier oder sonstiges) beim Verlegen einbauen. Also für die Verwendung eines sauber gelaserten Decks uninteressant. Ich habe mal bei einem Beiboot die Plankenverläufe auf dem als Stück verlegten Deck mit Bleistift eingeprägt ( 7h Stift) und fand das Ergebnis eher mäßig. Ich finde, daß die Plankenverläufe auf Deinem Deck sehr gut zum Maßstab des Schiffes passen. Und was den Faserverlauf angeht: Mein Gott, es ist schließlich ein schönes Modell und kein großes Schiff. Aber gerade diese häufige Diskussion um das Deck ist mir, und ich sage das nur für meine Schiffe, ziemlich wurscht.

    Ganz interessant finde ich z.B., daß Kirsch, der ja ein bekannter Autor in unserem Genre ist, z.B. bei dem Bau seiner Galeone sagt (allerdings speziell für die Außenbeplankung um die es ja auch heiße Diskussionen gibt) daß ihn der Faserverlauf garnicht interessiert, da die Textur ja sowieso unter der Bemalung verschwindet..


    Aber: jedem das Seine


    Beste Grüße


    Angarvater

    Aye,Mates,


    Derzeit werden die Untermasten gefertigt. Hier mal der Fertigungsablauf der Marsen gezeigt.


    Vorab etwas zur Größe der Marsen. Soweit bekannt dienten die Marsen in der Tudorzeit im Wesentlichen der Aufnahme der Wanten der Obermasten und auch der Bedienung der in den Marsen auflaufenden Taljen der Obersegel, und nebenbei auch als Ausguck. Die Entwicklung im Laufe der nächste beiden Dekaden führte von den runden "Mastkörben" hin zu den großen Plattformen wie wir sie aus der nelsonschen Aera kennen. Das heißt, von der Arbeitsplattform zur Bedienung der Takelage hin zu im Verhältnis sehr großen Kampfständen. Das Ergebnis ist sehr gut in "dem Film" gezeigt als sich die Marine Forces auf den Marsen erst tarnen und dann von dort aus das Deck der Acheron unter Feuer nehmen.


    Zur Fertigung. Benötigt wird. 1. eine Plattform ( die aus Lagen von Brettern zu bauen ist für mich nicht sinnvoll).

    2. ein oberer Umlauf

    3. die Saling als Tragwerk

    4. 10 Relingstützen

    5. die Polster


    Plattform und oberer Umlauf fräse ich aus einem ausreichend großen 3mm Elsbeerebrett.

    Äußerer Umfang



    Fräsen des Ringes



    Beide Teile



    Die Saling. Eine einfache Konstruktion als Überplattung der Traghölzer. Den Ausschnitt der Plattform lässt sich einigermaßen exakt auf der Oberfräse ( Fräser 2mm) machen

    Die Relingstützen


    Passprobemontage



    Fertigmontage




    Vor dem Einbau am Mast ist noch die Ausrichtung zu beachten. Da die Masten dieses Schifftyps, im Gegensatz zu den jüngeren Konstruktionen

    einen Fall nach Achtern haben werden die Marsen nicht im rechten Winkel zum Mast montiert, sondern parallel zur Wasserlinie de Schiffes. Nach dem wenigen, was man von den Shipwrights der damaligen Zeit weiß ging es bei dieser Ausrichtung um eine schönes Bild des Schiffes, nicht um eine technisch sinnvolle Positionierung.


    Davon demnächst mehr.


    Angarvater

    Ursprünglich hatte ich vor mir eine Reeperbahn zu bauen. Da ich aber nicht weis von hin damit in der Werft habe ich das Projekt erstmal zurückgestellt. Ergo wollte ich wie gehabt Takelgarn bei Herrm Gondesen (Morope) bestellen konnte ihn aber im WWW nicht erreichen. auf meine Emailanfrage hin schrieb er mir, daß sein alter Provider dicht gemacht hat und seine neue Homepage Takelgarne.de demnächst erreichbar sein wird.

    Nur für den Fall, daß jemand Garn braucht.


    Angarvater

    Peter_H also bis jetzt bin ich sehr gut dabei ;)

    Die Segel sehen echt klasse aus, finde ich auch. Ich finde es immer nur sehr schade, das dann so viel von der Takelage verdeckt wird.:hmm:

    Aber es ist ja noch ein bisschen hin und ich kann mich immer noch entscheiden ob mit oder ohne Segel.;)

    Andererseits sieht für mich so ein Schiff mit Segeln schöner aus. Da meine Modelle ohne Glaskasten im Haus herumstehen fahren die Skipper von Zeit zu Zeit mal eine Wende, sodaß man neue Einblicke bekommt. Allerdings liegen auch zwei Schiffe ( HMS Pegasus und HMS Agamemnon) ohne Segel auf ihren Liegeplätzen. Aber auch für die gilt, daß sie gelegentlich verholt werden und dann mal wieder von der anderen Bordseite her angesehen werden können.:):):):)


    @ Oeli. Schönes Projekt. Viel Vergnügen weiterhin damit.