Beiträge von Angarvater

    Aye, Captain Baltimore,


    ist das ein aktueller Bausatz von Krick? Wenn ja finde ich die Qualität ziemlich daneben.

    Aber abgesehen davon. Ich stabilisiere die Spanten bei meinen Bauten indem ich Vierkantleisten an die Spanten und das Kielbrett leime. Die Spanten untereinander stütze ich dann meistens noch mit dazwischen gesetzten Vierkantleisten kurz vor der Außenkante ab. Das macht das Ganze schon etwas verwindungssteifer. Aber wahrscheinlich kennst Du das ja schon.


    Weiterhin gutes Schaffen.


    Angarvater

    Aye, Captn. Baltimore,


    als Shipwright schmückt man sich nur ungern mit fremden Federn. Will sagen, daß Angarfathers Dockyard nach einigen Überlegungen den Plan eine eigene Reepschlägerei einzurichten aufgegeben hat, da dafür derzeit kein Gelände mehr auf der Werft zur Verfügung steht. Die Werft deckt daher den Bedarf an Seilen nach wie vor beim ehrenwerten Andreas Gondesen, oder dessen Reepschlägerei Morope. Admiral Bonden selber ist ein versierter Reepschläger und kann da gute Auskünfte zu geben.


    Cheers!


    Angarvater

    Moin,


    Heute gibt es auf der Werft einen „ Bondeneinsatz“ . Erst nachdem ich die Schwichtungen des Voruntermastes fertig getakelt hatte fiel mir auf, daß sie auf Steuerbord deutlich höher als auf Backbord lagen. Da die Wurst und die Schwichtungsleinen ordentlich festgemacht sind , nein waren, konnte der Fehler nur durch vollständiges Abbauen der Würste behoben werden.

    Also abbauen und die Wanten schonend von den Klebstellen befreien und dann nochmal von vorn.

    Aber um aus der Drei Groschen Oper zu zitieren: Macht nichts, kannste was lernen!


    Cheers


    Angarvater

    Bauzustand bei Werftschluß


    Das Vorstag ist fertig getakelt.



    Nach allen mir zugänglichen Quellen wurde das Vorstag in der Tudornavy ohne daß das Tau gekeleedet war am Sprit angeschlagen. Es wird hier immer nur ein schöner Umlauf des Seils um das Sprit gezeichnet ohne dabei darauf einzugehen wie denn dieses Tau die untere Stagjungfer am Holz festhält. Aber, wie sagt doch mein großes Vorbild Daniel Düsen trieb: dem Ingenieur ist nichts zu schwör. Ergo habe ich den Stropp mit zwei gebundenen Augen vor Ort zusammengetakelt.






    Die großen Taljen der Stage mit ihren fünf Kardeelen finde ich immer wieder sehr attraktiv anzusehen.


    Cheers


    Angarvater

    Aye, Mates,


    weiter ging es mit den Unterwanten des Fockmastes. Bei sieben Wanten ergeben sich drei doppelte Wantenspanne je Seite, und

    für die siebten Wanten ein gemeinsamer Spann für beide Seiten.


    Diesen Spann habe ich mit einem gebundenen Auge getakelt. Der Schlingenbereich ist gekleidet und das Auge mit je zwei Zeisingen gebunden.



    Der Flechting der Unterwanten.



    Hier ein Photo vom Bilden des Auges der Jungfern. Das Want ist1,5mm stark, das Garn des Zeisigs 0,4mm.



    Es hat sich für mich als probat erwiesen die beiden Jungfern mit den klassischen Hilsfdrähten auf Abstand zu halten, um dann das Want um die obere Jungfer zu legen und gut auf Zug zu spannen. Dann klebe ich das umlaufendeWantenteil mit sehr dünnflüssigem Cyan Acyrlatkleber an die Jungfer an, um so das Auge zu bilden. Das ergibt, sauber ausgeführt, die klassische Form mit Kreuzung des Endes über der Lastseite des Seiles. In Originalgröße wird dieser Kreuzungspunkt gebändselt, was im Modell, nachdem der Zeising zur Belegung des Endes gebildet ist, kaum zu sehen ist, und deshalb von mir auch weggelassen wird.


    Der Zeising wird mit einem Umlauf um beide Wantbereiche begonnen, der mit einem ganzen Schlag gesichert wird. Im Original wird dieser Umlauf mit anderthalb Rundtörn und zwei halben Schlägen um die Lastpart gesichert, was im Modell einen ziemlich dicken Knoten ergeben würde. Dann kommen die Rundtörns des Zeising straff gewickelt dran. Der Zeising wird mit einem Rundtörn um die Lastpart des Want und einem Halben Schlag beendet. Um das Ganze dauerhaft zu sichern werden der Beginn des Zeising und der Schluß mit etwas dünnflüssigem Kleber gesichert. Der Kleber geht gut in die Seile ein, und der Überstand wird abgetupft, sodaß das Profil der Seile erhalten bleibt.


    Werftschluß heute Abend.



    Cheers!


    Angarvater

    Aye, Mates,


    vielen Dank für die „Likes“ und Bondens freundlichen Kommentar.


    Im Augenblick arbeite ich an den Wanten des Fockuntermastes. Also das selbe Gewerk, oder um mit der Königin zu reden: semper eadem. Daher mache ich erst wieder Bilder, wenn dieser Abschnitt fertig ist


    Aber da habe ich eine Frage an Euch: kennt jemand eine Quelle für Pläne eines East India Man aus dem 17. Jahrhundert?


    Cheers!


    Angarvatet

    "Galeonisch" trifft meine persönliche Vorstellung von einer wuchtigen (spanisch angehauchten) Galeone; quasi der Gegensatz zu den feineren Linien des 18. Jahrhunderts.

    Aye, Mylord, damit ist der Begriff „galeonisch“ als sehr zutreffend und sauber dargestellt etabliert!


    Was den Vergleich mit den Schiffen des 18. Jahrhunderts betriff zitiere ich hier mal Antoine de Saint Exupéry: Die Maschine in ihrer Vollendung wird unauffällig.

    Wenn ich noch weiter in der Entwicklung der Segelschiffbaukunst gehe, nämlich bis z.B. den großen Laeiszschiffen, den P Linern, trifft das m.E. noch verstärkt zu. Nichts ist mehr überflüssig oder gewollter Zierat und Rumpf und Rigg bestechen durch ihre funktionale Eleganz. Für mich ist die Gorch Fock in dieser Beziehung ein brillantes Beispiel für derartige Schiffbaukunst.


    Ich habe zwar die Pläne für die GF hier liegen, aber es reizt mich derzeit nicht sie auf Kiel zu legen, da sie gegenüber den Tudorschiffen eben keine der zum Teil schon überkandidelten Bauteile dieser Kähne hat. Das geht ja bis hin zur Takelage, die aus reinen Gestaltungsgründen mit völlig überflüssigen Tampen versehen waren. Aber wie sagte ein Admiral der damaligen Zeit: so sieht die Takelung einfach schöner und eleganter aus.

    Freut mich sehr, daß Euch meine Baufortschritte gefallen.


    Der Eindruck wirkt wirklich galeonisch, wenn man das so sagen darf. fr18


    Denke, daß man das sagen darf. Wenn ich nur wüßte was das heißt? :):):)


    Als nächstes bekam der Großuntermast sein Stag. Ich habe dazu nochmal in der Literatur geblättert, was aber nur, im Gegensatz zu den Auskünften zu Nelsons Navy, nicht sehr konkrete Ergebnisse erbrachte, bis im zu Mondfeld auf das Bild eines Schiffsmodells stieß, das Bett für Jakob II. gebaut hat. Ich gehe mal davon aus, daß der große Shipwright genau wußte wie er seine Schiffe gebaut hat. Und hier ist am alten Modell das Großstag erhalten. Ergo nahm ich mir das als Vorbild.


    Zum Stag selbst: das Seil hat 3mm Durchmesser. Der Stagkragen 2,0mm Durchmesser. Die Schlinge um den Masttop und auch der Stagkragen wurden erst gewurmt und dann gekleidet.





    Spannend ist es immer bei einer so einfach gearbeiteten Talje das Stag steif durchzusetzen. Bei dieser fünffach Übersetzung kann ich das Stag, gegen den achterlichen Zug der Wanten der ihn etwas biegt , problemlos auf "geradeaus" bringen.



    Cheers!


    Angarvater