Beiträge von Bonden

    Im Mai 2016 schrieb ich im Reisebericht vom Segeltörn:

    Zitat

    Ich werde diesem Museum demnächst einen eigenen Thread widmen, daher hier nur ein Foto:


    Danke für eure Geduld - heute ist es nun so weit. :D


    Marstal ist eine kleine Stadt an der Südostspitze der dänischen Ostseeinsel Ærø. Schon zweimal haben wir dort mit der Hendrika Bartelds beim Frühjahrssegeln angelegt, einmal 2016 und dann im Vorjahr. 2016 war die Zeit knapp, wir sind in reichlich 30 Minuten dort durchgetobt und haben "Kamikaze-Tourismus" gemacht (knipsen und zu Hause angucken); 2023 hatten wir erfreulich viel Zeit und konnten alles in Ruhe genießen.

    Dieses kleine, feine Museum ist ein wahrer Schatz und eine maritime Fundgrube, die ihresgleichen sucht. Es gibt allein über 300 Schiffsmodelle, dazu jede Menge traumhaft schöner Gemälde und Zeichnungen und ein Meer an Kuriositäten, die Seefahrer mit nach Hause gebracht haben. Dazu kommt dann noch ein interessanter Außenbereich.


    Alle gezeigten Fotos sind, auch wenn mal ein WZ fehlt, entweder von Jessica Read oder mir geschossen; Direktor Kromann hat mir persönlich geschrieben und das Nutzen der Bilder hier und auch auf meiner Website erlaubt - mange tak! fr18


    Treten wir also ein in ein von außen klein wirkendes Museum, in dem man aber sehr schnell den Überblick verliert, auf welcher Etage und in welchem Gebäudeteil man ist - es geht ständig Treppen auf und ab.






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    Ich hätte nicht übel Lust, bei dem Verlag anzurufen und nachzufragen, ob ihre Grundstücksbegrenzung defekt ist. Also ob sie noch alle Latten am Zaun haben...

    Nun, angerufen habe ich nicht - aber geschrieben. Ich informiere euch, wenn (falls) eine Antwort eingeht.

    Ok, Kampa Verlag. Ein Verlag aus der Schweiz. Wenn wir nicht unseren lieben Peter_H kennen würden, würde man sagen: Klar doch, was haben die Schweizer schon für Ahnung von Seekriegen unter Segeln. Peter, tu was!


    Und wenn man dann da bei Amazon weiter guckt, kann man zumindest bei Band 1 feststellen, dass man hier den englischen Originaltitel gewählt hat. Aber das Coverbild! Was bitte soll das sein? DAS hat garantiert eine KI erzeugt.

    Ich hätte nicht übel Lust, bei dem Verlag anzurufen und nachzufragen, ob ihre Grundstücksbegrenzung defekt ist. Also ob sie noch alle Latten am Zaun haben... fie

    Hier das Thema Rum:

    Im 18. Jahrhundert war Flensburg einer der bedeutendsten Handelshäfen für die Schiffe der Dänisch-Westindischen Flotte. Gebrannt wurde der Rum in der Karibik, in Flensburg wurde er veredelt und abgefüllt. Damals gab es 200 Rumhäuser in Flensburg, und auch heute noch kann man in der Stadt richtig guten Rum aus eigener Abfüllung kaufen.


    Zum Museum gehört auch ein großer Außenbereich, der Historische Hafen mit Werft. Hier gibt es jedes Jahr aufs Neue immer Interessantes zu sehen. Der Ladekran hat es mir dabei immer besonders angetan - steht doch auf meinem Papegojan-Diorama ein fast genau so aussehender.





    Also dann, auf nach Flensburg. :wink: Und das noch als besonderer Tipp: Direkt im Hafen gibt es die leckersten Fischbrötchen weltweit! :D fr18

    Bei unserem alljährlichen Frühjahrstörn mit der Hendrika Bartelds haben wir auch schon einige Male in Flensburg angelegt. 2017 konnten wir dann auch endlich das dortige Schifffahrtsmuseum besuchen - üblicherweise legen wir genau zu dem Zeitpunkt ab, wenn das Museum seine Pforten öffnet.

    In diesem schönen Haus, direkt am Hafen gelegen, kann man auf Entdeckerreise zum Thema Schifffahrt und speziell in Verbindung mit der Stadt Flensburg gehen. Tolle Dioramen zeigen den Werftbetrieb zu früherer Zeit, zahlreiche Schiffsmodelle lassen das Herz höher schlagen, man erfährt interessante Fakten zum Walfang, zur Piraterie und auch zur Rumherstellung. Auch eine Takelwerkstatt gibt es, in der dieses wichtige Handwerk ausführlich gezeigt wird; spannend da zum Beispiel eine alte Kleedekeule.


    Nun denn, schauen wir doch mal rein:






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    Hand aufs Herz - wer weiß auf Anhieb, wo Arklow liegt? Ich löse auf: Es handelt sich um eine kleine Stadt in der Grafschaft Wicklow an der Ostküste Irlands. Als Jessica Read und ich im Mai 2022 eine Rundreise auf der grünen Insel machten, besuchten wir natürlich alles, was irgendwie maritim angehaucht war, so auch dieses kleine Museum. Das Arklow Maritime Museum wurde 1976 in der alten technischen Schule an der Saint Marys Road in Arklow, Grafschaft Wicklow, eröffnet. Sein ursprünglicher Zweck war es, das reiche Seefahrererbe der Stadt zu würdigen, das der verstorbene Marinehistoriker John de Courcy Ireland in einem Brief an das Museum als "Irlands maritimste Stadt" bezeichnete. Im Jahr 2009 zog das Museum an seinen heutigen Standort im Bridgewater Shopping Centre um.


    Es ist ein zugegeben sehr kleines Museum und zeigt auf zwei Etagen ca. 2000 Ausstellungsstücke. Ein paar schöne Segelschiffsmodelle sind erfreulicherweise auch dabei, etliche sind offenbar auch einfach nur Sammlerstücke aus verschiedenen Zeiten, die man nicht allzu kritisch auf historische Genauigkeit untersuchen sollte...

    Wichtige Themen sind aber insbesondere die RNLI - Royal National Lifeboat Institution, die ihre erste Rettungsbootstation hier in Arklow hatte. Auch dem Untergang der RMS Lusitana 1915 nach einem Torpedotreffer eines deutschen U-Bootes und der Rettung vieler Überlebender durch Fischer aus Arklow wird Raum gegeben. Auch die Fischerei ist wichtiges Thema.

    In der Werft von Arklow wurden etliche, zumindest regional und in der irischen Maritimgeschichte bekannten kleineren Schiffe gebaut, die hier auch in Bildern und Modellen gezeigt werden. Bedeutsamstes Schiff ist dabei die Asgard II, eine 1981 gebaute Brigantine, die bis zu ihrem Untergang 2008 in der Biskaya als irisches Segelschulschiff im Einsatz war.


    Hier nun ein paar Bilder, mit freundlicher Genehmigung des Museums:






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    Ich könnte noch dutzende von Fotos zeigen, aber so eine Vorstellung soll ja auch dazu anregen, sich die Museen live und in Farbe anzuschauen. Daher noch ein paar letzte Impressionen, verbunden mit der dringenden Empfehlung, dieses tolle Haus mindestens einmal im Leben zu besuchen. Allein die Riesenmodelle von Chapman, die ich hier gar nicht alle gezeigt habe, sind einen Besuch wert. fr18



    Im Bereich "Shipping and Shopping" findet man das:







    Im Ergebnis waren es dann mehr als zwölf Modelle, denn gleich nebenan war noch so ein Abteil. Auch hier alles in 1:200 - man beachte unten in der Mitte der Vitrine das Modell der Titanic. Im Vergleich mit den Dreimastern rechts schon gewaltig, aber wenn man dann noch ein 1:200-Modell der Queen Mary 2 daneben stellen würde, wäre das nochmal ein deutliches Drittel größer.


    Interessant auch diese Szenerie - auch Schweden hatte seine Freibeuter. Da wird gehauen und gestochen was das Zeug herhält!



    Und ein paar Jahrhunderte früher waren es die Wikinger.



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    Faszinierend auch dieses Chapman-Modell einer Fregatte der Bellona-Klasse. (Für Kenner: Nicht zu verwechseln mit der englischen Bellona-Klasse, das waren 74er; die schwedische Bellona-Klasse waren Fregatten :wink2:)




    In weiteren Räumen wurden die Modelle dann wieder etwas kleiner - und später sehr klein...


    Jetzt geht's zu den sehr kleinen...

    Und so ging das weiter! Das Museum beherbergt etliche solcher riesigen Modelle, und viele davon sind so alt wie ihr Original. Fredrik Henrik af Chapman, ein berühmter schwedischer Schiffbaumeister, hat den Bau der meisten dieser Modelle persönlich überwacht. Er revolutionierte das Schiffbauwesen der damaligen Zeit, sein Werk Architectura Navalis Mercatoria ist allen Modellbauern historischer Segelschiffe ein Begriff.


    Wer schon einmal im NMM in Greenwich war, kennt die dort ausgestellten Werftmodelle. Nun, Chapman hat sich offensichtlich nicht mit so kleinen Pizzeldingern in 1:72 oder 1:64 abgegeben - was hier steht, ist 1:16, 1:20 oder minimal 1:32.

    Das einzige Problem ist, wie so oft in solchen Museen und bei solchen Modellen, die relativ schlechte Ausleuchtung. Aber das tat dem überaus positiven Gesamteindruck keinen Abbruch.






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    Neben dem Vasamuseet und dem Vrak findet sich in Stockholm mit dem Seehistorischen Museum (schwedisch: Sjöhistoriska museet) ein weiteres, absolut sehenswertes maritimes Museum.

    Das Museum wurde am 28. Mai 1938 von König Gustav V. eingeweiht; man findet es im Stadtteil Östermalm, in einem mehrere Museen beherbergenden Museumspark.


    Zumindest im Jahr 2019, als Jessica Read und ich dort waren, war der Eintritt frei. (Und selbstverständlich ist auch hier das Fotografieren und Weiterverwenden der Bilder überhaupt kein Problem.) Auch ein Audioguide Deutsch war kostenlos ausleihbar.

    Und schon steht man im ersten großen Raum vor diesem originalen Heckspiegel. Er gehörte einst zur 1778 von af Chapman gebauten Jacht Amphion, die Lustjacht des Königs. Ein im Maßstab 1:32 gebautes Modell steht gleich daneben.


    Links und rechts vom Heckspiegel der Amphion steht jeweils ein Modell von geradezu gigantischen Ausmaßen. Links ein Linienschiff, rechts eine Fregatte, beide exzellent gebaut, mit einer keine Wünsche offen lassenden Takelage - Begeisterung pur.




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    Ahoi Peter_H , danke fürs Mitnehmen in dieses sehr interessante Museum. Passt wunderbar als "Gegenpol" zum Wrakkenmuseum in Terschelling. Erleben wir dort ein buntes Sammelsurium an Wrackfunden, zeigt das Museum in Stockholm, wie man das Thema unter museumstechnischen und -pädagogischen Gesichtspunkten angehen kann. Wenn es uns nochmal nach Stockholm verschlagen sollte, steht das Haus ganz oben auf der To-Do-Liste! fr18


    Edit: Und schon ist der Beitrag im Übersichtsthread verlinkt. :sun: