Beiträge von Speedy

    Merkwürdigerweise gibt es jetzt doch einen Wikipediaeintrag zu den Bomätschern.

    Bomätscher


    Eine Kleinigkeit, die bei Wikipedia fehlt: Wie bereits erwähnt, waren die Bomätscher ja in Genossenschaften organisiert.

    Jeder dieser Genossenschaften war ein bestimmter Streckenabschnitt an der Elbe zugewiesen. Sobald die Grenze ihres Bereichs erreicht war, übernahm die nächste Genossenschaft.


    Hier noch ein paar Lieder der Bomätscher: Lieder

    Das, was man heute den Elberadweg im Gebiet der Sächsischen Schweiz nennt, wurde mir als Kind noch als der Bomätscherpfad beschrieben. Die Bomätscher waren die, in Genossenschaften organisierten Treidler meiner Heimat. Heute ist das Wort aus dem Sprachgebrauch verschwunden und man nennt sie Treidler und der Weg ist der ehemalige Leinpfad oder Treidelpfad. Ich weiß nicht, wie es zu diesem Sprachverlust kommen konnte.

    Vielen hier an Bo(a)rd dürfte die wirklich gute Seite Seeschlacht.tk bekannt sein. Die Macher der Seite haben bereits vor geraumer Zeit (2011) ein Buch herausgegeben, das die wichtigsten von ihnen behandelten Seeschlachten enthält. Das Buch ist sowohl als Paperback als auch eBuch (PDF) erschienen und basiert natürlich auf den Inhalten ihrer Homepage.

    Trotzdem möchte ich es an dieser Stelle gern einmal erwähnen.


    Hier ist der Link zur E-Buch-Version: eBuch

    Und hier das Paperback: Paperback

    Zum selben Thema habe ich gestern in einem meiner Bücherregale einen Roman aus DDR-Zeiten gefunden. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, wann und wo ich das Buch gekauft habe und ich kann mich auch nicht daran erinnern, es jemals gelesen zu haben. Aber jetzt ist es nun mal da:



    Der Autor Tom Wittgen war mir in der DDR eigentlich nur als Krimiautor geläufig. Ein oder zwei seiner Bücher habe ich mir während meiner Armeezeit in der Regimentsbibliothek ausgeliehen.

    Die Suche nach der Französischen Flotte war auch ein wenig Glück.

    Ich sehe da eigentlich in erster Linie eine Menge Pech. Ein Sturm gab den Franzosen die Gelegenheit, aus Toulon zu schlüpfen. Dieser Sturm sorgte für Schäden an Nelsons Flaggschiff, was die Fregatten seines Geschwaders zu der irrigen Annahme veranlasste, er würde deshalb nach Gibraltar zurückkehren.

    Dann überholte Nelson die große französische Flotte in der Nacht, ohne es zu bemerken und war deshalb ein paar Stunden zu früh vor Alexandria. Fast einen Monat nach der französischen Landung in Ägypten erfuhr Nelson schließlich davon und griff die Franzosen an.

    Da ist nicht viel Glück zu erkennen. ;)

    Die Lage des Gegners wurde gesehen, und der Admiral erkannte die Situation richtig.

    Bei Abukir habe ich, wenn ich mir die zeitliche Abfolge anschaue, eher den Eindruck, dass der Plan schon vor dem Gefecht mehr oder weniger feststand, bzw. verschiedene Varianten vorher durchgesprochen wurden. Ansonsten sieht es so aus, als hätte Nelson hier die Dinge einfach laufen lassen. An der Spitze gab es ja ein förmliches Wettrennen um die Führungsposition und als die Bucht erreicht war, sahen und erkannten die führenden Kommandanten die Situation und führten dann den entsprechenden Plan aus.

    Bonaparte gab nämlich den Befehl, dass sich die Kriegsflotte nach Korfu zurückziehen sollte. Der Kurier wurde aber auf dem Weg nach Aboukir ermordet und so erreichte Bruey diese entscheidende Nachricht nicht.

    Er hatte aber Brueys bereits nach der Landung freigestellt, eventuell nach Korfu zu segeln und von dort die Aktivitäten der osmanischen Flotte zu kontrollieren.



    Bruey konnte auch nicht ahnen, dass Nelson die Pläne Bonapartes durchschaut hatte

    Da gab es doch nicht viel zu durchschauen. Es gab doch ohnehin nur eine begrenzte Anzahl möglicher Ziele im östlichen Mittelmeer und sobald klar war, dass es Ägypten ist, lagen die Pläne eigentlich auf der Hand.

    Kommen wir zu einem abschließenden Fazit:


    Die Franzosen haben ihren Zeitvorsprung nicht genutzt und bereiteten sich zu halbherzig auf die Schlacht vor.

    Sie trafen auf einen Gegner, der eine fast schon modern zu nennende Menschenführung, zumindest soweit es die Kommandanten betraf, praktizierte. Nelson förderte und forderte Eigeninitiative und befähigte seine Kommandanten durch intensive Vorbereitung dazu, selbst im Chaos einer Schlacht eigene Entscheidungen zu treffen.

    Die Franzosen hätten trotzdem einen britischen Sieg verhindern können, wenn sie sich konsequent auf den erwarteten Kampf vorbereitet hätten. Als das britische Geschwader in Sicht kam, war alles zu spät und der Sieg der Briten hätte nur noch durch deren eigene Fehler verhindert werden können.

    2. Geschwindigkeit


    Angeblich gehörte es zu Nelsons ständigen Befehlen, dass ein vor Anker liegender Fein sofort anzugreifen war. Der Comte de Brueys konnte sich nicht vorstellen, als die britischen Schiffe am Nachmittag des 1. August in Sicht kamen, dass es vor dem nächsten Tag zum Gefecht kommen würde. Er rief zwar die Landkommandos zurück, angeblich bis zu einem Drittel der Besatzungsstärke und ließ die Besatzungen der Linienschiffe aus den kleineren Einheiten verstärken, doch das geschah mit Blick auf den nächsten Tag und wahrscheinlich recht halbherzig.

    Die Briten verloren jedoch keine Zeit. Sie lieferten sich an der Spitze förmlich ein Rennen, als erster ins Gefecht zu kommen und ließen so den Franzosen keine Zeit, sich auf die Schlacht vorzubereiten.


    3. Selbstständiges Denken und Risikobereitschaft


    Die Männer an der Spitze der britischen Schlachtordnung warteten nicht auf konkrete Anweisungen. Sie erreichten die französische Schlachtlinie, sahen den Fehler und entschlossen sich, ihn sofort auszunutzen. Damit bestimmten sie den gesamten weiteren Verlauf der Schlacht. Eigentlich eiferten sie hier ihrem Befehlshaber nach, der bei Kap St. Vincent auch die Chance erkannte, nutzte und so die Schlacht entschied. Hier zahlte sich ihre Vorbereitung aus, denn Vorbereitung ist...

    Wenn man sich die Gründe für den Ausgang der Seeschlacht bei Abukir anschaut, sollte man zunächst einen kurzen Blick auf das Kräfteverhältnis werfen. Für die Geschichtsschreibung verfügte Comte de Brueys über dreizehn Linienschiffe und vier Fregatten, Nelson über vierzehn Linienschiffe und eine Brigg-Sloop. Man könnte von einem halbwegs ausgeglichenen Verhältnis ausgehen, auch wenn unterschwellig immer von einer leichten Überlegenheit Nelsons ausgegangen wird, da er ja ein Linienschiff hatte. Allerdings war dieses eine Linienschiff mehr die kleine Leander mit 50 Kanonen, die man eigentlich nicht mehr als Linienschiff ansah und die Culloden traf erst mit großer Verspätung in der Bucht ein. Alle anderen britischen Linienschiffe waren 74er. Die französische Linie bestand aus neun 74ern, drei 80ern und der großen L'Orient mit 120 Kanonen. Gemessen an der Anzahl der Kanonen an Bord der Linienschiffe konnte man also durchaus von einem Gleichgewicht ausgehen, denn die Fregatten und Sloops hielten sich ja traditionell aus dem eigentlichen Kampfgeschehen heraus. Die ebenfalls anwesenden französischen Kanonenboote und Mörserschiffe, sowie die Landbatterien sollen zwar gefeuert haben, aber über wirkliche Treffer ihrerseits ist nichts bekannt (mancherorts ist von einem Beschuss der vor der Bucht aufgelaufenen Culloden durch das Fort Abukir zu lesen, doch da es auf der Culloden keine daraus resultierende Schäden gab, lagen die Schüsse wohl zu kurz).


    Da hiermit zunächst einmal geklärt ist, dass man von einem recht ausgeglichenen Kräfteverhältnis ausgehen kann, komme ich nun zu den Gründen für den überragenden Sieg der Briten.


    1. Vorbereitung


    Die französische Flotte traf am 28. Juni vor Alexandria ein. Man kann also davon ausgehen, dass sie gut einen Monat Zeit hatte, sich auf ein Eintreffen des britischen Geschwaders vorzubereiten. Und man wusste, dass Nelson in der Nähe war und hatte eigentlich viel früher mit ihm zu rechnen, denn man konnte ja nicht davon ausgehen, dass er sich faktisch blind und ohne Aufklärungskräfte durch das Mittelmeer tastete.

    Tatsächlich gab es ja so etwas wie ein Verteidigungskonzept. Die Linienschiffe lagen in einer lang gestreckten Linie, die sich über mehr als 2 1/2 km hinzog mehr oder weniger parallel zu den Untiefen vor der Küste der Abukir-Halbinsel. Dahinter lagen die Fregatten noch dichter an den Untiefen. Fort Abukir und die Abukir-Insel waren befestigt, Fort Abukir sogar mit zwei schweren Mörsern. Zwischen den Untiefen vor Fort Abukir lagen Kanonenboote und Mörserschiffe. Theoretisch befand er sich also in einer guten Position. Aber offensichtlich hatte das Verteidigungssystem zwei entscheidende Schwächen. Die Schlachtlinie befand sich viel zu weit vor den Untiefen, so das noch genügend Raum für die britischen Angreifer vorhanden war, die französische Linie in die Zange zu nehmen. Man hatte doch eigentlich genügend Zeit, die Gewässer zu erkunden und sich an die Verhältnisse anzupassen. Und die Landbatterien spielten überhaupt keine Rolle in der Schlacht. Waren sie falsch aufgestellt oder noch nicht einsatzbereit? Nach einem Monat!


    Beim britischen Geschwader gehörte es zum Alltag, dass sich die Kommandanten fast täglich bei Nelson trafen und die sie erwartenden Verhältnisse, soweit man sie antizipieren konnte, besprachen. Jeder Kommandant wusste im Grunde ziemlich genau, wie er sich im Ernstfall zu verhalten hatte, worauf es ankam und was man von ihm und seinem Schiff erwartete. Und offenbar hatte man sich durchaus auch im Voraus Gedanken über die Verhältnisse an der ägyptischen Küste gemacht, sobald man wusste, wo die Franzosen zu finden waren, auch wenn der konkrete Ort erst beim Erreichen der Küste klar wurde.


    Vorbereitung ist nun einmal alles. Drei Euros für das Phrasenschwein.

    Ich frage mich gerade, von wem der Spruch stammt: Die Spanier sind tapfere Kämpfer und man ist gut beraten, niemals ihren Mut in Zweifel zu ziehen, aber sie werden niemals rechtzeitig fertig. Ich glaube, es war Jack Aubrey vor dem Gefecht mit der Cacafuego.

    Ebenso erging es auch den Franzosen, die natürlich auch die heranstürmenden Briten sichteten. De Brueys ließ sofort die Landkommandos zurückrufen und da klar war, dass die meisten der Männer einen ziemlich langen Rückweg hatten, wurden Mannschaften von den Fregatten zur Bemannung der Batterien auf den Linienschiffen abkommandiert. Da es aber bereits Nachmittag, rechnete de Brueys erst für den folgenden Tag mit einem britischen Angriff. Zugleich befahl er, die Linienschiffe an Bug- und Heckankern zu sichern. Bisher lagen die Schiffe nur vor Bugankern und da sie sich in sicherer Entfernung zu den Untiefen vor der Küste befanden, war das bisher auch kein Problem gewesen. Zugleich sollten die Linienschiffe mit Ketten verbunden werden, um einen britischen Durchbruch zu verhindern. Beide Maßnahmen konnten nicht mehr umgesetzt werden, denn die britischen Schiffe griffen, Nelsons Befehl folgend, sofort an.


    Die Schlacht begann gegen 18.00 Uhr in der einsetzenden Dämmerung. Captain Foley von der Goliath hatte die Führung. Er besaß einen alten Atlas mit einer Karte der Bucht, die ihn davon überzeugte, dass zwischen der französischen Linie und den Untiefen noch immer genügend Platz für einen erfolgreichen Angriff war. Vier weitere Linienschiffe folgten ihm und nahmen die Vorhut der Franzosen unter Feuer. Der Rest stieß auf der anderen Seite vor, so dass die französischen Schiffe in die Zange genommen wurden. Die Schlacht tobte die ganze Nacht. Als das französische Flaggschiff, die mächtige L'Orient mit 120 Kanonen zunächst Feuer fing und schließlich explodierte, war die Schlacht entschieden.

    Die französische Nachhut unter Decres und Villeneuve ergriff mit zwei Linienschiffen und zwei Fregatten die Flucht, während die beiden 74er Tonnant und Timoleon noch bis in den Nachmittag des 2. Augusts weiter kämpften.

    Zwei französische Linienschiffe und zwei Fregatten waren versenkt worden, neun Linienschiffe wurden von den Briten erobert. Fortsetzung mit meinen Gedanken zum Ausgang der Schlacht folgen morgen.