Beiträge von Phalarope

    Schade, ich fand Hayden und seine Mannan auch gut zu lesen.

    Ich überlege noch, ob ich bedauere, dass es gar keine Bände gibt, oder ob ich es gut finden soll, mir keine Gedanken zu machen, die nächsten 20 Bände auf Englisch oder eher gar nicht zu lesen.^^

    Die erste Folge war beste Italo-Western-Tradition, und die übrigen trugen davon auch noch merkliche Züge. Die Glorreichen Sieb- äh, Glorreichen Zwei etwa.

    Die großen Gestiefelten Kater-Augen von Baby "Yoda" haben einen immensen Knuffigkeits-Faktor in Kombination mit diesen Ohren.

    Knochentrockene Dialoge können sehr witzig sein. Auch weitere Szenen sind sehr lustig.

    Der Besetzung ist schon hochkarätig.

    Der Metaplot war gut, und zum nächsten für Staffel 2 wurde auch schon übergeleitet.

    Hat Spaß gemacht und die Serie wurde in zwei Anläufen von uns durchgeschaut.

    Ich freue mich auf mehr. :)

    Das ist der Weg!

    qualvolle Spätwerk

    O ja. Das wurde wirklich zunehmend anstrengender. Die habe ich auch nur einmal gelesen, die davor haben eigentlich mindestens einen zweiten Durchgang, Bruderkampf oder Piratenfürst auch mehr. Aber auch durch den Bruderkampf musste ich mich Anfang des Jahres durchquälen.

    Kent war tatsächlich kein besonders guter Autor, die Ideen sind gut, Fachkenntnis auch (soweit ich das überhaupt auch nur ein bisschen einschätzen kann), aber stilistisch stechen mir die gleichen Mängel ins Auge. Schon in den 80ern und 90ern waren mir einpaar Dinge aufgefallen, aber jetzt sind das ungleich mehr, die mir auch stärker auffallen.

    Insgesamt möchte ich Bolitho nicht missen, der war meine Einstiegsdroge in das Genre und hat mich auch durchaus geprägt. So gesehen ist es schade, dass ich mich jetzt so schwer damit tue. Ich denke auch, da könnte so viel mehr in den Büchern sein, auch im Brander, wenn mal etwas tiefer in die Figuren und die halt oft sehr oberflächlichen Beschreibungen eingedrungen werden würde.

    Bolitho ist für mich einfach nicht mehr das, was er früher (bis vor 20/25 Jahre) für mich war.

    In einem Absatz werden Monaten überspringen und dann die Gespräche nachgeholt, die vorher fällig (und manchmal angekündigt waren), Vergehen der Zeit ist auch in Gefechten für mich manchmal schwer nachzuvollziehen, wenn es sich nach Sekunden oder Minuten liest, aber angesichts der bereits abgefeuerten Breitseiten viel mehr sein müsste, und an einer Stelle auch erwähnt wurde, dass etwas schon eine Stunde her ist.

    Der deutsche Titel entbehrt ein wenig der Grundlage, zwar gibt es einen Brander, aber dessen Auftreten (und benötigte Seitenzahl) erklären Titelgeber eigentlich nicht, und so immens wichtig ist er auch nicht.

    Das ist übrigens einer der wenigen Bolithos, in denen das Blut nicht aus den Speigatten läuft, als würde ...

    Weil dann die Handlung durch ist, aber so der ganz große Höhepunkt in Form des üblichen Gefechts am Ende fehlte, kommen noch 50 Seiten, in denen er gleich 3 feindliche Schiffe besiegen darf, nachdem Bolitho (im Gegensatz zum französischen Admiral) schon weiß, dass der Frieden schon wieder zu Ende ist.

    Vor allem finde ich diese immense Heldenverehrung Bolithos anstrengend, weil dies auf Kleinigkeiten beruht, die ich für allmählich überbetont und nicht so großartig halte, wie es Bolithos Anhänger tun, statt dass er der mitreißende Anführer ist (bei Ramage klappt diese Darstellung besser in meinen Augen).

    Ich meine, ich hätte diesen Band früher richtig gut gefunden, aber jetzt musste ich mich leider schon auch durch den durchquälen.

    Ich bin ja seit je her ein Riesenfan von Western.

    Ich auch! Trifft man selten dieser Lande und dieser Tage.


    Mit deutschen Westernautoren tat und tue ich mich meist etwas schwer, mit denen bin ich nicht so recht warm geworden.

    Der Verlinkte von Alex Mann liest sich allerdings interessant genug, dass ich dem vielleicht mal einen Versucht geben werde.


    Von Peter Dubina hatte ich mir kürzlich "Cheyenne-Blut" zum Geburtstag schenken lassen. Das war ganz okay, auch wenn es mich (das ist so mein persönliches Geschmacksempfinden) schon etwas nervt, wenn ständig Vor- und Nachname des Protagonisten genannt werden.

    Überrascht war ich, als ich dem sehr interessanten Nachwort entnehmen konnte, dass das Buch ursprünglich mal in der Sundance-Reihe erschienen war (aus der ich so einige TB während meiner Abi-Zeit gelesen hatte: war schnell durch und ich musste nicht groß mitdenken), woraus ich erst entnehmen konnte, dass die Reihe nicht ganz original amerikanisch war.


    Bin ich im Frühling zufällig drauf gestoßen: Der Apex-Verlag hat verschiedene Western neu übersetzt und herausgebracht in recht schicker Aufmachung, wie ich finde. https://www.apex-verlag.de/apex-western-bände-1-bis-30/ und https://www.apex-verlag.de/apex-western-band-31-ff/


    Leider habe ich sie schon, oder es sind Autoren, die nicht so meines sind, auch wenn die Anthologien und einige Romane dann doch reizvoll auf mich wirkten, so dass mir eine der Anthologien ebenfalls zum Geburtstag geschenkt wurden (Nacht über Gunlock). Die Geschichten sind alle (natürlich) sehr unterschiedlich vom Thema her, die einen gefielen mir besser als die anderen.


    Zu meinen favorisierten Western-Autoren gehört in jedem Fall Loren D. Estleman, der auch einige Krimi-Reihen schrieb. Seine Western haben meist interessante Themen, die sich abseits der oft gefundenen Standard-Handlungen bewegen. Mit "Blutiger Herbst" hat er einen guten Roman, wie ich finde, über die Schießerei am O.K.-Corral geschrieben, und auch seine Reihe um U.S. Deputy Marshal Page Murdock gefällt mir sehr gut (die leider nicht komplett ins Deutsche übersetzt wurde, da die Western-Reihe bei Heyne ja um 1989 endete), und zu der auch immer noch alle X Jahre mal ein neuer Band zu erscheint.


    Gerstäcker und May kannte ich noch von früher

    Und so sehr ich Karl May auch mag, dessen Bücher ich etwa mit er Muttermilch aufnahm, weil mein Vater sie mir schon vorgelesen hatte, bevor ich selber lesen konnte, "Western" sind es nie, denn Mays "Westen" hatte nun doch eher wenig mit der Realität als auch Hollywood-Western zu tun. Seine Amerika-Geschichten konnte und würde ich tatsächlich nie als Western bezeichnen oder wirklich dort einordnen.

    Zu dem Roman habe ich zuletzt auch gegriffen, aufgrund der positiven Einschätzung hier und weil ich in Erinnerung hatte, dass mir der Roman auch gut gefallen hatte. Nach dem lesen bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob ich nicht doch einen der weiteren Admiral-Romane meinte.

    Ich finde "Galeeren in der Ostsee" nicht schlecht, aber für mich ist er auch nicht richtig gut. Es geht in die Ostsee, Bolitho wird verletzt, kurzer Heimataufenthalt, es geht wieder in die Ostsee, es wird Nelson der Rücken frei gehalten. So richtige spannende Höhepunkte gibt es für mich nicht, weil dann auch die Beschreibungen der Gefechte eher eine recht schnelle und oberflächliche Beschreibung sind, die Bolitho oft passiv in den Hintergrund rücken.

    Wo sich Bolitho in den geschätzt höchstens 2-3 Stunden, die er bei zwei Gelegenheiten mit Belinda sich hatte unterhalten können, sich so in sie verliebt hat, dass es für einen Heiratsantrag reichte, ist mir ein Rätsel, aber Bolitho ist ja immer flott darin, sich in fast Nullzeit in eine schöne Frau zu verlieben, die dann zwischen den wenigen Begegnungen mit ihr kaum erwähnt wird, geschweige denn, dass seine Gefühle und deren Entwicklung mal aufgearbeitet werden und mich die Heiratsanträge dann recht unerwartet treffen.

    Die Heldenverehrung Bolithos fiel mir hier ganz besonders auf, aber vielleicht sind 3 Bolitho-Romane dicht aufeinander folgend zu lesen dies bezüglich auch etwas zu viel.^^ Aber alle bewundern und lieben ihn hemmungslos, weil er so mutig und innovativ ist und sich immer um seine Leute schert. Das ist zwar tatsächlich ein sympathischer Zug für mich, aber alle jene, die in früheren Jahren durch seine Schule gegangen sind, machen das auch, die werden dafür aber nie so geliebt und bewundert und für etwas ganz Besonderes gehalten.

    Den habe ich jetzt auch noch mal gelesen. Gefällt mir nicht ganz so gut wie "Klar Schiff zum Gefecht", weil es (noch) episodenhafter daher kommt, und ein großer Höhepunkt für mich fehlt.

    Der Susannah-Handlungsstrang ist zwar herzerfrischend überflüssig und für gar nichts wichtig, aber dann umfasst der (in meiner Ausgabe) nur etwa 9 Seiten bei der Abendgesellschaft und dem zweiten Treffen, und danach wird Susannah ganze zweimal erwähnt und das ist alles (wenn auch zu wenig, finde ich, sie heiraten zu wollen, und der seltsame Ausgang sich überhaupt nicht auf Bolitho auswirkte).

    Dass die Seeschlacht am Ende im Epilog mit ein paar Absätzen abgetan wird, finde ich schade, auch wenn die "Sparrow" zu klein ist, und das ganze ohnehin nicht gut für die Engländer ausging, aber zu kurz und zu oberflächlich abgetan fand ich das dennoch, da wäre mehr tatsächlich in einen Augen mehr gewesen.

    Nachdem ich mich vor wenigen Monaten durch den früher so gewertschätzten "Bruderkampf" doch etwas durchgequält hatte, fiel meine Wahl gestern spontan auf "Klar Schiff zum Gefecht". Kurz und knackig, hat mir das Büchlein (176 Seiten in meiner Ausgabe) tatsächlich gut gefallen. Bolitho erhält sein erstes Kommando, erlebt mit, wie ein Freibeuter durch einen Trick eine Fregatte besiegt, bekommt den Auftrag, eine verschütt gegangene Kompanie samt General zu suchen und abzuholen, kann dabei eine französische Fregatte auf Untiefen locken, und als er danach Depeschen nach Antigua bringen soll, begegnet ihm eben jener französischer Freibeuter wieder und Bolitho trickst erfolgreich zurück.

    Das alles ohne Längen oder überflüssige Passagen zu erleben, wie Bolitho seine ersten eigenen Entscheidungen treffen muss und beginnt, Männer zu führen, eben kurz und knackig.


    Ich hatte die in einem Sammelband gelesen, da,hätte ich mich einfach Titel orientiert.

    Da bin ich auch drauf reingefallen. Da steht vorn auf dem Cover "Klar Schiff zum Gefecht!/Die Entscheidung/Zerfetzte Flaggen" drauf. Die Reihenfolge im Buch ist allerdings "Zerfetzte Flaggen/Klar Schiff zum Gefecht!/ Die Entscheidung".

    Immer mit den Mitstreitern, die gehören in einer Serienverfilmung zum Hauptcast. ;)


    Nach vor einigen Monaten kam nun "Die Trommel schlug zum Streite" (ich habe die Ullstein-TB) mal wieder dran. Die Inhaltsangabe stimmt nicht so ganz (kein Verrat und kein "durchschlagen" nach Cartagena). Ramage hat schon Glück und die Leute mit den richtigen Fähigkeiten, wie sich eines ins andere ganz pflegeleicht ergibt, und Ramage eigentlich nur die nötigen Ideen braucht, das, was da ist, zu ergreifen und auch die Kathleen ist zwischenzeitlich wieder bei den Engländern und wartet auf ihn, statt einen neuen Kommandanten zu haben.

    Dafür gibt es rund 100 Seiten vor Kap St. Vincent, und Ramage ist halt ein Draufgänger mit ungewöhnlichen Ideen, dafür mag wenigstens ich ihn.

    Die Serie ist doch schon vor Jahren beendet worden, weil der Storybogen ja auch ganz eindeutig beendet ist (Schatz ist auf der Schatzinsel und das Schicksal der Figuren ist soweit klar).

    Daher ist weder zu befürchten, noch zu hoffen, dass da irgendwas fortgeführt wird oder werden kann.

    Und Band 4 auch durch ... Mäh, die Liebesschmonzette-Seifenoper-manchmal-zur-See geht weiter. Die Navy scheint ein guter Platz zu sein, ununterbrochen eigenen Geschäften und Interessen nachzugehen, selbst zu entscheiden, wohin gesegelt wird und auch noch quasi eigene Schiffe dabei zu benutzen.

    Beide Bücher haben es erst gar nicht zu einem Platz im Regal geschafft.

    Ich habe mir Band 3 und 4 von Needle gebraucht zugelegt, Band 2 war leider nicht da.

    Davon ausgehend, dass die für sich stehend sind, habe ich mal mit der 3 angefangen - und finde offene Handlungsfäden, Bezüge und Personen aus Band 2, die nicht vollständig und zusammenhängend aufgearbeitet werden und mich daher zu einigen Teilen doch in der Luft hängen lassen.

    Mir fehlen aktuell noch etwa 150 Seiten um den Dreh.

    Bislang finde ich das Buch nicht gut. Nicht nur, dass sich auf Dinge bezogen werden, die dort nirgendwo dem unkundigen Leser mal ordentlich und chronologisch zusammengefasst werden, man wird mit so dermaßen viel Inkompetenz, Korruption und Verbrechen in Reihen der Navy konfrontiert, die ganz offen geschehen, allgemein bekannt sind und drüber gesprochen wird, dass ich das unglaubhaft finde.

    Mit Bentley kann ich nun gar nichts mehr anfangen, der scheint mir nicht sehr tragend zu sein - er ist halt da, aber was er wirklich findet oder dazu steht, ist so deutlich nicht.

    Ganz schrecklich finde ich diesen Faden um Deb - keine Ahnung, wozu das wichtig ist, das kann auch komplett wegfallen, oder, falls sie sich mal wieder begegnen, in ein paar Sätzen zusammengefasst werden. In den Geschehnissen um Deb finde ich 0 Mehrwert für irgendeinen Plot, außer, dass auch sie wenig aktiv ist und halt auch so vom Plot uninteressant mit geschleift wird.

    Ebenso stört es mich, dass manchmal belanglose Dinge sehr ausführlich beschrieben werden, und dann interessantes oberflächlich mit ein paar Sätzen abgehandelt.


    Alles in allem ein langweiliges, mich gar nicht mitnehmendes Buch, das nach dem Lesen vermutlich gleich wieder aussortiert wird.


    Band 1 hat mir so gut gefallen.

    Ich hab es normalerweise eher mit historischer Genauigkeit und Detailtreue

    Das wirst Du da nicht das kleinste bisschen finden, nicht nur aufgrund des Themas, sondern vor allem auch in der Optik. In der Optik kommt der Film ausdrücklich gewollt ziemlich modern daher. Ein bisschen Fantasy ist natürlich auch noch mit drin.

    Und vielleicht zufällig ging für mich die Gesamtmischung sehr gut auf (in dem erwähnten Robin Hood-Streifen beispielsweise weniger).

    Ich mag den Film sehr. Eine alte Geschichte in ein optisch modernes Gewand zu stecken funktioniert wohl meistens nicht bei Zuschauern (schon einer der neuen Robin Hoods ist daran gestorben), aber in diesem Film mag ich es sehr. Die Frisuren, die Kleidung, Artus als Straßengangster ... absichtlich null mittelalterlich und für mich gibt es dem Film das gewisse Etwas. Dazu die eigenwillige Art der Umsetzung, in dem etwas rückwirkend erzählt wird von einer Figur und dass dann wiederum auch gezeigt wird, was es zwar manchmal etwas sprunghaft macht, aber auch witzig.

    Ich bedaure es, dass der Film gefloppt ist, von der Art hätte ich gerne mehr gesehen.

    Der Soundtrack ist für mich ganz großartig.

    Das Buch habe ich vor ein paar Wochen nach richtig langer Zeit (30 Jahre vielleicht) mal wieder gelesen. Mit Hornblower bin ich schon damals nicht richtig warm geworden, und vereinzelte Versuche zwischendurch haben das auch immer wieder belegt, und auch jetzt war es so.

    Das Buch ist mir dazu tatsächlich zu episodenhaft, da reiht sich eine Geschichte an die nächste, ohne dass die Zeit dazwischen auch nur mit ein paar Sätzen abgetan wird. Hornblower kommt jung und unerfahren an Bord, aber recht schnell hat er seine erste Aufgabe, die er wie die anderen auch allein als kommandierender Offizier angehen muss. Dass und wie er zwischendurch lernt wird - leider - gar nicht thematisiert. Er ist halt recht schnell soweit das zu tun und so geht es in den späteren Kapiteln/Episoden ebenso, in denen er allein mit ein paar Leuten unter sich irgendetwas tun muss. Das klappt zwar nicht immer ganz einwandfrei, aber zum Ende hin schafft er es halt doch.

    Ich musste mich da zunehmend doch etwas selber durchhieven, weil mich Hornblower weiterhin so gar nicht mitnimmt, und mich dieses episodenhafte, bei dem sich eins an nächste reihte, ohne dass so etwas wie eine eigentliche Handlung auftauchte, enttäuschte und auch etwas langweilte, wenn er mal wieder unter seinen Selbstzweifeln litt und seine Entscheidungen und Handlungen, die spätestens nach hinten hinaus doch gut waren, ständig bezweifelte. Seine Entwicklung war nicht mitzuerleben, weil es an Figuren und Interaktion in dieser Hinsicht mangelte, finde ich.


    Hornblowers erstes (Prisen)Kommando - die Marie Celeste,

    Das wäre was, wenn die Marie Celeste sein erstes Prisenkommando gewesen wäre! Es war aber die Marie Galante, und das Geheimnis der Marie Celeste bleibt weiterhin bestehen. ;)

    "Harte Zeiten vor dem Mast" von Jan Needle habe ich gestern beendet. Zum zweiten Mal, ich habe es damals bei Kauf (2008) erstmals gelesen.

    Ich fand es atmosphärisch dicht, sehr spannend und rundum gelungen. Eine brutale, eine manchmal schreckliche Geschichte, auch eine tragische. Ab und an hätte ich es (wie so oft) ein bisschen ausführlicher gehabt und einige Seiten mehr hätten dem Spannungsbogen wohl keinen Abbruch getan.

    Die Hauptfigur William Bentley ist aufrecht unsympathisch und ein ziemlich mieser Kerl, bis er zum Ende hin (ein wenig schnell, zusammengefasst) doch eine Wandlung durchmacht. Ein ungewöhnlicher Ansatz für einen Protagonisten, was es aber umso interessanter macht.


    Ich weiß gar nicht, warum ich mich um die 3 nachfolgenden Bände damals nicht bemüht habe (oder sie gar nicht mitbekommen habe), aber nun bin ich entschlossen, sie mir auch noch zuzulegen.

    Nach fast 20 Jahren noch mal gelesen: Gefällt mir noch immer gut. Der Einblick durch einen gepressten Matrosen ist mal ein ganz anderer, der mir dazu sehr gut gefällt.

    Ein paar Kritikpunkte habe ich trotzdem. Manchmal endeten Szenen für meinen Geschmack zu früh, weil ich gerne wissen würde wie das, was gerade passiert ist, sich auf Kydd auswirkt, statt dass zur nächsten Szene übergegangen wird. So gesehen hätte das Buch gerne auch länger sein können, da gibt es so manches, was ich gerne gelesen hätte in diesem Roman.

    Ich hätte es auch gut gefunden, wenn er anfangs unverständlicher auf all die Begriffe und Befehle reagiert, die er ja gar nicht kennt, aber irgendwie fragt er nie nach, was etwas bedeutet, was ich erwarten würde. Das wäre auch eine sehr gute Gelegenheit gewesen, dass er zusammen mit dem Leser sich da reinfinden kann. Leider gibt es auch kein Glossar, so dass man sich als Leser, der sich womöglich noch gar nicht mit der Materie auskennt, ein bisschen selbst überlassen bleibt und im Gegensatz zu Kydd sich nicht so schnell reinfinden kann. Der "Seemannsschnack" der Personen hat mir, nebenbei, sehr gut gefallen.