Beiträge von Phalarope

    "Harte Zeiten vor dem Mast" von Jan Needle habe ich gestern beendet. Zum zweiten Mal, ich habe es damals bei Kauf (2008) erstmals gelesen.

    Ich fand es atmosphärisch dicht, sehr spannend und rundum gelungen. Eine brutale, eine manchmal schreckliche Geschichte, auch eine tragische. Ab und an hätte ich es (wie so oft) ein bisschen ausführlicher gehabt und einige Seiten mehr hätten dem Spannungsbogen wohl keinen Abbruch getan.

    Die Hauptfigur William Bentley ist aufrecht unsympathisch und ein ziemlich mieser Kerl, bis er zum Ende hin (ein wenig schnell, zusammengefasst) doch eine Wandlung durchmacht. Ein ungewöhnlicher Ansatz für einen Protagonisten, was es aber umso interessanter macht.


    Ich weiß gar nicht, warum ich mich um die 3 nachfolgenden Bände damals nicht bemüht habe (oder sie gar nicht mitbekommen habe), aber nun bin ich entschlossen, sie mir auch noch zuzulegen.

    Nach fast 20 Jahren noch mal gelesen: Gefällt mir noch immer gut. Der Einblick durch einen gepressten Matrosen ist mal ein ganz anderer, der mir dazu sehr gut gefällt.

    Ein paar Kritikpunkte habe ich trotzdem. Manchmal endeten Szenen für meinen Geschmack zu früh, weil ich gerne wissen würde wie das, was gerade passiert ist, sich auf Kydd auswirkt, statt dass zur nächsten Szene übergegangen wird. So gesehen hätte das Buch gerne auch länger sein können, da gibt es so manches, was ich gerne gelesen hätte in diesem Roman.

    Ich hätte es auch gut gefunden, wenn er anfangs unverständlicher auf all die Begriffe und Befehle reagiert, die er ja gar nicht kennt, aber irgendwie fragt er nie nach, was etwas bedeutet, was ich erwarten würde. Das wäre auch eine sehr gute Gelegenheit gewesen, dass er zusammen mit dem Leser sich da reinfinden kann. Leider gibt es auch kein Glossar, so dass man sich als Leser, der sich womöglich noch gar nicht mit der Materie auskennt, ein bisschen selbst überlassen bleibt und im Gegensatz zu Kydd sich nicht so schnell reinfinden kann. Der "Seemannsschnack" der Personen hat mir, nebenbei, sehr gut gefallen.

    Ich hatte mir das Buch damals auch im Buchhandel gekauft und fand es damals wie heute informativ. Es könnte natürlich umfangreicher sein, aber das ist für mich meckern auf hohem Niveau, denn es enthält auf seinen vergleichsweise wenigen Seiten sehr viele Informationen, gut gegliedert und übersichtlich. Dazu die Einordnung der bis dahin existierenden Seekriegs-Reihen (inklusive jener, die es nur im Englischen gab) in die Historie, die ich auch sehr interessant fand (und finde).


    Die "Herrscherin der Meere" ist mit leider Jahre später entgangen, die muss ich mir gebraucht zulegen. Das Buch gibt es zwar zuweilen für reine Mondpreise, aber manchmal auch für Preise, so meine Recherche gerade, die ich zu zahlen bereit bin.

    Ich auch, sehr sogar. Die Romane gefallen mir nicht ganz so gut (ich kenne die ersten beiden übersetzten, und einen späteren Band habe ich im Original). In ihnen herrscht für mich einer etwas andere Atmosphäre, da Romane und Serie je ihre eigenen Wege gehen. Als Wertschätzerin der Serie musste ich mich als Leserin der Romanvorlage in einigen Dingen umstellen. Zwar finden sich sehr viele der Figuren und Eckdaten aus dem Roman in der Serie (in der Hinsicht gibt es Serien, die sich von ihren Vorlagen ungleich mehr entfernt haben bei der Umsetzung), aber ebenso gibt es sehr viele Unterschiede. Den größten finde ich in der Hauptfigur selber: Ich-Perspektive, irgendwie immer bestrebt, einen lustigen/coolen Spruch oder wenigstens Gedanken rauszuhauen, und gar nicht so wortfaul und öffentlichkeitsarbeitsscheu (und unbeholfen) wie der Film-Longmire, und auch Henry ist ziemlich anders (nicht schlechter) angelegt.

    Ich fand die Beschreibungen der arktischen Landschaft und Besonderheiten interessant und atmosphärisch.

    Insgesamt habe ich mich mit den Drinkwater-Romanen schon immer etwas schwer getan. Auch bei der vorhin beendeten "Korvette" fand ich oft, dass zwischen zwei aufeinander folgenden Sätzen Zeit lag, gerade in dramatischen Momenten, und wenn es nur 2 oder 10 Minuten waren, bei denen ich mich fragte, was in der Zeit denn nun passiert. Oder als in einem eher kurzen Absatz mal eben 10 Tage Nebel und Flaute abgetan wurden. Die Kämpfe fand ich sehr sachlich und undramatisch beschrieben, mehr so wie eine reine Abfolge, was passiert.

    Im Grunde haben mir die ersten etwa 3/4 des Buches gut gefallen, und der Teil ab der "Requien" und dem Fjord fand ich dann wenigstens stilistisch nicht mehr so ansprechend und musste mich da schon etwas durchkämpfen.

    Es ist immer wieder deprimierend, wie wenig Reihen (und dann auch vollständige Reihen) übersetzt wurden, obwohl es im Deutschen ja doch so einiges gibt. Bei Kydd und Lewrie habe ich es ja gewusst, aber dass auch die Fox-Reihe gar nicht vollständig übersetzt wurde, habe ich gerade eben erst festgestellt.


    Ich kenne noch von Parkinson "Der Branderkapitän" und "Das Kaperschiff" um Richard Delancey, aber die fand ich furchtbar zäh und bin mit keinem der Bände warm geworden.


    Was in der Auflistung auf der oben verlinkten Seite - vielen Dank dafür, McAllister - zu fehlen scheint, ist Showell Styles Reihe um Michael Fitton (unübersetzt).

    Ramage war zusammen mit einigen Bolithos meine "Einstiegsdroge" in das Genre. Die ersten Ramages, die ich von einer Freundin ausgeliehen bekam, bzw. die es in der Stadtbücherei gab, waren noch Hardcover, die ziemlich dick daher kamen.

    Gekauft habe ich mir dann die Taschenbücher, als sie freundlicherweise ab 1990 neu aufgelegt wurden, und sogar die bislang nicht übersetzten auch bis 200 rauskamen.


    Nachdem ich kürzlich mit meinem früheren Bordkameraden "Bruderkampf" nicht mehr ganz so warm geworden war wie früher, hatte ich nun also zu "Leutnant Ramage" gegriffen. Und ja, der sagt mir noch immer zu. Flüssig geschrieben, spannend, man kann in die Figur schauen und weiß, was sie denkt, fühlt und antreibt. Zwar fand ich den Teil an der italienischen Küste etwas zu ausführlich, aber das hat die spannende Kriegsgerichtsverhandlung wieder mehr als wettgemacht.


    Meine TB-Ausgabe von 1990 hat übrigens 438 Seiten, die keineswegs erschummelt wurden mit 35 Reihen die Seite und keinem besonders großen Schriftsatz.

    Ergänzt wird es von einem 12-seitigen Anhang des Übersetzers, in dem er einiges zu den Begriffen der Seefahrt erklärt.


    Ob meine Frau verständnis hätte, wenn ich sie als Marchesa aus der Ferinewohnung rette und mein Sohn ihr dabei mit einem Entermesser droht? :Pirat3:

    Und, hatte sie? :D

    Ich finde es auch schade, dass die Reihe nicht weiter übersetzt wurde und wird (und auch nicht mal die ersten Bände alle - warum wurden der zweite und der vierte Band ausgelassen?). Dann fingen sie an, je einen Band aufzuteilen, um dann recht mühselig daraus zwei zu machen (größerer Schriftsatz, um mehr Buchschein als -sein zu bekommen), und dann hörten die Übersetzungen ganz auf. *schnief*

    Ich mag auch Lewrie, "Schlawiner" trifft es wohl ganz gut bei dem "Kater". Schon Band 25, *seufz*.

    aktuell sehr ausgiebig "Das Lied von Eis und Feuer":

    Ja, das kam mir wie eine Lebensaufgabe vor. :D Ich höre Hörbücher nur beim Autofahren, und das tue ich wenig und dann auch nur kurze Strecken (im Allgemeinen fahre ich Motorrad), so dass ich 2 Jahre oder auch länger damit zugange war. Reinhard Kuhnert machte seine Sache so großartig, dass nun auch meine Frau großer Kuhnert-Fan ist und danach dann auch mit den Hörbüchern anfing, und wir uns nun zum zweiten Hochzeitstage mit Kuhnert-Hörbüchern beschenkt haben.

    Zuerst gab es "Der Heckenritter", 3 Geschichten aus Westeros, die weniger düster daherkomme als DLvEuF und auch in sich abgeschlossen, letztes Jahr "Fieber-Traum", ebenfalls von George R. R. Martin in der Vorlage. Mit dem sind wir noch dran, denn das wird selbstverständlich nur zusammen gehört. Die Romanvorlage dazu kenne ich, ist aber schon ein paar mehr Jahre her, dass ich das gelesen habe.

    Flashman - für mich das Genialste seit der Erfindung des Buchdrucks. Und das seit meiner ersten Begegnung mit ihm im Teenageralter, und das ist er immer noch. Diese Mischung aus sehr gut recherchierter Historie und fiktiven Figuren (ich liebe so etwas), abgerundet mit Fußnoten und Anhängen, dazu Flashy als zwar ehrlicher (eigentlich zu ehrlicher), aber auch feiger Anti-Held ... besser geht es für mich nicht.

    Ich bedaure es aufrichtig, dass George MacDonald Fraser nicht noch die Romane über die Erlebnisse schreiben konnte, die manchmal von Flashy ganz nebenbei erwähnt werden (Dodge City, Australien, und noch einiges mehr).

    Es gibt nur 4 Staffel, keine Staffel hat mehr als 10 Folgen, so gesehen kann man es wagen.

    Vorhin habe ich die 3. Staffel beendet und mit 4 begonnen.

    Es heißt immer im Kontext zur Serie, sie würde die Vorgeschichte zur Schatzinsels erzählen,. das tut sie zwar auch, aber mit Betonung, wie ich meine, auf "auch". Tatsächlich ist die Handlung komplexer und viel tiefer gehend als auch nur vorrangig zu erzählen, wo der Schatz herkommt und wie er auf die Insel kommt. Dazu braucht es nämlich keine 4 Staffeln.

    Für mich ist dieser Schatzinsel-Bezug am wenigsten interessant (weil ich vermutlich der eine Mensch auf der Welt bin, der das Buch so pralle nicht findet).

    Ich habe die Taschenbuch-Ausgabe von 1992 (auch 1992 gekauft), eigentlich ist das Buch bereits von 1987.

    Ich habe es vor etwa 2 Jahren zum zweiten Male gelesen: Es war ganz in Ordnung für meinen Geschmack, es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Es hat mir nicht so gut gefallen wie die Sharp-Reihe (ob mit oder ohne "e" am Ende :D), war nun nicht ganz zäh, aber es hat mich auch nicht immer so richtig mitgenommen.


    EDIT


    Aufgrund des Alters des Buches ist daher keine Fortsetzung zu erwarten, wie das Buch endet, allerdings auch nicht. Das endet nicht wie für einen Auftakt.

    Ich muss gestehen: Mit gefällt die Serie sehr gut.

    Beim ersten Schauen fand ich Staffel 1 gut, 2 noch besser, 3 und 4 fielen in der Reihenfolge ab, aber gefielen mir immer noch. Dann habe ich mir Staffel 1 und 2 ausgeliehen und wollte dann mit 3 doch weiter machen, kam aber nicht dazu. Also habe ich mir die 4er Box zwischenzeitlich gekauft und habe nun Staffel 1 und 2 zum dritten Male geschaut, und 3 und 4 (bin gerade bei Ende Staffel 3) zum zweiten Male:

    Jetzige Meinungen: 1 und 2 gefallen mir beide gut, 3 finde ich jetzt gar nicht mehr so deutlich schwächer als beim ersten Schauen.

    Mir gefallen das Flair, das Setting, der Misch aus historischen und fiktiven Gestalten (ja, der historische Umgang mit Ereignissen, Orten und Personen ist recht großzügig, aber es werden zumindest einige historische Eckdaten - so Pie mal Daumen^^ - verwendet) ... In Kürze: Ich mag halt Piratenfilme und Serien. :D

    Die ersten beiden Bände hatte ich hier jahrelang herum liegen und sie nie gelesen. Um den letzten Jahreswechsel herum dann doch und den 3. Band musste ich mir gebraucht dann auch gleich besorgen.

    Schande über mein Haupt, dass ich die jahrelang nicht gelesen habe!


    Die Bücher spielen zwar recht wenig zur See, und eigentlich sind sie auch Krimis, und tatsächlich gehören sie alle 3 zusammen (es werden zwar jeweils eigenen Geschichten erzählt, aber der Metaplot zieht sich über alle 3 Bände und wird im dritten auch beendet), aber mir gefielen sie sehr gut. Zwar werden manchmal für meinen Geschmack Szenen zu schnell abgehandelt, aber manchmal das augenzwinkernde, der Krimi-Plot und die Figuren gefielen mir sehr gut und die Hauptfigur mit dem kaum sprachfähigen Hoare ist mal etwas anderes als Hauptfigur.

    Dazu sind so kleine Anspielungen drin versteckt, es werden Hornblower, Aubrey und Bolitho immerhin erwähnt, bzw. Hornblower bekommt auch einen ganz, ganz kurzen Cameo-Auftritt (den aber erst im 3. Band, meine ich).

    Das war ja früher (vor einigen Jahrzehnten^^) einer meiner Favoriten aus der Reihe. Mit einigen Bolitho-Romanen hatte ich auch meinen Einstieg in das Genre.

    Letzte Woche habe ich den nach langer Zeit wieder gelesen und hatte persönlich jede Menge Kritikpunkte. Jetzt musste ich mich doch passagenweise schon mal etwas durchmühen und dachte mir sehr oft, dass ich diese Szene gerne ausführlicher hätte, und auf jene dort die unmittelbare Reaktion der Figuren darauf, und ich überhaupt tiefer in die Hauptfigur reinschauen möchte, und das hier und dort glatter hätte geschrieben werden können.