Beiträge von AnobiumPunctatum

    Mein Traummodell, die HM Sloop Fly als POF-Modell habe ich in meine Signatur aufgenommen, da ich seit Anfang letzten Jahres daran arbeite. Ein andere Traummodell von mir ist der Kutter Alert, zu dem Goodwin seine Rekonstruktion im AotS vorgestellt hat. Allerdings habe ich an etlichen Punkten seiner Arbeit Zweifel, die insbesondere auch durch den überlieferten Originalplan der Rattlesnake bestätigt wurden.
    Wenn diese Modelle in ferner Zukunft fertig sind, möchte ich gerne noch ein Linienschiff bauen. Geplant ist die HMS Anson nach der Rekonstruktion von Alexander Matvjets, der mir erlaubt hat, auf Grundlage seiner Pläne das Spantgerüst zu zeichnen.

    Hallo Karlheinz,


    wenn Du die Rekonstruktion mit dem Originalplan der Fly vergleichst, wirst Du größere Abweichungen feststellen. Das war für mich der Grund, letztes Jahr eine eigene Rekonstruktion zu erstellen. Du musst Dich entscheiden, ob Du Antscherl oder dem Originalplan folgst. Mischen der verschiedenen Quellen funktioniert nicht

    Danke für Euer Interesse.



    Viel neues kann ich Euch heute nicht zeigen, aktuell bearbeite ich die gelaserten Spanten und entferne an den Ruß. Da die Schnittkante des Lasers bei stärkeren Bauteilen (das Spantgerüst ist 5.9mm stark) nie wirklich rechtwinklig zum Bauteil ist, muss dieser Schritt insbesondere an der Unterseite des Mittelbretts, an welcher die Sponung und anschließend der Kiel befestigt werden, sehr sorgältig durchgeführt werden.
    Ich klebe hierzu 120er Schmirgelleinen an eine Leiste und lege diese und das Mittelbrett auf eine ebene Fläche. Auf dieser schleife ich dann das Brett mit ganz leichtem Druck.



    Wie auf dem letzten Bild des letzten Teils zu sehen hat die Verbindung zwischen den beiden Teilen des Mittelbretts sehr viel Spiel. Um dieses zu beseitigen habe ich einen Streifen Furnier auf die Kante gelebt und vorsichtig geschliffen, bis beide Teile präzise zusammenpassen. Bei dem Schritt muss auch die Länge des Bauteils mit dem Plan verglichen werden, damit es nicht zu lang wird.



    Das Bild zeigt das fertig geschliffene und zusammengeklebte Bauteil


    Sobald das bestellte Holz eingetroffen ist, geht es mit der Sponung und dem Bau des Kiels weiter.

    Neben den Plänen bietet Chuck in seinem Online-Shop die Modellspanten und andere Bauteile als Zubehör an. Ob ich neben dem Spantgerüst noch weitere Bauteile aus Chucks Shop verwende, weiß ich noch nicht. Mein bevorzugtes Holz ist Birne, während auf der anderen Seite des großen Teichs eher Buchsbaum bevorzugt wird und dementsprechend die Bauteile in Buchsbaum gelasert wurden. Während ich noch auf das Birnenholz für die sichtbaren Bauteile warte, habe ich die Spanten herausgelöst und das Gerüst probehalber zusammen gesteckt.


    HM Cutter Cheerful war einer von zwei 12-Kanonen Kuttern der gleichnamigen Schiffsklasse, die 1806 nach einem Entwurf von Sir John Henslow 1806 gebaut wurden. Das Schwesterschiff war die Surly.


    Im NMM gibt es einen vollständigen Satz Pläne Der Cheerful. Auf dieser Grundlage hat Chuck Passaro Pläne für ein Plank on Bulkhead (PoB) Modell gezeichnet.


    In der Rogers-Collection gibt es ein zeitgenössisches Modell eines Kutters, von dem man annimmt [1], dass es eines der Schiffe der Klasse darstellt. Chuck hat in seinem Baubericht einige Bilder des Modells gezeigt. Auch hat Zweifel geäußert, dass das Modell trotz der festgestellten Ähnlichkeiten Cheerful oder ihr Schwesterschiff zeigen.


    Von der Surly existiert ein weiteres historisches Modell, über das ich keine Infos habe.


    Die oben genannten Unterlagen bilden zusammen mit Bildern anderer historischer Kuttermodelle, die Grundlage für mein Projekt im Maßstab 1/48.


    [1] Rif Winfield: British Warships in the Age of Sail, 1793-1817, Seite 362

    Wie immer wunderschöne Bilder.



    Zitat von Achilles

    Gemäß einer Navy Board Order von 1715 sollten Linienschiffe zwischen den "rails" aus Kostengründen schwarz gestrichen werden. Blaue Farbe und Friesmalereien waren lediglich Flaggschiffen vorbehalten. Diese Order galt übrigens bis 1780 und wurden offenbar auch strikt eingehalten.


    Bei der HM Sloop Fly von 1776 sind die Verzierungen und Friese bereits im As Built Plan dargestellt. Es gibt soweit ich weiß noch ein oder zwei andere Pläne, die die Verzierungen bei kleineren Schiffen zeigen. Aber das sind Ausnahmen.


    Es kommt meiner Meinung nach darauf an, wie man das Modell zeigen möchte:

    • im Stil und der Darstellung der historischen Navy Board Modelle
    • möglichst Nahe am Originalschiff - mit allen Unsicherheiten die dabei vorhanden sind. Da es keine Fotos gab, wissen wir nicht in wieweit Bilder schon wieder einen idealisierten Zustand zeigen.

    Beide Darstellungsweisen haben ihre Berechtigung und das macht für mich die Faszination an historischen Schiffsmodellen aus.

    Und bei der Gelegenheit habe ich eine Frage an die vielen Fachleute: Liegt bei meinem Modell ein Konstruktionsfehler seitens Shipyard vor oder müssen die Matrosen echt gut im Klettern sein (was ja Matrosen im allgemeinen sind), wenn sie auf das Vordeck wollen? Das ist mir heute so aufgefallen, dass da keine Leiter ist, auch keine vorgesehen ist, und so richtig wüsste ich auch gar nicht, wo die dann hinkommt. Wieso das Gangbord nicht bis zum Vordeck reicht ist mir auch unklar - blöd nur, dass mir das erst jetzt auffällt. Ich vergleiche ja gern mit der Pandora, aber da ist das etwas anders, das Vordeck steht ein wenig über, darunter ist ein Geschütz, und zwischen diesem und dem nächsten ist eine Leiter.


    Hi Bonden,


    ich bin am Wochenende mal wieder etwas länger in Deinem Baubericht unterwegs gewesen. Da fiel mit die obere Textpassage aus dem anderen Forum auf.
    Das Frontschott wie von Shipyard gezeigt ist meiner Meinung nach richtig. David Antscherl verweist in seinen Buch (Band 2) zur Swan Class auf zeizgenössiche Modelle.


    Shipyard zeigt in seinem Plasatz zur Enterprize im Längsschnitt Leitern. Bei Interesse schicke ich Dir gerne einen Ausschnitt per Mail zu.


    Ob der Laufsteg nicht doch bis zur Back reichen muss, kann ich in der Verkleinerung des Originalplans im NMM nicht erkennen.

    Es gibt zum englischen Schiffbau -leider nur auf Englisch- auch Primärquellen.
    Die wichtigste ist: David Steel "The Elements and Prcatice of Rigging and Seamanship". Ich habe zwar einen Nachdruck, ihn aber noch nicht durchgearbeitet, da ich beim Rumpfbau noch mehr als genug zu lernen und verstehen habe.


    Aktuell gibt es wohl auch eine Taschbuchauflage.