Beiträge von Francis Drake

    Habe den Film am letzten Wochenende gesehen, und zwar die Roadshow Fassung. Das ist die sechs Minuten längere Fassung, die in vier Kinos in Deutschland als 70 mm-Filmprojektion vorgeführt wird. Wie eigentlich alle Tarantino-Filme endet es in einer Gewaltorgie. Der erste Teil vor der Pause kommt noch mit überschaubar wenigen, aber auch schon recht abstoßenden Gewaltszenen aus. Die abgeschiedene Situation im Schneesturm, die zufällige Gruppe von Personen, die in allen Abstufungen einander mißtrauen bis zum offenen Hass, das ist ganz großes Kino. Im zweiten Teil wird es dann heftig. Nichts für Zartbesaitete. Es entwickelt sich zu einem tragischen Showdown. Die Filmprojektion war die etwas weitere Anfahrt wert. Das Ultra-Panavision-70-Format ist besonders bei den Landschaftsszenen überwältigend. Ich bin nicht nur gut unterhalten worden, es war ein Erlebnis. Empfehlung für alle Tarantino-Fans.

    Die Fußpferde zu vergessen war wahrscheinlich gar nicht schlecht. Laut Wikipedia (und soweit ich mich erinnere, auch im Mondfeld) kamen Fußpferde erst im 17. Jhd. auf. Erste Erwähnung in englischen Quellen 1642. Drakes Schiffe hatten wahrscheinlich noch kein Peerd. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie die Seeleute auf den Rahen zugange waren ohne diese Hilfsmittel. In der Anleitung zu meiner Golden Hind waren auch keine Fußpferde vorgesehen. Allerdings ist die Takelage auch an einigen Stellen vereinfacht worden.

    Nicht unbedingt maritim und auch einiges vor "unserer" Zeit spielt die Reihe "Plantagenet" von Mike Walker. Aber eindeutig historisch und entglisch. Also für alle historisch interessierten Anglophilen: Wunderbare Hörspiele um die Plantagenet-Könige von Henry II über Richard the Lionheart bis zu Richard II. Die beiden Hörspielstaffeln werden seit gestern auf BBC wiederholt und sind nach Ausstrahlung für 29 Tage abrufbar. Das erste davon unter:
    http://www.bbc.co.uk/programmes/b011d77j

    Gerade zu Ende: The Abominable Bride. Das Special von Sherlock mit Benedict Cumberbatch. Schräg und wieder genial. Habe es als Stream von BBC angeschaut. Ab Mitte Januar soll wohl die Bluray erhältlich sein (die englischsprachige zumindest).

    An Weihnachten wird einer der besten ZDF-Weihnachtsvierteiler auf 3sat wiederholt: Die Schatzinsel von 1966. Der mit Michael Ande als Jim Hawkins.
    Teil 1 und 2 am 25.12. ab 14:50, Teil 3 und 4 am 26.12. ab 13:05 Uhr.

    Zitat von "Arry"

    Stolz und Leidenschaft (engl.: The Gun)


    Die Verfilmung dürfte eigentlich jede/r kennen. Wunderbar mit Cary Grant und Frank Sinatra 1957 verfilmt.


    Das Buch hat eigentlich mit dem Film nur eins gemeinsam: die Kanone!
    Und ja: es ist eine wunderbare, eine wirklich große Kanone!
    Während die britische Navy durch den Marineoffizier Anthony Trumbull (Grant) im Film sehr präsent ist, kommt sie im Buch nur soweit vor, das sich die spanischen Guerillieros von ihr genug Pulver und Kugeln ergaunern.


    Am 21.12.15 um 14:30 Uhr GMT, also um 15:30 Uhr MEZ kommt auf BBC 4extra das Hörspiel "The Gun Goes to Hollywood", das über die Dreharbeiten zu dem Film "The Gun" handelt. Mit dem dradio-Rekorder ließe sich das aufnehmen. Nach der Ausstrahlung sind die BBC-Hörspiele in der Regel über 4 Wochen als stream abrufbar.


    http://www.bbc.co.uk/programmes/b00zdhzs

    Auf BBC abrufbar ist das zweiteilige Hörspiel "The Worst Journey in the World" nach den Aufzeichnungen von Apsley Cherry-Garrard. Das war der jüngste Teilnehmer von Robert F. Scotts Südpolexpedition. Er gehörte zu den letzten, die nicht bis zum Pol marschieren sollten, sondern auf Befehl von Scott umkehrten, und daher überlebten. Das Hörspiel ist sehr eindrucksvoll gemacht.


    http://www.bbc.co.uk/programmes/b00djvtl

    Rolf Seelmann-Eggebrecht hat jedenfalls angekündigt, dass es auch ohne ihn nächstes Jahr wieder eine Übertragung geben wird. Den ersten Teil des Konzerts kann man sich ja wenigstens live im Radio anhören. Die BBC-Fassung heute nacht habe ich jedenfalls einprogrammiert. Dieses Jahr hat mir das komplette Programm gut gefallen. Und zumindest war das Highlight der Fantasia over British Seasongs von Sir Henry Wood wieder dabei. Und dass es mit Jonas Kaufmann ein deutscher Tenor war, der "Rule Britannia" sang, ist doch ein Zeichen der Versöhnung, oder?

    Ich bin jezt gerade in der Mitte der zweiten Staffel (auf BD und auf englisch). Erstaunlich, wie sich wieder ein Spannungsbogen aufbaut, obwohl ja eigentlich die Auflösung da ist. Die erste Staffel von DVD auch auf englisch hat uns absolut angefixt. Das erstaunlichste an der Serie ist meines Erachtens, dass es keine Figur gibt, mit der man sich so einfach identifizieren möchte. Eigentlich hat in Broadchurch jeder eine mehr oder weniger große unsympathische Seite. Dabei sind aber alle Figuren glaubhaft. Eine absolute Kultserie.

    Heute auf HR2 um 14:00 Uhr kommt ein weder historisches, noch maritimes Hörspiel. Das Buch kam in unserer Quiz-Ecke schon mal vor, deshalb poste ich das hier: "Das Peters-Prinzip", wobei ich nicht weiß, wie man ein Sachbuch zum Hörspiel bearbeitet. Bin gespannt.

    Eine schöne Zusammenstellung. Danke. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die amerikanische Presse Auseinandersetzungen, bei denen die Indianer siegreich waren, es zu erheblichen Verlusten bei den US-Soldaten kam, in der Regel als Massaker bezeichneten, selbst wenn die Indianer eindeutig angegriffen wurden (z. B. Little Big Horn), während der Überfall auf wehrlose Indianerdörfer meist als siegreiche Schlachten gefeiert wurden.


    Interessant ist die Theorie des Autors H. J. Stammel, die sich soweit versteigt, dass die Niederlage am Little Big Horn von amerikanischer Seite beabsichtigt gewesen sei, um die Black Hills im Interesse der Eisenbahngesellschaften in Besitz zu nehmen. Schon die Expedition von 1874 sei merkwürdig: Custer habe Gold gefunden, wo danach keines mehr gefunden wurde, und die Nachricht über den Goldfund wurde über einen öffentlichen Telegrafen und nicht über die normalen dienstlichen Kanäle weitergeleitet. 1876 habe General Crook das gleiche Ziel gehabt wie Custer. Bei der Schlacht am Rosebud River sei er so geschwächt worden, dass er sich zurückziehen musste: von seinen über 1000 Mann waren 10 gefallen und 21 verletzt. Die Verschwörungstheorie postuliert nun, dass Crook nur einen Vorwand brauchte, um befehlsgerecht wieder den Rückzug anzutreten. Custers Verhalten wäre anders zu bewerten, wenn er davon ausgegangen wäre, dass Crook seinen Angriff unterstützt.


    Wie alle Verschwörungstheorien hat die einige logische Fehler. Ich gehe davon aus, dass ein kontertierter Angriff von zwei Seiten nur unternommen wird, wenn über Kundschafter Kontakt miteinander aufgenommen wurde. Wie bei allen Verschwörungen mit vielen Eingeweihten ist es unwahrscheinlich, dass alles geheim bleibt und keine verräterischen Dokumente auftauchen. Wahrscheinlicher ist, dass Custer, gerade weil er vermutete, dass Crook von Süden kommt, übereilt und selbstüberheblich angegriffen hat, um den Ruhm des Siegs alleine einzuheimsen.

    Nach kurzter Unterbrechung durch die Urlaubslektüre (Der goldene Esel von Apuleius und einer Art Kultbuch) geht es weiter in unserer Zeit:
    "Krieg und Frieden" von Lew Tolstoi. Man sollte sich nicht vom Umfang des Werkes und diversen Vorurteilen abhalten lassen. Extrem lesenswert.

    Was auch noch abrufbar ist, ist der Abschluss der Hörspielserie "The Stuarts" von Mike Walker. Ist zwar nicht maritim, aber eindeutig historisch und Mike Walker setzt die Geschichte spannend und gekonnt um. Von ihm gab es schon die Plantagenets von Henry II bis Richard III. "The Stuarts" fing mit Mary Stuart, Queen of Scots, an. Die jetzt abrufbaren Teile spielen von der Glorious Revolution über Bonnie Prince Charlie bis zum letzten Spross des Hauses Stuart.
    Die vorhergehenden Teile hatte ich aufgenommen, als die liefen.


    http://www.bbc.co.uk/programmes/b036f9v7/episodes/player