Beiträge von Angarvater

    Aye, Oeli,


    Um die Kalfaterung noch deutlicher darzustellen müßtest Du die Decksplankenseiten vor dem Verlegen schwärzen, oder dünne Steifen (Papier oder sonstiges) beim Verlegen einbauen. Also für die Verwendung eines sauber gelaserten Decks uninteressant. Ich habe mal bei einem Beiboot die Plankenverläufe auf dem als Stück verlegten Deck mit Bleistift eingeprägt ( 7h Stift) und fand das Ergebnis eher mäßig. Ich finde, daß die Plankenverläufe auf Deinem Deck sehr gut zum Maßstab des Schiffes passen. Und was den Faserverlauf angeht: Mein Gott, es ist schließlich ein schönes Modell und kein großes Schiff. Aber gerade diese häufige Diskussion um das Deck ist mir, und ich sage das nur für meine Schiffe, ziemlich wurscht.

    Ganz interessant finde ich z.B., daß Kirsch, der ja ein bekannter Autor in unserem Genre ist, z.B. bei dem Bau seiner Galeone sagt (allerdings speziell für die Außenbeplankung um die es ja auch heiße Diskussionen gibt) daß ihn der Faserverlauf garnicht interessiert, da die Textur ja sowieso unter der Bemalung verschwindet..


    Aber: jedem das Seine


    Beste Grüße


    Angarvater

    Aye,Mates,


    Derzeit werden die Untermasten gefertigt. Hier mal der Fertigungsablauf der Marsen gezeigt.


    Vorab etwas zur Größe der Marsen. Soweit bekannt dienten die Marsen in der Tudorzeit im Wesentlichen der Aufnahme der Wanten der Obermasten und auch der Bedienung der in den Marsen auflaufenden Taljen der Obersegel, und nebenbei auch als Ausguck. Die Entwicklung im Laufe der nächste beiden Dekaden führte von den runden "Mastkörben" hin zu den großen Plattformen wie wir sie aus der nelsonschen Aera kennen. Das heißt, von der Arbeitsplattform zur Bedienung der Takelage hin zu im Verhältnis sehr großen Kampfständen. Das Ergebnis ist sehr gut in "dem Film" gezeigt als sich die Marine Forces auf den Marsen erst tarnen und dann von dort aus das Deck der Acheron unter Feuer nehmen.


    Zur Fertigung. Benötigt wird. 1. eine Plattform ( die aus Lagen von Brettern zu bauen ist für mich nicht sinnvoll).

    2. ein oberer Umlauf

    3. die Saling als Tragwerk

    4. 10 Relingstützen

    5. die Polster


    Plattform und oberer Umlauf fräse ich aus einem ausreichend großen 3mm Elsbeerebrett.

    Äußerer Umfang



    Fräsen des Ringes



    Beide Teile



    Die Saling. Eine einfache Konstruktion als Überplattung der Traghölzer. Den Ausschnitt der Plattform lässt sich einigermaßen exakt auf der Oberfräse ( Fräser 2mm) machen

    Die Relingstützen


    Passprobemontage



    Fertigmontage




    Vor dem Einbau am Mast ist noch die Ausrichtung zu beachten. Da die Masten dieses Schifftyps, im Gegensatz zu den jüngeren Konstruktionen

    einen Fall nach Achtern haben werden die Marsen nicht im rechten Winkel zum Mast montiert, sondern parallel zur Wasserlinie de Schiffes. Nach dem wenigen, was man von den Shipwrights der damaligen Zeit weiß ging es bei dieser Ausrichtung um eine schönes Bild des Schiffes, nicht um eine technisch sinnvolle Positionierung.


    Davon demnächst mehr.


    Angarvater

    Ursprünglich hatte ich vor mir eine Reeperbahn zu bauen. Da ich aber nicht weis von hin damit in der Werft habe ich das Projekt erstmal zurückgestellt. Ergo wollte ich wie gehabt Takelgarn bei Herrm Gondesen (Morope) bestellen konnte ihn aber im WWW nicht erreichen. auf meine Emailanfrage hin schrieb er mir, daß sein alter Provider dicht gemacht hat und seine neue Homepage Takelgarne.de demnächst erreichbar sein wird.

    Nur für den Fall, daß jemand Garn braucht.


    Angarvater

    Peter_H also bis jetzt bin ich sehr gut dabei ;)

    Die Segel sehen echt klasse aus, finde ich auch. Ich finde es immer nur sehr schade, das dann so viel von der Takelage verdeckt wird.:hmm:

    Aber es ist ja noch ein bisschen hin und ich kann mich immer noch entscheiden ob mit oder ohne Segel.;)

    Andererseits sieht für mich so ein Schiff mit Segeln schöner aus. Da meine Modelle ohne Glaskasten im Haus herumstehen fahren die Skipper von Zeit zu Zeit mal eine Wende, sodaß man neue Einblicke bekommt. Allerdings liegen auch zwei Schiffe ( HMS Pegasus und HMS Agamemnon) ohne Segel auf ihren Liegeplätzen. Aber auch für die gilt, daß sie gelegentlich verholt werden und dann mal wieder von der anderen Bordseite her angesehen werden können.:):):):)


    @ Oeli. Schönes Projekt. Viel Vergnügen weiterhin damit.

    Vielen Dank für Euer freundliches Interesse am Neubau.


    Als nächstes sind die Dimensionen der Masten zu bestimmen. Ich benutze dafür die Rechentabellen von zu Mondfeld, in denen er die Rechenfaktoren der europäischen Schiffbauer nach Nationalitäten sortiert zusammengestellt hat.


    Vorgehensweise : Ausgangsmaß ist die Schiffsbreite am Hauptspannt B. In diesem Fall 170mm. für z.B. den Fockuntermast wird diese Breite mit dem Faktor aus der Tabelle für englische Schiffe um 1570 multipliziert. L= 170mm x 1,990B = 338,3mm.


    Hier eine Teiltabelle für die Bemastung der Countess.





    Länge




    Durchmesser Deck




    Länge Top




    Spriet




    379,95




    10,4







    Fockuntermast




    338,3




    9,871




    33,8




    Fockmarsstenge




    195,5




    5,474




    19,55




    Fockbramstenge




    112




    4







    Flaggstock




    79,9










    Aye, Mylord,

    Ja, die Ringe stellen die Ausläufe der Speigatten dar. Es gibt davon mehrere Varianten. In eckig, mit aufgesetztem Ablaufschlauch oder wie hier als einfache Bronceausläufe.


    In diesem Fall sollen es tatsächlich Kanonen gleichen, großen Kalibers sein. Bei diesem Schiff dürfte das von der Stabilität her noch gegangen sein. Drake forderte in seinen Anforderungs-richtlinien für die Abwehrkämpfe in der Armadacampain, soviel wie möglich an großen Stücken an Bord zu stationieren.


    Wenig später wurden die Kampfschiffe deutlich höher gebaut, und da war dann auch der Zeitpunkt erreicht ab dem man aus Stabilitätsgründen die Gewichtsverteilung im Sinne von die Großkaliber nach unten, die kleineren in die Mitte und die leichten nach oben einrichtete. Aber wie wir durch den Fund der Vasa erfahren haben keineswegs immer und überall.

    Heutiger Bauzustand.


    Zuerst ein Blick auf die "Scharniere/Bänder" der Pfortendeckel der Backbordseite.



    Und hier die fertig montierten, sprich aufgeklebten Deckel.



    Ursprünglich war geplant die Rückzugskanonen nicht ausgefahren zu zeigen. Aber da ich noch zwei Rohre übrig hatte wurden sie doch noch im ausgerannten Zustand eingebaut.



    Hier noch ein Blick auf das Ruder, dessen Bänder jetzt in Situ noch mit Bolzen versehen wurden.



    Weiter geht es jetzt mit den vielen Kleinigkeiten wie Handläufe an den Niedergangsluken, Ankerklüsen usw. bis dann die Fertigung der Untermasten in Angriff genommen werden soll.


    Best regards


    Angarvater

    Danke für Euren Input. Fässer selber zu bauen, scheint eine größere Herausforderung zu werden als gedacht.

    Der Aufwand um Fässer zu machen hält sich in Grenzen, wenn man die Teile aus Rundholz dreht, und die Dauben mit der kleinen Dreikantfeile einarbeitet. Die Fassreifen mache ich entweder aus Messingblech oder flachgehämmertem Lötdraht.


    Bilder dazu kommen wenn die Werft wieder arbeitet,

    Aye, Mates!

    Hier mal wieder ein kurzer Bericht über den Bauzustand der Countess of Kingsbridge. Wie beim letzten Bericht ist festzustellen, daß es nur langsam weiter geht, da es in den vergangenen Wochen deutlich andere Prioritäten zu setzen galt.


    Zur Sache. Die Rüsten wurden fertiggestellt und das Ruder angefertigt und eingesetzt. Kleinkram wie die Sorgleinen usw sowie die restlichen Malerarbeiten kommen später dran.


    Hier der Holzrohling



    mit den Fingerlingen - 0,5mm Messingblech



    Nachdem ich das Ruder entsprechend den Zeichnung im Kirsch gebaut und eingesetzt hatte erschien mir die Fläche viel zu klein. Das mag im Kirsch der beschriebenen Rekonstruktion des Stockholmer Votivschiffes geschuldet sein. Das ganze Teil neu zu machen fand ich nicht in Ordnung, somit habe ich die Fläche des bestehenden Ruders vergrößert.


    Eine Anmerkung zu der Diskussion um die berühmten Turbulenzrillen. Wenn ich so eine Rille von 1,5mm Breite in die Steuerflosse einfräse bleibt da eine Materialstärke von 1,0mm je Seite stehen, was im Original 48mm entspricht. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß ein Kapitän mit so einem empfindlichen Ruder einverstanden gewesen wäre. Zudem wird über die Rillen erst in späteren Epochen berichtet. Darüber mögen sich die Superexperten Gedanken machen.



    Bei der Golden Hind, die ja auch in 1:33 gebaut ist, habe ich für die Pfortendeckel recht aufwändige Scharnieer gebaut. Im Unterschied zur Countess kann man die Scharniere sehr gut sehen, sodaß das schon reizvoll ist die Teile funktionsfähig anzufertigen. Bei der Countess (1:48) liegen die Pforten so dicht unter den Barghölzern. daß die Gelenke der Pfortendeckel nicht ohne daß man da "Klimmzüge" macht nicht zu sehen sind. Um die Deckel einigermaßen stabil an der Bordwand zu befestigen gibt es in der Literatur diverse "Nagelungsvorschläge". Ich habe das diesmal so gemacht:

    2mm Messingrohr wurde im Schraubstock kalt auf rechteckig gequetscht. Der runden Teil wird in seine Bohrung in der Bordwand eingeklebt und dann der Deckel auf die beiden Scharniere aufgeklebt.






    ageofsail.de/suite/index.php?attachment/9247/




    Der Zustand des Neubaues heute Abend.



    Best regards


    Angarvater