Beiträge von Angarvater

    Die Hecklaterne, noch so ein Detail, das angefertigt und montiert werden sollte. bei der Gelegenheit wurde gleich der Rahmen des Königswappens farblich nochmal überarbeitet.




    Die Laterne besteht aus einem 10mm Plexiglaskern mit einer inneren Bohrung, die so ein wenig wie eine große "Kerze" aussieht, Kappe und Bodenstück sind aus Holz gedrechselt und die Stege, Ringe und die Tragarme sind aus 2 x 3 mm Flachmessing gemacht. Ganz ohne Schrammen auf dem Plexiteil ging der Zusammenbau nicht ab, sodaß ich die Fenster mit Klarlack zur kaschieren der Macken überzogen habe.



    Cheers!


    Angarvater

    Hier noch ein Bild von dem backbord Ankerkran. Circa 1.5 Tonnen Stahl. Nur mal das gegißte Gewicht des Muringankers, da ist eine dreifache Talje schon angebracht um diesen Brocken händeln zu können.



    Einerseits läuft die Fertigung der Rahen und der Segel, andererseits werden einige Restarbeiten gemacht. Als da sind die Ausbesserung diverser Schrammen im Lack die von den Arbeiten herrühren, die Anfertigung der Belegnägel und wie gleich zu sehen die Takelung der Kanonen auf dem Hauptdeck.



    Nach allem was ich z.B. aus der Untersuchung der Mary Rose entnehmen konnte waren der Rücklauf der Kanonen mit Brooktauen begrenzt. Die in späteren Jahren obligatorischen Taljen zum Vorholen der Stücke wurden allem Anschein nach zu Anfang des 17.Jahrhunderts nicht oder nur selten gefahren. Auch waren die Brooktaue zu der Zeit noch nicht mit gebundenen oder gespleisten Augen versehen.



    Cheerio!


    Angarvater

    Auf Steuerbord wurden die Anker auf ihre Fahrtposition gebracht.


    Der Muringsanker und der kleinere Stromanker mit ihren Ankertrossen, wie es als üblich beschrieben wird. Der Muringsanker ist mit einer Ankerboje getakelt. Ich habe die Trossen in "Hell" getakelt, da ich mir nicht richtig vorstellen kann, daß man Trossen, die über das Spill gezogen werden müssen, teert. Das würde die Trossen sehr steif machen und u.U. im Trossengatt zusammenkleben lassen. Beides keine gute Aussicht auf vernünftiges Arbeiten bei den Ankermanövern.



    Bei überschlägig 1,5 Tonnen ist der Dreifachzug nötig um diesen Eisenbrocken einigermaßen sicher zu händeln.



    Hier die Vertäung der Ankerboje am Muringsanker,



    Und hier die Ankerboje



    Der achterlicher liegende Stromanker



    Als nächstes werden die Backbordanker aus Schiff gebracht, dann können die Segel in Angriff genommen werden.


    Cheerio!


    Angarvater


    P.s. Was müssen die Ankermanöver für eine schwierige Knochenarbeit im Age of Sail gewesen sein! Einen zig Tonnen schweren Anker fall zu lassen ist heute nur eine sorgfältig zu machende Maschinenarbeit, und geht im Gegensatz zu den Ankermanövern unserer Zeit "blitzschnell".

    Aye, Mates,


    vielen Dank für Eure freundliche Würdigung der Erscheinung ihrer Ladyschaft.


    Während sich die Segelmacherei an die Arbeit macht wurden die vier Anker gefertigt.


    Benötigt wurden der Buganker, der Muringsanker mit den zwei zugehörigen Ankerbojen , und zwei kleinere Stromanker.





    Morgen kommen die Anker an Bord, sodaß anschließend die restlichen Rahen gedrechselt werden können.


    Cheers!


    Angarvater


    P.s. Das Ständer aus 10mm Acrylglas in seiner endgültigen Form.


    Das zugehörige Buch von Ab Hoving ist am Donnerstag auch eingetroffen.


    Im ersten Teil des Buches zeigt Hoving die Entwicklung der Holländischen Handelsschifffahrt über mehrere Jahrhunderte.

    Er klammert den militärischen Schiffbau vollständig aus, zum einen ist der nicht das Thema des Buches, und zum anderen stellt er sich gegenüber den von den Niederländern gefahrenen Warenströmen, mit ihren horrenden Gewinnen, zumindest wirtschaftlich als wohl nötig aber auch als wirtschaftlich unbedeutend heraus. Im zweiten Teil beschreibt er die Verfahrensweise der holländischen Schiffbauer und ihre Besonderheiten sehr präzise und instruktiv.

    Im dritten Teil beschreibt er die 10 hauptsächlichen Handelsschiffstypen. Hierzu gehören dann die 24 Modellbaupläne.


    Allerdings muß darauf hingewiesen sein, daß das Buch nur auf Englisch verfügbar ist.


    Ich gebe dem Buch, mitsamt den Plänen, 5 von 5 Geneverflaschen.

    Da mich die Zeit des späten 16. und des frühen 17.Jahrhunderst modellbaumäßig immer noch sehr interessiert suchte ich seit

    längerem nach braubaren Plänen von Schiffen dieser Epoche. Immer wieder wurde das Buch von AB Hoving, 17. Century Dutch Merchand Ships als sehr gut in diversen Foren erwähnt. Allerdings war es längere Zeit nicht mehr zu erhalten, da Seawatch Books, Oregon, nicht mehr erreichbar war, und antiquarisch nur einige Exemplare zu horrenden Preisen angeboten wurden.


    Vor kurzem meldete sich Mike, als neuer Inhaber von Seawatch Books bei der alten Kundschaft und teilte u.a mir als altem Kunden, mit, daß er den Verlag, den der bisherige Inhaber aus Altersgründen nicht mehr weiterführte, übernommen habe und wieder Online zur rreichen sei.


    Zu meiner Freude bot Seawatch auch den Hoving an, den ich orderte.


    Der Transport von Büchern von Florence, Oregon, nach Deutschland gestaltete sich nicht so ganz einfach, da z.B. USUPS von Florence nicht nach Europa liefert. Mike fand dann einen Weg des Transports. Die Sendung ging mit einem inneramerikanischen Dienst nach Missouri, von da mit USUPS nach Deutschland, und von Frankfurt aus per DHL nach Hannover.

    Die Lieferung kommt in zwei Teilen (dazu eine große Entschuldigung des Verlages, warum das so ist ist nicht bekannt). Aber egal, erstmal habe ich jetzt den Plansatz. 24 Pläne zum Bau von 10 verschiedenen Schiffen.






    Die Pläne sind von Cor Ehmke sehr gut gezeichnet und es drängt mich die Countess fertigzustellen und den nächsten dicken Holländer auf Kiel zu legen.


    Cheers!


    Angarvater

    Auch Hornblower benutzt auf dem Weg zu seiner Atropos einen getreidelten „Expresskahn“ auf dem Themse Severn Kanal. Für mich als 12 jährigem war das ein kaum vorstellbarer Transportweg. Aber besonders toll war, daß mein Held Hornblower für den im Suff gestürzten Treidelknecht einspringt. Sehr schön beschrieben, wie der Skipper, der Hornblower zu Anfang nicht gerade freundlich gegenübersteht, und der , als Kapitän der RN, auf einer Plattform liegend den Kahn durch einen Tunnel mit den Füßen durchstemmen.


    Besonders zufriedenstellend war damals für mich, daß ihn der Skipper nach diesem Kraftakt mit der ihm gebührenden Hochachtung zum Dinner verabschiedet.


    Eine besondere Sache war dabei, daß diese Episode für mich der Anlaß war mich über das alte englische Kanalsystem zu informieren. Davon wußten weder meine Freunde noch ich vorher irgend etwas. In den 50zigern bekam man ja auch nicht so leicht und schnell Informationen über solche „Orchideenthemen“. Aber Bibliothekarinnen war auch damals schon für den Wissbegierigen wahre helfend Feen aus der Zauberwelt der Bücher.

    Nach einer kurzfristig anberaumten Reise nach Fynen (DK) konnte jetzt das Ausweben der Wanten in Angriff genommen werden. Zu diesem Thema gibt es mancher Orts intensive Diskussionen darüber, ob die Webeleinen nun geteert (dunkel) oder hell getakelt wurden oder wie stark sie gewesen sind. Hier meine völlig umprofessionelle Antwort darauf: in hell sehen sie besserer aus, und zu dünn können sie mit Spinnweben verwechselt werden. evilgrin


    Ein interessantes Detail war hier auch noch das Besanmarsstag, daß mit seinen Spruten am achtersten Großwant steuerbords angeschlagen wird und über die Taljen zur steuerbord Reling des Achterdecks läuft. Dies ist nötig, da sonst die Rute des lateinischen Besanmarssegels

    nicht umgeschiftete werden könnte.




    Cheers!


    Angarvater

    Aye, Gentlemen,


    Allein schon der hier so überzeugend dargestellte Stil des Autor, der ja schon fast an die köstlichen Satzbauten Schopenhauers heranreicht, macht es interessant dieses, der Unterhaltungsliteratur zuzuweisende Werk, anders anzusehen, und es sich anzueignen um endlich mal wieder richtige, der Sprache angemessene, Sätze zu genießen, ohne ständig dieses

    Kurzsatzgehacke durchleiden zu müssen. 😅😅😅😅


    Nun, geht doch.


    Angarvater

    Sehr gut, Admiral!


    Diesen schönen Effekt, bei Parallelbauten Verfahrensweisen zu übertragen, finde ich besonders gut. Dann fällt auch mein immer mal wieder auftretender Gedanke: beim nächsten Mal fange ich mit dem dritten Schiff an, dann weis ich wie es geht, weg.😁😁😁😁


    An Sonsten ist es, bei den zeitlichen Abständen zwischen den sich wiederholenden einzelnen Bauabschnitten der Schiffe, bei mir immer so, daß ich mich frage, wie ging das eigentlich?


    Also, viel Vergnügen mit der Flota.


    Angarvater