Beiträge von Capt.Guy Nelson

    Mein lieber Cunningham, da einigen wir uns freundschaftlich.
    Solange genug Rum da ist, sind wir alle und auch unsere Uniformen einheitlich blau.


    PS. Der Erste , der gemerkt hat, dass mein Avatar eine Ami-Kluft trägt. Respekt!
    Hab ihn eigentlich gewählt, weil der mir aus der Geschichte bekannt Captain genauso wie ich ein fröhlicher kleiner Dicker war.

    Versuchen wir einen ersten Plot des Drehbuchs:


    Als Erstes erscheint die Karte der Karibik vor uns, jenem großen blauen wunderschönen Meer. das im Westen und Süden von Mexiko und Lateinamerika, und im Norden und Osten von dem Bogen der Inselkette von Kuba, Hispaniola und den Antillen begrenzt wird.
    Fahren wir von hoch hoch oben langsam hinab auf die glitzernde See, die von einem Gewirr von grünen Inseln mit herrlichen Sandstränden, Kokosnüssen, Bacardi-Rum und sexy Maiden belebt wird, sausen im Tiefflug über die blauen Wasser und dann erscheinen sie in Großaufnahme:


    Die aufgehende Sonne im Rücken, mit in der Morgenbrise flatterndem Union Jack und zu den Klängen von "Rule Britannia", die leise und erhaben das Tagesgrauen durchklingen, pflügt eine lange doppelte Reihe von 74gern, mit einen mächtigen 100-Kanonen-Dreidecker in der Mitte der Luvlinie gemessen durch die sonnenhellen Wogen, umwuselt von geschäftstüchtigen Fregatten und Sloops, die stolz unter vollen Segeln durch die lange Dünung stampfen, und dem Zickzackkurs nach zu urteilen, den sie steuern, kann es nur um die Flotte von Admiral Richard Howe handeln, die Jamaika ansteuert.
    Ja, er hat seinen Flottenakt ins Rollen gebracht, der brave alte Seebär, und überaus zufrieden ist er jetzt, während er über sein Achterdeck stampft und dem Mann seines Vertrauens, Captain Cunningham, gratuliert, daß er sie mit so großem Geschick nach Port Royal navigiert hat.
    Es ist zwar nicht ganz die Küste von Jamaika, wie er sie Erinnerung hat, aber natürlich spielt einem das Gedächtnis seltsame Streiche....hm, sind wir beim letzten Mal nicht von Süden nach Norden nach Kingston Bay hineingefahren statt umgekehrt? Und eine Menge Kriegschiffe sind schon da, komischerweise zeigen sie die spanischen Farben, ein Höflichkeitsbesuch vielleicht, sonderbar, das.....


    "Und Salut schießen sie auch", stellt er beiläufig fest, als von den Geschützen des nächsten Spaniers Rauch aufsteigt. " Na, das nenn ich mir höflich. Wenn auch verflucht unvorsichtig," setzt er hinzu, als eine glühendheiße Kanonenkugel eine rauchende Furche in das Deck pflügt und die Heckreling zertrümmert.
    " Ihr dort, Sir, Don-Wie-auch-immer-zum-Teufel-ihr-heißt!" brüllt er zu den näher kommenden Schiffen hinüber, " wisst ihr nicht, daß man die Kugeln aus den Kanonen nimmt, bevor man Salut entbietet? Wir hätten ja Schaden nehmen -........."
    Sein Protest geht unter in einer donnernden Breitseite, die sein Flaggschiff von vorne bis achtern übel zurichtet.


    Die Spanier haben, nachdem sie sich von ihrer momentanen Verwirrung beim Anblick der britischen Flotte erholt haben, erkannt, dass ein schneller und abgefeimter kastilianischer Erstschlag angebracht ist, schnell ihr Schiffe ankerauf gehen lassen und ziehen jetzt mit Kanonendonner und Trompetengeschmetter, glitzernden silbernen Segeln und wehenden rotgoldenen Bannern in die Schlacht, indes ihre Commandantes hastig einen letzten Pokal Malaga leeren und sich die Schnurbärte wischen
    Prompt springen die braven wackeren britischen Teerjacken mit dem obligatorischen "Düwel ock!" und dem nicht minder treffenden "Dammi noch mol!" auf ihre Posten, unterdessen ihre Offiziere sie zur Eile antreiben, und niemand macht sich lauter Luft als Admiral Howe persönlich, als er sich das heillose Durcheinander auf seinem Poopdeck ansieht, schnell beiseite tritt, um einem umstürzenden Besanmast zu entgehen, und mit Donnerstimme fragt:
    "Zum Teufel mir euch, Cunningham! Seid ihr sicher, dass das da vorne Port Royal ist?"


    Rasch beugt sich der alte Seebär über die Reling - er kennt aus Erfahrung das beste karibische Nachrichten- und Informationsystem, die Bumbootverkäufer!
    "Wo sind wir? Was? Havanna! Hunderttausend blutige Höllenhunde! Cunningham, wie konnte das passieren? Kein Wunder, dass die Dons sich angemacht fühlen!"
    Captain Cunningham spreizt die Arme, kaut auf den Enden seiner Perücke und murmelt, schuld daran sein nur dieses verdammte metrische System, das bringe alles durcheinander, Zoll sei Zoll, und Fuß sei Fuß, Britannien hätte sich nie und nimmer mit diesem kontinentalen Unsinn mitsamt der EU einlassen dürfen, ein Brexit müsse her um das Empire zu retten.
    Und Admiral Howe erhebt seine Kanonendeckstimme zu einem hurrikanartigen Brüller:
    "Zum Teufel mit den Torpedos! Ran an den Feind!"


    Die große Seeschlacht zwischen Admiral Howes Flotte und den Dons nimmt ihren unvermeidlichen Lauf, und wenn wir sie ihnen nicht in voller Länge zeigen, dann nur, weil wir unser Budget im Auge behalten müssen, und viel verpassen Sie eh nicht.
    Tatsache ist, dass sie den ganzen Tag in dichtem Rauch blindlings herumballern, nur um dann, als der Rauch sich verzieht, festzustellen, dass sie die ganze Zeit über entgegengesetzte Richtungen anvisiert und Munition in leeres Wasser verschossen haben (wir wollen für bessere Einnahmen schließlich Jugendfreigabe erreichen).
    Woraufhin sich der spanische Admiral besinnt und zu der Erkenntnis kommt, dass er sich, nachdem er den Briten nicht fünfunddreissig zu eins überlegen ist, in einer Situation historischer Vergeblichkeit befindet und keine andere Wahl hat, als sich die Haare zuraufen, seine Untergebenen zusammenzustauchen und die Flagge zu streichen, bevor er mit würdevoller ausländischer Höflichkeit seinen Degen einem völlig perplexen Admiral Howe überreicht und sich mit allen Streitkräften bedingungslos ergibt.
    Und der Ärger Howes, dass er Hunderte von Meilen vom Kurs ab ist, metrisches System hin oder her, wird gemildert durch die Eroberung Kubas und die Peerage, die dafür Zuhause auf ihn wartet. Tatsächlich stimmt es ihn so milde , dass sogar für den ungeschickten Cunningham noch der Bath-Orden abfällt.


    Soweit für den ersten Teil und versäumen Sie nicht unsere Fortsetzung, wenn Sie den verdienten Captain McTotty sagen hören:
    "Was soll das heißen, der Whisky ist alle!?"

    Ich mag die running gags wie das Räuspern von Horry, und die wiederkehrenden immer höher werdenden Wetten


    "Ich wette, morgen sind wir alle tot!"
    "Wieviel wollen Sie wetten?"
    "20 Schilling!"
    "Top! Wem soll ich das Geld schicken, wenn Sie gewinnen?"



    Einziger Kritikpunkt für mich sind die zerschossenen Stengem, die komischerweise kerzengerade abgesägt von oben kommen 8o

    hier die wiki-Erklärung über die Schiffe/Modelle:
    In fünfmonatiger Arbeit war aus einem alten Schiffsrumpf das Segelschiff Lydia gebaut worden, das unter Wind bis 18 Knoten segeln konnte. Für den Film wurden zwei voll aufgetakelte Schiffe und drei weitere beinahe vollständige Schiffe eingesetzt. Am Bau der Schiffe wirkte Ken Adam überwiegend mit. Für die Dreharbeiten auf den Schiffen wurden Nachbauten verschiedener Schiffsdecks eingesetzt.

    Man hat die "Hood" aber als zu stark gepanzert programmiert.
    So, wie sie nach einem kriegsbedingt nicht stattgefundenen Umbau gedacht war.
    Für 99.-€ Premium ist mir so ein Fehlgriff zu teuer.

    Hab nun etwas reingeblättert und muß es loben.
    Dank meines mir zustehenden Ranges eines Post-Captain wird die Sammlung hiermit für den Dienstgebrauch freigegeben. :stp:
    Widerspruch wird mit drei Dutzend geahndet. Punkt.


    G.Nelson , Capt RN nav6

    Über jede Menge Treppen (stöhn) steigen wir nach oben, inspizieren die Mannschaftsunterkünfte und finden sie für die sechziger Jahre regelrecht luxuriös.
    Und die Kabinen für insgesamt 12 Passagiere sind wirklich der reine Luxus,, einschließlich Bar, Saloon und einem Pool auf dem Passagierdeck. Man erklärt uns, daß ja 1960 der internationale Flugverkehr noch nicht sehr ausgeprägt gewesen sei und viele Geschäftsreisende nach Südamerika deshalb die Schiffe der Hamburg-Südamerika-Linie zu Fahrten nutzten.
    Professionell die Brücke, von der aus man erst so richtig die Ausmaße des 10000 Tonners ausmacht.
    Die vielen Kräne!
    "Jo, sechzehn Ladebäume, zwei Kräne und ein Schwerlastkran. Im Gegensatz zu heutigen Containerschiffen war die "Cap San Diego" unabhängig von der Infrastruktur ausländischer Hafenanlagen."
    Dafür lag sie auch durchschnittlich 14 Tage im Hafen zum Ent- und Beladen, alles von Hand.
    "Da hatte man eben noch Zeit, aber auch hohe Fixkosten für Liegegebühren und so."
    Und die heutigen Containerschiffe? 12 Stunden, wenns hochkommt!
    35 bis 40 Mann Besatzung, allein 2 Köche, 1 Bäcker, ein Obersteward und 5 Stewards, wegen der Passagiere.
    5 Laderäume, 4 davon als Kühlräume, 4 Süßöltanks, von denen 2 als Laderaum Nummer 6 genutzt werden konnten.
    Als Fracht nach Südamerika, Maschinen, Autos, Chemikalien, aber auch lebende trächtige Kühe.
    Zurück Kaffee, Obst, Textilien, Kühl- und Gefrierfleisch, Süßöle und Fruchtsaftkonzentrat, aber auch eingesalzene Kuhfelle ganz zuunterst.
    Wir sind ganz platt von all den vielen Eindrücken und merken kaum, daß die Zeit vergeht und die Abenddämmerung sich anmeldet.
    Zurück nach Altona und rinn ins "Schweiske"!
    Das Bier fließt gut, der Grünkohl mit Kochwurst schmeckt und die Katja, die Kellnerin, schenkt fleissig nach.( eine gaaanz Süße, die Katja und verflucht sexy im engen schwarzen Dress und dem langen blonden Zopf und den blitzenden Äuglein).
    Ehrlich, wir haben alle drei leicht geblinzelt und hatten beim Snacken mit der Deern viel Spaß.
    Keine Ahnung, wie wir ins Hotel gekommen sind, aber am nächsten Morgen bin ich dort im Bett aufgewacht - leider ohne die Katja!
    Wär auch zu schön gewesen.

    Jedenfalls verlassen wir die "Rickmer Rickmers" ganz stilvoll über den Niedergang zur Landungsbrücke in seemännischem Gang - ob es am genossenen Bier lag oder an dem regenpeitschenden Nordwester sei dahingestellt.
    Schwankend bewegen wir uns Richtung Speicherstadt zur Hochwasserverbauung am Bahnhof Baumwall (schon wieder Treppen!), schwenken zur Überseebrücke und da bricht mit einem Male die Sonne aus der trüben Regenwolken - und wir bleiben wie auf Kommando stehen.
    Da liegt sie , strahlend weiß, feucht glänzend in den wenigen Sonnenstrahlen, prächtig kontrastierend das rote Unterwasserschiff und der gleichfalls rote Anstrich um die offene Oberbrücke : die "Cap San Diego".
    Der"Weiße Schwan des Südatlantik"!
    Der Name ist verdient.
    "Ist das ein Kreuzfahrtschiff," fragt Dirk.
    "Ein Frachter. Für Kühlgut und Stückgut. Museumschiff."
    Eine Schönheit.
    "Wie alt?"
    "1961 von Stapel gelaufen."
    "Ist ja älter wie wir!" bemerkt Axel."Na ja, nicht wie du alter Mann," mit scheelem Seitenblick zu mir.
    "Hat sich aber besser gehalten, die Dame," kontere ich."Lass uns an Bord gehen!"
    Die Überseebrücke schwankt (oder sind wir das?) die Gangway auch.
    Wir entrichten unseren Obolus, gehen aus dem Regen unter Deck des Mittelaufbaus und folgen dem "Museumsrundgang". Die Kabinen zeigen, daß die Besatzung schier besser und komfortabler untergebracht war, wie damals in den 60gern an Land. Einer langen Treppenflucht nach unten folgend (schon wieder) stehen wir plötzlich im Maschinenraum, groß wie der Innenraum einer Kirche. Und mitten drin ein Riesending von Motor.
    "Mann wie hat man das nur hier reingebracht?"
    "Man hat ihn auf die Bettung gesetzt und einfach drum herum gebaut," sagt eine raue Stimme hinter uns. Da steht ein Hüne im Overall, dem weiße Haare unter der Kappe heraushängen.
    Er stellt sich vor und sagt er sei von der "Cap san Diego- Betriebsgesellschaft".
    "Bin der LI, und das da ist mein Baby! Neun Zylinder-Zweitakter, Schweröl, 11650 PS."
    Gleich hält er uns einen Vortrag über Hilfsdiesel, Generatoren, Elektroschalttafeln und Lenzpumpen. Man merkt, daß er stolz ist auf sein Reich und sein Schiff.
    "Ja, Kinners, sie bringt uns auch heute noch auf 20 Knoten, wenn wir ab und an auf Fahrt gehen. Die "Cap San Diego" war der Endpunkt an gebauten Stückgutfrachtern, dann kamen die Containerschiffe. Aber die sehen doch bloß noch aus wie schwimmende Schuhkartons!"
    Er würzt seinen Vortrag noch mit einigen Anekdoten, outet sich als 72 jährig und klopft stolz an seine Maschine.
    "Das ist deutsche Wertarbeit, Kinners. Wenn ihr euch umguckt auf der Welt, die guten Maschinen sind alle von uns gebaut. Die Annern kriegen einfach nichts Gescheites zustande, was lang und zuverlässig laufen tut."
    Wir snaken gern eine Weile mit dem alten Herrn und verlassen ihn mit guten Wünschen und Dank für seine vielen Informationen.

    ja ja ja - immer diese Hetzerei. Gut Ding will Weile haben.


    Übrigens: nett, wenn du es prämieren willst, aber hebe einen einfachen Kontinentalen nicht zu sehr auf den Sockel.
    Du siehst doch, was bei Boney dabei rausgekommen ist.

    "Seufz" :rolleyes:


    Die Ausnahme von der Regel:


    Jene bestätigt, daß nicht nur Hamburger Deerns "blond, hübsch und nett" sein können.
    Klar soweit?
    Oder nochmal?


    ( Bin es ja schon von meinem Nachbarn aus "Gorl-Morx-Stodt" her gewohnt, daß man einem Sachsen alles dreimal erklären muß, bis er deutsch versteht ) :D

    Und weiter unter Deck.
    Da der Mittagshunger noch nicht ausgeprägt ist, dackeln wir drei hinunter bis den Hilfsmaschinenraum.
    Im Laderaum ist eine Ausstellung über die Hamburger Wasserschutzpolizei untergebracht, die Dirk und ich gleich intensiv beäugeln.
    Das Fehlen von Axel bemerken wir erst nach einiger Zeit.
    "Der wird doch nicht etwa in der Bilge nach versteckten Rumflaschen suchen?"
    Suchend durchstöbern wir das unterste des stolzen Seglers. Weg ist der Gute!
    Schließlich finden wir ihn vorn am Bug, wo ein gemütlicher Vorführraum mit Sitzbänken eingerichtet ist. Er entlastet seine müden Füße und schaut mit verträumtem Lächeln einen Uralt-Film über die gute alte Pamir an.
    Vielleicht begeistert er sich doch noch fürs Maritime.
    Dirk und ich schließen uns an und bald haben wir alle drei das dümmliche Lächeln im Gesichte.
    Bis drei Mägen im Gleichtakt knurren!
    Also ins Zwischendeck ins wirklich schön gestaltete Restaurant.
    Bei Hamburger Panfisch und Rotbier lassen wir es uns gutgehen, und der Snack mit der blonden Kellnerin Babsi ist auch anregend. (eine Süße, die Babsi, wenn auch aus Dresden - was die Ausnahme der Regel bestätigt)

    Uga Chakka uga chakka uga uga uga chakka...
    Zur Verkürzung der Wartezeit


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    Raus aufs Deck, es regnet.
    Trotzdem Blick nach oben, in die Masten: Auch wenn der Regen ins Gesichte tropft.
    Wie hoch?
    "35 Meter bis zur zweiten Sailing!"
    Wie man die Leitern raufkommt. Leitern ??? Oh heiliger Klabautermann, er meint die Wanten!
    Ich deute zur Reling.
    "Da ruff, den Hintern außenbords schwenken und dann Hand über Fuß hochklettern."
    Da kann man ja runterfallen!
    "Ja, aber meistens nur einmal."
    Was in die Erklärung mündet, daß die meisten Seeleute früher nicht schwimmen lernten, weil sie lieber schnell absoffen, anstatt sich lange zu quälen, wenn das Schiff weiterlief.


    "Das Ding kenn ich aus dieser Hornblower-Serie. Da sind die immer rundum marschiert."
    Das Gangspill! Ich erkläre es.
    "Und diese bunten Glasdinger?"
    Die Positionslichter. Backbord rot, Steuerbord grün.
    warum?
    "Schau, du weißt doch, ich bin Rechtshänder! Wenn ich dir nun eine runterhaue......."
    "UNTERSTEH`DICH!"
    "....nur mal angenommen, welche Backe wird dir dann rot?"
    Nachdenken, rauchende Ohren, eine paar Handbewegungen zum probieren .
    "Die linke! Das is Backbord, oder?" Hurra! Darum ist backbord rot.
    Und wieso Steuerbord grün?
    Haarrrrr, ich weiß es doch auch nicht! Versuch.
    "Weil´s das Gegenteil von rot ist!"
    Neptun sei Dank, es wird geglaubt.


    Unter die Back.
    "Mönsch, so mussten die hausen? Da sind ja Löcher! Da kann Wasser reinkommen!"
    Die Ankerklüsen. Auf See werden die abgedichtet. ( Ja, ich weiß, es heißt Dichtsetzen, aber dann wäre die nächste Erklärungsorgie fällig)
    Nach Besichtigung von Mannschaftslogis, Zimmermannslast, Kabelgatt, bootsmannslast und Plumsklo zurück nach achtern?? (Ja, schon gut) vorbei am Deckshaus mit der Kombüse.
    Geräumiger als Mamas Küche!
    "Ja , der Smutje war der wichtigste Mann an Bord."
    Nicht der Kapitän?
    "Ein schlechter Kapitän ist zu ertragen, aber ein schlechter Koch...."
    Das wird schnell begriffen.


    Achtern unter die Poop.
    "Haxen abkratzen, meine Herren! Hier wirds vornehm."
    "Was für ein Saal! Ist das das Restaurant, das hier sein soll?"
    Nein, Salon und Offiziersmesse.
    Kajüten der Herren an den Seiten, die vom Kapitän ganz achtern. Achtern wird inzwischen schon verstanden.
    "Mönsch, der hat ja mehr Platz wie die ganze Mannschaft!"
    Tja, Ehre wem Ehre gebührt.


    Rauf aufs Achterdeck, den Jungs Steuerrad und Kompasshaus gezeigt und erklärt.
    "Wie soll der, der am Ruder steht auf den Kompass gucken? Der ist so weit weg!"
    Genau vor dir ist noch einer! Ach so!
    "Und der da vorn?"
    Für den Wachhabenden.
    Wird kapiert. Beim Militär waren sie .

    4. Tag, Dienstag


    "Reise, reise! Zurrt die Hängematten!
    Ein jeder weckt den Nebenmann, der Letzte stößt sich selber an!
    Auf auf, Matrosen! Hundert nackte Weiber stehen auf der Pier!"


    Doppeltes Stöhnen, gefolgt von zweifach ungezielten Kopfkissenwürfen waren die Antwort.
    "Warum? Was liegt an, heute?"
    "Heute wird´s seemännisch, ihr Landeier! Und wenn ich´s euch intravenös spritzen muß!"


    Dirk meint gähnend, in Form von Kaffee hätte er nichts dagegen, während Axel sich nur auf den Bauch dreht und mir sagt, was ich ihn am Rücken könnte.
    Mühsam und mit Verspätung zu unserem Zeitplan wanken wir aus dem Zimmer, wo im Gang schon die Aischa mit dem Reinigungswagen und einem freundlichen "Moin Moin" wartet. (Eine Süße, die Aischa, wenn auch nicht blond).


    Frühstück, Abmarsch zum Bahnhof Altona.
    Dort entdeckt Axel ein Schuhgeschäft und spricht ein Machtwort.
    Nach 20 Minuten gehe ich nachschauen, ob er noch lebt, und ertappe ihn, wie er in Gegenwart der Verkäuferin mit einer jungen Dame darüber diskutiert, daß die Schuhe ja auch zum Nagellack passen müssen. Großes Gelächter! Das war die Babsi aus Blanckenese. (Eine Süße, die Babsi)
    Und ihre ausgesuchten Schuhe haben zu ihrem Nagellack gepasst.
    Gleich rein in die neuen Halbschuhe, die alten Stiefel nach Entnahme der langen Schnürsenkel (kann mann alles noch mal brauchen) im nächsten Abfalleimer entsorgt.


    Inne S-Bahn, pardon, in der S-Bahn (ich nehme schon hanseatische Sprachmarotten an) plötzlich ein unansehliches, anscheinend weibliches Exemplar mittleren Alters mit Hund neben uns.
    " Konn´ ihr mir was schenken?"
    Verständnislose Gesichter bei uns.
    "Soll ich ei´m von euch ein bl....?
    Oh Graus! Dirk´s schnelle Antwort:
    "Wenn´s der Hund macht."
    "Dösbadd´ls!"
    Sie geht weiter und macht den Nächsten an.
    Hamburgs Kehrseite, sehr anschaulich, aber leider nicht ansehlich.(Keine Süße)


    Ab zu den Landungsbrücken, diesmal ohne in die hochliegende U-Bahn zu steigen. Regen und Sonne gemixt, mit starkem Nordwind.
    Landungsbrücken lang, links, pardon, Backbord schwenkt marsch, hin zur "Rickmer Rickmers".
    Gestöhne : "Schon wieder Treppen?"
    "Das heißt "Niedergang", du Landlubber!"
    "Warum?"
    "Weil du dich an beiden Seiten am Geländer festhalten kannst! Beim Hochgeh´n ruft man "Aufwärts" und "Abwärts" beim Runtergehen, damit man nicht zus-ammens-stößt."
    Mann, hoffentlich ist der Sprachspleen heilbar!


    Rein ins Deckshaus, wo wir von Anke begrüßt werden (Mittelalter, aber proper, nicht Süß, aber nett)
    "Nu, ihr Drei kommt wohl aus´m tiefen Süden,von Bayern, watt? Mal unnern Kahn besichtigen, ihr Landratten?"
    "Jo," sag ich. "Einmal Land, s-weimal Ratte!"
    "OBACHT; Hörr Strasser!" donnert Axel.
    Die Dame schaut leicht verstört. Gelächter bricht los.
    Axel und ich sind seit über 20 Jahren befreundet, manchmal denken Fremde, wir würden uns im nächten Augenblick prügeln, so wie wir miteinander umgehen.
    Axels Erklärung mündet in ein zweites allgemeines Gelächter.



    Fortsetzung folgt

    3. Tag, Montag


    Anfangs scheint die Welt wieder in Ordnung.
    Es geht nach dem Frühstück den bekannten Weg durch den hanseatischen Irrgarten zur Speicherstadt.


    Man verzeihe mir - wieder MiWuLa! Aber an einem Tag allein lässt sich das inzwischen gigantische Werk der Gebrüder Braun nicht mehr bewältigen, zumal im Oktober 2016 ein neuer Abschnitt mit Italien eröffnet wurde. Obendrein hat Dirk in voraussicht eine Führung für uns "hinter den Kulissen" gebucht.
    Der Italien-Abschnitt - einfach umwerfend! Südtirol, Rom, Amalfiküste mit den bunten Küstendörfern bis hin zum Highlight, dem Vesuv mit seinen wiederkehrenden Lavaausbrüchen. Umlagert der Flughafen von Knuffingen, auf dem dank ausgefeilter Elektronik und Mechanik die Flugzeuge starten und landen, die anheimelnde Stadt Knuffingen mit ihren Feuerwehreinsätzen.........achwas, schaut es euch demnächst selbst einmal an! Aber nehmt euch auch mindestens zwei Tage Zeit.


    Nach dem Mittagessen in der dortigen, recht guten Kantine ließ ich meinen Pressgang-erprobten Schanghai-Maßnahmen freien Lauf und expedierte die zunächst widerstrebenden Kumpels fort von den Miniaturwelten.
    Über den Brooksfleet und den Sandtorkai entlang schleifte ich die über Müdigkeit und wehe Füße jammernden Freunde (ich selbst habe fleißig mitgejammert) zur Koreastraße ans Internationale Maritime Museum. Unterwegs wurde über die Hamburger Luft im bezug auf die feudalen Bauwerke geflunkert (stinkt förmlich nach altem Geld) und die Ankunft verschug vor allem Axel die Spraache.
    "Zehn Stockwerke? Mit meinen kaputten durchgetretenen Stiefeln?"
    " Wir fahren mit dem Aufzug nach oben in den Zehnten und dann kannst du die Treppen runterkullern!" (Hart aber Herzlos, entschuldige Bonden).


    Da oben begeisterte sich Axel aber doch schnell für die Dioramen, vor allem für die moderneren, die er im Original seinen Fracht-und Ladestellen zuordnen konnte. Ich verlor mich in den Flottendarstellungen in den Vitrinen und Dirk braucht man eh nur in ein Museum zu schicken, wo er schnell zwischen den Artefakten verloren gehen kann.
    So kullerten wir die Treppen hinunter und dank meiner Marinekenntnisse entwickelte ich mich für die Freunde zum Erklärer und Fremdenführer.
    Schade , daß das Museum schon um achtzehn Uhr geschlossen hat.
    Da muß ich unbedingt nochmal hin.
    Das ließ uns Zeit für einen kurzen Imbiss, ehe wir unbedingt eine nächtliche Hafenrundfahrt machen mussten. Der Geschichtenerzähler war eher ein Langweiler, aber ein Paar Ausblicke waren schön.
    Der Abend klang wieder bei MiWuLa aus, mit Abendessen und Betrachten persönlicher Lieblingstellen, mit müde schlürfendem Heimmarsch nach Altona und gemeinsamen dreistimmigem Schnarchen, das auch zur Einweihung der Elbphilharmonie gepasst hätte.

    1. Tag, , Samstag, Silvester


    Zugreise, harmlos.
    Axel versucht im Abteil 1. Klasse mir sein Lieblings-Computerprogramm zu erklären. Kam nicht dazu, mal in meinen mitgebrachten Cornwell zu gucken. Eine neue Form von Sadismus. Bei solchen Freunden.....


    Axel war auch mal unter dem Namen "Blacksmith" im alten Forum. Wir haben zwar ein Faible für Modelleisenbahnen gemeinsam, aber beim nassen Element happert es bei ihm. Vielleicht klappt´s noch.


    Am Abend Ankunft bei Freund Dirk in Hagenow. Dunkelheit umfängt uns. Dank unserem einheimischen Freund finden wir wenigstens noch eine griechische Gaststätte, die uns mit körperlicher Labsal versorgt.
    Silvestersalut dem Herrn sei Dank minimal , so konnte man im Schlafe Kraft schöpfen, für die morgige Aufgabe.



    2. Tag, Sonntag, Neujahr


    An den Bahnhof zum Sturm auf Hamburg.
    Linienschiff Axel in der Mitte, flankiert von den Fregatten Herbert und Dirk stoßen wir in bester britischer Keilformation durch alle Reihen ins Herz des Feindes an den Hamburger Hbf. Doch statt uns festzusegeln, halsen wir, schlagen einen Bogen um die Flanke nach Altona und lassen den Gegner verwirrt und angeschlagen zurück, bereit zum zweiten Angriff.
    Nachdem wir unser Gepäck schon mal im Hotel deponiert und unser informatives Gespäch mit der Dorte hatten, umsegeln wir den Feind im Süden, stoßen über den Zollkanal vor und entern die Speicherstadt. Wir wissen, wo wir die "Pfeffersäcke" am leichtesten erschüttern können.
    Hamburg versucht uns mit Treppen aufzuhalten, aber umsonst.
    Das "MiWuLa" (Miniatur-Wunder-Land) wurde planmäßig erstürmt und der Rest des Tages gehörte den Modellbahn-Enthusiasten.


    Das Thema ist nun für die Meisten hier eigentlich OT, aber wenn man schon mal in Hamburg ist, kann man sich diese riesige Modellbahn ruhig betrachten. Es sind weniger die Züge als die vielen kleinen Details, die das Ganze anschauenswert machen. Maritim schrammte nur auf den Norwegenteil der Anlage mal die "AIDAprima" die Duckdalben an der Kaimauer ( Das Fahren und Steuern der Schiffe im Maßstab 1:87, aber im 30000 Liter Becken haben sie noch nicht ganz im Griff), und die "Cap San Diego" lag stilvoll am Ladekai.


    Wir verbrachten den ganzen Tag in unseren Kindheitsträumen. Leider gab meine Digitalkamera nach 10 Minuten auf Grund alter Akkus den Geist auf ( somit bekomme ich auch keinen Ärger mit Lady Alderian, weil ihr Gemahl Bilder von Hamburger Deerns beguckt).


    Wie Freund Axel meinte, guck mit den Augen, nicht mit der Kamera, und lass die Eindrücke auf dich wirken. Da ich ohnehin kein großer Photograph bin , gab ich ihm recht.
    Am Abend schlichen wir Spione des Königs durch die dunkle Stadt gen Altona , fluchten über unsere wunden Füße und bezogen im Meinninger-Hotel in Altona erst mal unser Zimmer.


    Das Meinninger ist wie eine groß geratene Jugendherberge, Luxus ist nicht, aber preiswert und die Zimmer sind sauber. Wenn man nur schlafen, duschen und frühstücken will, reicht es aus.


    Diesmal war die Anke an der Rezeption, und beriet uns bei der Suche nach Smut und Kombüsen.
    Drei Vorschläge stellten sich eher nach Schnellimbiss heraus, türkisch, thailändisch und italienisch, doch nach der Durchquerung des Bahnhofs HH-Altona entdeckten wir etwas Ansprechendes. Bei "Schweinske" konnte man sich durch die ganze Sau, äheem , das ganze Schwein futtern und so klang der Neujahrsabend bei Schnitzel, Schweinebraten und viel Bier aus.
    Die örtliche Polizei soll angeblich zur Nachtstunde in Altona fremdländisches Jodeln gehört haben, aber das war sicher ein Irrtum, schließlich gibt es dort keine Berge mit zünftigem Echo.


    Fortsetzung folgt