Beiträge von Richard Howe

    Hmmm... wahrscheinlich wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis man sich "gefunden" hätte.

    Dann hätte man aber gewiss nicht diese Schießbuden- bzw. Silbertablettpräsentation der fr. Flotte wie an der Perlenschnur mit halben Mannschaften vorgefunden.

    Glück im Unglück bzw. glückliche Umstände. ;)

    Bonaparte gab nämlich den Befehl, dass sich die Kriegsflotte nach Korfu zurückziehen sollte. Der Kurier wurde aber auf dem Weg nach Aboukir ermordet und so erreichte Bruey diese entscheidende Nachricht nicht.

    Er hatte aber Brueys bereits nach der Landung freigestellt, eventuell nach Korfu zu segeln und von dort die Aktivitäten der osmanischen Flotte zu kontrollieren.

    Das ist korrekt, der Hafen von Alexandria war für die Linienschiffe ungeeignet. Zu diesem Zeitpunkt erschien Korfu als passende Alternative, aber zu weit entfernt, um die Transportschiffe bei einem britischen Angriff schützen zu können. Napoleon landete in der Nacht zum 1. Juli 1798 an der Küste nahe Alexandria.

    So lange er aber keine (gesicherte) Basis in Ägypten hatte, konnte er die Flotte aber auch keinesfalls fortschicken! Diese musste den Truppen im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken freihalten und ggf. einen Rückzug absichern. - Anderenfalls hätte es ihm wie Cornwallis in Yorktown ergehen können... "Daher entschloss sich Brueys nach einigem Zögern, in der Bucht von Aboukir vor Anker zu gehen. Bonaparte erhob keine Einwände gegen die Entscheidung seines Admirals." (Witt, Jann: Horatio Nelson, Hamburg 2005, S. 200.)


    Bruey konnte auch nicht ahnen, dass Nelson die Pläne Bonapartes durchschaut hatte

    Da gab es doch nicht viel zu durchschauen. Es gab doch ohnehin nur eine begrenzte Anzahl möglicher Ziele im östlichen Mittelmeer und sobald klar war, dass es Ägypten ist, lagen die Pläne eigentlich auf der Hand.

    Auch das ist korrekt, aber woher hätten die Briten das wahre Ziel kennen sollen? Nelson beklagte sich über mangelnde Informationen: "Die letzte Kunde, die ich über die Franzosen erhielt, stammt von einem tunesischen Kaperschiff, das sie am 4. [Juni] vor Trapani in Sizilien mit Kurs nach Osten gesichtet hatten. Wenn sie Sizilien passieren, denke ich, dass sie ihren Plan verfolgen, Alexandria einzunehmen und Truppen nach Indien zu führen - in einem mit Tipu Sahib abgestimmten Plan, der keinesfalls so schwierig ist, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag; aber mögen ihr Ziel auch die Antipoden sein, [...] dass ich nicht einen Moment verlieren werde, um sie zur Schlacht zu stellen, [...]." (Brief an Lord Spencer, 15. Juni 1798, zitiert nach Witt, Jann: Horation Nelson, Hamburg 2005, S. 192)

    Am 21. Juni vor der sizilianischen Küste: "Ich erhielt nicht die geringste Information oder Nachricht [...]." (Witt, a.a.O., S. 194)

    An St. Vincent: "[...] Diese Streitmacht wäre nicht notwendig gewesen, um Malta einzunehmen. [...] In Anbetracht ihrer Vorgehensweise, [...] schien es mir klar zu sein, dass sie entweder beabsichtigen [...] die gegenwärtige Regierung der Türkei zu stürzen oder eine Kolonie in Ägypten zu errichten und einen Handelsweg durch das Rote Meer nach Indien zu eröffnen." (Witt, a.a.O., S. 195)


    Das war also ein reines Vabanquespiel, welches auch anders hätte ausgehen können..

    Hood mit der Zealous war so dicht hinter Foleys Goliath, dass er diesem einfach folgte. Theseus (Miller), Orion (Saumarez) und Audacious folgten den beiden. Nelson ging dann mit der Vanguard wie geplant seewärts an den Franzosen vorbei, um sie so in Kreuzfeuer nehmen zu können.


    Flaggkapitän Edward Berry berichtete später dem Naval Chronicle, dass Nelson auf den informellen Treffen mit seinen Kapitänen alle möglichen Gefechtssituationen diskutierte und seine "Ideen über verschiedene und am besten geeignete Arten des Angriffs und solche Pläne, die er, sollte er auf den Fein treffen, wie auch immer dessen Position oder Situation sei, sei es Tag oder Nacht, anzuwenden gedachte."


    Die Entscheidung von Foley, die schwoienden Schiffe auf deren nicht vorbereiteter Backbordseite anzugreifen, war genial.

    Bruey hat einfach zu viele falsche Annahmen getroffen, anstatt sich auf die Gegebenheiten vor Ort und der daraus resultierenden Konsequenzen einzustellen. Gerade Nelson ein statisches, starres, Handeln zu unterstellen war ein schwerwiegender Fehler.

    In der Aboukirbucht summierten sich dann die taktischen Missgriffe, z.B. sich auf den Schutz der Küstenbatterie zu verlassen, die Schiffe nach Schlagkraft falsch zu positionieren, einen zu großen Abstand zu lassen, keine Springleinen für die (Heck-) Anker anzubringen,... Ebenso, dass die Briten immer nach derselben Taktik angreifen würden. Zudem hatte man auf ablandingen Wind gehofft, Nelson nutzte bei Ankunft aber sogleich den seewärtigen Wind aus und machte den Franzosen einen weiteren taktischen Strich durch die Rechnung.

    Fatal war es natürlich auch, dass Bruey seine Mannschaften nur ungenügend an den Geschützen trainieren ließ.


    Bruey konnte auch nicht ahnen, dass Nelson die Pläne Bonapartes durchschaut hatte: "wenn sie ihren Plan [...] abgestimmt haben, so dass in Suez Fahrzeuge bereit stehen; da die Passage zur Malabarküste in dieser Jahreszeit gewöhnlich drei Wochen dauert, wären unsere indischen Besitzungen in großer Gefahr." (zitiert nach Witt, Jann: Horatio Nelson, Hamburg 2005, S. 195)


    Bruey mag vielleicht auch zögerlich gehandelt haben, da er ja auf Meldungen von Bonaparte wartete... Am 21. Juli 1798 gelang diesem ein Sieg über die Mamelucken in der Schlacht bei den Pyramiden, am 24. Juli besetzten die Franzosen schließlich Kairo.

    Und dann hatten sie einfach Pech. Bonaparte gab nämlich den Befehl, dass sich die Kriegsflotte nach Korfu zurückziehen sollte. Der Kurier wurde aber auf dem Weg nach Aboukir ermordet und so erreichte Bruey diese entscheidende Nachricht nicht.

    Ich habe das Buch in zwei Phasen gelesen, einmal bis zur Trennung der Brüder auf See und danach jetzt den Rest.

    Dem Master ist es gut gelungen, den Bogen aus der Mark Brandenburg in den Kanal bzw die Biskaya zu schlagen. - Auch wenn der letzte Abschnitt vielleicht ein wenig zu sehr an die Mantel & Degen-Geschichten erinnert. Zumindest kann man sich dabei immer das Schmunzeln des Masters vorstellen. ;)

    Das Setting Siebenjähriger Krieg/French & Indian War ist in der Tat mal eine gelungene Abwechslung gegenüber der sonst vorherrschenden Napoleonik. Verwunderlich nur, dass die eigentliche Geschichte erst 1760 spielt und nicht schon ein paar Jahre früher beginnt. Die Protagonisten sind jung genug, um noch viele Abenteuer bestehen zu können. So wäre man wieder Gefahr gelaufen, wie bei POB a/b/c/...-Jahre einzufügen. Leider werden wir es nicht mehr erfahren.

    Insgesamt ein spannender Beginn und man freut sich auf die noch fertiggestellten Forstsetzungen!

    Solche menschenverachtenden Theorien waren in den 1920er und -30er Jahren leider weit verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert.

    Es heißt immer, das Werk prägt den Autor; aber andersherum war und ist es sicherlich auch oft der Fall.

    Vielleicht findest Du ja mal eine neuere Ausgabe, dann könnte man gut vergleichen.

    Gerade bei einem Bausatz, der vom Hersteller als "für Einsteiger" gekennzeichnet ist, sollte die Qualität der Teile schon entsprechend hoch bzw. passend sein. Sonst endet für manch einen Anfänger das Hobby schon, bevor es eigentlich begonnen hat.

    Es hat ja nicht jeder schon beim ersten Bausatz alle möglichen Nachschlagewerke und (Internet-) Seiten parat.