Beiträge von Richard Howe

    Hier noch etwas zum Thema:

    Goodwin (ehemaliger Kurator der Victory) schreibt:

    Zitat von Peter Goodwin

    "[...] According to Midshipman Rivers' journal and the carpenter's expenses (both held in the Royal Naval Museum [RNM MSS 1986/573 (11), MSS 1064/83 (2376)], when Victory went into battle at Trafalgar most of the boats remained on the skid beams [~Gleitkufen/gestell].

    The sea boats, hanging on the davits, were lowered and towed astern. Rarely would all boats be lowered before battle, owing to the time required to remove them from the ship."

    Goodwin, Peter: Nelson's Victory. 101 Questions & Answers about HMS Victory, Nelson's Flagship at Trafalgar 1805, London 2006, p. 40.

    Spannend...


    Ich vermute, dass das Wetter in den meisten Fällen die Entscheidung beeinflusst hat.

    Und für Dinge, die 'common' waren, bedurfte es keiner extra Vorschrift.

    Erinnert mich spontan an die Sache mit dem Code Red, der Kantine und den Dienstvorschriften der Marines in Eine Frage der Ehre. ;)

    Ohje, jetzt spamme ich hier herum, aber es passt wenigstens zum Thema:


    Zitat

    XXXVII.

    He [the Captain] is to carry his full Number of Boats to Sea, and to take Care to secure them before blowing Weather; he is to husband the Ship's Colours, and not to keep them abroad in windy Weather, the Pedant being a sufficient Mark of Distinction.

    und

    Zitat

    XXVI.

    He is never to make Use of the Ship's Sails for covering Boats, or for Awnings; Canvas Awnings being allowed to Ships in Southern Voyages.

    Regulations and Instructions relating to His Majesty's Service at Sea, 13th. ed., London 1790, Part II., The Captain or Commander., p. 28, 31.


    In Analogie zu Regel 37 könnte man jetzt davon ausgehen, dass es dem Kapitän bei gutem Wetter wohl erlaubt sein müsste, die Boote "draußen" bzw. außerhalb des Schiffes aufzubewahren.

    Ich wüsste aber auch nicht, dass in den (offiziellen) Berichten der Zeitungen Schilderungen über die Beiboote auftauchen, auch damals kostete jede Zeile Geld.

    Ich erwarte dort auch keinen Bericht, darüber, dass man die Beiboote zu Wasser ließ usw., sondern z.B. dass man so schnell ins Gefecht verwickelt wurde, dass man keine Zeit hatte, die Boote zu Wasser zu lassen.

    Vielleicht sogar bei Cochrane selbst?

    Selbst heute bemüht man sich oft nicht, die verfügbaren Quellen zu konsultieren und sich ggfs. ein eigenes Bild zu machen, sondern kopiert nur die Interpretationen der anderen...

    Fehler passieren immer, darum ist es ja gerade so spannend, wenn man irgendwo eine authentische Quelle findet - auch wenn die vielleicht das Gegenteil der eigenen These bestätigt. Wer allerdings die eigenen Erkenntnisse immer als unumstößliche Wahrheiten hinstellt, darf sich dann über 'friendly fire' nicht wundern. ;)

    Vermutlich meint Aga auch Drei- statt Zweispitz?

    Andere Hutvariationen sollen sich im Laufe des Krieges je nach Einsatzort und Wetter gerichtet haben, gerade was so Lederkappen (z.B. wie bei den Dragonern) mit und ohne Fell angeht; oder dass z.B. nur die linke Seite der Krempe eines runden Hutes hochgeschlagen wurde (cropped and uncocked).

    Bezieht sich aber überwiegend oder fast ausschließlich auf die Infanterie.


    Da müssten wir jetzt mal die Listen durchgehen, wo überhaupt Marines (außerhalb der Hafenstädte und Küsten) eingesetzt wurden - irgendwann müssen die ja mal ihre Bärenfellmützen getragen haben...

    Gazette und Times-Archiv gibt es online, für den Zugang benötigt man aber meistens Zugangsdaten (z.B. über Bibliotheken oder die freien Lizenzen via DfG).


    Da gebe ich Aga recht, dass der Mondefeld - auch wenn er sich gerne als unumstößliche Bastion des Wissens darstellt - keine echte Quelle ist.


    Ich wüsste aber auch nicht, dass in den (offiziellen) Berichten der Zeitungen Schilderungen über die Beiboote auftauchen, auch damals kostete jede Zeile Geld.

    Wenn, dann gewiss in persönlichen Briefen, Manuskripten oder internen Anweisungen. Zudem war auch jeder Kommandant angehalten, dass Eigentum des Königs zu schützen. Für den Verlust einer Barkasse während eines Gefechts wurde bestimmt keiner vor das Kriegsgericht gezerrt, aber der Verlust dürfte wie immer schmerzhaft gewesen sein.


    Ich schaue später gerne mal in die Ausgaben der Gazette zum 1. Juni bzw. die Admiralitätsvorgaben.

    Ich würde mal ganz plump vermuten, dass es die Zeichnungen auf der Seite der Royal Navy (Georgian Period) ganz passend treffen. Am Dreispitz führt für das Militär dieser Zeit kaum ein Weg vorbei, (nahezu) weiße Kniebundhosen, Hemden, Westen und Gamaschen sind auch Standard. Die Form der Röcke dürfte sich auch weitestgehend an denen der Infanterie orientiert haben.

    Wobei die Röcke um 1750-60 sicherlich noch mehr "Bademantel"-Charakter hatten, ab den 1770er wurden diese immer "schmaler" bzw. weniger ausladend (Justaucorps).

    Normalerweise waren die größeren Boote auf Linienschiffen in bzw. auf der Kuhl (-gräting) verstaut, später an den Davits außenbords aufgehängt. Von dort ließen sie sich ja auch wesentlich schneller und einfacher zu Wasser lassen und störten den Alltagsbetrieb nicht weiter.

    Zitat von Lavery, Nelson's Navy

    "When not in use in the daytime, the boats could be dropped astern, where the current could keep them clear of the ship."

    (Lavery, Nelson's Navy, S. 70, 167)

    Mondfeld schreibt dazu, dass kleinere Schiffe ihre Beiboote bis weit in das 19. Jahrhundert immer mitschleppten.

    Zitat

    "[...] - und grundsätzlich wurden alle Boote ausgesetzt und in Schlepp genommen, wenn ein Gefecht bevorstand, weil da die Beiboote an Deck die Mannschaften nur behindert hätten."

    (Mondfeld, Historische Schiffsmodelle, S. 208)

    Jein... die aufgeheizte politische Lage trägt sicherlich mit dazu bei. Wie auch schon im letzten Jahr fand ich den ersten Teil, der ja bei uns leider nicht bzw. nur in der Wiederholung gezeigt wird, "besser".

    Ich bin mal auf das nächste Jahr gepsannt... ;)

    Es ist sehr schön zu sehen, dass der Roman ein breites Feedback erfährt und es auch schon entsprechende Rezensionen gibt.


    Ich bin schon gespannt darauf, das Werk selbst zu lesen , gerade weil es mal eine ganze andere Perspektive bietet als die klassischen marinehistorischen Romane.


    Für September können wir auch gerne mehrere Rezensionen über den Roman auf die Hauptsteite stellen, wenn es allen Beteiligten recht ist.


    Für die Zwischenzeit empfehle ich dann diese Lektüre: ;)