Beiträge von Thomas Cochrane

    Cornwell macht generell gute Recherche. Egal in welchem seiner Bücher. Das hat schon Hand und Fuss. Und wenn man sich anmschaut, das aus Sharpes Waterloo ein anerkanntes Fachbuch wurde...

    Er hat aber auch noch richtiges Fachbuch über Waterloo geschrieben, das ich auch selbst gelesen habe und daher nur empfehlen kann!

    Aber dass "aus Sharpes Waterloo ein anerkanntes Fachbuch wurde" ist mir neu :hmm: ... obwohl es sich zugegeben in vielen Punkten kaum von "Waterloo: Eine Schlacht verändert Europa" unterscheidet ;) ...

    Auch hatte Cornwell oft die Orte der Schlachten angesehen und vor Ort recherchiert.

    Sogar in Indien war er dafür.

    Das ist auch der Grund, warum er mir so gut gefällt! ... Ich mag es am liebsten, wenn ein Roman-Autor sich so weit weit möglich an historische Fakten hält ... und das beherrscht Cornwell einfach perfekt, indem er seine erfundenen Protagonisten gekonnt in die damaligen Begebenheiten einpasst, so dass man den Eindruck bekommt, man hätte in Wirklichkeit Geschichtsbücher vor sich und keine (fiktiven) "Romane" :D...

    Ich habe das Buch vorletztes Jahr auch gelesen und mir danach die Turn-Reihe angeschaut ... und ich musste feststellen, dass Cornwall m. E. nicht schlecht recherchiert hatte, denn einige Charaktere wie John Andre und Peggy Shippen kommen ja auch in Turn vor und waren historische Persönlichkeiten ...

    Im Buch wird im Grunde die Vorgeschichte von Turn erzählt, zumindest was John Andre und Peggy Shippen betrifft ... Andre wurde ja später nach seiner Gefangenname, als er 1780 mit Benedict Arnold die Übergabe von Westpoint vereinbaren wollte, aufgehängt ... während seiner Zeit in Philadelphia 1777 war er aber noch Captain bei dem 26. Regiment of Foot und noch nicht im Geheimdienst tätig ... diese Tätigkeit übernahm er erst 1778, nachdem er Major wurde ...

    https://www.ushistory.org/march/bio/andre.htm

    Ich finde es schade, dass es ein Einzelband bleiben wird ... die beiden Hauptprotagonisten Sam und Caroline sprechen ja am Ende davon, dass "Kinder Frieden brauchen" und "sie deshalb für den Frieden kämpfen müssen" und "dass ein Mann sein Heim verteidigen muss" ... das alles deutete für mich auf eine Fortsetzung des Buches hin, nur unter dem Aspekt, dass Sam im nächsten Band vermutlich auf Seiten Amerikaner kämpfen würde ...

    Kann ich erst berurteilen, wenn ich ihn durch habe ... aktuell bin ich an der Stelle, wo die Styx durch Eis und Schnee Richtung Bornholm segelt.

    Ich fand seinen ersten Roman (Erscheinungsjahr) "Bruderkampf" bislang am besten, da Kent sich dort nicht nur mit dem Hauptprotagonisten und dem Achterdeck beschäftigte, sondern auch mit den Unterdecks ... das ist so bislang in kaum einem der anderen Romane von ihm mehr vorgekommen ...

    Und da Ich wahrscheinlich auch der einzige hier bin, der z.B. Bolitho gerne liest, wenn auch mit Kritik daran und mit Regelmässigen Terminen bei meinem Therapeuten um nicht in Schwermut und Trübsal zu verfallen über den schwermütigen Helden,

    Du bist nicht der Einzige hier! Wie bereits in meinem Vorstellungspost beschrieben, "kämpfe" ich mich aktuell durch die Reihe ... gerade lese ich Band 15 "Galeeren in der Ostsee" ... und ja, auch ich bräuchte manchmal einen Therapeuten ;) ... vor allem wenn es um "historische Fakten" geht ... nenne da mal die "Korvette Sparrow" mit ihren 2 "32-Pfündern" und "Ruderriemen" ... sowie dem spanischen Handelsschiff in Band 13 "Der Stolz der Flotte" wo Kent zuerst schrieb, dass nach der Eroberung die "Kanonen von Deck geworfen wurden um das Schiff vorm sinken zu bewahren", aber dann als die Piraten kamen, auf einmal doch noch "Kanonen und sogar ein 32-Pfünder zur Verteidigung vorhanden waren" in beiden Fällen total typische Bewaffnungen für solche Schiffstypen ... von der unlogischen Handlung, erst Kanonen versenken, dann sind doch noch welche da, mal abgesehen fie ...

    Zum Stichwort "Amerikaner" fällt mir adhoc der in Virginia geborene John Gore ein, der bei James Cooks 3. Reise 1. Leutnant war und 1780 zum Kapitän befördert wurde ... aber der wird vermutlich mehr als "Brite" gelten, da er ja ein "Loyalist" war ...

    Bei Amerikanern bzw. Bürgern der (ehemaligen) 13. Kolonien kommt ja in diesem speziellen Fall noch hinzu, dass diese sich zwar ab 4. Juli 1776 als "unabhängig" bezeichneten, die formale Anerkennung aber erst mit dem Pariser Frieden (-svertrag) von 1783 vollzogen sein dürfte.

    John Gore wäre 1780 also Amerikaner bzw. britischer Kolonalist gewesen.

    Eben "Loyalist" ... das waren die, die treu hinter der britischen Krone standen und nach 1783 dann in den meisten Fällen nach Canada, das britische Mutterland oder andere britische Kolonien auswanderten ... Gore hatte aber offensichtlich wegen seiner Abstammung nach Beginn der Revolution Probleme bei seiner Navy-Karriere ... zumindest wurde das in dem 4-Teiler "Wind und Sterne - Die Reisen des James Cook"

    thematisiert ... übrigens eine sehr interessante Serie von 1987, die aus historischer Sicht sehr gut gemacht war ... habe sie zufällig letztes Jahr gefunden und mir über Weihnachten angeschaut ...

    Leuchtet ein ... von einem Aufsteiger mit so einer "Helden"-Vita hätte man mit Sicherheit auch irgendwo was finden müssen ... schwer vorstellbar, dass es darüber keine historischen Dokumente und Veröffentlichungen gab oder jemand ein Buch mit entsprechenden Quellnachweisen geschrieben hat ...

    Solltest Du ruhig tun. Bis Band 9 (bzw. Ende Band 8) kann man die Reihe unbedenklich lesen. Danach ist es nur noch etwas für die ganz Harten.

    Du machst einem ja richtig Angst :???: ... die ersten beiden Bände (weiter bin ich ja noch nicht gekommen) lasen sich sehr gut ... aber so wie ich das in den anderen Threads gelesen habe, kollidiert offensichtlich Ingenkamps Gutmenscheneinstellung (leider wohl typisch für seinen Berufsstand) massiv mit den tatsächlichen Verhältnissen damals ... dabei hat er doch sehr gut recherchiert und müsste sich daher mit den realen Verhältnissen damals bestens ausgekannt haben ...

    Ja stimmt, da war es noch ein Dachbodenfund oder so. Und weil ich Frank Adam als Autor von Bolitho & Co und auch schon HdM kannte, war er für mich ein Sachbuchautor und ich nahm es ihm zunächst sogar ab, bis ich recherchierte. :oops:

    Und was hast Du rausgefunden? Auch ich habe, als das im ersten Band gelesen habe, daran geglaubt, bis ich Deine Bemerkung hier gelesen habe ...