Beiträge von Sir Henry Darby

    Als nächstes habe ich mich dem Schanzkleid gewidmet.
    Die Stückpforten wurden verkleidet, die Schanzkleidstützen und die Beplankung binnenbords angebracht. In Ermangelung von Ebenholzleisten habe ich für die Reling Birnbaumleisten schwarz gebeizt.



    Danach folgte das Dübeln. Ich habe verschiedene Formen (inkl. Füllung mit Holzpaste etc.) ausprobiert und mich schließlich für die Zahnstochervariante entschieden. Im Einzelnen heißt das


    1. anzeichnen
    2. anreißen
    3. bohren
    4. Zahnstocher anspitzen
    5. mit Leim versehen einstöpseln und abschneiden
    6. abschleifen



    Die Planken für den Wassergang habe ich zunächst auf Länge gekürzt und dann die Laschung mit dem Skalpell geschnitten. Für die Biegung der Wassergangsplanken habe ich im Vorfeld eine Schablone angefertigt.



    Der Bausatz sah originär eine Decksbeplankung aus Irokoholz vor, das nach meinem Geschmack viel zu grobfaserig und zu dunkel ist. Daher entschied ich mich dazu, das Deck neu mit Ahorn zu beplanken.


    Nach einiger Überlegung habe ich mich dazu entschieden, die Ahornleisten direkt auf die alte Beplankung zu kleben. Zwar kommt das Deck nun insgesamt etwas höher; da die alte Beplankung aber nur aus sehr weit runtergeschliffenem Furnier besteht, hält sich der Unterschied in Grenzen.





    Für die Kalfaterung nutze ich schwarzes Papier. Ich habe mehreres ausprobiert und im Kunstbedarfshandel schließlich durchgefärbtes Papier gefunden, das nicht auseinanderfasert und auch beim Schleifen keine unansehnliche Verfärbung der Ahornplanken hinterlässt.


    Ich presse zunächst mehrere Planken mit einer Klemmzwinge zusammen, um diese dann mit einem Papierstreifen zu bekleben. Mit einem Skalpell trenne ich die einzelnen Planken schließlich wieder voneinander.



    Aktuell baue ich an den Seitengallerien; doch zunächst eine Retrospektive:


    Auf der Suche nach einem Holzlieferanten kam mir ein zufälliger Fund entgegen:
    Als ich vor einiger Zeit Kaminholz aus dem Stapel nahm, sind mir einige Scheite besonders ins Auge gefallen. Ein Hartholz von tiefdunkler rötlichbrauner Farbe mit sehr feiner Maserung: Pflaume.


    Nach Bearbeitung der Scheite - zunächst mit der Band-, dann mit der Kreissäge - war ich schließlich in Besitz eines Kartons voller Pflaumenholzbrettchen und -leisten.



    Ein frohes neues Jahr!


    Nun, verehrte Damen und Herren, Ladies and Gents, nutze ich doch die einmalige Gelegenheit mit dem Start des neuen Jahres meine Bounty in diesem ehrenwerten Forum auf Helling zu legen.


    Über das Schiff, so denke ich, brauche ich nicht allzu viel zu sagen; hier zumindest ein paar Daten:


    Breite: 7,30 m
    Länge: 27,70 m / über alles 39,00 m
    Fassungsvermögen: 215 t
    Tiefgang: 3,50 m
    Beseglung: 3 Masten; Vollschiff: 3 Rahsegel an Fock- und Großmast, 2 am Kreuzmast
    Besatzung: ca. 44 Mann
    Bewaffnung: vier 4-Pfünder, zehn Halb-Pfünder (Drehbassen)


    Für weitere Informationen möchte ich auf die entsprechende Wikipediaseite verweisen.


    Vor diversen Jahren erwarb ich den Bausatz der Bounty von del Prado. Dies war für mich der Einstieg in den Modellbau und in die Welt der historischen Segelschiffe. Letztendlich denke ich, dass dies ein guter Einstieg war: zwar kam (und komme) ich berufsbedingt nur langsam voran, dies aber mit immer weiter wachsender Begeisterung. Mit der Begeisterung wuchs allerdings auch mein Anspruch - an meine eigene Arbeit, aber auch an das zu verbauende Material; und dies war bei del Prado - ich sage mal - suboptimal. So habe ich mich dazu entschlossen, die Bauteile durch selbstgefertigte zu ersetzen und mich an die Pläne aus der “Anatomy of the Ship”-Serie von John Mc Kay zu halten...