Was lest ihr gerade?

  • Gerade beendet habe ich die Lektüre von "A Narrative of Arthur Gordon Pym" von Edgar Allan Poe. Sehr viel maritimer als ich es dunkel in Erinnerung hatte. Aber weiterhin ein merkwürdiges Buch. Die Handlung folgt dem Motto: "schlimmer geht immer". Und das Ende ist mindestens so schräg wie ich es in Erinnerung habe.

    Zur Erholung gibt es jetzt "Imperium" von Christian Kracht. Ist aber auch etwas seltsam. Werde weiter berichten.

    There's time to finish the game and beat the Spaniards too.

  • Aga


    Tja, das Marsupilami hat somit nicht zum ersten mal seine Verhaltensweise geändert. Das es auch anders kann hat in einigen der Geschichtchen schon Franquin dargestellt. Aber " Marsupilami Noir " das ist etwas neues in der Tat. Ich werde es mir gerne mal ansehen. Denn zuletzt glaubte Ich das es mit seinem ewigen hubi huba hop, almählich seinen Reiz verloren hatte.


    “There is no dark side in the moon, really; [as a] matter of fact it’s all dark.”
    „Es gibt beim Mond keine dunkle Seite; tatsächlich ist er ganz dunkel.“

    – Gerry Driscoll


    In der Werft: HMS Alert 1:96, Kartonmodel

  • Spannend! Danke fürs Teilen. Tordi und ich sind große Marsupilami-Fans, das müssen wir uns mal angucken.
    Ich hatte als Teenager ein überlebensgroßes Werbeplakat aus einer Buchhandlung aus durchsichtigem Plastik, auf dem Gaston und das Marsupilami draufwaren. Das vermisse ich gerade. :ggr:

    "Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen." (Aristoteles)

  • Ich bin wieder bei einem Buch im Englischen Original gelandet, da es keine Übersetzung gibt und vermutlich auch nicht geben wird. Unter den Top 10 der New York Times Bewertung von 2015.


    Kate Clifford Larsen hat ein gutes aber sehr erschütterndes Buch geschrieben und sehr gut recherchiert dafür.

    ROSEMARY , The Hidden Kennedy Daughter.

    Es erzählt die Geschichte des dunkelsten Kapitel der an Skandalen und Schicksalsschlägen nicht gerade armen Kennedy Familie. Rosemary Kennedy sollte wie alle Kennedy Sprösslinge nach dem Willen des Despotischen Vaters auf strahlenden Erfolg getrimmt werden. Aber sie hatte Lernschwächen, einen lustigen , freundlichen aber sehr Sprunghaften Charakter. Sie beschäftigte sich mit Dingen, die ihre strenge Familiäre Umgebung mit Kopfschütteln betrachtete. Machte gern Partys und schlug auch so öfter über die Stränge. Sie galt als nicht sonderlich Intelligent und wurde in die Ecke einer Geistigen Behinderung gestellt. Um ihr " Manisches " Temperament zu bremsen liess ihr Vater sie von einem angesagten Scharlatan , überigens Nobelpreisträger für Medizin, zusammen mit seinem Assistenten heimlich und ohne das Wissen der sonstigen Familie " Lobotomisiert" . Ich spare mir hier, diesen unmenschlichen und Ekelhaften Vorgang der Chirurgischen Persönlichkeitsveränderung näher zu beschrieben.

    Rosemary verlor während des Vorganges bei vollem Bewusstsein um den Fortschritt des "Erfolges " kontrollieren zu können, ihre Fähigkeit zu Sprechen, sich koordiniert zu bewegen und wurde als schwerstbehindert vom Vater in ein Privatsanatorium gesteckt. Die Geschwister erfuhren davon nichts und auch die Mutter wurde erst später eingeweiht.

    Rosemary musste Lebenslang , und sie wurde Steinalt, gefüttert , angezogen und betreut werden.

    Ihre Mutter sprach nicht mehr mit dem Vater, nur noch Offizielle Familiäre Karriereangelegenheiten.

    Von ihren Geschwistern kümmerte sich, nachdem sie von davon erfuhr, nur eine Schwester liebevoll um die bemitleidenswerte Frau.

    Dieses Buch hat mein sowieso nicht besonders positives Denken über diese Familie noch bekräftigt.

    Es wundert mich, das nicht die Anwälte der Familie über die Schriftstellerin und den Verlag hergefallen sind.


    “There is no dark side in the moon, really; [as a] matter of fact it’s all dark.”
    „Es gibt beim Mond keine dunkle Seite; tatsächlich ist er ganz dunkel.“

    – Gerry Driscoll


    In der Werft: HMS Alert 1:96, Kartonmodel

  • Nun, bei der Geschichte handelt es sich um eine allgemein bekannte Tatsache. Da stünden die Anwälte selbst im amerikanischen Rechtssystem auf vollkommen verlorenem Posten.

    Aber Danke für den Hinweis. Meine Frau interessiert sich sehr für den Fall.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Es wundert mich, das nicht die Anwälte der Familie über die Schriftstellerin und den Verlag hergefallen sind.


    Naja, selbst in den USA bringen Klagen wenig, wenn es so offensichtlich ist, dass die Aussage des Buches wahr ist. Zumal die Geschichte ja auch schon in diversen Dokus im TV verbreitet wurde.


    Was mich bei den Kennedys eher wundert ist, dass JFK als Präsident noch so relativ normal funktioniert hat und nicht als direkter Vorgänger von Trump gilt. Bei seiner Familiengeschichte ist das schon beachtlich. Wobei der Umgang mit Präsidenten vor sechzig Jahren auch noch ein ganz anderer war. Heutzutage wäre er vermutlich schon nach einem Jahr Amtszeit medial erledigt gewesen.


  • Was mich bei den Kennedys eher wundert ist, dass JFK als Präsident noch so relativ normal funktioniert hat .........

    Der Mann war verbal und von der Contenance her eine andere Nummer als Trump. Aber wenn ich mich an seine Roll back Politik und die Eröffnung des Vietnamkrieges erinnere wird mir heute noch ziemlich übel.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Ich bin derzeit wieder mit Henry du Valle unterwegs. Spannend und atmosphärisch! Danke Mr. Speedy!


  • Ja, es wird gern vergessen, dass der Vietnamkrieg unter ihm zu eskalieren begann.

    Sagen wir mal so: Er hat zwar die Militärberater nach Vietnam gesandt sowie eine Anzahl von 16000 Soldaten dort stationieren lassen und auch den Einsatz von Napalm und (leider) Agent Orange genehmigt ... aber kurz vor seiner Ermordung auch von einem Abzug der Soldaten bis spätestens Ende 1965 gesprochen:

    Zitat

    Dass Kennedy dennoch im Herbst 1963 einen weitgehenden Rückzug der US-Soldaten aus Vietnam bis Ende 1965 nicht mehr ausschloss – unter der Voraussetzung, dass bis dahin die Südvietnamesen in die Lage versetzt wären, deren Aufgaben zu übernehmen –, geht aus seinem National Security Action Memorandum (NSAM) 263 vom 11. Oktober 1963 hervor. In Dokument 142 der Pentagon-Papiere ist der Inhalt des NSAM 263, hier auszugsweise zitiert, zu finden:


    „Es ist ein Programm aufzustellen, nach dem die Vietnamesen soweit ausgebildet werden, dass die jetzt von Angehörigen der US-Streitkräfte übernommenen wesentlichen Aufgaben spätestens Ende 1965 in vietnamesischen Händen liegen. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte es möglich sein, das Hauptkontingent der amerikanischen Truppen abzuziehen. […] In Abstimmung mit dem Programm zur Ausbildung von Vietnamesen für militärische Funktionen bereitet das Verteidigungsministerium sofort Pläne für den Abzug von tausend Militärangehörigen bis Ende 1963 vor, die in allernächster Zeit veröffentlicht werden sollen.“– I B (3)


    Bis Dezember 1963 sollten also 1000 Militärangehörige aus Vietnam abgezogen werden, bis 1965 sollte nach Möglichkeit das Hauptkontingent folgen. Doch schon in der Woche nach Kennedys Beisetzung wurde diese Weisung durch seinen Nachfolger Lyndon B. Johnson wieder zurückgenommen.

    und Fakt ist auch, dass Johnson nach seinem Tode die Militärpräsenz massiv ausgeweitet hat ...


    Ob JFK seine Äußerungen zu dem Abzug auch wirklich wahr gemacht und nicht wie Johnson gehandelt hätte, steht natürlich in den Sternen ...

    "Sein Körper ruhet in Frieden. Sein Geist aber wird weiterleben."