His Majesties Regiment de Meuron

  • Das in der europäischen Militärgeschichte Offiziere sich anderen Fahnen andienten ( z.B. Patrick Leopold Gordon of Auchleuchries) oder auch ganze Bevölkerungsgruppen sich in den Dienst des am meisten Zahlenden stellten(Schweizer) war mir bekannt. Aber das Reguläre Regimenter dies taten war mir neu.


    Wobei-es mag Zufall sein- betrifft es wieder Schweizer.


    1781 halfen französische Militärs in Neuchâtel ein neues Regiment aufzustellen. Das Regiment wurde nach dem Kommandanten Comte Charles de Meuron benannt: Regiment de Meuron


    Das Regiment bestand aus 10 Kompanien zu je 102 Männern, insgesamt 1020 Soldaten, voll ausgestattet und bewaffnet.


    Direkt nach der Aufstellung begab sich das Regiment in die Dienste der Holländischen East India Company und wurde nach Kapstadt verlegt, wo es am 7.Januar 1782 eintraf. Kurze Zeit später wurde das Regiment mit ziel Ceylon –damals holländische Kolonie- auf der Hermione eingeschifft um dort Truppen abzulösen.


    Seine Feuertaufe erhielt das Regiment bei den Kämpfen um Cuddalore als verbündete Frankreichs 1783. Die Belagerungbegann am 7.Juni 1783 als General Stuart mit Sepoys, sowie den 73rd und 78th Highlanders , sowie dem 101th Regiment die Stadt begann zu belagern.Die Belagerung endete durch einen Friedensschluss, nachdem Suffren am 20.Juli Truppen (mit den de Meurons )in der Nähe landen konnte und dadurch einem Kräfteausgleich herbeiführte.


    Das Regiment diente dann als Garnison in Pondicherry und Teile in Kapstadt. Während dieser Zeit kam es zu massiven Desertationen, sodass das Regiment scheinbar mit Soldaten desRegiment de Wurtemberg ergänzt wurde. Gerade in Kapstadt kam es zu Desertationen, da die Buren die Soldaten als Farmarbeiter abwarben.


    1786 ging es wieder nach Ceylon. In Kapstadt blieben 33 Kranke und Invalide, inklusive ein paar Offizieren. Mittlerweile war der Befehl über das Regiment auf Colonel Pierre de Meuron über. Er war der jüngere Bruder von Charles.


    In den nächsten Jahren wurde das Regiment an Frankreich verliehen, und diente als Marines auf Französischen Schiffen im Indischen Ozean.


    Am 26.August 1795 wurden 2 Kompanien des Regimentes von den Engländern nach der Schlacht von Trincomalee gefangen genommen, als die Engländer Ceylon von den Holländern eroberten. In folge dessen ging die VOC in Ceylon bankrott und war nicht mehr in der Lage Ihre alten Truppen zu bezahlen.


    Der Tradition der Zeit folgend trat das Regiment de Meuron geschlossen in Britische Dienste ein.


    Das Verwundert mich etwas, denn wie kann ich mir der Loyalität und Kampfkraft eines solchen Regiments sicher sein?


    Die Überführung in britische dienste wurde unter vermittlung von Henry Dundas s, Viscount Melville, Brittischer Kriegsminister,uand Hugh Cleghorn, einem Professoran der St. Andrews University . Cleghorn war auch ein Freund des Comte Charles de Meuron.


    Die Verhandlungen dauerten bis 1798, es wurde als Linien Infanterie Regiment mit 2 Bataillonen á 5 Kompanien aufgestellt.


    Alle verbliebenen 860 Soldaten des Regiments wurden mit Ihrem aktuellen Rang in die Britische Armee überführt.Charles de Meuron, erhielt eine Abfindung von 4000 Pfund, Pierre de Meuron wurde zum General der englischen Armee befördert. Hugh Cleghorn bekam 5000 Pfund für seine Mühen und wurde zum Crown Secretary of Ceylon in London.


    Die einfachen Soldaten und Offiziere gingen leer aus. Die offenstehenden Sold Zahlungen der VOC wurden nicht von den Britten übernommen. Sie bekamen für die Zeit von 1795 bis 1796 keinen Sold.


    Das Regiment de Meuron wurde unter den Befehl Arthur Wellesleys gestellt und in seine Armee eingegliedert.


    1799 begannen die Engländer Ihren Feldzug gegen die Mahraten und Mysore. Diese beide indischen Nationen waren den Expansionsbestrebungen der East India Company und Großbritanniens feindlich gesinnt.


    In der folgenden Belagerung von Seringapattamwurde das de Meuron Regiment ausgewählt am 4.Mai 1799 als erstes durch die Bresche zu gehen. Wellesley war voll des Lobes für das Regiment, das tapfer kämpfte und in nichts den britischen Regimentern nachstand und vielleicht sogar besser war als manch britisches Regiment..


    Nach Seringapattam ging das Kommando an Pierre-Frederick de Meuron über.


    Bis 1806 blieb das Regiment in Indien und kämpfte weiter erfolgreich auf Seiten der Engländer.


    Kurios in dieser Zeit war, das die Sepoys und Inder auf die Soldaten des Regiments herabschauten. Da sie Schweizer und keine Engländer waren, dachten die Inder die de Meurons wären Sklaven der Engländer.


    1806 wurde das Regiment als Garnison nach Malta verlegt. Seine Größe war durch die dauernden Kämpfe in Indien stark reduziert.Es sind viele alte Soldatenim Regiment, Invalide und Gefallene reduzierten das Regiment .


    Als es schließlich nach England geschickt wird besteht es noch 35 Offizieren und 132 Soldaten. In England werden sie in Lymington auf der Isle of Wright kaserniert. In Lymington wird die Regiments Depot eingerichtet. Hier wird das Regiment neu aufgestellt, ausgerüstet und neue Soldaten rekrutiert.


    1809 geht es zurück ins Mittelmeer nach Gibraltar, wo es mit zwei weiteren Schweizer Regimentern ein Brigade bilden. Die beiden anderen Regimenter sind das de Roll und de Watteville. Schließlich wieder nach Malta, wo weitere 500 Rekruten zum Regiment stoßen. Meistens sind es ehemalige Deutsche und Schweizer Soldaten, die in Napoleons Armee dienten und desertiert waren.


    Wieder unter Arthur WellingtonsKommando kämpften die Schweizer wo sie benötigt wurden: Spanien, Portugal, Sizilien und Italien.


    1813 wieder in Malta erhielt das Regiment neue Rekruten. Mittlerweile bestand das Regiment aus über 2000 Soldaten: 800 Schweizer, 500 Deutsche, 300 Niederländer und 200 aus dem Alsace. Diese Soldaten schlossen sich lieber der englischen als der Napoleonischen Armee an.


    Im Frühjahr 1813 wurden Teile des Regiments nach Kanada verlegt, um im Krieg von 1812 zu kämpfen.


    Ihr Brigade Kommandant General Oakes schrieb dazu in die Garnisons Befehle am 4.May 1813:


    Lieutenant-General Oakes cannot suffer the Regiment DeMeuron to quit this garrison where they have so long been stationed under his command, without assuring them of the satisfaction which their good conduct and attention to military discipline have constantly afforded him, and which have been equally conspicuous in every rank. The will embark from hence as fine and well appointed a regiment as any in His Majesty's Service.


    The Lieutenant-General has no doubt that by their conduct and gallantry, on the desirable service on which they're are about to be employed, they will confirm the high opinion he has formed of them, and will equally merit the praise and approbation of the General under whose orders they will soon be placed, to whom he shall not fail justly to set forth their merits.


    He begs leave to assure the regiment of his warmest wishes for their glory and success and of the sincere interest he shall ever take in their welfare.

    Quelle: http://ccv.northwestcompany.com/demeuron.html


    Im Teil 2 geht es um die Zeit in Kanada.


    aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Eine sehr interessante Geschichte über ein viel- und wechselseitiges Regiment.


    Gerade in GB hatte man doch kaum bzw. kein stehendes Heer. Und Zusammenkaufen und Austauschen von Teilen eines Regiments war doch auch recht gängige Praxis im 18. Jahrhundert - z.B. hat der Herzog von Braunschweig die Truppen, die er Georg III. gegen hohe Subsidien zur Verfügung gestellt hat, auch anteilig (angeblich bis zu 50%) durch nicht Landeskinder ersetzen lassen.


    Und es war zumindest in Hinsicht auf Verpflegung ein trügerisch sicherer Job - "wes Brot ich ess, des Lied ich sing."

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • einfach klasse was ihr alles weißt !!! echt beeindruckend

    Bei der Lektüre von Sharpe kommt man immer wieder an den Punkt, wo man prüfen will, ob das eine Fiktion oder Realität ist. Eins kommt zum anderen und man recherchiert weiter.
    Bei de Meuron's Regiment, kam dann die Seite zur Reenactment dieses Regiments dazu: ccv.northwestcompany.com.

    Und es war zumindest in Hinsicht auf Verpflegung ein trügerisch sicherer Job - "wes Brot ich ess, des Lied ich sing."

    Klar, der Schilling des Königs, oder die Taler des Landesfürsten brachten sicher oft erstmal sicherheit, vor Hunger, Verfolgung oder Strafe. Das Risiko wird zwar im Gefecht wesentlich höher gewesen zu sein zu sterben als im normalen Leben, aber bis dahin war man oft besser versorgt und lebte einfacher als der normale "Michel".
    Ich hoffe die Tage zu Teil 2 zu kommen.


    Aga


    P.S. Danke das es Euch gefällt.
    :danke:

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Teil 2


    Am 5.Mai 1813 wurde das Regiment von Gibraltar aus nach Kanada eingeschifft. Den Transport übernahmen die Schiffe HMS Melpemone (38), HMS Regulus (44) und HMS Dover (Truppentransporter, die ehemalige franz. Korvette Bellona).
    An Bord waren 1001 Soldaten, 54 Sergeanten, 22 Trommlerjungen, 20 Leutnants, 6 Captains sowie einem Major.Zusätzlich waren 28 Ehefrauen und 28 Kinder auf den Transportlisten verzeichnet.


    Laut einer Musterrolle aus dem Mai 1814 zeigt aber, das mehr Soldatenfrauen mit nach Kanada kamen. Es wird vermutet, das Henri de Meuron-Bayard als Kommandeur auf eigene Rechnung dafür bezahlte. Die Soldliste von Mai 1814 zeigte das das Offizierskorps aufgestockt worden war, und 92 Ehefrauen und 42 Kinder zum Regiment gehörten. Knapp 150 Soldaten waren aus den Listen gestrichen worden.




    Natürlich kann der Zuwachs an Ehefrauen auch auf einheimische Frauen zurück zu führensein.


    Mehr als 2/3 der Offiziere kamen aus der Schweiz, 5 waren Deutsche, der Rest Engländer.


    Während der Musterung in Chambly wurde nach 18 Jahren im englischen Diensten festgestellt, das das Regimentsfarben nicht dem englischen Reglement entsprachen.


    Das Feld der Flagge zeigte einen Schweizer „Sun Burst“ in den Farben der Livree der de Meuron Familie: Grün, Schwarz und Gelb. Anstelle der hellblauen Farbe, wie die Paspelierung und Absätze der Uniformen.


    In dieser Zeit werden viele Offiziere immer wieder nach Europa versetzt, um in der Kings German Legion zu dienen, damit war das Regiment für die Nachfolgenden Operationenmit zu wenigen Offizierenausgestattet waren. Aber das Regiment stand trotz allem in hohem Ansehen, was Disziplin undVerwendbarkeit anbelangte. Wie ein Brief von General R.H.Sheaffe aus Chambly an Sir George Prevost in Kingston vom 9.9.1813 zeigt.


    Zu dieser Zeit wurden auch die Hosen des Regiments von Schwarzen und Weißen Breeches auf graue Hosen getauscht.


    Durch den Krieg in Europa war das Regiment de Meuron eines der wenigenregulären Regimenter in Canada, die Hauptlast der Verteidigung lag auf den Schultern der Kanadischen Miliz.





    "The Regiment De Meuron
    The right wing of this regiment, it is my duty to report to Your Excellency, made a most respectable appearance. The men healthy, effective & fit for service. The Arms and Appointments in excellent order. Their Winter Clothing good & compleat. Their style of marching Order, good - their Packs and Blankets well put on. A very trifling deficiency of Canteens, the only Objection that could reasonably be stated and I am persuaded ay General Office inspecting those companines would have not hesitated to pronounce them fit to take the field. Their Barracks in good Order & look'd at in ten Minutes after the Men had Turn'd out of them."


    In Kanada dienten bereits vor der Verlegung des de Meuron Regiments Schweizer Offiziere, um die ansässige Miliz auszubilden. Man wählte wohl die Schweizer, da sie von den Französisch stämmigen Kanadiern eher akzeptiert wurden als englisch stämmige Offizieren. Bekannt sind 3 Namen: Jocques Prevost (de Geneva), Henry Bouquiet (de Rolle), und Frederic Haldimand (de Yverdon).


    Die Kanadier wollten nichts mit der Amerikanischen Unabhängigkeit oder gar der Französischen Revolution zu tun haben und standen fest zur Krone. Dadurch verdienten sich die Kanadier im Krieg von 1812 das Recht ein Dominion zu werden.


    Kanada war zum Ausbruch des Krieges in 3 Militärbezirke aufgeteilt:


    • Upper Canada um den Lake Ontario herum,
    • Lower Canada und
    • Central Canada, beide in der Province Quebec


    Kommandeur war Lieutenant-General Sir George Prevost, der auch Gouverneur von Kanada war.


    Das Regiment de Meuron bekam die Aufgabe das Richelieu River Valley zu bewachen. Der Richelieu River verbindet den Lake Champlain mit dem St.Lawrence Strom. Am Lauf des Stromes waren verschiedene Forts durch die kanadische Miliz errichtet worden, auf die nun die Kompanien der de Meurons verteilt wurden, um die dort stationierte Miliz zu verstärken.


    Fort William Henry lag an der Mündung des St.Lawrence Stromes, Fort Chambly, St.Jean und Fort Ile-au-Noix (Fort Lennox) das auf einer Insel im Fluss lag.


    Damit die USA ihre Kriegsziele erreichen konnten mussten sie das Richelieu River Valley erobern, da dies das Einfallstor nach Kanada war. Wer hier gewann hatte die Nachschubwege und Kommunikationslinien in Kanada in seiner Hand.


    Die Richelieu Linie war essentiell um die Wege zwischen Quebec (zur Festungsstadt ausgebaut und weniger gefährdet) und Montreal (der Wirtschaftlichen Hauptstadt Kanadas) offen zu halten.


    Die USA hatten zweimal bei La Colle versucht die Linie zu erobern. Im Oktober hielten knapp 500 kanadische Milizen und 2 Kompanien englischer Infanterie eine großen Übermacht standgehalten.


    Die amerikanischen Truppen zogen sich nach Plattsburg zurück. Und waren nun in der Misslichen Lage hier in Plattsburg am Lake Champlain die Hauptroute in die USA zu halten.


    Südlich von Plattsburg kam erstmal keine nennenswerte Truppenansammlung in den USA. Fiel Plattsburg war der Weg offen nach New York und den Rest New Englands.


    Durch die Unterstützung der Schweizer Offiziere und den de Meurons wurde die kanadische Miliz immer professioneller und zu einer schlagkräftigen Truppe, die den anderen Regulären Regimentern in nichts nachstanden.


    Im Winter 1813 / 14 wurden die Garnisonen der Forts auf ein Minimum reduziert und die de Meurons kamen Kompanie weise nach Montreal in die Kasernen und konnten so wenigstens ein wenig Zeit in einer großen Stadt mit all Ihren Vergnügungen verbringen.


    So kam es auch das sieben Musiker des Regiments am 23.Dezember im Dom Notre Dame in Monteal aufspielten.


    Im Frühjahr 1814 kamen die de Meurons in den aktiven Einsatz,das Regiment wurde noch über den zugefrorenen St.Lawrence Strom in Marsch gesetzt, um US Truppen in Chambly abzufangen.


    Die US Truppen standen unter zaudernden Kommando, so dass es zu keinen Gefechten kam. Die Truppen beider Seiten „tanzten“ umeinander und marschierten kreuz und quer um eine vorteilhaftere, überlegenere Position zu erreichen.
    In Teil 3 dann die Frühjahrsoffensive der Englischen Armee 1814.


    aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Hier habe ich ein Bild der de Meuron zur Zeit des 4.Mysore Feldzugs gefunden: Regiment_de_Meuron_Indien.jpg
    Und hier die nicht konforme Fahne: de Meuron Regimental Flag
    Hier noch eine andere Form der Fahne und die uniformen während der Zeit in Kanada: 1813-1816
    die Fahne hat ja schon was einen gewissen Rastastyle... Jamaika lässt grüssen.
    leider finde ich nichts zu den Uniformen aus vor britischer Zeit. Ich vermute aber hellblaue Röcke, da viele holländische Einheiten einen hellblauen Rock trugen und sich diese Farbe in den Aufschlägen und Paspeln der englischen Uniform erhielt.


    Aga

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  • Die Fahne ist echt schräg und von ihrer Art und Farbgestaltung erscheint sie mir einmalig (und ich habe inzwischen so einige Fahnen gesehen ;) )
    toller Bericht Aga! Von den Meurons hatte ich im Waffenjournal (? - ist schon einige Zeit her) mal gelesen, allerdings hörte der Bericht mit der Verschiffung nach Kanada leider auf.

    Fear not men with swords and guns . . .
    Fear the reckoning of the piper who unites them.
    - Unknown-

  • Danke @Arry.

    ...
    leider finde ich nichts zu den Uniformen aus vor britischer Zeit. Ich vermute aber hellblaue Röcke, da viele holländische Einheiten einen hellblauen Rock trugen und sich diese Farbe in den Aufschlägen und Paspeln der englischen Uniform erhielt.


    Aga

    Das war gelogen... :Dpleasantry
    Hier habe ich auf Pinterest ein Bild aus den Zeiten in Ceylon gefunden. Ich haffe man kann das sehen. Und wie ich vermutete, hatten Sie hellblaue Röcke.


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
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  • Interessant, besonders die Regimentsflagge, von deren ursprünglichem Design noch erstaunlich viel in kanadischer Zeit übrig war.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Wenn man den anderen Quellen zu Schweizer Fahnen aus der Zeit glauben darf dann war dieses Flammenmuster weit verbreitet.
    Spannend auch die Fahne der de Wattevilles, die auch für England in Kanada waren, dort ist in der Mitte der Berner Bär angebracht.


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
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  • Teil 3


    Dieses dauernde Marschieren kannten die deMeurons noch von ihrem alten Kommandeur in Indien Arthur Wellesley. Aber es erschöpfte die Kanadischen und amerikanischen Truppen gleichermassen und führte zu Murren auf beiden Seiten.


    General Prevost wurde ungeduldig, da diese Art der Kriegsführung so anders als in Europa üblich war. Soldaten der einheimischen Truppen desertierten in verstärkten Maßen, sodass etwas geschehen musste.


    Im Juli begannen die US Truppen ihre Positionen am Niagara und um den Lake Erie zu festigen. Die Zeit war reif, das die englischen Truppen zum Angriff übergehen.


    Prevost hatte ca. 30.000 Mann unter Waffen und damit mehr Truppen zur Verfügung als die Amerikaner.


    Eine seegestütze Operation wurde geplant, um Washington anzugreifen. Hierdurch würde man jeden amerikanischen Soldaten zwingen von der Grenze nach Süden zu ziehen, und damit der englischen Front in Kanada eine starke Entlastung bringen.


    Mit 11.000 Mann marschierte Prevost am 31.August in zwei Kollonnen Richtung Westen zum Lake champlain. Die rechte Kolonne wurde von den Major General‘s Power und Rottenburg kommandiert. Die Linke wurde von Major General Brisbane kommandiert. In dieser Kolonne marschierten die deMeurons.


    Am 4.September erreichten die Truppen das Dorf Chazy. Die sich zurückziehenden Amerikaner hatten die Strassen und Brücken im Dorf mit Bäumen blockiert. Es kam zu ersten Gefechten zwischen der englischen Vorhut und amerikanischer leichter Infanterie. Die Amerikaner zogen sich nach leichtem Widerstand zurück.


    Am 6.September kamen die anglo-kanadischen Truppen in die Nähe von Plattsburg. Die Amerikaner hielten mit gut 300 Soldaten unter General Alexander Macomb Kontakt zu den englischen Truppen, verweigerten aber den Kampf (wen wundert es). Sie zeströrten die Brücke über den Saranac und zogen sich in die Festung von Plattsburg zurück. Wobei Festung scheint übertrieben zu sein, bestand sie doch nur aus ein paar Blockhütten sowie drei starken Schanzen (Moreau, Scott und Brown).


    Plattsburg wurde durch die Englischen Truppen eingeschlossen. Nur eine Lücke in der Bay of Cumberland blieb frei. Diese wurde durch die US Flotte freigehalten. US Captain Thomas Macdonough hatte vier Schiffe, sowie 10 Kanonenboote zur Verfügung.


    Den deMeurons wurde der Bereich an der Bay zugewesen, sodass sie in den Fuerbereich der amerikanischen Schiffe kamen. Erlitten aber nach den Berichten von Leutnant Charles de Goumoens und Leutnant Gaffenried , beide vom Regiment Meuron, nur leichte Verluste bei dem Beschuss durch die amerikanischen Schiffe.


    Um die Engländer aus Plattsburg zu halten und die Flotte zu schützen schossen die Amerikaner plattsburg Haus für Haus in Brand. Die deMeurons kämpften um jedes Haus und Ihre leichten Kompanien stachen wie Wespen die Amerikaner, aus den Häusern wurden Ziele im Fort und den Schanzen unter Feuer genommen. Die Kämpfe dauerten bis zum 7.September an.


    Der US General Macomb beklagte sich in einem Brief an den US Kriegsminister über die Schlagkraft der leichten infantrie der de Meurons, die ihn Tag und Nacht unter Feuer hielten und so seinen Truppen keine Atempause liessen. Dadurch sah er sich genötigt die Häuser in Brand zu schiessen.


    Die Offiziere der de Meurons wollten freier agieren und das Fort attakieren, sie wurden aber von Prevost zurückgehalten, da man erst wollte, das die heranrückende englische Flotte die US Schiffe aus dem Hafen vertrieb. Als dies nicht klappte und die de Meurons endlich angreifen konnten, war es zu spät. Die Kanonen des Forts die anfänglich die US Flotte unterstütz t hatte, konnten nun die angreifende anglo-kanadische Infanterie beschiessen. So wurde der Angriff blutig zurückgeschlagen.Als nun noch Gerüchte über starke anrückende amerikanische Verstärkung aufkamen entschied Prevost sich am 11.September abzurücken.


    In der Nacht vonm 11. auf den 12.September zogen sich die Artillerie und die meissten anderen Einheiten zurück, Verwundete und jede Menge Ausrüstung und Munition blieben zurück. Nur die deMeurons blieben und deckten den Rückzug. In der darauffolgenden Nacht zigen sich dann auch die deMeurons zurück.


    Wieder waren die Leichten Kompanien der de Meurons die allerletzten die sich zurückzogen. Ganz wie man es von den leichten Kompanien – den Schützen- kannte.


    Im Nachgang wurde Prevost vielfach kritisiert, nicht auf seine kriegserfahrenen Offiziere des deMeuron Regiments gehört zu haben. Ein taktischer Fehler wurde begangen und warf den Feldzug zurück.


    Nach mehreren erschöpfenden Tagen des Rückzuges kam es zu einem Kollaps der anglo-kanadischen Truppen. Im Marschlager wurde der Generalstab mit General Prevost von den zerlumpten und erschöpften englisch kanadischen Truppen ausgebuht und –gepfiffen. Nur das Regiment deMeuron erwies seinem Oberkommandierenden den nötigen Respekt und stand in vorbildlicher Haltung in Reih und Glied.


    Dies war das Ende der Plattsburgkampange.


    Der Krieg verlagerte sich von der Kanadischen Grenze in das Mississippi Delta.


    Am 9.Januar 1814 wurde den Soldaten und Offizieren des deMeuron Regimentes angeboten, in die kanadischen Milizregimenter zu wechseln. Am selben Tag veröffentlichte die Montreal Gazette einen Brief vom Kommandeur der kanadischen Miliztruppen an das Regiment:



    "We must thank you Lieutenant-Colonel de Meuron-Bayard, for your assistance and good wishes we bestow to the non-commissioned officers of his regiment, for presiding over your instructions, zeal and activity deserve your recognition and I close a pleasure to testify all my recognition of their command. Long live the Regiment de Meuron..."
    (Signed P. de Boucherville Lieutenant-colonel).


    Schliesslich wurde am 11.Mai 1816 der Befehl zur Auflösung gegeben:



    "The officers, non-commissioned officers and soldiers that desire can settle in Canada, at the Colony of Rideau by Saint-Thomas. With grants allocations of land: 1200 acres for the Lieutenant-Colonel, 1000 for a Major, 600 for a Captain, 200 for a Sergeant and 100 for a soldier, with two months of wages as gratitude."


    Spannend finde ich das den Soldaten ein Verbleib in Kanada als Siedler sehr schmackhaft gemacht wurde.


    Am gleichen Tag wurde das andere Schweizer Regiment in Kanada, die deWatteville’s, aufgelöst.


    343 de Meurons nahmen das Angebot an und wurden Farmer in Kanada.


    Am 31.Juli 1816 wurden diejenigen, die nicht in Kanada bleiben wollten an Bord des Navy Wachschiffs Alexia nach Harwich gebracht, wo sie am 15.September eintrafen.


    An Bord waren 72 Offiziere, 37 Sergeants, 22 Corporals, 7 Trommler und 232 einfache Soldaten.


    Die Invaliden wurden in das Royal Hospital Harwich gebracht.


    Am 24.September 1816 wurde das Regiment offiziel aufgelöst.


    Die Feierlichkeiten fanden in Anwesenheit der Offiziere Lieutenant-Colonel F.-H. de Meuron- Bayard, Majors E. de May, N. Fuchs, Captains R. de May, C. de Rham, P. Lardy, Lieutenants F. Lardy, C. de Goumoens,
    J. -D. Dombre, A. de Loriol, L. Simoneau, Chs.-C. de Meuron, W. Griesback and Th. Leonard statt.


    Die ehemaligen Offiziere und Soldaten wurden in Lymington kaserniert und entwaffnet, von wo sie nach Europa reisen konnten. Die Offiziere erhielten 2 Monate Sold, alle anderen erhielten eine freie Überfahrt sowie 28 Schilling Reisegeld. Alle durften Ihre Uniformen, Mäntel und Haversacks behalten.


    In den Listen der Horseguards blieben über die Jahre noch die Offiziere auf Halbsold erfasst: 1817 waren es 38 Offiziere,22 im Jahr 1830, 11 1840 und schließlich 7 im Jahr 1850.


    Der Letzte Eintrag erfolgte 1863 als Captain A. Dardel starb, 82 Jahre nach Gründung des Regimentes.



    aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“