SMS Trinkstein in schweren Wellenbergen

  • Damit ich nicht auf meinem Wege zur Weltherrschaft als Holzwurm zu schnell entdeckt werde, hier ein Baubericht der mit härteren Geschützen auffährt.


    Ich habe mir hierfür ein seltener zu sehendes Modell entschieden, die SMS Trinkstein, eine zweimastige österreichische Glattdeckfregatte der 80er Jahre.


    Bei diesem Modell möchte ich eine kleine Vignette erstellen und einige Versuche der realistischen Umgebungsgestaltung ausprobieren.


    Zuerst ein Mal das Spielfeld bestimmen ...


    ... und mutig für die mittlere Größe entschieden, Wellenberge aus Styropor erstellt ...


    ... eine Bodenplatte für eine gute Auflage des Wasserlinienmodells eingelassen ...


    ... und fleißig mit Modellgips ausgeformt.


    Und jetzt alles gut trocknen lassen.


    XXXDAn

    Der will doch nur spielen ...

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  • Noch ein paar Hintergrundinformationen zum Schiff:


    Die SMS Trinkstein ist ein Schiff der österreichischen Gebirgsmarine der späten Stonehenge-Klasse, zu erkennen an der Heckform, die das Kreuzerheck schon vorwegnahm. Länge über alle Steine ist ca. 7,635 Klafter bei einer größten Breite von ca. 6,7 Ellen, was einer Verdrängung von ca. 3.200 Schiffspfund. Besatzung betrug in der Regel einige Mann.


    Die Bauweise dieser Schiffsklasse ist auf ihre Art einzigartig, ich werde nachher noch weiter darauf eingehen. Richtungsweisend war die frühe Verwendung von nichtkonischen Masten, die meist nur mit Stagsegeln gefahren wurden und dem stehenden Gut aus Stahlseilen. So kann in den rauen Einsatzgebieten eine hohe Sicherheit gewährleistet werden. Auch der speziell an diesen Schiffen zu findende Heavy-Duty-Heavy-Metal-Bug ist den schwierigen Fahrwassern geschuldet.


    An die Daten ist sehr schwierig zu bekommen, da diese Schiffe nur an sehr geschützten Orten auf Reede liegen, da sie dem Gegner wahrscheinlich wie ein Stein im Magen liegen sollen.


    Gruß, Daniel

  • Auf die Besatzung werde ich nachher noch tiefer eingehen. Also ich denke, dass die SMS Trinkstein so mit 12 Knoten durch die Gegend gepflügt ist.


    Nachdem endlich trocken und es geht weiter mit der Arbeitsvorbereitung. Zuerst die Bausatzvorstellung: Ein Beutel Aquariumskies weiß :-)

    Und jetzt die Sträflingsaufgabe: Sortiere nach Farbe ...


    ... und es gibt ein Schälchen weiß und ein Schälchen bunt.


    Danach die nächste künstlerische Betätigung: Gestaltung der Oberfläche mit Beize, dadurch kommt ein lebhaftes Farbenspiel zustande ...


    ... und dann gleich die erste Besonderheit der Stonehenge-Klasse, der massive Edelstahlbug. Bedingt durch die schweren Fahrtwasser ist diese massive Bauweise von Nöten.


    Als nächstes kamen die massiven Steinlagen der Breasthooks dran, die dem Scheg den nötigen Rückhalt geben.


    Auch die Seiten bekommen ihre Verstärkung bis hin zum Kreuzerheck. Die ersten Baugruppen der Stonehenge-Klasse hatten scheinbar noch einen weniger ausgeprägten Abfall zum Heck hin, dies ist eine Besonderheit der späten 80er Jahre Baugruppe, die auch die SMS Urgestein und SMS Federleicht umfasst.


    Auch die Boje mit der weiß-roten Markierung wurde mittlerweile gelegt, jetzt kann nichts mehr schiefgehen.


    Und wer´s nicht glaubt soll selber schaun :-)
    Werftbesuch bei der österreichischen Gebirgsmarine
    http://www.ageofsail.de/forum/viewtopic.php?f=46&t=589


    Gruß, Daniel

    Der will doch nur spielen ...

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  • Bei meinem konspirativen Werftrundgang konnte ich unter Einsatz meines Lebens eine kurze Skizze der Takelage anfertigen.


    Die beiden nichtkonischen Edelstahlmasten besitzen bei 2/3 der Höhe dreieckige Auslger zur Führung der Wanten. Ich nehme an, dies hat mit den mitunter stürmischen Winden zu tun, die in dieser Umgebung meist herrschen.
    Zuerst habe ich diese angelötet ...


    ... dann die starken massiven Kielschweine installiert um die Masten setzen zu können.


    Die Wanten und Stage sind aus verdrilltem 0,1 mm Kupferdraht gefertigt und silber angstrichen.

    Der will doch nur spielen ...

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  • Hier begann auch die schwierigste Phase des Baus, die mächtige Bugwelle, die das Schiff beim Pflügen durch die Almwiesen vor sich herschiebt. Die aufreisende Grasnarbe, die kleinen weißen Kalksteinbrocken dieses Karstbodens, das Knirschen der Erdbewegung - ja das alles soll fühlbar sein.


    Dazu wurden kleine Grasschnipsel, Steinchen und kleine Buschteile dem zermartertem Boden beigefügt, so dass die Urgewalten, mit denen dieses Schiff durch die Elemente bricht auch zu erahnen sind.


    Von ober ist das Wellenmuster wie folgt ...


    ... wobei auch auf die Strudelbildungen im Heckbereich viel Wert gelegt wurde.


    Bedingt durch das sehr zähe Element kommt das Schiff mit sehr wenig Freibord aus ...


    ... und auch schon das Schiffsmaskottchen hat sich eingefunden :-)


    Lieber Gruß, Daniel

  • Maßstab ist 1 zu 74,63 und das Gras ist eine Sommergrasmatte aus dem Eisenbahnerbedarf :-)


    Und damit unserem Maskottchen nicht so langweilig wird, habe ich ihm natürlich auch eine Besatzung zum Spielen mitgegegebn. Dem Modellmaßstab am nächsten kamen hier die klassischen HO Figuren, und wie es der Zufall so will, sind von einem Messeexponat vor ein paar Jahren einige übrig :-)


    Zuerst der Scheff im Ring. Hier musste ich eine für mich neue Modellbaudisziplin ausprobieren: das Micro-Origami.


    Wie das geht, wie Origami, nur kleiner, hier das Ausgangspapier, 10 mm x 10 mm groß, ...


    ... auf die Hälfte gefaltet, zweimal neu beschnitten, resultierender Weise nur noch 5 mm x 5 mm klein, untere Hälften je beidseitig nach oben, die mittlere Lage im 45° Winkel gegengekniggt - und, dämmert es schon? - ...


    ... der kleinste Papierhut den ich je hinbekommen habe :-) :-) :-)


    Der Hut "flooded with CA" (mein Lieblingszitat aus den Reed-Büchern), Schlips weg, neue Weste mit Spitzen unten, Rockstöße aus Papier, a bisserl Farbe drauf und hier steht er nun, unser schmucker Marineoffizier :-)

    Der will doch nur spielen ...

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  • Auch der Rest der Mannschaft ist frisch aus dem Presswerk eingetroffen, vorne die Crew und hinten links der Lotse, ...


    ... wieder ein bisschen Farbe drauf, ich habe mich hierbei für die weiß-blauen Paradeuniformen entschieden.


    Eine Lage Zellstoff eines Tempotaschentuchs bildete die Grundlage für diverse Stagsegel, Flagge und Signalwimpel ...


    ... und so konnten gleich die wichtigsten Nachrichten gesetzt werden :-)


    Und da steht er nun, mit stolz geschwellter Brust, unser schmucker Marineoffizier, Beherrscher der Almwiesen und Glücksklees in seinem mächtigen Schiff und freut sich einen :-)


    Lieber Gruß, Daniel, Flachlandtiroler

  • ... da segelt sie nun dahin, diese stolze Fregatte, das Sturmklüver gebläht, gebläht durch die Verderben bringende Entfaltung roher Kräfte des rauen Windes, hier wird sie getrieben und durch ihr Element gejagt, durch die schweren Wellenberge rollend, mit stolz geschwellter Flagge, von der Mannschaft zum Äußersten forciert, dem nahen Abgrund ins Auge schauend.


    Die Mannschaft ist am kämpfen, die Erde spritzt, jeder Handgriff sitzt. Mit traumwandlerischer Sicherheit führt unser Kapitän den Stolz der österreichischen Gebirgsmarine zu neuen Ufern ...


    ... my Heart will go ooooo-o-ho-o-n ...


    ... und die Mannschaft verschmilzt zu einem Ganzen.


    Doch was ist das?!? Der Lotse hat das Schiff verpasst? Steht er noch an fernen Gestaden und wartet darauf aufgenommen zu werden? Dies in diesen gefährlichen Fahrtwassern? Schnell das blau-gelbe Signal gesetzt ...

  • ... doch er, er bleibt ruhig ...


    ... denn er ist bestens gerüstet ...


    ... und so steuert er ruhig und beflissentlich in Richtung Sieg :-)


    Liebe Grüße, Daniel


    ... keine Angst, der will doch nur spielen ...

    Der will doch nur spielen ...

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