HMS Mercury - Fregatte der Enterprize-Klasse; Shipyard-Kartonmodell, 1:72

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    • Stimmt. Bisher konnte sie nur auf Hundewache...

      Aga
      John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.
      „Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
      Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“
    • Aye, Mate!

      Webeleinen knüpfen ist aber wirklich eine fast schon meditative Arbeit. Nicht verkehrt da es mir dann so geht, daß ich rundum alles andere vergesse. Aber, lieber Bonden, jetzt kommen die, zumindest für mich, spannendsten Arbeiten wenn es an die Takelung des laufenden Gutes geht.
      Welch Triumph wenn man z.B. eine Brasse betätigt und das entsprechende Segel willig rumkommt.

      Weiterhin viel Vergnügen beim Takeln.

      Best regards and cheerio!

      Angarvater
      To the optimist, the glass is half full.
      To the pessimist the glas is half empty.
      To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.
    • Ahoi @Angarvater ,

      nun, bis es mit dem laufenden Gut losgeht, dauert es noch ein wenig. Derzeit sind die Pardunen und die beiden Stage für die Vorstenge in Arbeit, dann fehlen noch Klüverbaum und Bramstengen mit dem ganzen Taugedöns, und dann endlich starte ich in den nächsten spannenden Abschnitt. Und ja, du hast völlig Recht: Ich erinnere mich noch gut an das Auftakeln der Papegojan - was für eine Freude, durch ein Ziehen hier genau die Reaktion dort hervorzurufen, die ich erwartet hatte.
      Aber so mit Blick auf geschätzte zeitliche Abläufe vermute ich mal, dass ich mir, bevor ich mich an das laufende Gut mache, nochmal praktische Übungen beim diesjährigen Frühlingssegeln auf der Hendrika Bartelds verschaffen werde. ;)

      @all: So, und nun noch etwas für euer aller Genugtuungsfaktor: Ich hab wieder was abgerissen. :D Und: Nein, nichts, was ein erneutes Webleinenknüpfen erfordern würde. Es sind erneut die Scheibenklampen an den Stengetops. Beim Anbringen der Pardunen an der Vorstenge war plötzlich der Platz zu Ende, und da fehlten noch die beiden fliegenden Pardunen sowie eine später hinzukommende Flechtung, über der die Augstroppen für Blöcke des Drehreeps hinkommen; ein Stropp mit Leitkausch für das Großbramstag kommt dann auch noch dazu. Also muss ich mir für diese Scheibenklampen etwas einfallen lassen. Nun ja, wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass mir auch die mittlerweile dritte Variante nicht wirklich gefallen hat, insofern hält sich meine Trauer über den erneuten Abriss in Grenzen. :whistling:
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    • Gut das du keine zöllige Schieber oder muffenfittinge verlöten musst...

      Aga
      John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.
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    • Die Vorstenge konnte hinsichtlich des stehenden Gutes zum Abschluss gebracht werden. Alle Pardunen sind dran und auch die beiden Stage. Letztere waren hinsichtlich ihrer Führung recht interessant: Ihr alle erinnert euch selbstverständlich an mein Posting vom 15. Januar 2016, in dem ich schrieb:

      Bonden schrieb:

      Den Bugspriet sieht man ja weiter oben schon mal rumliegen. Aber da war noch ein wenig zu bauen. Das hier sind Teile für die Violine, ein Teil bzw. zwei Teile, welche an das Ende des Bugspriets zu bauen sind.
      Sie sind mit Scheibgatts ausgerüstet und dienen dann später zur Befestigung des Vorstengestags und Vorstengeborgstags.
      Und seitdem fiebert ihr ja täglich dem Tag entgegen, an dem die praktische Anwendung des damals beschriebenen Teils nun endlich gezeigt wird. Unzählige Anfragen per PN gab es ja nur deshalb nicht, weil ihr richtigerweise eingeschätzt habt, dass hier permanentes Nachfragen und Drängeln eher kontraproduktiv wirkt. So habt ihr euch dankenswerterweise in Geduld geübt - und dafür sollt ihr heute belohnt werden. ^^
      Beide Stage werden wie alle bisherigen Stage auch so gefertigt, dass zuerst einmal ein Ende gekleedet und mit einer Stagmaus versehen wird. Dann wird in das Ende ein kleines Auge eingespleißt, das so eng sein muss, dass die Stagmaus da nicht durchrutscht. So erhält man ein großes Auge für das jeweilige Stag. Klingt jetzt viel komplizierter als es ist, siehe hier:


      Das dünnere ist das Vorstengeborgstag. Nun werden beide Stage durch die im Zitat erwähnte Violine geführt. Dann wird in das Ende jeweils ein Violinblock eingebunden. Ein Einfachblock wird an einem Ende mit einem Taljereep und am anderen Ende mit einem Haken bestückt. Neben den Bugspriet wird in den Bug auf jeder Seite ein Augbolzen eingesetzt. Jetzt wird das Taljereep durch die untere Öffnung des Violinblocks, dann durch den Einfachblock und abschließend durch die obere Öffnung des Violinblocks geführt. Den Einfachblock haken wir in den Augbolzen ein, ziehen diese Talje zum Steifsetzen des Stages straff, führen die holende Part durch den Augbolzen und belegen dann die Talje um sich selbst. Und so sieht das dann aus:

      Direkt über Freddys Kopf verläuft das Vorstengeborgstag. ;)

      Und zum Schluss noch eine Gesamtansicht:


      Alles klar soweit? ;)
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    • Ja @Bonden, da hast Du uns vollkommen richtig eingeschätzt. Es hat uns innerlich förmlich zerrupft, endlich die Auflösung zu erfahren.

      Spaß beiseite, Du hast es wieder richtig gut erklärt und falls ich jemals eine Fregatte aufzutakeln habe, werde ich Dich ganz vertrauensvoll mit dieser Aufgabe betrauen, denn ich glaube, Deine Arbeit hier unterscehidet sich nur durch den Maßstab von der Realität.
      Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)
    • Das gibt's doch nicht. Man sollte eben nicht leichtfertig irgendwelche Aussagen treffen, bevor man nicht seinen Schrage auswendig gelernt hat. Da lese ich doch jetzt auf Seite 118 zum Baumtopnant des Besanbaums:

      Schrage schrieb:

      Die Mitte der Leine, die Bucht, befestigte man am äußeren Ende des Baums mit einem Webleinenstek (Abb. 338).

      Ok, ihr habt die Genugtuung, dass ich mit diesen Knoten an diesem Schiff doch noch nicht fertig bin, ich habe die Genugtuung, dass dies auch ohne vorherigen Abriss möglich ist. :D
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    • Du bekommst ein Fleisskärtchen@'Bonden'

      Topp!

      Aga.
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    • So, alles wie immer:


      Hmm, da habe ich mich schon ein wenig über mich selbst geärgert. Da blättert und liest man immer und immer wieder im Schrage, und dann übersieht man eben doch etwas.
      Also, worum geht es denn bei diesem Abriss? So wie auch schon eine Etage tiefer für die Fockrah sowie die Großrah müssen auch für die Marsrahen Vorbereitungen zum Befestigen getroffen werden. Auch hier wird das wieder eine Kombination aus Blöcken und Taljen, und auch hier geistert wieder der verwirrend klingende Begriff vom Drehreep über die Helling. An der Rah wird später in der Mitte ein Doppelblock angebracht sein, der dann Drehreep-Block heißt. Seine Partner sind zwei sog. Flachseitenblöcke, die an beiden Seiten des Stengetops mit langen Augstroppen angebracht sind. Diese Flachseitenblöcke heißen so, weil sie schmaler sind als normale Blöcke. Der Platz unmittelbar unter der Saling ist nicht so üppig. Ich zeige euch jetzt die entsprechende Passage an der Fockstenge, an der Großstenge ist es dann im Prinzip identisch.
      Ich feile also zwei Einfachblöcke auf beiden Seiten um einen reichlich halben Millimeter runter. Klingt wenig, ist aber dann echt ein Platzgewinn. Dann werden die hellen Stellen wieder in ein freundliches Eiche-dunkel gebeizt und schließlich in gekleedete Taureste eingefasst. Die Stropps bekommen am anderen Ende ein kleines Auge.

      Warum nun die durchgeschnittenen Taljen auf dem ersten Bild? Nun, die beiden Augstroppen mit den Flachseitenblöcken liegen sehr eng gequetscht unter den Stagen, und da ich sie da nicht mit Gewalt drunter zerren wollte, blieb halt nur das erneute Losmachen der Taljen. Die beiden Vorstengestage hatte ich bereits richtig festgemacht, also mit Leim und so, so dass mir nur diese Variante blieb. Das ist aber völlig unproblematisch, ich muss dann hinterher nur an den Einfachblock am Ende der Talje ein neues Taljereep anbringen und dann wieder Violinblock und Einfachblock wie bereits weiter vorn beschrieben erneut verbinden.
      Durch die Augen der beiden Stroppen wird dann mehrmals ein Tau gezogen, so dass eine kleine Flechtung entsteht. Darüber binde ich dann ebenfalls an jede Längsseite des Stengetopps ein Drehreep an. Das sind Taue, die zuerst durch jeweils eine der beiden Scheiben des Doppelblocks an der Rah und dann durch den jeweiligen Flachseitenblock laufen. Am holenden Ende der Drehreeps werden später Doppelblöcke eingebunden, die dann den oberen Teil der Marsfallen bilden, einer Arbeitstalje, dessen unterer Block auf den Rüstbrettern eingehakt wurde.
      Und so sieht das aus, wenn es fertig ist - also das am Stengetop. Um diesen ganzen theoretischen Kram so richtig begreifbar darzustellen, bedarf es noch ein wenig Zeit; das seht ihr dann, wenn ich beim Anbringen der Marsrahen angekommen bin. ^^


      Zu guter Letzt kam dann noch ein Stagkragen mit einer Leitkausch oberhalb dessen, was da schon alles am Stengetopp angebracht ist. Dieser dient dann der Führung des Großbramstags.


      Wer den Schrage hat, schaut sich dazu Abb. 244 an, die erklärt all das, was ich hier versucht habe zu schildern, mit einer Zeichnung wunderbar. :D

      Und warum ich letztendlich feststellen musste, dass ich die Stage gar nicht hätte lösen müssen, verrate ich nicht. Und ich habe alles so fotografiert, dass man das auch auf den Bildern nicht wirklich erkennen kann. Mal schauen, ob die Rätselfüchse unter euch die Antwort herausfinden. :P
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    • Alles easy....

      Aga
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    • Neu

      So, nach oben geht ja noch was, also los. "David Winters Bramstengen-Almanach" geschnappt und genau nach Anleitung die erste Bramstenge gesetzt. Ich arbeite mich wieder von hinten nach vorn und beginne also am Besan. Das ist auch die kleinste Bramstenge, und dennoch braucht sie auch viel Zuwendung. Zuerst habe ich das eh schon dünne Hölzchen am oberen Ende noch etwas dünner gefeilt und damit den Stengehummer herausgearbeitet.
      Dann wurden in den Stengehummer zwei Löcher gebohrt, die als Scheibgat später zur Führung des Drehreeps für die Besanbramrah dient.

      Anschließend wurden die Bramwanten hergestellt. An jeder Seite gibt es zwei, also werden sie paarweise aufgelegt. Ein gekleedetes Auge mit einer schmucken Plattbindselung darf auch bei diesen sehr dünnen Tauen nicht fehlen. Geschlagen habe ich sie aus 3 x 0,07mm Polyestergarn. Das entspricht umgerechnet in etwa der Stärke, wie sie im Marquardt angegeben ist. Stärker durften sie auch nicht sein, ansonsten hätten sie nicht durch die Löcher an den Enden der Quersalinge gepasst.
      Und da gab es auch wieder eine kleine, nun schon fast gewohnte Herausforderung: Oben die Notwendigkeit, das Wantpaar mit einem Auge zu versehen, unten müssen an die Enden Kauschen eingebunden werden. Und dazwischen liegen die Löcher der Quersalinge. Klar, ich entscheide mich dafür, die Augen "an Land" zu fertigen, dann das Wantpaar um den Stengetop zu legen, die Enden durch die Salinge fummeln und dann freihändig die Kauschen einbinden. Und nicht zu vergessen: Die Bramwanten weisen noch eine nette Besonderheit auf. Unterhalb des Auges wird noch zwischen die beiden Wanten eine Kausche eingebunden, die später zur Führung der Bramtopnanten benötigt wird.


      Um die Wanten steifzusetzen, habe ich vorschriftsmäßig von hinten an die Marsjungfern Stropps mit Kauschen befestigt. Mit einem Taljereep werden dann die Kausche am Wantende und die im Stropp verbunden, und schon sitzt das Wanttau straff und fest. Aber Vorsicht! Nicht zu doll das Taljereep anziehen, da sich die dünne Stenge schnell gefährlich weit den Zugkräften beugt.
      Ich stelle sehr schnell fest, dass hier mehr Augenmaß gefordert ist als weiter unten. Und was man dabei auch immer bedenken muss: Die dünnen Quersalinge sind auch nur aus Karton, also doppelt vorsichtig sein beim Ziehen. :huh:
      Nachdem die Wanten dann ordentlich straff waren und die Stenge noch immer brav eine sehr senkrechte Haltung einnahm, kamen die Pardunen an die Reihe. An jeder Seite eine, und stolz setzte ich diese auf meinem vor kurzem neu konstruierten kleinen Rüstbrett fest.

      Nun fehlte zum vollständigen Glück nur noch das Besanbramstag. Dieses wird nicht wie die unteren Stage mit großem Auge und Stagmaus gefertigt, sondern lediglich mit einem engen, den Stengeumfang umfassenden Auge aufgelegt. Achtern am Großstengetop wurde ein Leitkragen mit Kausche angebracht, durch den dann das Stag zur Marsplattform lief. Auch hier wieder freihändig eine Kausche an das Ende gebunden und diese dann mittels Taljereep mit dem Schenkelstropp im Großmars verbunden und steifgesetzt.


      So, hab ich euch jetzt restlos verwirrt? Ok, hier noch zwei Bilder, die das fertige Ergebnis zeigen:
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