Ken Follett: Kingsbridge Zyklus

  • Ja.

    Ich habe nun alle 4 Romane um den Roman. "Die Säulen der Erde" als Epub.

    Über Weihnachten, weill es im Krankenhaus zwar gemütlich ist, aber leider nicht besonders Unterhaltsam, habe Ich den Vorläufer der Säulen gelesen.

    Angenehme 730 Seiten.

    Das Schema ist ein Typischer Follett. Recht unterhaltsam aber mit Sicherheit kein Bestseller. Dazu werden zu viele Charakterschablonen genutzt.

    Reiche Adelige Frau, unglücklich mit einem Blödmann verheiratet. Ein Handwerklich geschickter junger Mann der einer von Normannen ( Wikingern) getöteten Frau hinterhertrauert und den es in ein kleines Kaff verschlägt, eben dem erst gegen Ende des Romanes umbenannten Kingsbridge. Überigens, wer hätte das gedacht. Der Junge Mann ist der Erbauer der ersten Kathedrale von Kingsbridge, nachdem eine Reihe von fiesen Intrigen und hin und her bewältigt wurde. Und, nachdem der Ort, um eine ehemalige Fährstation gebaut, eine Brücke erhält ( Nach einen bösen Brandanschlag und dem Geschickten Taktieren des Priors des dazugehörigen Klosters, erhält Kingsbridge seinen neuen Namen und per Königlichem Dekret Marktrechte,Stadtrechte und einen Schutzbrief für die Brücke)


    Nun und Böse Adelige in Shiring sowie Fiese Ehrgeizige Bischöfe gibt es auch....verwand und verschwägert mit der Aldermannfamilie zu Shiring.


    Aber ein paar Fragen bleiben bei mir stehen..... zum Inhalt und der Historischen Recherchegenauigkeit des Herren Follett.


    1.) Gab es um 997 herum bereits Syphilis? Meine Recherchen haben, und das mag Fehlerhaft sein, ergeben, Syphilis wurde erst später in Europa eingeschleppt. und zwar aus Amerika.

    2.) Und hier habe Ich nicht wirklich etwas brauchbares gefunden, welche Währung war in England um 997 gültig. Gab es den Farthing überhaupt schon? Beim Googeln habe Ich den Farthing als Geldwert erst viel später gefunden. Offizielles Zahlungsmittel erst ab dem 13ten Jahrhundert bezeichnete man den Farthing um 900 herum ( Alfreds England und Nachfolgekönige) als eine geviertelte silberne Pennymünze, aber nur als gehackte Version und nicht als geprägten Bestandteil der Währung. Das sogenannte Hacksilber wurde von Cornwell im Uhtred Zyklus als von Armreifen oder Schmuckstücken abgeschlagene Silber für mich wesentlich schlüssiger beschrieben und auch Historisch erwähnt.

    Aber, gab es eventuell um 997 herum ( König Ethelred ) eine Pennymünze, die bei Bedarf geviertelt wurde??


    Vieleicht weiss hier im Board jemand Rat :loriot

    There is no dark side in the moon, really; [as a] matter of fact it’s all dark.

    Es gibt beim Mond keine dunkle Seite; tatsächlich ist er ganz dunkel.

    – Gerry Driscoll


    In der Werft: HMS Alert 1:96, Kartonmodel

  • Die Säulen habe ich auch vor Jahren gelesen.

    Ja unterhaltsam, sehr schablonenhaft, über die Recherche habe ich mir keine Gedanken gemacht.

    Zu den Münzen weiß ich nix, bin kein Numismatiker.

    Bei der Syphilis bin ich bei Dir, meines Wissens nach aus Amerika „importiert“.

    Daher ja auch zuerst spanische Krankheit, Franzosen Krankheit usw.

    Aber es wird ähnliches gegeben haben (Tripper, Lues), die früher unter einem Krankheitsbild zusammengefasst wurden.


    Aga

    Gentlemen, when the enemy is committed to a mistake, we must not interrupt him too soon.

    Adm. Horatio Nelson

  • Ja, Ich denke auch. Wenn der Autor sich auf normale Krankheitsbilder beschränkt hätte, Ich wäre nicht Stutzig geworden.

    Er hat die Symptome und den Verlauf der Syphilis aber so eindeutig und unwiederlegbar beschrieben. Niemand würde auf die Idee kommen auf einen Tripper oder Lues zu schliessen. Wörtlich wurde auch der " Harte Schanker" genannt und das ist nuneinmal Syphilis. Die Geschwüre am Körper und im Gesicht, sowie die Veränderung der Persönlichkeit im Forgeschrittenen und Endstadium lassen sogar bei dem Goodwill eines Übersetzungsfehlers keinen Spielraum.

    Das hat mich bei meiner Bewertung des Romanes " Kingsbridge" , also Chronologisch ersten Teiles des Zyklus, deutliche Abstriche machen lassen. Mit sovielen zeitlichen Zwischenräumen von Band zu Band der Reihe, hätte Ich mehr Genauigkeit erwartet.

    Für Freunde von Unterhaltungsliteratur grossen Umfangs, die auch einmal "fünfe" gerade sein lassen, trotzdem sicher Lesenswert.

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    – Gerry Driscoll


    In der Werft: HMS Alert 1:96, Kartonmodel