Russische Brigg Olymp, 1817, in 1:96, von ShipWorks - Kartonmodell

  • Ist sicher Geschmackssache, aber ich mag diese künstlich gealterten Modelle überhaupt nicht. Als wären sie schon in dem Zustand aus der Werft gekommen. Bei Flugzeug- und Panzermodellen ist diese Manie noch ausgeprägter.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Ich kann euch beruhigen, das Kupfer ist bereits ganz leicht angelaufen; ich bin noch nicht zum Lackieren gekommen und finde das auch ganz gut so, wie es sich entwickelt. Aber jetzt am Wochenende werde ich auf jeden Fall die Zaponsprühung vornehmen.


    Heute ging es aber erstmal in die pure Kartonfreude. Schneiden, sticheln, anpassen, kleben - so Sachen eben.

    Für die Heckpartie waren zwei Teile auszuschneiden und dann das eine davon noch speziell zu behandeln. Die Bilder zeigen das Ergebnis.



    Was die Bilder auch zeigen: Neues Schiff - neue Schneidematte. Die alte Matte ist inzwischen doch reichlich mit diversen Leim- und Farbspuren "dekoriert", was dann dazu führt, dass sie ihren ureigensten Zweck, nämlich das Schneiden zu vereinfachen, nicht mehr ordentlich erfüllt. Aber immer wenn was zu Leimen oder zu streichen ist, kommt sie noch zum Einsatz, daher ist mal die neue, mal die alte Matte zu sehen.


    Im nächsten Schritt habe ich dann das Deck sowie die innere Verkleidung für die Bordwand angebracht; auch das alles Ausschneideteile. Da gehe ich dann morgen mit mattem Acrylfirnis drüber. Griffschutz und so - hab ich ja schon auf Seite 1 erklärt.


    Soviel für heute - jetzt erstmal ein Glas Belohnungswein. :D

  • Ich sehe grad, dass ich hier einen wichtigen Hinweis gleich beim Start des Bauberichtes vergessen habe:

    Ich weiß ja, dass ich mit meiner Mercury eine gewisse Erwartungshaltung hinsichtlich weiterer Modelle aufgebaut habe. Das hier ist aber ein ganz anderes Modell, es wird ... nun, eben anders. Kartonmodellbau wieder mehr im traditionellen Stil. Von daher keine funktionierenden Fenstergriffe. :sun:


    Die Extras kommen dann aber bei der Takelage - versprochen. fr18:D

  • Aye, Bonden,


    das sieht so schön filigran aus, daß es eine Freude ist.


    Nochmal zur Kupferfarbe. Weil es mich interessiert habe ich einen alten Bekannten, seines Zeichen Kupferschmied (den Beruf gibt es tatsächlich noch) danach gefragt wie wohl das Kupfer, oder besser Kupferplatten, in den alten Zeiten ausgesehen haben mögen. Er meint, daß diese Platten kaum weniger leuchtend Rot als heute waren. Nicht ganz so super sauber, aber eben Kupferrot. Er meint, daß es selbst auf See etliche Zeit gedauert habe bis das Rot sich in ein stumpfes Rotbraun verwandelt hätte. Das berühmte Grün von Bedachungen, so sagte er mir, sei keiner natürlichen Patinabildung zuzuschreiben, sonder wäre einer vom Bauherrn bestellten Säurebehandlung? zu verdanken gewesen. An Sonsten wurden auch Turmspitzen eher Braun als Grün, und so wollten es die hohen Herrn, die die Prachtbauten in Auftrag gaben, gern als besondern Effekt gern haben.


    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Kommt eben immer darauf an, mit welchen Elementen das Kupfer reagiert, oder? An Land wie auch auf See mit Luft/Sauerstoff (O2) und Wasser (H2O), zur See dann noch Salzwasser (NaCl). Jetzt dürfen die Chemiker mal die Oxidation/Reduktion bzw. Formel dazu ausrechnen... ;)

    Oder einfach selbst ausprobieren. Die Farbe dürfte auch von Verunreinigungen im Kupfer (je nach Herkunft) beeinflusst werden.

    Stand da mal was im Mondfeld zu drin? Gleich mal nachgucken.

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • Ich sehe schon den nächsten Abriss vor mir.

    Abriss, pah! Wisst ihr, mit solch schnödem Kleinkram gebe ich mich nicht mehr ab. miffy


    Nein, ich stampfe das Ding ein und beginne noch einmal von vorn. :pf:


    Das ist jetzt ernst gemeint. Ich hab da ziemlichen Bockmist gebaut; komischerweise ist mir das erst jetzt bewusst geworden. Dazu kommt dann noch eine an anderer Stelle aufgeworfene Frage, die mich seitdem umtreibt.

    Stichwort Kupferung:

    Ist es wirklich richtig, zu unterstellen, dass die roten Plankenteile des Bausatzes die Kupferung sein sollen?

    Ist es nicht vielleicht so, dass dieses Schiff im Wissen um seine künftigen Einsatzorte - Baltikum, Schwarzes Meer - gar nicht gekupfert wurde?

    Selbst wenn es gekupfert wurde, dann aber bestimmt nicht in dem Umfang wie die rot gefärbten Planken. Die Kielwasserlinie verläuft üblicherweise parallel zum Kiel - das ist sie hier aber nicht, wie man auf diesem Bild unschwer erkennt:


    Nee, nee, nee - so gefällt mir das gar nicht. Dann gibt es noch zwei bis drei Kleinigkeiten, die mir auch gar nicht gefallen, und so habe ich nach kurzer Überlegung beschlossen, das Projekt neu zu starten. Der Zauberspruch zur Frustbewältigung wurde bereits ausgesprochen: "IN DEN WARENKORB!" :D

    Bis es dann zum Neustart kommt, führen meine Recherchen hoffentlich zu klaren Erkenntnissen hinsichtlich der Farbgebung und Kupferung russischer Kriegsschiffe im 19. Jahrhundert.


    So, darauf erst mal einen Drink. :trink: fr21