Russische Brigg Olymp, 1817, in 1:96, von ShipWorks - Kartonmodell

  • Ahoi allerseits,


    heute geht es los mit meinem neuen Schiffsprojekt. Wie bereits an anderer Stelle angekündigt, handelt es sich selbstverständlich wieder um ein Kartonmodell. Diesmal ist es ein Bausatz der russischen Firma Ship Works: Die russische Brigg Olymp aus dem Jahr 1817 soll nun also als Modell entstehen. Nachdem ich mich mit der HMS Mercury einmalig in die 1:72-Gefilde gewagt habe, soll es nun wieder mein gewohnter Maßstab 1:96 sein.


    Los geht es also mit einem Blick in den Bausatz. An den Wasserzeichen seht ihr, dass ich diesen schon einige Jahre hier zu liegen habe.


    Für kleines Geld (kostete damals im Handel 30 Euro) bekommt man echt was geboten. Die 4 Lasercutbögen (3x A3, ein kleiner) beinhalten die Spantengerüste für Schiff und Beiboote, den Modellständer, die Erstbeplankung, den Kiel, Galion, Teile für die Galionsfigur, Schanzkleider, Grätings, Teile für die Karronadenschlitten, Teile für Blöcke, Rüstbretter, Heckspiegel, Marsplattformen, Anker und noch so einigen Kleinkram. Die in sehr guter Qualität farbig bedruckten Ausschneidebögen sind im wesentlichen Aufklebeteile wie Zweitbeplankung, Deck, Heckspiegel, Kiel u.a.m. Für die Segel und die Masten, Rahen, Spieren und sonstige Hölzer gibt es maßstabsgerechte schwarz-weiß-Drucke.

    Die Bauanleitung ist in ihrer Bebilderung sehr gut; der mäßig gut übersetzte deutsche Einleitungstext hingegen vermittelt dem Modellbauer eher nur allgemeine Ratschläge, die... nun ja, für einen Novizen sicher sehr hilfreich sind.

    Was mir bei den Bildern sofort aufgefallen ist: Speziell bei allem, was über dem Rumpf zu finden ist, sind die Bilder klar und deutlich und damit viel, viel besser als das, was Shipyard in seinen Bauanleitungen bietet.





  • Hier nun der feierliche Moment: Ich löse Teil 1 aus dem Bogen und lege es auf die Schneidematte. Und das war sie dann schon, die Kiellegung. :D


    Eine erste Steckprobe des Spantengerüstes zeigt eine hohe Passgenauigkeit. Bemerkenswert: An den Spanten sind kleine Hilfslinien zu sehen, die mir zeigen, was später beim Straken weggeschliffen werden soll.

    Deutlich wird das am Teil 15, Bugsegmente - hier empfiehlt die Bauanleitung, das Schleifen vor dem Anbringen zu erledigen. Wenn man dann sieht, wo die Teile hinkommen, weiß man, warum.


    Die Decksplatte bekommt man nur passgenau drauf, wenn man sie ganz leicht in Längsrichtung wölbt. Genial! Mit einer feinen Schlüsselfeile wurde dann gestrakt, was bei dieser Finnpappe recht schnell geht. Ob es dann reicht, werde ich sehen, wenn ich die erste Beplankungsschicht aufbringe.

    Und bevor Fragen aufkommen: Nein, ich werde den Rumpf wohl nicht verfüllen. Ich versuche es erstmal so - bei der Papegojan im selben Maßstab hat das auch prima geklappt. :pf:


    Die Bordwände bestehen später aus 4 Schichten Karton. Zwei sind bereits dran, die anderen beiden sind die bedruckten Teile für innen und außen, die ich später anbringe.


    Tja, soviel für heute. Das sieht jetzt nach rasanter Arbeit aus, aber bei vorgelaserten Teilen ist so ein Spantengerüst immer sehr schnell gebaut. Das Tempo wird also deutlich runtergeschraubt. :D

  • Das schaut nach fleißigem Werftbetrieb aus!

    Mit so gut abgelagerten Hölzern sollte es beim Bau ja hoffentlich keine Probleme geben. :Dfr18

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • Ahoi Bonden


    Sehr schön, es geht wieder los! Ich bin sehr gespannt auf Deine Erfahrungen mit diesem Verlag und vor allem mit dem Modell!

    Ich warte bisher immer noch vergeblich auf den notwendigen Motivationsschub, an meinen beiden Seglern weiter zu bauen. Derweil es im Keller (3. Modell) langsam etwas weiter gehen wird.


    Ich wünsche Dir viel Spass mit diesem tollen Segler.


    Beste Grüsse

    Peter

  • Es wurde doch Zeit, dass der Meister endlich wieder ein komplettes Schiff baut. Inzwischen ist die Fertigstellung der Mercury ja schon eine gefühlte Ewigkeit her und man bekam schon so etwas wie Entzugserscheinungen. Das von Dir ausgesuchte Modell macht ja einen fast schon modernen Eindruck. Ich bin wirklich gespannt, was Du daraus machen wirst. So, jetzt brauche ich erstmal einen guten Sitzplatz in der ersten Reihe. fr18

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • He, es geht ja schon los! Super fr18

    Die "Olimp" erinnert ja sehr an die "Mercury" von Amati. Diese "Mercury" gibt es auch von einem russischen Hersteller, der seine Bausätze wie die von Master Korabel fertigt. Somit auf meiner Wunschliste ;)

    Aber genug geschwafelt, ich freue mich auf deinen Baubericht ! Leider bin ich ja immer noch nicht sehr sattelfest die Fachbegriffe betreffend.

    Somit habe ich ja hier demnächst die Möglichkeit mir doch einiges anzueignen.


    Also hau rein Bonden und vor allem viel Spaß!

  • Nach alter Tradition werden wir die Werft des Zaren aller Reußen im Auge behalten.


    An Sonsten: viel Vergnügen beim Bau.


    beste Grüße


    Angarvater

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Die "Olimp" erinnert ja sehr an die "Mercury" von Amati. Diese "Mercury" gibt es auch von einem russischen Hersteller, der seine Bausätze wie die von Master Korabel fertigt. Somit auf meiner Wunschliste

    Ahoi oeli wenn du mal wieder in Köpenick bist, kannst du ja schon mal einen Blick in den Kasten werfen - Jessica hat ihn schon längere Zeit in ihrem Lager. Und ehrlich: Bei dem Bausatz könnte sogar ich als überzeugter Pappequäler schwach werden. Top-Qualität!fr18


    So, nun aber erst einmal vielen Dank für die netten und aufmunternden Beiträge. :danke:

    Und so ging es hier auch flott weiter. Die Erstbeplankung ist freundlicherweise auch Bestandteil der gelaserten Bauteile. Nachdem ich mich bei den Beibooten der Mercury mit dem Plankenbieger geschafft habe, um die fragilen, extrem dünnen Holzfurnierstreifchen bruchfrei in Form zu bekommen, war es hier eine wahre Freude, den Kartonstreifen leicht mit den Fingern die benötigten Kurven zu verpassen. Und so ist die Erstbeplankung auch schon geschafft. Schnell noch den Modellständer im Rohbau fertigen und das, was nun schon sehr nach einem Schiff aussieht, dort erstmals reinsetzen.



    Ich fühle mich in meiner Entscheidung, meine Zeit nicht mit dem aufwändigen Verfüllen der Zwischenräume zwischen den Spanten zu verschwenden, bestätigt. Klar, man sieht ein paar Spanten noch leicht vorstehen, aber das ist nichts, was feiner Holzspachtel und Schleifpapier nicht in die Reihe bekommen. Gespachtelt wird heute noch, dann kann das über Nacht gut trocknen und morgen wird dann (fein außerhalb der Wohnung) erst Staub und im Ergebnis dann ein glatter Rumpf produziert.

    Die Planken für den zweiten Gang sind dann einzeln auszuschneiden. Mal schauen, wie gut mir das gelingt - da führen ja winzige Abweichungen von der Ideallinie bereits zu Verwerfungen, die man dann von Plankengang zu Plankengang mitnimmt. Aber ich bin optimistisch, das wird schon. :sun:

  • Ahoi allerseits,


    das Spachteln ist erledigt. Irgendwie fand sich in unserem Haushalt nur schwarze Clou-Holzpaste zum Spachteln, aber das ist sogar nicht nur nicht schlimm, sondern richtig gut gewesen. Nach dem Auftragen war der Rumpf... schwarz, klar. Aber dann, beim Schleifen, war immer klar zu erkennen, wo noch weiter geschliffen werden muss - nämlich da, wo es noch schwarz und nicht grau war.


    Und weil Black nun mal beauty ist, wurde nach der Schleiforgie der Rumpf erneut geschwärzt, diesmal aber mit Farbe. Im ersten Bild ist die Farbe noch frisch und nicht ordentlich verteilt,

    und es gab dann auch noch einen zweiten Anstrich. Zum einen sorgt die schwarze Farbe dafür, dass es bei winzigen Abständen zwischen den einzelnen Planken der zweiten Schicht keine weißen "Blitzer" gibt, zum anderen kann so der Leim nicht zu schnell vom aufgerautem Karton aufgesogen werden, was minimale Korrekturen unmöglich machen würde. Daher wurde auch der obere Bereich der Bordwand gepinselt, hier aber weiß, da die (nicht vorhandenen) Trempelrahmen lt. Bauanleitung auch weiß sind und ich die so schon mal mit eingefärbt habe. Und wie man sieht, ist das erste Teil der finalen Außenschicht auch schon ausgeschnitten und wartet nur auf das gründliche Durchtrocknen der Farbe.

  • Ahoi allerseits,


    wie immer vielen Dank für Likes und nette Kommentare. fr18


    Dann will ich mal zusammentragen, was sich hier so getan hat auf meiner Werft.

    Die Zweitbeplankung wurde fertiggestellt. Wie bereits erwähnt, galt es hier, jede Planke einzeln auszuschneiden. Ich bin also wieder in den Urgefilden des Kartonmodellbaus - und prompt passieren kleine Fehlerchen. So habe ich ab und an vergessen, bei den Plankenteilen, die schwarz sind, die Schnittkanten zu färben. Blöd, da ich hier nicht vorhabe, alles nachzustreichen. Aber ein weicher Bleistift, ein Spitzer und feines Sandpapier sorgten für feinen Graphitstaub, den ich dann mit den Fingern in die weiß blitzenden Ritzen einarbeitete. Daher die schwarzen Schatten auf den roten Teilen. Was da noch immer hell leuchtet, ist nur der hellen Arbeitsplatzlampe geschuldet, bei normalem Licht ist alles gut. Alles, was hier rot ist, gehört zum Unterwasserschiff und wird gekupfert.


    Nach dem die Beplankung drauf war, habe ich den gesamten Rumpf mit Acryl matt Finis gestrichen. Das dient zum einen dem Griffschutz - so laufe ich viel weniger Gefahr, das Papier beim Arbeiten am Schiff zu verschmieren; zum anderen ist das für das spätere Kupfern wichtig, denn dadurch kann ich problemlos einzelne Plättchen wieder lösen bzw. den Sitz korrigieren. Mit der Methode habe ich bei meiner Mercury beste Erfahrungen gemacht.

    Erster Kupferfolientest wurde dann am Ruder vorgenommen. Top, passt - also los geht's am Schiff selbst:


    Ich war dann selber überrascht, wie schnell ich mit einer Seite fertig war. Das Bild mit dem Ruder habe ich heute um 15:20 Uhr geschossen, und um 20:48 entstanden diese beiden Fotos:


    Ist halt nur eine Brigg und nur 1:96 - bei der Großen im Hintergrund habe ich damals doch etwas länger gebraucht. :D


    Soviel für heute. :wink:

  • Wow, der Rumpf seiht spitze aus. Das Ergebnis ist auch ohne Füllen der Spantzwischenräume absolut überzeugend.

    Der Bonden kann es einfachhail

    Gruß Christian


    In der Werft: HMS Triton, 1773
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • Wirklich Klasse und beeindruckend, welches Tempo Du bei der Bekupferung vorlegte. Wenn ich daran denke, wie lange ich damals bei einem ähnlich großen Rumpf gebraucht habe.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Ahoi allerseits,


    wenn es läuft, dann läuft es. :D Gestern wurde auch die Steuerbordseite gekupfert. Morgen werde ich dann die gesamte Kupferung mit Zaponlack versiegeln.


    Die hohe Schule wartet ja nun demnächst auf mich: Stinknormaler Kartonmodellbau. Und ob ihr es glaubt oder nicht - davor habe ich immer wieder einen riesigen Respekt. Drückt mir die Daumen... fie

  • Eine Frage, Admiral,


    kann man Euch und Eure Gang beim nächsten Neubau für die Verkupferung anheuern?😄😄😄


    Fein geworden.


    Angarvater

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