Sachsens Glanz & Preußens Gloria

  • Aktuell findet man in der :mediathek: Mediathek von ARD/MDR die sechsteilige Reihe Sachsens Glanz und Preußens Gloria, verfügbar bis zum 26./29. Januar 2021.


    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

    Einmal editiert, zuletzt von Richard Howe () aus folgendem Grund: Links ergänzt

  • Ist auf jeden Fall sehenswert, obwohl die literarische Vorlage kurioserweise von einem polnischem Autor stammt. Das meine ich nicht abwertend, es ist nur erstaunlich, dass die beste Umsetzung dieses tollen Stoffs keinem deutschen Schriftsteller eingefallen ist. Andererseits gibt es natürlich eine gemeinsame sächsisch-polnische Geschichte.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Tja, man weiß es nicht... :D


    Ich finde es erstaunlich, dass das DDR-Fernsehen zu diesem späten Zeitpunkt noch so eine aufwendige und ja überhaupt nicht in das politische Programm passende Reihe produziert hat.

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • vielen Dank für den Tip.


    Ein ordentliches Stück Kino. Auf jeden Fall sehenswert.


    P.S. Als mit der Bühne und dem TV etwas verbandelter sehe ich auch während der Show so einwenig „in die Kulisse“. Da haben die Kollegen, und es sieht nach den Originalschauplätzen, aus an denen gedreht wurde, ganz hübsch mit den Aufnahmewinkeln spielen müssen um nicht den damals ziemlich derangierten Zustand der dresdener Schlößer, so wie ich ihn ab 90 gesehen habe, auszublenden. Auch zeigt man Sansouci wohl aus diesem Grund nur in der Totalen aus dem Park heraus. Aber egal, alles in allem gute Arbeit.


    Cheerio!


    Angarvater


    p.p.s. Und da gab es ja auch wirklich eine ganze Menge recht attraktiver Schönheit zu sehen.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Kleine Fehler findet man immer, lassen sich aber ohne die modernen Möglichkeiten der CGI-Nachbearbeitung kaum verhindern - finde ich auch nicht schlimm, weil die meisten Dinge ja für unser tägliches Sichtbild "normal" erscheinen.

    Bei den Eingangsszenen zum Dresdner Stadtschloss bin mir aber nicht sicher, ob es sich dabei nicht um billige Pappkulisse gehandelt hat. Und die in der Kameraunschärfe verschwindenen Baugerüste waren bestimmt auch nicht nur zur Zierde da... ;)

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • Gerade beim "Eingangsportal" hat man mit einem auf Glas gemalten Portal getrickst und man sieht es wirklich nicht, wenn mn es nicht weiß.


    Nochmal zu den Kosten. Die sollen damals 21 Mio Mark der DDR betragen haben. Die ARD zahlte für die Senderechte angeblich 1 Mio DM. Nach der damals üblichen Außenhandelskalkulation betrug der Richtungskoeffizient (RIKO) 10, so dass damit also 50% der Produktionskosten gedeckt wurden. Und die ARD war nicht der einzige Abnehmer der Serie.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Das war zu der Zeit eine probate Technik mit der überall gearbeitet wurde. Die Ergebnisse waren ja auch bei dieser Produktion in Ordnung. Ich mäkele auch nicht an der Arbeit der Kollegen herum, sonder finde das Ergebnis, gerade weil ich mich an meine Eindrücke aus den frühen 90zigern gut erinnere, als recht gelungen.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Ok, dann mach ich hier mal nach den vielen positiven Bewertungen den Trendbrecher.

    Ich muss voraus schicken, dass ich als "DDR-Mensch" damals die Erstausstrahlung im Fernsehen gesehen und auch richtig toll gefunden habe.


    Jessica und ich haben heute die erste Folge geschaut. Ausstattung, Kostüme - ja, das war und ist nach wie vor bemerkenswert. Aber dann... Wenn dann schon ein Off-Sprecher da ist, sollte der auch die wirklich wichtigen Dinge erklären. Die Schlachtszene am Anfang - hä? Welche Schlacht war das, wer war das blasse Jüngelchen im graublauen Jäckchen auf dem Pferd? Ja, wird später aufgeklärt, aber...

    Dann die Männerrunde bei August. einfach nur peinlich, gekünstelt, und nie und nimmer so, wie ich mir ein barockes Besäufnis mit dem König vorstellen würde. Und so ging es dann weiter. Bei vielen Figuren wusste man nicht, warum sie da sind, wer sie waren und wie viele. Die Dame in Schwarz?

    Doppelt blöd für mich als halbwegs Ortskundigen - aber das nicht als Vorwurf an den Film nur so erwähnt: Eben reiten sie noch an Schloss Moritzburg vorbei, im nächsten Moment sind sie im Dresdner Stallhof. Dann der Schwedenfuzzi: Guckt durchs Fernrohr (Dresden ohne Hausmannsturm und andere - wurde ja erst nach der Wende wieder aufgebaut), erklärt, nicht in Dresden einmarschieren zu wollen, nur um in der nächsten Szene über die Dresdner Elbwiesen zu reiten, im Hintergrund die Schlösser am Elbhang (bin ich früher regelmäßig auf dem Weg zur Arbeit langgeradelt...).fr21


    Die Dialoge teilweise hölzern, der Plot komisch. Und historisch korrekt auch nur bedingt. Wir haben irgendwann verwirrt ausgemacht. fie


    Fazit: Sehgewohnheiten ändern sich. Und unsere haben sich offenbar sehr geändert. Nur mal so als Klarstellung: Unabhängig voneinander fanden wir früher "Der rote Korsar" beide total toll. Voriges Jahr haben wir ihn mal wieder eingelegt - und waren uns einig, das nie, nie, niemals wieder zu tun. rofl

  • Aye, Bonden,


    als alter „Bühnenknecht“ beschränke ich mich bei solchen Filmen aus dem „ Romantik und Herz und Schmerzgenre“, insbesondere wenn sie schon so ihre drei oder vier Jahrzehnte auf dem Buckel haben, auf die Betrachtung der Ausstattung, der Aufnahmetechnik und des Schnittes. Da hinkt dieser Streifen selbst den im gleichen Genre in Hollywood gedrehten, man entschuldige bitte meine Respektlosigkeit, Schmachtfetzen kaum hinter her.


    Diese Unterhaltungsstreifen inhaltlich zu bewerten ist für mich bei keinem der Werke probat.


    Ach ja, es gab fast ständig schicke Frauen zu sehen, was ja auch ganz nett ist. 😉Und mit dem alten Trick, mit einem scheinbar seriösen Sprecher aus dem Off zu arbeiten, haben diverse Regieseure ihre Hilflosigkeit offenbart.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Es wäre ja auch seltsam, wenn sich die Sehgewohnheiten über Jahre und Jahrzehnte nicht geändert hätten. - Sonst hätten wir ja auch heute nichts zum diskutieren.


    Die ersten Teile haben mich eher an die "Mantel & Degen"-Filme der 60er/70er Jahre erinnert; dazu eine Prise Rahmenhandlung, angelehnt an die Landesgeschichte - eben sehr frei interpretiert. Für einen Unterhaltungsfilm in Ordnung, wenn man ein paar Drinks dazu genießt. ;)

    Die Preußen- bzw. Brühl-Teile sind dann etwas gediegener. Die Schlachtszenen sind zwar immer noch dieselben, diesmal aber mit Überblendungen aus den Fridericus-Filmen der 1930er Jahre.


    Am Ende eigentlich erstaunlich, dass es sich um das Beste zum Thema handelt, was wir haben.

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.