HM Brig-Sloop Speedy 1:64, Vanguard Models

  • wenn sich bei der Beplankung Spalten ergeben ( zwangsläufig da bauartbedingt) geht folgendes: Abschnittsweise mit Weißleim einstreichen(dünn) und das meiste davon runterwischen. Dann mit! 80ziger Papier! Von Hand oder mit einem kleinen Eckenschleifer vorsichtig Schleife. Dabei entsteht eine Schleifstaub/ Leimpaste die wie eine Kalfaterung in den Fugen bleibt. Vorsichtig ausprobieren. Aushärten lassen und dann feinschleifen.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Ahoi Freunde


    Erstmal ein verspätetes Dankeschön für Eure Beiträge und Likes!

    Nein, ich habe nicht aufgegeben. Es gab einige Gründe für mein Stillschweigen, ich möchte aber nicht näher darauf eingehen.

    Höchstens auf diesen: Drei angefangene Modelle in verschiedenen Baustadien ist definitiv zu viel. Zumindest für mich. Aber nun nehme ich hier allmählich wieder Fahrt auf und habe grossen Spass dabei. Also geht es hier auch weiter.


    Ich habe mir ja sehr lange und ausführlich Gedanken gemacht, wie ich die Zweitbeplankung angehe, damit das Resultat meine Zufriedenheit erlangt. Mein Anspruch an mich selber etwas herunter schrauben war der erste Schritt...


    Zunächst wird jedoch der Heckspiegel beplankt, was keine Schwierigkeiten ergibt.



    In den verschiedenen Foren gibt es ja einiges zur Zweitbeplankung zu Lesen und es finden sich fast so viele Vorgehensweisen wie Modellbauer.

    Vorausschicken muss ich, dass bei diesem Modell die Planken als gerade 4x1mm Buchsbaum-Leisten vorliegen. Also nichts vorgerundet, keine in der Abwicklung gelaserte Teile.


    Die Empfehlungen gehen von Wässern und Vorrunden in alle drei Dimmensionen, bis die Planken perfekt passen, bis zum trokenen, ohne Anpassen dranklatschen der Leisten.

    Letztendlich entscheide ich mich für die Variante wie sie der Konstrukteur empfiehlt, der ja selber schon sehr viele Modelle gebaut hat.


    Ich wässere die Leisten jeweils ca 15 Minuten, dann werden sie angelegt und markiert, ab welchem Punkt sie vorne und hinten verjüngt werden müssen. Dies geschieht dann mit einem sehr scharfen Japanmesser. Die Kanten schleife ich dann jeweils zu sauberne Übergängen.

    Nun setzte ich am Bug an, klebe die ersten 10cm mit Sekundenkleber dickflüssig und glätte sie sofort mit dem beheizten Plankenbieggerät vom GK-Modellbau-Shop an. der Rest wird mit Uhu Kraft verklebt. So kann ich vorsichtig die Planke cm für cm sauber positionieren und dann auch mit dem Bügeleisen festglätten. Im Heckbereich bedarf es meistens noch eines Tropfens Sekundenkleber.


    Begonnen wird, wie vom Konstrukteur empfohlen unterhalb der Schanz, wo gelaserte Markeirungen den Anfang kennzeichnen. Eine grosse Hilfe und clevere Idee!



    Dann geht es immer abwechselnd Bb und Stb nach unten. Die Planken lassen sich auf diese Weise sehr gut aneinander schmiegen und es entstehen nur sehr wenige feine Fugen, die später wohl kaum ins Auge fallen. Zudem wird am Ende ohnehin nur wenig der Beplankung sichtbar sein, da das UWS gekupfert wird.


     



    Die Methode scheint sich zu bewähren, da von den ersten Planken bis zum akteullen Zustand einige Bastelabende mit viel Pause dazwischen liegen. Die ersten Planken wurden also bereits vor etwa 5 Monaten angebracht und halten nach wie vor einwandfreipleasantry


    Die letzten Abende war ich wieder vermehrt am Werk und merke so langsam, dass meine Liebe zum Rohstoff Holz aus meinem früheren Leben im Allgemeinen und die zu diesem tollen Modell im Besonderen wieder entflammt und ich bin sicher, dass es hier nun wieder in kürzeren Abständen weiter geht.

    Die Beplankung erfordert allerdings sehr viel Zeit, aber macht, wenn man mal im Flow ist unglaublich Spass!

    Der aktuelle Bauzustand:


     


    Derweil findet sich auch der künftige Kommandant zu einer ersten Inspektion ein.



    Soviel für den Moment. Bis demnächst!


    Beste Grüsse

    Peter

  • Aye Peter,

    schöne Arbeit.

    Solltest Du die Beplankung noch schleifen wollen ist das eine Gelegenheit die Spalten zu schließen. Den Teilbereich mit etwas Weißleim einstreichen und dann sauber wischen. Dann vorsichtig mit 80ziger ( wirklich 80ziger) Papier schleifen. Der Schleifstaub/ leimmatsch schließt die Fugen recht gut. Aber über sanfte Vorgehensweise brauche ich Dir ja nichts erzählen.


    Angavater

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  • Hallo Peter,


    das freut mich wirklich sehr wieder von dir und deinem Baubericht zu lesen! :huzzah:

    Und ich sehe, du hast die Zweitbeplankung sehr gut hinbekommen. Wirklich Klasse. Zumal es deine Erste Zweite ist ;)


    Liebe Grüße

    Oeli

  • Danke Bonden, tja, ich fürchte, daran musst Du Dich in naher Zukunft gewöhnen. Nicht, dass ich dem Karton untreu werde, aber derzeit ist Holz angesagt.

    Vielen Dank Angarvater für diesen Tipp! Ich habe ihn in Erinnerung meiner Zeeit als Möbeltischler etwas abgeändert und mit Weissleim und dem Schleifstaub einen Kitt gemacht, mit dem ich dann die ärgsten Stellen "gespachtelt" habe.

    Vielen Dank Oeli! Ja, es macht gerade wieder ziemlich Spass!:huzzah:


    Ahoi Freunde


    So, die Zweitbeplankung ist fertig. Ich bin so weiter gefahren, wie bisher und ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen.


    Teilweise sind die Plankestösse am UWS noch verbesserungswürdig, aber dieses wird ja später ncoh gekupfert und die Fugen dadurch nicht mehr sichtbar. Aber nichts desto trotz habe ich mich mit der von Angarvater vorgeschlagenen und von mir meinen Bedürfnissen angepassten Methode versucht und die Fugen etwas ausgebessert.


    Zuletzt wurde der gesamte Rumpf erst mit 80er, dann mit 120er und zum Schluss mit 180er Schmirgel geschliffen.


    Für die Fotosession habe ich einen der derzeit sehr spärlichen trockenen Momente herausgepflückt und die Bilder im Freien gemacht.


     


     


    (Am Heckspiegel ist noch Schleifstaub, darum sieht er etwas ungepflegt aus. Habe ich erst jetzt biem Einstellen der Bilder gesehen...)


    Ich bin mit dem Rumpf recht zufrieden. Ich habe mir auch die Rümpfe der Kollegen (also deren Schiffe...) angesehen, die dasselbe Modell bauen und auf MSW berichten. Und ich darf bei aller Bescheidenheit feststellen, dass ich da ganz gut mit dabei bin. Und die haben teilweise wesentlich mehr Aufwand betrieben (jede Planke in beide Richtungen vorgerundet, etc.) Mein Fazit, ich werde bei dieser Methode bleiben udn auch ein nächstes mal so verfahren. Wichtig ist, dass man mit Geduld ans Werk geht und sich viel zeit für die Zweitbeplankung nimmt!


    So viel für Heute. Bis demnächst!

    Beste Grüsse

    Peter

  • Aye, Peter!


    Sehr ordentliche Arbeit!


    Zur Verarbeitungsgenauigkeit. Für mich kommt es darauf an was ich baue. Baue ich ein Blankholzmodell so baue ich ein Schmuckstück, bei dem ich meine "Handwerkskunst" ( bewußt gewählter Ausdruck der nichts mit meinen bescheidenen Fähigkeiten zu tun hat) beweisen will. Baue ich ein Modell, also ein Gebilde was mehr oder weniger Ähnlichkeit mit dem Original hat, so ist diese Supergenauigkeit der Beplankung oder der Feinheit der Oberflächen m.E. nach nicht angemessen. Insbesondere Arbeitsschiffe, und das waren die Kampfschiffe im weitern ebenfalls, werden auch heute noch so gebaut, daß sie sehr gut funktionieren. Dabei wurden Spalten schon möglichst klein gehalten, aber immer kräftig kalfatert, und dann kam und kommt da Schutzfarbe drauf. Und das nicht zu knapp. Eine andere Variante ist die, eines der erhaltenen Modell in den historischen Sammlungen nachzubauen. Deren unglaublich Qualität hat m.E. aber nichts mit der Ausführungsqualität des großen Schiffes zu tun. Diese herrliche Handwerkskunst dient der Präsentation für den König, und mußte königliche Qualität haben.

    Ergo, sehr gute Modellbeplankung!

    Angarvater

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  • Und ich darf bei aller Bescheidenheit feststellen, dass ich da ganz gut mit dabei bin.

    Das kann mal wohl sagen lieber Peter! fr18

    Ich finde, es ist dir sehr gut gelungen. Und noch mehr freut es mich, das diese gute Erfahrung dich dazu animiert auch weiter ein Auge auf die Holzmodelle zu werfen. ;)

    Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.


    liebe Grüße

    Oeli

  • Moin Peter,


    die Beplankung sieht sehr gut aus. Wie stellt sich der Hersteller den Steven vor? Das sieht momentan echt merkwürdig aus.

    Meiner Meinung nach ist das verwendete Schmirgelpapierim sichtbaren Bereich viel zu grob. Ich beginne normal mit 120er Körnung und gehe runter bis zu 320er oder auch 400er Körnung bei kleinen Bauteilen. Bei Verwendung der feinen Körnung hast Du auch direkt eine prima Unterlage für die Farbgebung.

    Da das Unterwasserschiff gekupfert wird, schleif nichts mehr nach.

    Gruß Christian


    In der Werft: HMS Triton, 1773
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • Vielen lieben Dank Euch allen für Eure Beiträge und likes!

    Der Rumpf diente für mich bisher nicht nur einfach als Rumpf für die Speedy, sondern auch als Gradmesser, wie ich mit dieser Art Beplankung vom Spantengerüst bis zum Feinschliff zurecht komme.

    Der Feinschliff, AnobiumPunctatum , ist noch nicht fertig, um den werde ich mich kümmern, sobald es aussen weiter geht. 80er ist definitiv sehr grob für einen solchen Rumpf. Es gilt aber auch zu beachten, dass die Plankenleisten zum einen roh waren und nicht alle exakt gleich dick, und das Buchsbaum extrem hart ist. Ein erstes Vorschleifen mit dieser Körnung macht daher durchaus Sinn, aber man muss sicher ein Augenmerk auf sehr regelmässiges und nicht zu starkes Schleifen legen.

    Letzte Schleifspuren werden vor dem malen (lackieren/Oelen, oder was es dann sein wird) noch beseitigt und mit 240er gefinisht.


    Demnächst mehr von dieser Baustelle!


    Beste Grüsse

    Peter

  • Ich beginne normal mit 120er Körnung und gehe runter bis zu 320er

    Mmh, könntest Du uns vielleicht ein paar deiner Rümpfe als Beispiele zeigen? Damit man den Unterschied mal sieht. Danke

    Sorry, beim Schleifen habe ich bisher noch nicht fotografiert und daher auch keine Bilder eines Zwischzustands. Den Steven der Triton habe ich mit der von mir beschriebenen Vorgehensweise geschliffen. Es fehlt noch das Finetuneing.

    Gruß Christian


    In der Werft: HMS Triton, 1773
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

  • Bonden

    Hat das Label Im Bau hinzugefügt
  • Also Peter_H: Wirklich wahnsinnig gute Arbeit, die Du da leistest :th: ... aber für mich auf Grund des Aufwandes eher ein Grund zur Abschreckung, von der Art dieses Modellbaus Abstand zu wahren ... aber das betrifft nur mich, daher lass Dich davon nicht entmutigen, weiter an "meinem ehemaligen Schiff" zu arbeiten! :wink2: ...

    "Sein Körper ruhet in Frieden. Sein Geist aber wird weiterleben."

  • ... aber für mich auf Grund des Aufwandes eher ein Grund zur Abschreckung, von der Art dieses Modellbaus Abstand zu wahren ...

    Gibt es auch einen "Gefällt mir nicht" Button? :wink2:


    Spaß bei Seite.

    Jede Art des Modellbaus hat ihre Herausforderungen und ihren Aufwand. Aus allen Materialien kann man schöne Modelle bauen. Auch wenn ich seit Jahren nichts mehr in Plastik gebaut habe, habe ich noch zwei, drei klassische Bausätze, die ich schon einmal als Jugendlicher zusammen geklebt habe, zu Hause liegen.

    So lange ich mit Holz arbeiten kann, bleiben sie allerdings im Keller.

    Gruß Christian


    In der Werft: HMS Triton, 1773
    "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."