Golden Hind 1577

  • Golden Hind unter ihrem Kapitän Sir Francis Drake gehört wohl zu den am meisten bekannten Schiffen der Geschichte. Zwar lag sie nach der Weltumsegelung auf Befehl der Königin Elizabeth 1. als nationales Monument nahezu 100 Jahre in Depford wurde aber weder als Gemälde noch in der Form der Konstruktionsunterlagen dokumentiert.

    Das mag daran liegen, daß Drakes Schiffsbau und Kaperreise zwar nach allem was man weis durchaus mit der Königin abgestimmt, von ihr genehmigt und wahrscheinlich auch bezahlt wurde, aber aus Geheimhaltungsgründen gegenüber dem damals noch übermächtigen Gegner Phillip 2. von Spanien geheimgehalten wurde.


    Einige wenige zeitgenössische Bilder zeigen sie zwar in Aktion während der Weltumsegelung, nur stammen die von Malern die nicht mit dabei waren.


    Höckel und zuMondfeld erarbeiteten in den 70ziger Jahren eine mögliche Rekonstruktion diese Schiffes die für mich so reizvoll war, daß ich das Modell mit viel Freude daran gebaut habe.


    Hier nun ein paar Bilder von der Golden Hind auf ihrem Liegeplatz.










    Nur ever humble servant


    Angarvater


    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

    2 Mal editiert, zuletzt von Angarvater ()

  • Wunderschön, Angarvater! Eine Pracht, ich kann mich kaum satt sehen!

    Ich habe Deinem Baubericht als stiller Leser gefolgt und bin begeistert von Bauweise und Ergebnis!

    Gratuliere zur Indienststellung!


    Beste Grüsse

    Peter

  • Gentlemen,

    vielen Dank für die Gratulationen zur Fertigstellung der GH.


    Zum Abschluss des Bauberichts nochmal eine meiner kleinen, nicht so ganz ernstzunehmenden Episoden



    Mit einem lauten Knall fällt die Tür des Werftkontor ins Schloß. Draußen treibt der Wind pfeifend dichte Regenböen über die Werft. "Good Morning, Sir Francis. Nun wie gefällt Euch eure Golden Hind jetzt?" Drake schüttelt das Regenwasser von Hut und Umhang, und knurrt den Shipwright an: " Mir war sie lieber wie sie aussah als wir hier schwer beladen reinkamen. Bin nur froh, daß Ihre Majestät diese ganze Malerei und Aufarbeitung des Kahns aus ihrer Schatulle bezahlt. Hind ist ja ein ordentlicher Kahn der die ganze Reise gut ausgehalten hat. Nur sieht sie jetzt nicht mehr wie ein ernstzunehmendes Schiff aus, das auch einem Gegner schon durchs Aussehen zeigt mit was er zurechnen hat."

    "Pardon, Sir Francis, wie meint Ihr das?" " So ein Schiff muß Spuren tragen und Zähne zeigen können. Jetzt ist sie protzig wie eins der Lustboote für die Themsetouren unserer Edlen."

    "Aber sie hat doch sogar hier an ihrem endgültigen Liegeplatz ihre Kanonen behalten." "Hat sie nicht, Shipwright. Das sind alte ausgeleierte Dinger, die bescheiden aussehen. Die echten Stücke habe ich irgendwo auf der Rückreise über Bord gehen lassen." Der Shipwright schaut ihn verblüfft an: "Aber dann wart ihr doch dann ziemlich wehrlos? " " Schon, aber sie lag ziemlich tief, eigentlich für schweres Wetter zu tief im Wasser. Hatte nur die Alternative statt der Kanonen Beute rauszuschmeißen. Nein, mein Lieber, und das kam garnicht in Frage." Der Werftherr schüttelt überrascht den Kopf: "Weis die Königin das auch?" Drake grinst ihn an: "Ohne ein Staatsgeheimnis zu verraten.Ihre Majestät kann verdammt gut rechnen. Ihr Kommentar dazu war nur, Silber im Gewicht der versenkten Kanonen ist ein Vielfaches mehr wert als es die Stücke waren. Leuchtet ein. Drake, das hätte ich auch so gemacht." "Ja, unsere Königin ist schon was ganz Besonderes. Aber man kann ja nie wissen." " Nicht ganz, Shipwright, nicht ganz. bei ihrem edlen Herrn Vater war das was anderes. Nur manchmal ist man vor keiner Überraschung sicher. So zum Beispiel als Majestät mich auf der Hind aufsuchte, mir plötzlich befiehlt mich hinzuknien und mir durch den französischen Gesandten den Ritterschlag geben lässt. Ich sage Euch, Shipwright, da war ich doch sehr überrascht."

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.