Galeone Countess of Kingsbridge, circa 1610, Modell nach Kirsch

  • Nun ja, für Drake bestimmt, aber die einfachen Seeleute hatten es schon reichlich eng. Ich hab mir vor vielen Jahren den Nachbau der GH in London angesehen - also unter Deck konnte ich mich ja fast nur auf allen Vieren bewegen. fie

    Sicher doch, so etwas spiegelt wohl auch immer die Verhältnisse an Land wieder. Das kann man z.B. auch gut in den Museumsdörfern sehen. Der Bauer und sein Familie wohnten ganz komfortabel in der Wohnung hinter dem Flett, die Mägde und Knechte hatten ihre Schlafstellen über den Buchten des Viehs längs der Deele.


    Die Replikas der G.H. haben wirklich sehr niedrige Deckshöhen. Möglicherweise lag es daran, daß die Hind auch für damalige Verhältnisse ein kleines Schiff war. Nach Kirsch und Anderen lagen die Deckshöhen bei den Kampfschiffen der Armadacampain und später bei 1,7 bis 1,8m, was ja immerhin schon deutlich besser ist.


    In „dem Film“ ist das mit der sparsamen Deckshöhe auch in der Nelsonschen Flotte sehr gut zu sehen als Aubrey beim ersten Alarm während des Gefechtsklarmachens durch das Deck nach vorn zum Niedergang geht und unter jedem Decksbalken den Kopf einziehen muß.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Zwischen jeweils zwei Schneeschippaktionen gab es Zeit in der Werft zu schaffen. Die Beplankung des Halbdecks und das Schott des Achterdecks wurden gemacht.



    Beim Bau der Golden Hind habe ich gelernt, daß die Schiffe, Häuser und die Kleidung dieser Epoche nicht nur farbig sondern richtig bunt waren. Das Krapprot und der lichte Ocker der Funktionsteile, das Weiß + Grün des Hauses Tudor auf den Relingen und Türen und hier zum ersten mal weiter geometrische Farbelemente als weitere Dekoration. Gegenüber den Schiffen der Nelsonzeit schon fast Karneval. Und das ist erst der Anfang der Farborgie.



    Cheerio!


    Angarvater

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  • Na, wenn schon der Karneval nicht stattfindet (zumindest bei uns) dann doch wenigstens ein Schiff in Karnevals-look!

    Gab es einen Grund für die Farbenfrohe Bemalung?


    Wunderschön, pardon, recht ordentlich;););)


    Beste Grüsse

    Peter

  • Moin, Peter,


    der Grund ist die Farbenfreude des ausgehenden Mittelalters bzw. der beginnenden Neuzeit.

    Wenn man sich die Bilder von Breughel und Co ansieht, so sind selbst die „einfachen“ Leute zumindest in Teilen ihrer Kleidung farbig. Beschreibungen der Kleidung der hansischen Kaufleute strotzen nur so von Farben. Auch die Gebäude wurden bunt gemalt, und zumindest das Totholz der Schiffe genau so. In den hansischen Seestädten wurde viel mit Backstein gebaut. Da waren dann die Fenterläden, die Türen und Eingänge schön farbig herausgearbeitet. Allem Anschein nach wurden später, zumindest bei den Königsschiffen, die vielen Farben von der jeweiligen Königsfarbe und vor allem vom Gold der Dekorationen verdrängt.


    Auch die Kleidung, insbesondere der „besseren“ Gesellschaft blieb bis ins 19.Jahrhundert sehr

    bunt. Nach Meinung eines Gewandmeisters am Theater verschwand die Farbigkeit im 19. Jahrhundert mit der Einführung der Dampfmaschinen. Eine Eisenbahn schleuderte soviel Ruß durch die Gegend, daß ein grüner oder gelber Reisemantel das nicht lange mit machte.


    Beste Grüße


    Angarvater

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    Einmal editiert, zuletzt von Angarvater ()

  • Als nächster Arbeitsschritt war es jetzt Zeit das Unterwasserschiff zu streichen. Jetzt dringlich, da als übernächster Arbeitsabschnitt der Decksaufbau von Achterdeck und Poop dran sind, dann kommen die Rüste und Galerien. Kein Spaß das Schiff dann Kieloben oder auf der Seite liegend anzumalen.



    Dann waren die Relingen des Halbdecks anzufertigen und zu montieren. Natürlich wurde auch diese Teile erst einmal Weiß gepönt. Farben kommen später.





    Dann noch einige Lackarbeiten und dann war Werftschluß für heute.


    Ich habe hier die Pfosten der Relingen bewußt so massiv ausgeführt. Bis zum Halbdeck hoch wurden dafür die Auflanger der Spanten benutzt. Auch keine Zierleisten. Zudem handelt es sich um ein Kampfschiff und kein fein zierliches Spaßfahrzeug eines Adligen. Ich denke, daß es den auftragegebenden Lords und den Shipwrights darum ging, dem zu erwartenden Angriff der Spanier stabile und hoch effiziente Artillerieträger entgegenstellen zu können.

    Cheerio!


    Angarvater


    P.s. Ich habe hier keine Arbeitsschritte dargestellt, da es sich um einfache Zimmermannsarbeiten handelt. Also Holz zurichten, auf Maß schneiden, zusammenbauen und Malen.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Angarvater ()

  • Ja, die Relingspfosten wirken schon recht wuchtig - aber deine Argumentation leuchtet ein. Und zum sonstigen Eindruck würden hier feinziselierte Drechselstäbe mal gar nicht passen! fr21

    Auf jeden Fall immer wieder eine Augenweide und eine Freude, mitzuerleben, wie du hier der Königin einen weiteren Spanienschreck baust. :D

  • Aye, Bonden,


    hinzu kommt noch, daß die Relingen längsdecks und auch binnenbords noch Nagelbänke, sonstige Belegpunkte und Bordwandkanonen tragen müssen.


    Die "fröhlichen" Farbspielereien kommen dran, wenn ich auch das Achterdeck und die Poop fertig habe.

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  • Als nächstes wurden die Bordwände des Achterdeck und der Poop aufgeführt. Dieses ist die Voraussetzung für die Konstruktion der achteren Kragarme der Heckgalerien.


    Unmittelbar achterlich des Frontschottes des Achterdecks war die Mastführung des Besan einzubauen.

    Auch hier habe ich wieder eine "Hülse" (12mm Durchmesser mit 8mm Bohrung) eingesetzt. Diese führt dann später den Mast auf 45mm Länge, von da ab sind es nochmals 50 mm bis zur Mastspur im Kielbrett.




    Jetzt wurden die Bordwände des Achterdecks und der Poop aufgebaut und die achterlichen Kragarme, oder von mir aus auch die Knie, der Heckgalerien gefertigt und eingebaut.






    So macht das Schiff, obschon noch einiges fehlt, schon den Eindruck eines sehr Respekt heischenden Kriegsschiffes ihrer Majestät.



    Eine Frage konnte ich bisher nicht klären, nämlich ob es auf diesen Schiffen schon dieses Dach für den hinter dem Kolderstock stehenden Rudergänger gab. Dazu gibt es auch in den Grundlagenwerken der englischen Schiffbauer, die ja zumindest in großen Teilen inzwischen gefunden worden sind, keine Angaben.


    Zwar habe ich so ein Schutzdach bei der Golden Hind anhand der Hoeckelschen Pläne eingebaut, es gibt aber in der Literatur auch die Darstellung, daß der Rudergänger unter Deck stand und seine Anweisungen vom Wachhabenden durch eine Gräting zugerufen bekam. Und dem Rudergänger dort unter Deck einen Kompass hinzustellen dürfte auch kein Problem gewesen sein.Das ist nicht unwahrscheinlich, zumal das Schiff im wesentlichen mit den Segeln gesteuert wurde. Die im Verhältnis sehr kleinen Ruderblätter zusammen mit den kleinen,mit dem Kolderstockes erreichbaren Ruderausschlägen könnten mehr der Einhaltung des Kurses als den großen Manövern gedient haben. Erst die Verwendung der Ruderanlagen mit Rad und Trommel für das Ruderreep ermöglichten größere Ruderwinkel, zumal ab der Mitte des 17.Jahrhunderts auch die Ruderblätter imVerhältnis sehr viel größer gebaut wurden.


    Cheers!


    Angarvater

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  • Weiter ging es mit einigen Arbeiten am Halb / Achterdeck und dem Quarterdeck, und natürlich auch mit etwas Farbfröhlichkeit auf den Relingen des Quarterdecks.



    Hier finden sich die drei Farben des Tudorwappens. Weiß, Chromoxidgrün und Zinnoberrot



    Auf dem Quarterdeck wurden der Mastkragen, eine Gräting und das Sül des Niederganges eingebaut.


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  • Spaßeshalber habe ich die Countess mal auf die Terrasse verholt. Machte sich Achim Frühlingslicht ganz ordentlich.:D


    Ansonsten ging es auf der Werft einwenig weiter. So wurde zu erst das Quarterdeck beplankt.



    Danach kam die Tür zur Admiralssuite in der Poop dran. Allerdings lieferte der Schmied, war eben Wochenende, die Bänder der Tür noch nicht. Soll aber heute erfolgen. Auch geht es dann mit dem oberen Abschluss des Schottes und der Reling des Quarterdecks weiter.



    Die Dekorationen des Schotts sind auch noch in der Diskussion.

    Noch eine offene Frage ist, in wieweit man zu der Zeit schon mit Nagelbänken gearbeitet hat. Es gibt zwei Varianten, zum einen werden die Tampen einfach auf den Relingen belegt, zum anderen werden sie auf längs der Reling mit Abstand angebrachten Rundhölzern belegt. Das wäre dann die Mittelmeerlösung wie sie z.B. auf den Pinken verwendet wurden.

    Man kann nur bei den großen Seilen, wie den Schoten, sicher sagen, daß diese auf Kreuzhölzern oder anderen großen Klampen belegt wurden.


    Cheers!


    Angarvater

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  • Im United Kingdom konnten von der Regierung etliche sehr zeitnah am Ereignis gefertigte Skizzen der Abläufe der Armadaschlacht für 600 000 Pound Sterling angekauft werden, und damit der Forschung und der Öffentlichkeit erhalten werden. Hier ein Link zu einer m.E. recht interessanten Darstellung und Kommentierung dieser Zeichnungen.

    https://www.youtube.com/watch?v=e2QkyU2ibyI&feature=emb_logo


    Interessant ist, daß diese Berichte die Taktik der Engländer eine personell und von der Zahl her überlegene Flotte mit Artillerie auf Distanz zu halten, zu beschädigen und letztendlich abzuwehren sehr gut belegen.

    Wenn man genau hinhört sieht es für mich so aus, daß die Rolle Sir Francis Drakes anders als bisher öfter geschrieben überdenken muß. Häufig wird er als relativ unberechenbarer Pirat der z.B. erst einmal Beute machte und sich dann verdrückte dargestellt. Hiernach scheint Drake sowohl die Strategie wesentlich bestimmte, als auch wesentliche Bereiche der taktischen Führung während der gesamten Kampfhandlungen gehabt zu haben.


    Die Mitbestimmung der Strategie, und Drakes Gesamteinfluß auf die Flottenpolitik belegen auch die Genehmigungslisten für die Bestückung der Königsschiffe, die von Drake aufgestellt und freigegeben werden mußten.

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  • Machte sich Achim Frühlingslicht ganz ordentlich.:D

    Ein bisschen Aga ist überall. fr21


    Das mit den alten Karten ist ja der Hit! Und die Partisanentaktik der Engländer war schon genial, wobei man auch sagen muss, dass die Flottenführung der Spanier mit „unglücklich agiert“ mehr als freundlich umschrieben ist.
    Ich denke auch, dass Drake großen Einfluss auf die Strategie und Taktik der Engländer hatte, schließlich war er einer der Erfahrensten im Kampf gegen die Dons.

  • Dabei fiel mir mal wieder so eine "historische" Szene dazu ein.



    St.James Palace. 1579 December 12. Es ist klirrend kalt mit kräftigem Wind aus Nordost der den Schnee zu hohen Verwehungen aufwirft.


    Privy chamber ( Arbeits- und Besprechungsraum) der Königin

    Königin Elizabeth blickt von der Akte die sie gerade durchgesehen und unterschrieben hat auf und winkt ihren Sekretär Collins heran. „Siegeln sie diesen Akt, und dann geht der Vorgang per Kurier an Lord Dudley.“ sie wendet sich zu ihren Hofdamen, von denen meist zwei oder Drei Tagesdienst bei ihr haben: „ Meine übliche Portion Tee, und für den nächsten Besucher einen ordentlichen Krug Ipogras.“ Lady Elizabeth Throckmorton deutet, wie hier im Privy Chamber üblich, einen Knicks an und noch während sie sich umdreht um einen der Botenpagen mit der Bestellung loszuschicken sagt die Monarchin: „ Halt, las den Tee weg. Ich will auch Ipogras.“ Throckmorton nickt bestätigend und eilt zur Seitentür um die Bestellung weiterzugeben.

    Leise tritt einer der Wachhabenden Gentleman Pensioner ein und meldet, als die Königin aufblickt: „ Kapitän Sir Francis Drake, Madam.“ Nachdem Drake die zeremonielle Verbeugung absolviert hat weist ihm die Königin mit einer Geste an, sich ihr gegenüber zu setzen. Unmittelbar danach serviert Lady Throckmorton den Ipogras oder „Rauchender Bischoff“, während sich der diensthabende Groom am Kamin zu schaffen macht und Holz nachlegt.


    „ Cheers, Sir Francis. Sagen Sie mir, warum sich das Navy Board und auch ein Teil der Admiralität bei mir ob Eurer Kanonenorders ausweinen.“ Drake zögert einen Augenblick, was Elizabeth stirnrunzelnd sieht. „ Also los jetzt, Ihr seit doch sonst nicht gerade schüchtern.“ „ Daß das Navy Board jammert habe ich erwartet, da sie noch nie derartig starke und teure Kanonen beschaffen mußten. Nur das Gemaule der Admiralität geht mir gegen den Strich.“ „ Wieso?“ „ Nun,Majestät, die Herren denken immer noch in den Kampfkategorien wie sie Euer edler Vater, King Henry IIIV, der Flotte gegeben hat. Also kurzes vorbereitendes Feuer oder Bogenbeschuß des Gegners und dann rann und entern. Das ist eine Taktik die wir uns gegenüber König Felipes Flotte nicht leisten können. Die spanischen Schiffe sind mit hochtrainierten Landsoldaten vollgepackt die uns einfach beim Entern erdrücken würden. Sie haben zwar einen Haufen Kanonen geringen Kalibers an Bord, die allerdings nur Störfeuer beim Anlaufen des Gegners schießen können.Kaum von Relevanz wenn wir unsere Schiffe stabil bauen, was wir ja machen. Unsere Taktik kann nur darin bestehen den Feind durch schweres Feuer auf Distanz zu halten und möglichst wirksam zu schädigen. Aber, Madam, das habe ich den Herren schon mehrfach versucht zu erklären.“ „Was versteht Ihr unter wirksam schädigen?“ „Zwei Dinge: schwere Zerstörungen der Takelage und des Rumpfes zu erreichen.“ „Das ist alles? Admiral Grantham sagte mir einmal, nach etlichem Drängen meinerseits, daß die Artillerie insbesondere gegen die Mannschaften des Feindes eingesetzt wird. Ein scheußlicher Gedanke.“ „ Das was der ehrenwerte Admiral sagte entspricht der von ihm hochgehaltenen alten Marinedoktrin.“ „ Aber Ihr wollt mir doch nicht erzählen, daß der Beschuss nach Eurer Taktik nicht gegen die Besatzungen gerichtet ist?“ „Sekundär schon, Euer Majestät. Natürlich werden die Besatzungen bei Treffern in Rumpf und Takelage eine ganze Menge abkriegen. Nur sind sie nicht das erste Ziel der Beschießung.“ Elizabeth schüttelt den Kopf: „ Das ist wie jeder Krieg ein furchtbares Geschäft. Nur, wenn König Phillip mich und damit mein Volk mit Waffengewalt angreift bleibt mir nichts anderes übrig als ihm mit Waffengewalt entgegenzutreten.“Sie atmet tief durch und sieht Drake mit tiefstem Ernst und sehr durchdringend an: „Und das werde ich mit aller mir zur Verfügung stehenden Macht tun!“ Elizabeth denkt eine Zeitlang nach, wobei sie mit den Fingern der Rechten auf den Tisch klopft. „ Sie sagen mir also, daß meine Admirale zu konservativ oder besser gesagt zu begriffsstutzig sind die Notwendigkeiten zu begreifen.“ Zu Throckmorton gewandt: „Beth, ich will Lord Howard, Frobisher und Hawkins spätesten morgen früh hier haben. Und ,Drake, dem Navy Board klopfe ich auf die Finger, wenn sie sich bei der Beschaffung der Artillerie sperren.“ sieht hebt den Becher mit dem immer noch warmen Ipogras und trinkt Drake zu:


    „Sir Francis, ab jetzt Viceadmiral Sir Drake, noch eine Frage und dazu eine kurze und genaue Antwort.“ Drake springt auf und verbeugt sich sehr tief vor seiner Königin. Als er sich bedanken will unterbricht ihn die Monarchin: „ Schon gut, Ihr habt es verdient und könnt mir so bestens dienen. Wenn wir die Flotte in Eurem Sinne aufbauen und ausstatten will ich wissen wieviel Soldaten Ihr pro Schiff einsetzen wollt?

    Drake denkt einen Augenblick nach bevor er sagt: „Auf den neuen Schiffen werden nicht mehr als 20 bis maximal 30 Mann gebraucht. Mehr als Wachtruppe für den Kapitän und als Eingreifreserve im Gefecht.“ Elizabeth runzelt die Stirn und klopft sich nachdenkend mit dem Zeigefinger gegen die Schneidezähne: „ Dann wundert mich der Widerstand der Admiräle nicht mehr, haben sie doch nach altem Brauch 150 und mehr Seesoldaten je Schiff vorgesehen.“ „ Ja, Madam, und die Spanier haben mehr als die doppelte Anzahl an Fußkämpfern auf ihren Schiffen.“ Elizabeth schüttelt den Kopf: „ Und da sich die alten Herren unter dem, wie ihr sagt, schwerem Feuer eurer Artillerie nichts vorstellen können halten sie die neue Strategie für ein hohes Risiko. Nein, eher für ein Hasardspiel.“ Drake nickt zustimmend. Die Königin sieht ihn gerade und sehr ernst an: „Ein Risiko ist das auf jeden Fall. Aber, beim Tod am Kreuz, das nehme ich gern in Kauf! Ab sofort sind Eure Strategie und Taktik die der Königin von England. Zudem setzt Ihr damit sehr viele Infanteristen frei, die ich dringend zur Verstärkung meiner Truppen der Territorialverteidigung unter meinen Lord Lieutenants benötige. Also, Ihr handelt nach meinen Befehl die Flotte so auszurüsten und zu führen.“

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  • So ein erfolgreicher Taktikwechsel wie der der Engländer mit dem sich daraus ergebenden Sieg über die Armada wiederholt sich immer mal wieder, wie z.B. im zweiten Weltkrieg. Trotz der rasanten Entwicklung der Flugzeuge und der Träger wurden immer noch riesige Schlachtschiffe gebaut und als Dominanzwaffe angesehen. Bei Pearl Harbour, bei der Versenkung der Bismarck so wie den Seeschlachten im Pazifik (HMS Prinz of Wales, Repulse) sowie die Versenkung aller japanischen „ Superschlachtschiffe“ durch Trägerflugzeuge, wurde deutlich, daß die Dinos außer als artilleristische Landungsunterstützer strategisch und taktisch zu nichts mehr nutze waren, und die kleineren Einheiten nur als Abschirmung der Träger gegen U- Boote einsetzbar waren.


    Die letzte „klassische“ Bataille zwischen Schlachtschiffen war die zwischen der Bismarck und der dabei versenkten HMS Hood. Der Bismarck war die Hood als Schiff aus der Zeit des ersten Weltkrieges artilleristisch und von der Panzerung her unterlegen.


    Erledigt wurde die Bismarck aber durch die entscheidenden Torpedotreffer der wenigen sie erreichenden Flugzeuge der RN.

    Stopp, ich glaube ich bin jetzt schon mit dem Post of topic.

    Also zurück zur Countess.

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  • Weiter ging es heute mit den Relingen des Quarterdecks. Da ist nicht viel zu zu sagen. Zuschneiden, teilweise mit dem Profileisen profilieren, zusammenbauen und anmahnen ( Grundierung und das übliche Weiß)

    Und da ich gerade dabei war habe ich auch die beiden Relingen der Poop gemacht







    Da mir zuletzt zwei der Relingstützen der vorderen Reling beim Einpassen durch den Niedergang bis in den Kielraum gefallen sind (da komme ich auch mit langen Pinzetten nicht mehr so richtig dran) habe ich Werftschluß für heute geläutet.



    Cheers!


    Angarvater

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