Bale C. Harding mit dem Roman "1803"

  • Nun denn, dann will ich auch mal meine 3 Cent zum Erstlingswerk unseres Neuzuganges abgeben. Ich mache das jetzt nicht im Stile eines Literaturkritikers, der ich ja auch nicht bin, sondern will einfach mal drauflos plaudern, was mir beim Lesen des Buches und hinterher beim Nachdenken über das Gelesene so durch den Kopf ging.


    Die Story ist durchaus spannend. Und mal einen maritim-historischen Roman aus dem Blickwinkel eines Offiziers der "Hummer" zu lesen ist neu und hochinteressant.

    Mir ging es aber viel zu schnell. Ich finde, in dem Buch steckt Material für mindest drei Bände. Etliche Male dachte ich schmunzelnd: "Mensch, hol doch mal Luft!" Es kam mir so vor, als ob der Erzähler Angst hatte, jemand könnte ihm ins Wort fallen, ihn unterbrechen, ihn mit Fragen löchern, und deshalb sollten alle aufkommenden Fragen möglichst vorher beantwortet werden. Mir ging vieles zu schnell. Kaum angekommen am ersten wichtigen Handlungsort, wusste B.Mc.A. schon über alle und jeden Bescheid; zumindest hatte ich das Gefühl, bedingt durch einen Erzählstil, der mich fast immer sehr, sehr eng an den Hauptakteur der Erzählung gebunden hat. Mir war oftmals nicht klar, wieso B.Mc.A. das alles in so kurzer Zeit wissen konnte, und es wurde mir ja auch nicht verraten.

    Da gab es durchaus ein paar Stellen, wo ich dachte: Ja, jetzt ist mal ein Moment des Innehaltens, da blitzen mal nebensächliche Details auf, die die Szenerie etwas mehr beleuchten, sei es durch eine präzise Beschreibung eines Gegenstandes oder einer nebensächlichen Handlung wie einer Handbewegung oder einer bestimmten Mimik. Aber im nächsten Moment wurde wieder in den fünften Gang geschaltet, um die verlorenen Meter wieder aufzuholen.

    Dennoch, und das ist das ganz dicke Plus dieses Buches, fesselte mich die Geschichte, wollte ich wissen, wie es weitergeht, wie es endet. Und der Cliffhanger am Ende ließ mich breit grinsen, denn auch wenn ich nicht das Vergnügen gehabt hätte, nicht nur den den Autor persönlich kennengelernt zu haben, sondern auch dessen weitere literarischen Pläne zu erfahren - spätestens hier wäre mir klar geworden, dass es (mindestens) eine Fortsetzung geben wird, nein, geben muss.

    Und so freue ich mich auf den nächsten Band und bin mir sicher, dass er mindestens so gut wird wie das trotz meiner sehr kritisch klingenden Worte gelungenen Erstlingswerkes. :th:


    Benjamin McAllister Weitermachen! :bg:

  • Lieber Bonden , vielen Dank für Deine tollen Worte zum Buch, das Lob und natürlich auch für die Kritik, die ich gern beim nächsten Band berücksichtigen werde. Du kannst Dir sicher sein, dass der Erzählstil ebenso beim Schreiben atemlos macht. Aber wenn die Figuren beginnen, einfach zu agieren und die Geschichte fast von allein läuft, ist es schwer innezuhalten. :) Doch beim zweiten wird neben dem Allegro das Adagio nicht vergessen werden. Und nicht allein schon deshalb, um Dir zu zeigen, dass ich daran arbeite, muss der zweite Band kommen. :fight:


    Grüße und Danke,

    Benjamin

    “I could not tread these perilous paths in safety, if I did not keep a saving sense of humor.“ (Lord Horatio Nelson)

  • ... wir sind gespannt...


    Wenn beim ersten Werk schon alles "perfekt" wäre, dann bliebe ja kein Potential mehr für eine zukünftige Entwicklung. :)

    ~*~ "Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale." ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794.

  • In vielen Punkten kann ich Bonden einfach nur recht geben. Der Autor legt schon ein ziemliches Tempo vor, aber das sehe ich durchaus nicht als Makel. Mein persönliches Gefühl beim Lesen war, dass ich dadurch förmlich in einen Sog geriet und gar nicht mehr aufhören konnte, zu lesen, denn bereits auf der nächsten Seite konnte ja der nächste Knalleffekt auf mich warten.

    Lediglich im letzten Viertel ging es für meinen ganz persönlichen Geschmack (ich wiederhole mich hier) zu schnell auf den Showdown zu. Aber da kann ich Benjamin McAllister auch gut verstehen, denn irgendwann will man ja auch mal fertig werden.


    So, jetzt ist keine weitere Zeit mehr zu verlieren. An die Arbeit Benjamin McAllister , denn wir warten dringend auf 1805.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Und - lieber Benjamin, wir können deine Romane (Ja - Plural - e - halt dich ran!!! :-)) lesen und müssen nicht auf leider so oft ausbleibende Übersetzungen warten. Übrigens stehst du als deutscher Autor ja in der Tradition eine Frank Adam - nur so am Rande mal angemerkt...

    Ich freue mich auch schon auf deinen nächsten Wurf und bin gespannt, wie die Geschichte weiter geht und ob dich unsere Anmerkungen angeregt haben. (War ja vielleicht auch gar nicht nötig! Dass du dich dieser von dir geforderten Kritik stellst ist absolut allereherenswert!!!)

    Und das Gute ist ja auch, dass du mit einer Kritik so umgehen kannst, wie du das willst. Alle Wege offen.

    :sun:

    "Wie die Luft gehört die See als Geburtsrecht allen Menschen.“
    (Thomas Jefferson 1743 - 1826)

  • Lieber 1. Lord und lieber Speedy, ich nehme die Aufgabe sehr gern an. :) Noch eine Woche, dann gibt es mal ein Päuschen von circa 10 Tagen. Da wird doch wohl wieder mal Zeit zum Schreiben sein? Ansonsten kommt ja noch die Weihnachtszeit. Gebt mir also bitte noch etwas Zeit. Für Weihnachten überlege ich mir auf jeden Fall noch etwas für Euch alle. Die ersten Seiten aus 1805 sind ja bereits in einer ersten Version fertig... fr8

    “I could not tread these perilous paths in safety, if I did not keep a saving sense of humor.“ (Lord Horatio Nelson)

  • Fühle dich bitte nicht unter Druck gesetzt, jetzt schnell die Bedürfnisse von uns zu befriedigen. Lasse dir bitte die Zeit, die du brauchst um deinen Ansprüchen Genüge zu tun. Besser, du feilst etwas länger und wägst ab, dann dauert das eben noch ein paar Wochen oder Monate...

    Nicht deine Leser sind wichtig - wichtig ist der Anspruch, den du an dich stellst und der Blick in den Spiegel muss wohlwollend sein. Ein Text ist dann fertig, wenn der Autor den Text als fertig ansieht, vorher nicht. Wenn du fast zufrieden bist, dann überprüfe noch einmal, was andere dir als Kritik angeraten haben. Du bist der einzige, der bestimmen kann, wann dein Text der ist, den du schreiben wolltest. Ich freue mich auch, wenn dein 2. Band erst in 2021 erscheint. Eigener (Erfolgs-) Druck erzeugt oft Nachlässigkeit. Erspare es dir und auch deinen Lesern. Ich freue mich, wann auch immer der 2. Band erscheint und drücke dir die Daumen für gut genutzte Zeit und möge es dir in die Tastatur fließen....

    "Wie die Luft gehört die See als Geburtsrecht allen Menschen.“
    (Thomas Jefferson 1743 - 1826)