Allège d' Arles - Fluss-Frachtsegler 1:100 - Ein Kartonmodell

  • Ahoi Seeleute


    Ich wollte mit diesem Modell am Wettbewerb in meinem Kartonmodellbau-Forum, teilnehmen.
    Nachdem ich das Modell aber aus dem Wettbewerb zurück gezogen habe, kann ich den Bau hier auch in einer Kurzfassung dokumentieren.


    Die Allege d'Arles sind Fluss-Frachtsegler die im 19. Jahrhundert auf dem Unteren Lauf der Rhone unterwegs waren. Sie wurden eingesetzt um Fracht, vor allem Holz, Steine und Getreide, die in Frachtkonvois von Genf, Lion nach Arles transportiert wurden, weiter ans Mittelmeer, nach Marseille und Toulon zu transportieren. Mitte des 19. Jahrhunderts waren auf dieser Strecke bis 125 Stück von diesen Seglern unterwegs. Sie waren meist um 25 bis 30 Meter lang und mit einem grossen Lateiner- und Focksegel ausgerüstet.


    Das vorliegende Modell wurde in Anlehnung an Pläne der "Souvenir de Marine" konstruiert. Als Konstrukteur zeichnete sich einmal mehr Tomasz Weremko aus.
    Der Konstrukteur ist mir bekannt, ich hatte ja auch schon die HMS Speedy von ihm gebaut. Insofern war ich guten Mutes und freute mcih auf eine gelungene Konstruktion und eine einwandfreie Bauanleitung. Das Modell besteht aus geschätzt ca. 500 Teilen.
    Die Allège D' Arles wird nach meinen Recherchen wie eine Tartane getakelt. Ein Schiffstyp, zu dem es sowohl im Netz als auch in der einschlägigen Literatur nur sehr wenig zu finden gibt. Umso mehr hoffte ich, mich auf die BA und den Takelplan verlassen zu können.


    In der Folge möchte ich Euch den Bau bis zum heutigen Bauzustand in Kürze zeigen und für eventuelle Nachbauer auf einige Hürden aufmerksam machen.
    Danach werde ich in Echtzeit weiter berichten, wobei zu sagen ist, dass ich mittlerweile schon kurz vor der Fertigstellung stehe.


    Hier einmal ein paar Bilder vom Bogen zum Einstimmen.
    Ich habe den dazu passenden Lasercut-Satz gekauft, dieser enthält das Spantengerüst und einige Kleinstteile.




  • Angefangen wurde natürlich mit dem Spantengerüst.
    Wei eingangs erwähnt kann dieses asu dem Bogen, auf 1mm-Kartoon verstäkrt ausgeschnitten, oder aus dem Zusatzbogen aus Laser geschnittenen Teilen gebaut werden. Jeder Kartonmodellbauer weiss, wie mühsam es ist, Spanten aus 1mm-Karton auszuschneiden. Daher gönnte ich mir den Zurüst-Satz.



    Der Unterbau des Decks wird mit zusätzlichen Spanten "vorgefomrt" und eine erstbeplankung des Decks in Streifen aufgeklebt.



    Nach dem Straken wird die Erstbeplankung der Bordwände angebracht. Die Segmente werden vorsichtig und genau vorgeformt, damit die elegante Rumpfform nicht durch Knicke an den Stössen gestört wird. Die Erstbeplankung ist bei diesem Modell bereits eingefärbt, aber nciht mit den Farben der Endbeplankung ???



    Die eigentliche Schlussbeplankng wird dann in einzelne Streifen, die jeweils über zwei oder drei Planken gehen angebracht. Die Plankenstösse innerhalb der Streifen ritze ich mit einer Nadel nach um sie optisch 3D darzustellen.
    Bevor die Planken zum Schnazkleid hochgezogen werden, wird der Steven montiert. Dieser ist, so stellt sich nun heraus, im LC-Satz zu kurz und muss verlängert werden.



    Die Schanz ist, wie bei diesem Konstrukteur üblich, etwas speziell konstruiert und wird in drei Schichten immer abwechslungsweise aussen, mitte, innen augebaut.



    Das funktioniert eigentlich sehr gut, man muss aber extrem exakt arbeiten.
    Zum Schluss dieser Etape wird die Schanz mit der Reling abgeschlossen.


  • Die Aussenahut wird um drei Planken aufgedoppelt im Bereich der äussersten Linie als Scheuerleisten.



    Nun geht es auf Deck los. Angefangen mit der Ankerbeting, die eine schön geschungenen Form aufweist. Lukendeckel, eine Spill, eine Wasserpumpe und die grosse Ladeluke ergänzen das Deck. An der Innenschanz werden die Spanten verlängert und Querbalken für das Belegen der Takelage angebracht.





    Nun geht es an die Vollendung der schönen Rundungen meiner Französin.
    Das Ruder ist sehr Markant. Ebenso die Galion. Die Kosntruktion selbiger ist wiederum etwas abenteuerlich, alle Balken werden aus Absicklungen gebaut. Was aber einmal mehr erstaunlich gut funktioniert und auch passt.
    Optisch sehr markant und ein Highlight dieses Schiffstyps ist der achtern Aufbau. Leider habe ich nirgends Angabe über den Sinn dieses Details gefunden. Aber es gibt dem Schiff den typischen Charakter.
    Für das letzte Foto habe ich dieses Bauteil nur aufgelegt. Ich werde es erst ganz zuletzt anbringen, da ich sonst Gefahr laufe, es biem takeln wieder runter zu reissen. Und Abreissaktionen überlasse ich anderen :D



    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Halt ne Französin...
    Wird ein sehr schönes kleines Schiffchen.


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.
    „Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Vielen Dank Jungs! Auch den Likern :D


    In der Tat erinnert der Schiffstyp auch an die Pinque, die im Mittelmeer zu der Zeit unterwegs waren. Ich werde mich auch was die Takelage angeht oft an diesen Schiffen orientieren müssen, mangels anderer Vorlagen. So werden auch hier die Seitentakel/Wanten mit Knebeln an der Innenschanz belegt.
    Auch das markante, grosse Lateinersegel erinnert an die Pinque, bzw. an Tartanen und Schebeken. Nur das Unterwasserschiff mit dem extrem flachen Boden ist eben für die Flussfahrten konstruiert. Das wäre wohl auf hoher See, auch in Küstennähe wenig praktikabel... =O


    Weiter mit dem BB in Kurzform geht es etwas später.
    Bis dahin freundliche Grüsse
    Peter

  • Was mich bei dem Schiff wundert, ist, das hier kein Seitenschwert oder ähnliches verbaut ist. Das wäre auch bei Flussfahrten praktisch...
    Nur in der französischen Wiki habe ich was gefunden.
    Da ist ein Model abgebildet, was aber -wie ich finde- eine schlampige Takelage hat...


    Aga

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  • Ich frage mich, wie die Kähne bergauf gefahren wurden. Genügte das das Segel, wurden sie gerudert oder gab es an der Rhone auch so eine Art Bomätscher?

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Aye Peter h


    Ein wirklich schönes Modell, dass Du da baust. In der Tat scheint es aus der selben Familie wie die Pinken zu stammen. Ich mag diese manchmal etwas verrückten Mittelmeerschiffe sehr gern, und bleibe daher besonders gern an DeinemLogbuch dran.


    Beste Grüße


    Angarvater


    P.s. Warum muss der Heckaufbau außer gut auszusehen einen Sinn haben? Selbst heute baut man auf jedem Neubau irgendwelche netten Teile an oder drauf ,einfach nur weil der Reeder Lust darauf hat.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Musste erstmal schauen was ein "Bomätscher" ist. Treidler, wird es gegeben haben. Zumindest kann ich mich an Treidelpfade bei Avignon erinnern als ich da vor Jahren mal war.
    Wobei die Rhone da (bei Avignon) sehr breit ist (geschätzt 3-400m, wenn nicht mehr) da wäre auch aufkreuzen möglich, wobei sehr aufwendig bei Lateinersegeln.


    Aga

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  • Sorry, ich kam einfach nicht auf das Wort Treidler und Bomätscher ist mir halt aus Sachsen vertraut, weil das, was heute der Elberadweg ist früher Bomätscherpfad genannt wurde.

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  • Ahoi Seeleute


    Ehrlich gesagt entzieht es sich auch meinen Kenntnissen, wei die Schiffe wieder die Rhone hoch kamen. Oberhalb Avignon, also zwischen Genf und Avignon, waren zu dieser Zeit tatsächlich die Frachtschiffe mit diesen Treidlern unterwegs, das habe ich irgendwo gelesen.


    @Aga: Ja, dieses Modell dient mir definitiv nicht als Vorlage, ich hoffe, dass ich meins etwas besser hinbekomme :D


    @Angarvater: Das ist eine gute Erklärung für den Hick-Aufbau. Allerdings ist mir dieser zu markant, als dass er nur der Ästhetik wegen gebaut wurde. Es wurden ja zu dieser Zeit allerhand Zierrat an den Schiffen angebracht, aber eben nur Verzierungen. Alle grösseren Bauteile hatten meines Wissens eine Funktion, oder wurden aus bestimmten praktischen Gründen gebaut. Zudem frage ich mich, warum bei Schiffen, die ausschliesslich für den Frachttransport gebaut wurden, solche markante Details nur aus freude an der Ästhetik angebracht wurden. Aber wie bereits eingangs erwähnt, bie diesem Schiffstyp tappe ich auch an (zu)vielen anderen Stellen im Dunkeln, weil es einfach kaum Unterlagen gibt.
    Dennoch begnüge ich mich sehr gern mit Deiner Erklärung :D

  • Für mich gäbe es zwei Erklärungen für den Heckaufbau. 1. schafft man Platz außerhalb des Schiffsrumpfes und 2. verbessert es die Übersicht, wenn das Deck ebenfalls voll mit Fracht ist.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Würde ich auch so sehen. Auch sieht es so aus als wenn man das Ruder dort hochziehen könnte.
    Der hochgezogene Kiel am Bug könnte als Betting für das Treidelseil gedienthaben, wobei das meist am Bug und am Mast oder einer speziellen Betting angeschlagen wurde, um den Bug nicht zu sehr ins Wasser zu drücken..


    Aga

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  • Danke für Eure Inputs!


    So, weiter geht es mit der Kurzfassung des BB bis zum Ist-Zustand.


    Es zeigte sich, dass, sobald Taue ins Spiel kommen, sowohl die Bauanleitung als auch die wenigen zur Verfügung stehenden Unterlagen sehr unterschiedlich sind und die Suche nach klaren Angaben für mich als Laie praktisch unmöglich und so zu einem grossen Ärgernis wird, das mich kurz vor das Aufgeben gebracht hatte.
    Nach einigen Nächten drüber Schlafen habe ich mich dann entschieden weiter zu bauen, aber nichtmehr mit der Idee, historisch einigermassen korrekt zu bauen, sondern lediglich mit dem Anspruch, eine optisch einigermassen ansehnliches Modell zu bekommen, das aber keineswegs historisch korrekt ist.


    Angefangen beim Anker. Wie die Ankertrosse geführt und belegt wurde, und auch wie der Anker an Bord befestigt wurde, entzieht sich meinen Kenntnissen. Ich bitte aber auch, hier keine Diskussion anzufangen, wie es denn hätte sein können. Meine Lösung ist ein Kompromiss, bzw. eine eigenen Interpretation aus den gefundenen Angaben.



    Das Rundholz habe ich aus Buchenstäben analog der dem Bogen beiliegnednen Schablonen konisch geschliffen.



    Der Kurze Bugspriet wird mit einem eingebunden Block (ich verwende auch hier die LC-Blöcke von Shipyard) auf dem Steven angebracht und mit einer Wulling festgezurrt.



    Die Lateiner-Rute besteht aus zwei Teilen, die mit regelmässig verteilten Wullingen zusammen gebunden werden.
    Der Mastwird gesetzt. Am Masttop werden zwei Scheibgats für das Rutenfall eingarbeitet.



    Die Wanten/Seitentakel werden wie eingangs erwähnt am Querbalken der Innenschanz mittels Knebel und Stroppen festgemacht.
    Für die Knebel schneide ich einen 1mm breiten Streifen aus 1mm-Finnpappe. Diesen befeuchte ich und drehe in zwischen den Fingern, dass er einen runden Querschnitt bekommt. Nun wird er mit Sekundenkleber gehärtet und dann in der geschätzten Länge der Knebel in Stücke geschnitten.



    Die Wanten/Seitentakel schliessen unten mit Violinblöcken ab, die mittels einer Schlaufe (ist das der Stroppen?) an den Knebeln eingeschlauft werden.



    Das vordere Wantenpaar wird direkt mit einer Talje festgezurrt. die beiden achternen Takelpaare werden ähnlich wie bei Ladetakel - ich gehe davon aus, dass diese auch dafür genutzt wurden - geführt.
    Für das Belegen der Tauenden muss ich wieder auf meine Fantasie zurück greifen. Die Tauenden der Taljen sege ich zu einer Rolle und hänge sie an den Knebeln mit einer Schlaufe ein.
    Die langen Tauenden werden am Querbalken belegt und dann aufgewickelt auf Deck gelegt.


  • Als nächster Schritt ist das Rutenfall dran. Dazu wird am Mastfuss der untere Fallblock, ein eckiger vierscheibiger Block mit einem quer durch den Block gzogenen Tau am Mastfuss mit zwei Haken eingehängt. Hier der voorbereitete Block.



    Das Rutenfall läuft doppelt und wird am oberen Ende zu einer Schlaufe zusammengebunden. Die Enden werden durch die vorbereiteten Scheiben am Masttop gezogen



    und unten wird auf diesebe Weise wie beim ersten Block ein Fallblock angebracht. Am unteren Fallblock ist seitlich ein Augbolzen montiert an dem das Taljereep angebracht wird.
    Die Talje wird erstmal nur locker gezogen. Erst wenn die Lateinerrute samt Segel angebracht ist, wird das Fall samt Talje straff gezogen.



    Als nächster steht das Lateinersegel auf der Todo-Liste. Wie auch schon bei der Speedy fertige ich das Segel aus Seidenpapier. Das feine 21g-Papier lege ich auf eine neue Schneidmatte und bepinsle es grosszügig mit "schmutzigem" Wasser (Wasser, das ich zuvor mit brauner Farbe leicht abgetönt habe). Anschliessend wird das Papier auf der Matte liegend, wo es durch das durchgedrungene Wasser "klebt" mit dem Föhn getrocknet.


    Dadurch entsteht eine meiner Meinung nach schöne Optik.


    In die Säume an den Ränder lege ich vor dem zukleben einen feinsten Draht aus dem Fliegenbinder-Kästchen ein um das Segel später formen zu können.
    Die Nähte der Bahnen ziehe ich mit einem feinen schwarzen Stift nach. Hier muss ich noch arbeiten um bei der Wolf schönere Ergebnisse zu erzielen.
    Rund um das Segel wird ein Liektau angebracht, in das an der unteren Ecke achten ein Schothorn eingebunden wird.
    An der zweitlängsten Kante werden in dem oberen Viertel je ein Legel für die Gordinge angehängt.



    Das Reffband wird beidseitig mit einem Streifen Seidenpapier aufgeklebt. Die Reffbänsel werden dort eingeknotet. Eine Arbeit die schon fast so meditativ ist wie Webleinen knoten.
    Damit ist das Segel fertig vorbereitet.



    So, damit sind wir beim Ist-Zustand. Ab hier geht es (in gemächlicherem Tempo) in Echtzeit weiter.


    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Herzlichen Dank @Lord Croidon, sowie allen likern!


    Ahoi Seeleute


    Und weiter geht es, wie angekündigt mit dem Bestücken der Lateinerrute.


    Als erstes werden nach der Schablone jeweils zwei Blockpaare für die Gordinge angebracht. Die unteren beiden sind zweischeibig, da die oberen Gordinge auch durch diesen Block gezogen wird. Die oberen beiden entsprechend einscheibig.


    Am unteren Ende der Rute wird ein Blockpaar nach achtern und ein einzelner Block nach vorne eingebunden. Diese werden für die Schoten (?) zur Ausrichtung des Segels zum Wind dienen. Das Fallstropp wird am unteren Drittel der - achtung, diesen Ausdruck gibt es tatsächlich und er bezeichnet nichts unanständiges - Schamfielbemusung eingeschlauft. Die Schlaufe wird dann später mittels einem Knebel am Rutenfall eingehängt.



    Die Schamfielbemusung ist die starke Wulling, die das Holz der Rute und dem Mast beim fieren vor dem abscheuern schützt. So zumindest interpretiere ich das. Den Ausdruck habe ich nachdem ich im Marquardt darauf gestossen bin gegoogelt und habe keinen einzigen Treffer gefunden...


    Das Rack wiederum warf mir mehr Fragen als Antworten auf. Die Darstellung wie sie die BA zeigt ist wohl unvollständig und lässt mich mit einem Haufen Fragezeichen zurück.



    Im Marquardt beim Beschrieb der Takelung von Tartanen werde ich dann fündig und entscheide mich für diese Montage.



    Das Rack bereite ich lose vor. Die Schlieten kommen aus dem LC-Satz und müssten für Nachbauer trotz ihrer winzigen Grösse, oder vielleicht gerade deshalb, mit Sekundenkleber verstärkt werden. Ich habe es nicht gemacht und entsprechend zerknautscht sehen die Dinger nun aus.
    Die Klotjes stelle ich mit jeweils eine Tröpfchen Weissleim zwischen den Schlieten dar. Getrocknet und braun eingefärbt finde ich das eine gute Alternative.



    Oberhalb der Schamfielbemusung (wie ich diesen Ausdruck liebe :lol ) wird das eine Ende des Racks an der Rute befestigt. Unterhalb wird ein Tau mit einer eingeknoteten Kausche befestigt, durch diese dann das Tau (Fall?) gezogen und zum Mastfuss geführt wird.



    Damit ist die Bestückung der Lateinerrute fertig. Morgen werde ich dann das Segel anschlagen und hoffe dann die Rute an Bord zu bringen!



    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Gut gemacht!


    Das im Bausatz vorgesehene Rack ist eines, dass vor allem bei Squareriggern insbesondere für die oberen Rahen eingesetzt wurde, da hier ja die Rahen bei der Veringerung der Segelfläche an der Stenge niedergeholt werden konnten. Allerdings müssen dazu auch die Klotjen so groß sein, dass sie und nicht die Führungselemente des Rack auf der Stenge laufen.


    Und wegen des Fachwortes „ Schamfilbemusung“ hat es wenig Zweck bei solch allgemeinwissenden
    Suchmaschinchen wie Google nachzugucken. Das ist eben eine Schutzbekleidung die heute fast nicht mehr vorkommt. Der einzige Schamfilschutz ist seit der Einführung der Stahlseile die Kleedung der Seile.


    Soweit ich weis wurden die Ruten bei diesen Lateinertakelungen auch nicht immer bei einer Wende um den Mast herumgeführt um dann auf der anderen Mastseite zu liegen. Dafür war die Bemusung
    zum Schutz des Mastes und der Rute, die dann ja lange an der selben Stelle schamfilten, schon recht Materialschützend.

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