Allège d' Arles - Fluss-Frachtsegler 1:100 - Ein Kartonmodell

  • Herzlichen Dank für die Ausführungen @Angarvater. Das leuchtet ein!
    Ich gehe davon aus, dass die Rute bei der Fahrt von Avignon nach Arles auf der einen Seite gesetzt war und beim hochfahren auf der anderen Seite, da kaum gewendet werden musste.


    LG
    Peter

  • Klasse :thumbup: , gerade auch die Details sind dir wieder gut gelungen.
    Und, ich glaube, ich gehe auch erstmal wieder einen Schritt zurück und baue was "Kleineres". Wenn die Phönix mal fertig ist. :whistling:
    Der Frachtsegler gefällt mir sehr gut.

  • Vielen Dank Oeli!


    Einen wunderschönen Frühlingmorgen allerseits!


    In kleinen Etappen ging es weiter.
    Im Lateinersegel habe ich die Beschlagzeisinge analog der Reffbänsel eingebunden.
    Sie werden nun an der Rute angeschlagen. Das längere Ende wird einmal komplett um die Rute gelegt, und wird dann mit dem anderen verknotet. Das ganze 27 mal. Da kann man ganz schön konfus werden, wenn einem da immer noch die Enden (0,1mm Garn) in die Quere kommen...



    Nun kommt der grosseMoment: Die Rute mit Segel kommt an Bord. Das Stropp wird durch die Schlaufe (auch Stropp?) des Rrutenfalls geschlauft und mit einem Knebel gesichert. Das Rack wird um den Mast gelegt, das Fall durch die Kausche gezogen und zum Mastfuss gefürht, wo es an eine Klampe belegt wird. Damit ich die Taljen, mit denen die Lateinerrute zum Wind ausgerichtet werden (keine Ahnung wie die Diinger heissen) einigermassen straff ziehen kann, fixiere ich die Rute am Mast zusätzlich mit Klebstoff und richte sie vor dem Trocknen sauber aus.


    Nun werden die besagten Taljen gefertigt. Jeweils ein einscheibiger Block wird mit einem Haken versehen BB und Stb mittschiffs eingehängt und ein Tau jeweils durch die beiden nach achtern weisenden Blöcke am unteren Rutenende gezogen.
    So lasse ich das ganze erstmal stehen, dass der Kleber auch gut austrocknet, bevor ich dann die Taljen festziehen kann.



    Am Schothorn achtern wird ein Tau eingebunden, dass mit einem Block hinter der Ruderpinne verbunden wird. Dieses Tau dient wohl dazu, das Segel sauber im Wind auszurichten.


    Zuletzt wird das Rutenfall festgezurrt und das Tauende der Fallblöcke zu einer Puppe gewickelt zwischen dem obern Fallblock und dem Mast eingeklemmt verstaut.



    Zum Schluss für Heute mal wieder eine Gesamtansicht.



    Schönes Wochenende und bis demnächst!
    Peter

  • Danke Männer!


    Ahoi Seeleute


    Nachdem die Rute nun fest am Mast sitzt, kann ich die drei Halstaljen fest ziehen.




    Das Segel wird mittels der feinen Drähte in den Nähten bauchig ausgeformt und nun noch das Schot achtern festgemacht. Damit das Segel auch einigermassen sauber nach Bb ausschert und das Schot gestreckt wirkt, wird das Garn in der gesamten Länge mit Sekundenkleber bestrichen und gestreckt, bis der Kleber trocken ist. Naja, hat einigermassen geklappt, ist aber noch Luft nach oben.



    Nun werden die zwei Gording-Paare an den Legeln eingebunden und via die Blockpaare an der Rute nach unten gezogen und jeweils Bb und Stb im hintersten Bereich der Querleisten innerbords belegt.



    Nun kann endlich das Heckteil fest mit der Reling verbunden und verklebt werden. Dieses Markante Bauteil gibt dem Modell den eingenartigen Charakter, wie ich finde. Der Sinn dieses Teils ist mir nach wie vor nicht bekannt. Aber in einem NAchbarforum hat ein Kollege die Gegenfrage gestellt, warum so ein Heckteil einen Sinn haben müsse. Wo er recht hat, hat er recht!


  • Die Fock, die mit ihrer Grösse ein weiteres Charakteristikum darstellt, wird wieder aus dem Seidenpapier analog dem Lateinersegel gefertigt.
    Inzwschen habe ich mir einen hauchfeinen schwarzen Filzstift (Minenbreite 0,3mm) besorgt. So finde ich die Nähte passend.


    Auch hier wird in den Säumen wieder ein Draht eingeklebt um das Segel zu formen.



    Das Liektau wird an allen drei Ecken mit einem Schothorn ergänzt, denn die Fock wird fliegend getakelt.



    Im oberen Schothorn wird ein einscheibiger Block eingebundnen, der mit einem ebensolchen am Masttop eine Talje bilden soll.
    Am Bugspriet wird ein Tau durch den vorbereiteten Block gezogen und am Bug belegt.
    Am unteren achternen Schothorn wird EIN Schot eingebunden. Ich habe auf allen Abbildungen nur ein solches gesehen und nicht zwei, die beidseitig belegt werden. Ich gehe davon aus, dass dadurch, dass kaum gewendet werden musste, hier auf die Führung eines zwieten Schots verzichtet wurde, zugunsten von mehr Ordnung auf Deck, bzw. mehr Ladefläche die nicht von lose rumligenden/-hängenden Tauen vesperrt wurde.
    Die Fock wird Bb geführt und die Schot auf dieser Seite belegt. Dies geschieht, da die Fock sehr gross ist, via einen auf Deck eingehängten Block.



    Die Fock ist ja sehr gross und daher, obwohl sie aus Seidenpapier gefertigt ist, kaum richtig in den Wind formbar. Es fallt immer wieder zum Mast hin. So musste ich zeimlich tief in dei Trickkiste greifen, damit das Segel habwegs realistisch im Wind steht.
    Die Technik mit der versteiften Schot war auf diese Länge nicht so umsetzbar. Also habe ich diese zwar mit Sekundenkleber gedränkt, dann aber das Segel an seine Position gezogen und das Schot an einer Stelle an eine Wante geklebt. Damit verkürzt sich die "Stützende" Länge des Schots um 2/3 und es hält



    Am Masttop wird nun der Flaggenstock gesetzt. Dieser wird mit zwei Manschetten Bb des Mastes befestigt.
    Der Bogen sieht dazu lediglich zwei zweiteilige Papierstreifen vor, was mir etwas abenteuerlich erscheint.



    Ich fertige zwei ovale Ringe aus 0,2mm dicken Neusilber-Streifen, die ich dann zwischen Mast und Flaggenstock zusammendrücke.


  • Die Frage nach den Flaggen war mal wieder etwas schwierig.
    Der Bogen sieht gar keine vor. Wenn ich nach Bildern Google, finde ich fas alle Möglichkeiten. Jedoch zeigen alte Abbildungen einer Allege praktisch einheitlich eine Flagge am Flaggenstock am Heck und einen Wimpel am Masttopp. Was da diese zeigen ist nirgends zu erkennen. Im Götterforum habe ich nachgefragt und auch da fand ich keine wirklich klare, eindeutige Antwort. Also habe ich mich für folgendes entschieden:


    Am Heck wird die Tricolore gehisst und am Masttopp ein Wimpel in einer dunklen Farbe um die Windrichtugn zu erkennen. Das erscheint mir denn auch die logischste Antwort.



    Damit ist die Allège d'Arles soweit fertig und in Dienst gestellt. "soweit" will heissen, das ich noch die Idee habe, ein Diroama zu bauen. Was genau, wie und wann, das lasse ich erstmal noch offen. Falls es denn soweit kommt, werde ich darüber berichten.


    Abschlussfotos und ein Fazit folgen zeitnah, Galeriebilder wohl erst am Wochenende. Ich warte auf die Kombiantion "schönes Wetter und freier Tag" um draussen Fotos schiessen zu können.


    Bis demnächst für den Abschluss
    Peter

  • eine kleine feine Schönheit.
    Oft wurde bei Handelsschiffen im Masttop eine Fahne des Reeders oder Eigentümers gefahren.
    Da kann alles grauf gewesen sein.


    Aga

    Gentlemen, when the enemy is committed to a mistake, we must not interrupt him too soon.

    Adm. Horatio Nelson

  • Herzlichen Dank @Lord Croidon, @Aga und @Speedy


    Nun aber zum Abschluss des Bauberichts, wie immer bei mir mit einem Fazit und einigen Gesamtfotos.


    Mein Fazit zu diesem Modell:
    Das optisch absolut reizvolle Modell ist, wie auch schon die Speedy vom gleichen Konstrukteur, sehr ausgewogen, die Ballance zwischen hochdetailliert und in vernünftigem zeitlichen Rahmen baubar stimmt für mich absolut.
    Die Bauanleitung ist über weite teile verständlich. Der Konstrukteur geht oftmals eigenwillige Wege (Beplankung von unten nach Oben, Aufbau der Schanz, etc.) die meistens aber bei exaktem Arbeiten eine interessante und durchaus durchführbare Alternative zu den konventionellen Bauweisen darstellen.
    Das Arbeiten nach der Teilenummer ist nicht immer empfehlenswert. Anker und Heckteil würde ich erst am Schluss an Bord bringen. Bei den Ankern habe ich das unterlassen und diese mehrmals beim Takeln beschädigt.
    Der Takelplan dieser eher einfachen Takelage ist im Unterschied zur Speedy nicht immer wasserdicht. Dies mag auch daran liegen, dass es kaum Unterlagen gibt. Diese Tatsache hat mich denn auch einige Male an den Rand meiner Geduld gebracht. Die vielen Recherchen, die oft sehr viel Zeit in Anspruch nahmen und dann doch selten zu einem eindeutigen Ergebnis führten, liessen meine Ansprüche an mich und mein Modell irgendwann schrumpfen.


    Ich habe festgestellt, dass ein wasserdichter Takelplan, egal zu was für einem Modell, den Konstrukteur wohl mehr Zeit kosten würde, als die gesamte Konstruktion. Daher wird es wohl bei jedem Modell eines historischen Segelschiffes eine Menge Recherche-Zeit des Modellbauers benötigen, wenn man eine historisch annähernd korrekte Takelage erstellen will. Ich habe jedenfalls noch kein Modell gefunden, das einen nahezu perfekten Takelplan hat, und ich habe mittlerweile einige Segler in meinem Stapel [Blockierte Grafik: http://www.die-kartonmodellbauer.de/wcf/images/smilies/smiley183.gif]


    Letztendlich kann ich aber sagen, dass ich in 5 Monaten Bauzeit mit einigen kurzen Pausen ein für mich stimmiges Modell hinbekommen habe. Ich bin mit dem Resultat, nachdem ich meine Ansprüche etwas angepasst habe, recht zufrieden. Besser geht immer, das muss aber so sein, finde ich.


    So, der langen Rede kurzer Sinn, hier einige Abschlussfotos.
    Damit ist der Baubericht beendet und kann entpsrechend in die fertigen verschoben werden.


    Danke für Eure zahlreichen Kommentar, Aufmunterungen und Hilfestellungen!






    Freundliche Grüsse
    Peter

  • Gratulation zur sehr gut gelungenen Fertigstellung des Neubaues.


    @ Lord Croidon. Nur ein Flussschiff ist gut gesagt. Diese Schiffe wurden nicht nur auf der Rhone eingesetzt sondern waren auch als Küstensegler unterwegs, und waren fast baugleich mit den sonstigen kleinen Küstenfahrern z.b. der Genueser.

    To the optimist, the glass is half full.
    To the pessimist the glas is half empty.
    To the engineer, the glass is twice. As big as it needs to be.

  • Gratulation zur sehr gut gelungenen Fertigstellung des Neubaues.


    @ Lord Croidon. Nur ein Flussschiff ist gut gesagt. Diese Schiffe wurden nicht nur auf der Rhone eingesetzt sondern waren auch als Küstensegler unterwegs, und waren fast baugleich mit den sonstigen kleinen Küstenfahrern z.b. der Genueser.

    Ich hatte sowas im Hinterkopf - daher auch die „“ beim nur :saint:

  • Herzlichen Dank Euch allen, und auch den Likern!


    @Bonden Ich muss Dich enttäuschen, es gibt nicht neues. Ich werde mich wieder der HMS Wolf zuwenden :thumbsup:


    LG
    Peter

  • Bonden

    Hat das Label Abgeschlossen hinzugefügt