Band 4 - Die Mörser-Flottille


  • Endlich hat es Drinkwater zu einem eigenen Kommando geschafft, doch es ist mit einem Wermuthstropfen verbunden, denn das alte Mörserschiff Virago soll nur als Transportschiff für die anderen Mörserschiffe der Flottille dienen, die Sir Hyde Parker und Lord Nelson nach Kopenhagen begleiten.
    Aber natürlich lässt sich Drinkwater davon nicht beeindrucken, er sorgt dafür, dass die Virago als ein vollwertiges Kriegsschiff eingesetzt wird und spielt auch persönlich eine wichtige Rolle in der Schlacht von Kopenhagen.
    Dieser Band, mein Lieblingsbuch in der Reihe, stellt gegenüber den bisherigen Bänden einen Quantensprung dar. War Richard Woodman bisher darum bemüht, die fiktiven Abenteuer seines Helden in ein plausibles historisches Umfeld zu stellen (Ausnahme Camperdown in Band 2), stellt er hier eine historische Schlacht - nicht irgendeine, sondern eine der Nelson-Schlachten - ins Zentrum und fügt Drinkwater und sein Schiff so in die tatsächliche Handlung ein, dass es am Ende sogar erklärlich ist, warum man ihn nicht in den Geschichtsbüchern wiederfindet. das ist wirklich ganz großes Kino und marinehistorische Literatur at it´s best. Nicht umsonst mochte auch der Übersetzer dieses Bandes, Uwe D. Minge, dieses Buch ganz besonders, wie er wiederholt betonte.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

    Einmal editiert, zuletzt von Speedy () aus folgendem Grund: Cover ergänzt

  • Auch dieser Band hat wieder richtig Spaß gemacht! Und ich habe mir dann mal so eine Theorie zurechtgelegt: Wenn die vereinte französisch-spanische Flotte vor Trafalgar nicht gesegelt wäre, sondern vor Anker gelegen hätte, wäre der britische Sieg komplett gewesen, denn Nelson hätte überlebt. Wieso? Also:
    :D Abukir: Franzosenflotte lag vor Anker, Horry hat sie zusammengeschossen und hat überlebt. Kopenhagen: Dänenflotte lag vor Anker, Horry hat sie zusammengeschossen und hat überlebt.
    Klar soweit? :P


    Das Buch baut die Spannung bis hin zur Schlacht von Kopenhagen geschickt auf. Man weiß ja, was kommt - aber dennoch fiebert man dem großen Finale entgegen, denn man weiß ja eben nicht die wirklich wichtigen Dinge, nämlich welche Rolle unser Nat Drinkwater spielt und wie sich bestimmte Dinge entwickeln und auflösen, die an Bord seiner kleinen Virago für Spannungen und Verwirrungen sorgen. In der Tat ein bemerkenswerter Band dieser Reihe. Ob es am Ende auch einer meiner Lieblingsromane der Drinkwaters wird, muss sich noch zeigen. Ich bin jetzt schon im Folgeband über die Hälfte des Buches in arktischen Gewässern unterwegs und bin, obgleich noch kein einziges Seegefecht stattgefunden und es nicht mal eine entfernte Feindberührung gegeben hat, total gefesselt. Aber dazu dann später mehr im Band-5-Thread. ;)

  • @Bonden Deine Theorie mit den Nelson-Schlachten hört sich zwar ganz gut an, hat aber einen gewaltigen Haken, denn im selben Seegebiet wie Trafalgar entschied Nelson die Schlacht bei Kap St. Vincent, obwohl die Spanier in (Flucht)Bewegung waren. Wwenn man die vier großen Schlachten vergleicht, so gibt es eigentlich nur einen Faktor, in dem sich die für Nelson tötliche Schlacht von den anderen unterscheidet. Es lag am Wind. Die Trafalgarschlacht fand in einem aufziehenden Sturm statt. Also hat das Wetter Nelson getötet.


    Was den Roman betrifft, so beeindrucken neben der ausführlichen Schilderung der Schlacht auch die Vorbereitungen in der Nacht vor der Schlacht.Und man lernt halt auch eine Menge über Mörserschiffe.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Habe es nun endlich fertig.
    Ja. Man fiebert mit. Interessant fand ich das Die Schlacht nicht so heroisch wie sonst beschrieben wird. Sondern eher als ein nötiges Übel. Irgendwie als wenn sie keiner wollte. Was wohl auch irgendwie so war. Die Vorbereitungen wurden ausführlich und interessant beschrieben.
    Aus dem Konflikt mit Jex hätte man mehr machen können.
    Ich gebe nur :3*:


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  • Die Schlacht nicht so heroisch wie sonst beschrieben wird. Sondern eher als ein nötiges Übel. Irgendwie als wenn sie keiner wollte.

    Tatsächlich hätte man die Schlacht auf beiden Seiten bis zuletzt gern vermieden. So scheint es jedenfalls in Dudley Popes "The Great Gamble", der ja Einblick in die Archive beider Seiten hatte.


    So richtig scheint Dir der Band ja nicht gefallen zu haben @Aga. OK, die Geschmäcker sind halt unterschiedlich. Für Dich ist das Buch durchschnittlich, für mich mein liebster Woodmann und einer meiner liebsten maritimen Romane überhaupt.

    Glück hat meistens der Mann, der weiß, wieviel er dem Zufall überlassen darf. (C.S. Forester)

  • Ja. So richtig gefallen hat er mir nicht. Zuviele Geschichtsstränge wurden angefangen und dann sehr schnell beendet.
    Und das keiner die Schlacht wollte ist ja von einigen Historikern so gesehen worden.


    Aga

    John Duckworth: „Besansegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen; mein Schwein – Schwein ersäuft“.„Es ist unser Schwein!“ stammelt der Midshipman
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“